MHQ: Die langweiligste Fusionband der USA in den 70er Jahren?
– Spyro Gyra. Chris, der DJ von „Ausgerechnet Alaska“, hatte in einer Folge mit der Höchststrafe gedroht, einen Tag Spyro Gyra aufzulegen. Hart.
Der miserabelste Thriller der Saison?
– Girl on a train. So blöd, dass es wehtut.
Der beste Horrofilm des Jahres?
– It Follows. Dostojewski ist auch dabei.
Der Film, der gross ist und wehtut?
– ’71. Belfast, Krieg. Der Verlust der Unschuld, das wäre noch milde ausgedrückt.
Die beste neue Songplatte, die du in letzter Zeit gehört hast?
– Robert Forsters „Songs To Play“. Aber man muss viel Sinn für Understatement und lakonischen Humor mitbringen:)
Die atemraubendsten Serien der Saison?
– The Red Road, Justified, alle Staffeln, ich weiss, dass Lucinda Williams darauf genauso abfährt wie ich; Black Sails, Staffel 2. Sowieso Ray Donovan.
Ein Thriller zum Wiederentdecken?
– Val McDermids „Echo einer Winternacht“.
Die Jazzplatte des Jahres, bisher?
– Matana Roberts: Always. Ein reines Solosaxofonalbum, und keine verschenkte Sekunde.
Archives: August 2015
2015 7 Aug.
Schnelle Antworten
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
2015 6 Aug.
Passagem através de um corredor místico do universo
Henning Bolte | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: jazz em agosto 2015 Lisbon, John Butcher, Red Trio | 1 Comment
passage through a mystic corridor of the universe … RED TRIO + JOHN BUTCHER jazz em agosto, Lisboa, Fund. Gulbenkian

Rodrigo Pinheiro digging bells form the piano belly …

John Butcher conjuring prairie yells and cavern echoes …

Gabriel Ferrandini sweeping the passage elevated by Elegua …

Hernani Faustino canalizing the cooking lava streams …

back into the night … Calouste Gulbenkian

2015 6 Aug.
Ein Dichter geht spazieren
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 19 Comments
I walk the streets and hug the walls
I see a canal and think ‚waterfalls‘
And there are numbers, long distance numbers I could call
And there are faces, long distance faces I can’t recall, around here at all.
I see the shops and I walk on by
My soup-stained vest my critical eye
And given two choices, two clear choices, I take both
And there are secrets that I could tell but I won’t, no I won’t.
I got a notebook and I got a light
My head is loose, my jacket’s tight
A poet walks and the path is bright.
And there are visions like a spell I can’t break
I can’t break, I can’t break
A poet walks through the streets past canals and retreats and the fog
A poet walks shits and talks just a thought a passing thought.
To walk past all the loves that I’ve known, past all the lives I’ve outgrown
The skin and the bone
To know every decision that I made was my own and pre-ordained.
To roll up and to save.
2015 5 Aug.
Den Skizzen einer Landschaft erliegen
Martina Weber | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 4 Comments
Es erinnert mich daran, dass alles, was ich entdecke, auch mich entdeckt. Er hatte mir seinen Gedichtband geschenkt, ein schmales weißes Bändchen, sein Debüt, er war noch nichtmal dreißig. Seine Texte waren kurz und ziemlich harter Stoff, durchgehend klein geschrieben, „ich wünschte meine eltern wären tot.“ Ich las es auf dem Rückweg, las es im Zug und auf dem Bahnsteig, eisiger Wind jagte über die Gleise, noch 18 Minuten bis zum Eintreffen meiner S-Bahn, zehn Meter über mir lag vielleicht Schnee, gab es Fußstapfen und kleine Pfützen, die Leute unruhig in ihren dicken Jacken, mit ihren Plastiktüten und Handys. Das alles sah ich nicht und es war nicht der Winter. Sie stand mit ihren Schultern im Zimmer. Ich lief über Scherben, Blumen fielen mir aus dem Haar.
2015 5 Aug.
Robert Forster comes to town
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Robert Forster | Comments off
10.12.15 Köln – Gebäude 9
11.12.15 Berlin – Monarch
12.12.15 Hamburg – Knust
14.12.15 Frankfurt – Zoom
15.12.15 Erlangen – E Werk
16.12.15 CH-St. Gallen – Palace
17.12.15 Schorndorf – Manufaktur
19.12.15 Regensburg – Deggingerhaus
20.12.15 A-Wien – Akzent Theater
2015 5 Aug.
Was passierte, als ich in einem Martin Hannett-Groove andockte
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Ohrwürmer scheinen die Feinmotorik zu beeinträchtigen. Die Geschichte will eigentlich auf englisch erzählt werden. Sie entführt den Leser nach Manchester zu Factory Records, nach Stockholm zu ABBA, und sogar zur Seite A von David Bowies LOW. Als mir der Ohrwurm der „Invisible Girls“ durch den Kopf ging, schlenderte ich selbstvergessen durch einen kurzen Regenschauer, mein „Mobiles Büro“ (iPad) flog in hohem Bogen aus meiner Hand und landete, wie Brötchen meistens, auf der falschen Seite. Das Glas sprang, und dieses Spinnwebenmuster erlaubt zwar noch das Lesen und Schreiben, aber der Lack ist ab, und alles nunmehr hinter unzähligen Splittern kümmerlich vorhanden und verborgen. Und so schone ich das Gerät nun sieben Tage, ein elektrischer Sommerschlaf, und dann mache ich ja sowieso eine Nacht durch in Köln, am 15. August. Später dann, in der zweiten Augusthälfte, die angekündigte Geschichte mit dem Groove von Martin H.! Oh, die Glasrisse breiten sich aus!
Beim Stoebern im Regal wieder auf „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Duerrenmatt gestossen. Schullektuere, ich weiss – aber ich habe am Samstagabend wieder einmal fasziniert in dem Buch geblaettert und bin prompt „haengengeblieben“ ! Wie aktuell, auch heute noch die Thematik: Geld bestimmt, regiert – und kaufbar ist alles.
Das Thema „Rache nehmen“ hat mir immer schon gefallen. Als Jugendlicher habe ich gerne die fabelhafte Geschichte vom „Grafen von Monte Christo“ gelesen — zu Reichtum gekommen wird schonungslos an all jenen, die ihn durch eine Intrige ins Gefaengnis gebracht haben, Rache genommen.
„Dolan’s Cadillac“, eine Kurzgeschichte von Stephen King spielt auch mit dem Element der Rache; 3 Tage lang gräbt da jemand, allein, bis zur voelligen Erschoepfung, eine Fallgrube in einer Strasse in der Wueste um den Tod seiner Frau (sie war Zeuge bei einem Verbrechen und wurde durch eine Autobombe getoetet) zu raechen.
Das wirkliche Leben ist natuerlich zumeist anders. Aber Lektuere und Phantastereien helfen einem im Alltag — wo man ja nicht alles so ohne weiteres ausleben kann – weiter.
„In Italy, Je T’Aime, Moi Non Plus was banned after being denounced as an “obscenity” in the Vatican newspaper, L’Osservatore Romano. “The head of Phonogram in Italy was sent to prison and excommunicated,” said Jane – actually a two-month suspended sentence and a fine for the distributor. Bans followed in Spain and Sweden. In the U.S., with very limited airplay, it hit an implausibly perfect soixante-neuf in the singles charts.“ (From Sylvie Simmons: Serge Gainsbourg: A Fistful Of Gitanes (New Expanded Edition)
2015 3 Aug.
Gregor öffnet seinen Bücherschrank
Gregor Mundt | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 4 Comments
Eigentlich wollte ich endlich einmal wieder den Plattenschrank öffnen, aber jetzt kamen die Literaturlisten der Kollegen dazwischen – hätte nicht viel gefehlt und ich hätte mich beteiligt, ein anderes Mal vielleicht. Aber eine Anmerkung nun doch: In diesen Listen fehlt nämlich ein großer, ein wichtiger Name: Peter Rühmkorf. Nun möchte ich mich jetzt nicht über das Werk von Rühmkorf auslassen, sondern lediglich auf ein Buch aufmerksam machen, das im Frühjahr dieses Jahres im Wallstein-Verlag erschienen ist: Marcel Reich-Ranicki / Peter Rühmkorf: Der Briefwechsel.

Dass Rühmkorf mit Reich-Ranicki einiges zu tun hatte, war mir schon bekannt, nur, ich habe es eben erfolgreich verdrängt, konnte ich doch mit dem Großkritiker nie wirklich viel anfangen (vorsichtig ausgedrückt). Neugierig geworden, erwarb ich das Buch in der wunderbaren Autorenbuchhandlung in München. Inzwischen habe ich den Band gelesen und bin begeistert. Rühmkorf schreibt nicht nur wunderbare Gedichte, Märchen und Tagebücher, sondern vor allem betreibt er eine Briefkultur auf allerhöchstem Niveau. Mit den fast 300 Briefen, die zwischen 1972 und 2006 entstanden sind und sich in diesem Buchen finden – übrigens, hervorragend ediert – kann der Leser nicht nur das Verhältnis zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, verstehen lernen, nein, er kann sich mittreiben lassen auf den Wogen der Literatur- und Zeitgeschichte dieser Jahre. Der Grundaufbau des Briefwechsels folgt fast einem festem Ritual: Reich-Ranicki, Förderer des von ihm anerkannten, ja, bewunderten Dichters, bietet Rühmkorf eine Besprechung, eine Kritik, eine Rezension eines Werkes für die FAZ an oder bittet um die Mitarbeit an der „Frankfurter Anthologie“. Rühmkorf nimmt das Angebot an oder bittet um die Möglichkeit der Besprechung eines anderen Buches, das dem Meister dann aber vielleicht nicht ins FAZ-Konzept passt usw. Oft passiert dann folgendes: Rühmkorf kann nicht pünktlich liefern, Reich-Ranicki kocht, Rühmkorf, immer ruhig, stets gelassen, liefert, aber vielleicht einen zu langen Text. Reich-Ranicki außer sich, schreibt zurück, die Bedingungen seien doch besprochen etc. –
Natürlich fiebert der Leser dem Moment entgegen, dem entscheidendem Sommer 1995, als Reich-Ranicki Ein Weites Feld von Günter Grass, sowohl im SPIEGEL, als auch im Literarischem Quartett verriss. Immerhin existierte eine enge Freundschaft zwischen Grass und Rühmkorf. Und tatsächlich, Rühmkorf kündigt mit dem Brief vom 27.08.1095 die Freundschaft auf, ja, noch mehr, er sagt auch jede weitere Mitarbeit ab und das mit den Worten Bartlebys (siehe die Erzählung von Herman Melville): „Ich möchte lieber nicht!“ Wie es dann weitergeht, möchte ich hier jetzt nicht schreiben, habe ich doch schon mehr als genug verraten.
Größte Freude bereitet dem Leser natürlich auch die Sprache des Dichters, seine Wortschöpfungen, sein Satzbau, sein Rhythmus….Keine Kostprobe hier, selber lesen!
Auch ich bin im Besitz einiger Briefe des Meisters aus Övelgönne, der Grund, ich wollte ihn für eine Tagung gewinnen und, vor allem: die beiden TABU-Bücher haben mich seinerzeit zu einigen Begleitmusiken animiert. Und so habe ich die mit meinen musikalischen Einfällen bespielten Kassetten Peter Rühmkorf gesandt und zurück kam beispielsweise folgender Brief:
(siehe auch: Peter Rühmkorf: Von mir – zu euch – zu uns, Göttingen 1999)




