Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Autoren-Archiv:

2018 22 Nov

Favoriten 2018

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 1 Kommentar

 

  1. Thom Yorke: Suspiria – Music For The Lucca Guadagnino Film
  2. Max Richter: Werk Ohne Autor (Never Look Away)
  3. Paul McCartney: Egypt Station
  4. Bill Frisell: Music IS
  5. Jean Michel Jarre: Equinoxe Infinity
  6. Herbert Grönemeyer: Tumult
  7. Charles Lloyd & The Marvels w/ Lucinda Williams: Vanished Gardens
  8. Clueso: Handgepäck I
  9. Klaus Hoffmann: Aquamarin
  10. Ry Cooder: The Prodigal Son

 

 

Und einen Vorteil haben diese heissen, hellgrellen Sommertage: Du kannst sagen, nein, Du irrst dich. Es ist nicht wie Du denkst. Meine Augen schwitzen, dass ist alles. Kein Grund zur Sorge. Und man wird Dir glauben, unbesehen. Schon bald werden alle hektisch nach ihren Tageslichtlampen suchen. Harre aus, entdecke dein neues Mantra: denn „Auch das geht vorbei“. Bemerke auch, wie sich allmählich der innere Fokus verschiebt. Und die Abendstunden entschädigen dich auf kilometerlangen Wegen, auf denen Du dem Gegenwind trotzt. Die Strassenbahn wird heute abend einmal ohne Dich fahren. Und was bleiben wird, ist der Song über zwei verlorenen Seelen die immer noch in ihrem Goldfischglas schwimmen, Jahr um Jahr vergeht dabei. Wenn wir zurückkehren wird die Maschinerie uns wieder begrüssen.

 

2018 11 Aug

Elf Acht Achtzehn

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

 

 
 
 

“ … Our thoughts strayed constantly and without boundary
The ringing of the division bell had begun
Along the long road and on down the causeway
Do they still meet there by the cut … „

 
 

Donnerstagabend, die abendliche Fahrt im Sammeltaxi nach der Arbeit nach Hause. Im Fahrzeug auf der Rückbank hinter mir ein älterer Herr. Das allgegenwärtige Thema „WM“. Die immer wieder vorgebrachte These, dass, wer die Nationalhymne nicht mitsingt in diesem Land, in dieser Mannschaft keinen Platz habe, keinen Platz haben darf. Die auf meine Gegenfrage, ob denn, wer in der Kirche am Lautesten mitsingen würde, dann auch der Gläubigste im Kirchenschiff sei, und ob nicht seine Generation sich mit der lautstark von allen mitgesungenen, unseren Nationalhymne auskennen würde, einsetzende Stille im Fahrzeug: unbezahlbar. #justsayin‘

2018 23 Jun

Dreiundzwanzig Sechs Achtzehn

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | Kommentare geschlossen

Der Eisblock schmilzt, langsam, aber stetig. Und wenn graue Wolken deinen Himmel verhangen zeigen, Gespräche wirken, als würde einem ein Eimer Eiswasser ins Gesicht gekippt, dann zieh‘ Dir deine Jacke an, es bleiben Dir die altbekannten Wege, die ausgetrampelten Pfade hinunter zum Fluss an den grünen Weiden entlang. Und das Cello Album von David Darling als Begleiter auf den Ohren. Empfehlung: anhören! Tröstend und ganz weit entfernt von den doch manchmal harschen, durchdringend „sägenden“ Cellotönen, die man aus den Streichquartetten in der Klassik kennt. — Kommst du anders von deinem Spaziergang wieder? Nein, aber der Kopf ist doch etwas freier. Bis der Abend kommt, und die Gedanken zurückkehren.

2018 12 Jun

Zwölf Sechs Achtzehn

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | Kommentare geschlossen

 

Tage wie dieser: Samstagnachmittag. Auf dem Weg nach Oberhausen, mit dem Zug. Drei Sitzreihen vor mir ein Junggesellinnenabschied. Das Übliche: ein Mädel mit Bauchladen, es werden Süssigkeiten und andere trinkets verkauft. Die Kostümierungen (rosa!) sprechen für sich. Einige Sitzreihen hinter mir Jungs, die auch ihre lautstarke Feierfunktion aktiviert haben. Ob sie zu der Frauengruppe vor mir gehören, lässt sich nicht feststellen.

In meinem Rucksack krame ich nach meinen Kopfhörern, die ich schnellstens zum Musikhören aufsetzen muss.

Im Bahnhof Oberhausen angekommen, werde ich von ähnlich motivierten Mitmenschen (an ihrer Lautstärke sollt ihr sie erkennen!) förmlich überrannt; in die Bahnhofsbuchhandlung flüchtend, erfahre ich, dass die Grossveranstaltung „Oberhausen Olé“ dieses Publikum in die Stadt gelockt hat. Ich kaufe für einen Freund eine Ansichtskarte von Oberhausen, damit er später seinem zu Hause wartenden Sohn schreiben kann, und gehe andere, meine eigenen Wege in die Fussgängerzone, um ihn zu treffen.

Tage wie dieser: Montagnachmittag. Festgestellt, dass ich bestimmte Songs momentan eher nicht hören sollte; weil sie mir einen Kloss in den Hals zaubern und ich schwer an mich halten muss. Und das Phänomen erleben, dass man diese Lieder dann erst recht hören will. Und auch hört. Zu Hause sieht mich keiner dabei. Tage wie dieser.

 
 
 

 

2018 6 Jun

Sechs Sechs Achtzehn

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

„Everyone carries a room about him. This fact can be proved by means of the sense of hearing. If someone walks fast and one pricks up one’s ears and listens, say at night, when everything round about is quiet, one hears, for instance, the rattling of a mirror not quite firmly fastened to the wall.“

(Kafka, „The Blue Octavo Notebooks“)

 

„As a very sensitive child, I reacted to the violence around me by internalising everything. I closed all the shutters, build up walls, became as perfect as I could be, in order not to be hit. My only refuge was music, and I totally disappeared into the internal landscapes it opened up to me.“ 

(Max Richter, Liner Notes „The Blue Notebooks“, 2018 Anniversary Edition)

 

 

Vor kurzem erschien eine Jubiläumsausgabe des „Blue Notebook“ Albums von Max Richter; um eine CD mit sieben Titeln ergänzt; vier davon unveröffentlicht. Dinah Washington fügt mit ihrem Gesang dem bisher instrumental gehaltenen „This Bitter Earth / On The Nature Of Daylight“ eine neue Farbe bei. Die zwei Neuabmischungen auf der zweiten CD sind zu vernachlässigen; stören eigentlich nur den Fluss beim Anhören.

Und noch eine Empfehlung: der von Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch geschriebene Soundtrack zu „Blade Runner 2049“; ein Soundtrack der so ganz anders ist als man ihn von Hans Zimmer erwartet. Natürlich, auch dieser trägt unverkennbar seine Handschrift; aber dieser ist technischer, härter, schriller und elektronischer – ungewohnt für Hans Zimmer zwar, aber der Thematik des Filmes angemessen.

Mit diesen beiden Alben lassen sich die Abende bei untergehender Sonne verbringen: verborgen und unbeobachtet hinter einer Mauer aus Klang sitzend, zur Ruhe kommend. Auf dass niemand störe.

 

2018 11 Jan

Elf Eins Achtzehn

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

 

Morgens, wenn du die Tür aufschliesst, bin ich schon lange unterwegs. Zwei Songs kamen mir heute morgen in den Sinn: „A Box of Rain“ von den Grateful Dead und „Running To Stand Still“ von U2.

Ja, wir beide rennen, manchmal bleiben wir stehen, blicken uns um und schauen zurück, ob wir ein zu grosses Tempo vorgelegt haben und warten, damit der Andere uns einholen kann. Wie du schriebst: dann ist es unser Weg. Der gemeinsame Weg, trotz einigen hundert Kilometern Distanz zwischen uns durch Autobahn, Landstrasse.

In Turtles All The Way Down, dem neuen Buch von John Green, das von einem Mädchen mit Angststörungen handelt, las ich heute morgen: „Your now is not your forever …“ – und ich fand diesen Gedanken sehr tröstlich.

Und mehr habe ich heute nicht anzubieten: nur diese zwei, drei Fragmente.

 

2017 27 Nov

Favoriten 2017

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags:  | 13 Kommentare

 

  1. Roger Waters: Is This The Life We Really Want?
  2. Markus Stockhausen: Far Into The Stars
  3. Benny Andersson: Piano
  4. Quercus: Nightfall
  5. Max Richter: Three Worlds – Music For Woolf Works
  6. Charles Lloyd New Quartet: Passin‘ Thru
  7. Manfred Maurenbrecher: Flüchtig
  8. Fleet Foxes: Crack Up
  9. Robert Plant: Carry Fire
  10. Ray Davies: Americana

 
 
 

 

2017 21 Nov

„A Little Is Enough“

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

 

A Little Is Enough is a really great performance of mine, and would have to be on any „best of“ collection that I put together. It’s really about how love changes in relationships, how you’re drawn together by romantic passion, and then what happens is that everything changes, and I was, in a sense, trying to use words to celebrate the decline of love in a young relationship. Around the time when I was making this record, I was having my first difficulties in my marriage and feeling that I’d allowed my career to take far too much priority in my life.

My wife had warned me that I was taking on too much, and I just wasn’t really listening to her, and one day I came back from the studio or a gig or maybe even from a party, weeping, crying – „This is all too hard, I’m depressed, I can’t do it, I can’t handle show business, nobody loves me, they’re not giving me enough money, they’re giving me too much money, I’m too big, I’m too small“, whatever it was – and I may even have said, „Do you love me? Nobody else seem to“. And she said, „No“ (laughs) Anyway, I went to somebody called Adi Irani, who was Meher Baba’s secretary for a long time, and he was doing a lecture tour over here, and he said, „You look a little bit sad.“ So I said, „Well, I’m going through my first real hiccup in my marriage,“ and he said, „Oh, what’s it about?“ And I said, „My wife doesn’t love me any more.“

And he said „Well, she’s there, isn’t she?“ And I said, „Yeah.“ And he said, „Then she must love you a little bit.“, and I said, „Yeah, yeah, she probably loves me a little bit.“ And he said, „Well, when you’re talking about love, which is in itself by nature infinite, then a little is enough.“ And it solved my immediate problem, but also seemed to me to be a very, very wise thought, and a very romantic thought too, you know, if you only have a moment of love in your life, it’s enough, because it never evades you and it always returns.“

– Pete Townshend in conversation with John Pidgeon, January 1996.

 


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz