Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2020 14 Mrz

Vierzehn Drei Zwanzig

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Als ich gestern abend das Gebäude verliess, ging mir auf, dass für manche Menschen Corona auch Vorteile bringt. Das zur Vorbeugung empfohlene nicht an die eigene Nase fassen konsequent durchzuführen fällt leichter, wenn man dafür dann mehr auf Andere deutet. Der Splitter im eigenen Auge und der Balken im Auge des Anderen, Sie verstehen.

 

2020 11 Feb

Elf Zwei Zwanzig

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„Arbeit war sein Leben“ heisst es hinterher allzuoft.

„Sein Leben war Arbeit“ wird dagegen äussert selten gesagt.

 

 

Dem Tag in der Abenddämmerung einen Filmttitel geben. „Endstation Sehnsucht“ vielleicht. Für Fortgeschrittene empfiehlt es sich das Erlebte im Laufe des Tages, sozusagen simultan, in ein Musical umzudenken: welche Lieblingslieder passen gerade haargenau ? Und wer singt mehr; die Menschen die Dir begegnen oder aber Du selbst ? Je spontaner die Ideen, desto besser.

 

 

Positiv: die empor rankende Pflanze ist gar kein Lorbeer, sondern Efeu.

Negativ: mit dem Kränze flechten wird es also vorerst nichts.

 

2020 13 Jan

Dreizehn Eins Zwanzig

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Und dort, weiter vorne, auf der Landstrasse kurz nach der letzten Strassenlaterne geht der Weg noch weiter. Die Asphaltierung ist nicht mehr gut zu sehen, Unkraut und Gras haben hier ihren eigenen Weg gefunden. Ob das Weitergehen, seinen eigenen Weg weiter gehen lohnend ist, wirst Du erst unterwegs feststellen; das haben eigene Wege nun einmal so an sich. Nimm zur Not die Taschenlampe von deinem Handy zur Hilfe, wenn nicht gerade Vollmond und das bleiche Nachtlicht am Himmel nur ein schmaler Fingernagel ist. Und nach Hause zurückgekehrt, lege überall die Zettel hin: damit nichts verloren geht „von unterwegs“; lege Rechenschaft ab über deine Tage in kleinen Notizen. Am Ende wird sich alles aufaddieren zu wiederum 366 Tagen ohne Umtauschrecht, wenn schon geöffnet. Die Kassenbons bitte aufbewahren.

 

2020 7 Jan

Sieben Eins Zwanzig

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Es sind nicht die schlechtesten Abende, die man mit Bruckner im Kopfhörer spät abends im Zug heimwärts fährt. Irgendwann verliert sich der Blick aus dem Zugfenster, hinaus in die Dunkelheit ins Unendliche. Aus allem schwach Sichtbaren werden Farbkleckse und unstete Bewegungen. Für „Vier letzte Lieder“ ist es noch viel zu früh; später vielleicht einmal. Und dann umso öfter.  

 

2020 2 Jan

Zwei Eins Zwanzig

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Und dann, um Mitternacht prosteten wir uns mit Orangensaft zu. Keiner von uns Beiden sagte etwas; auch dieses Mal verständigten wir uns wortlos. Gesten? Absolut wertlos. Die Tränen blieben in unseren Augen; wir sahen uns nur an. Die Beleuchtung im Zimmer blieb gedimmt, wir schauten vom Fenster aus dem lustigen Treiben und den Farbfontänen am Himmel zu. Von hinter deinem Rücken zaubertest Du Wunderkerzen hervor. Ein Feuerzeug war zur Hand. Und wo andere auf ein neues Jahr in grösser, bunter, heller hofften …, da wussten wir in unserer trauten, abgeschirmten Wirklichkeit schon mehr als alle Anderen.

 

 

Die Taxifahrt vom Bahnhof. Der feine Nieselregen, die frühlingshaften Temperaturen. Der Flugmodus. Die Rückkehr nachts um Drei. Weihnachtspost, versteckt zwischen der Reklame auf der Fussmatte. Die Spreu vom Weizen trennen. Mit dem Aufschliessen und dem Fallenlassen des Schlüsselbund rastet die Verrieglung im Hochsicherheitstrakt ein. Der Duft von Hyazinthen. Wenn Du jetzt noch jemanden hättest den Du morgen früh anrufen könntest um zu sagen dass Du wieder da bist: dann wäre alles perfekt. In der Küche brennt noch Licht.

 

2019 18 Dez

Fünf Unmögliche Dinge

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Eine Flasche mit eisgekühltem Stoizismus, für akute Notfälle.

Eine Packung Träume, leicht angestossen – daher als „zweite Wahl“ gekennzeichnet.

Ein Schäferhund der, in der Bahnhofshalle auf Dich wartend, auf Dich zugerannt kommt und an Dir hochspringt.

Ein Teelicht aus in Wachs gegossene Erinnerungen; für die stillen Stunden, in denen Dich niemand mehr sieht.

Eine „Happy Ever After“ Karte aus Pappe, mit Gebrauchsspuren.

 

2019 14 Dez

Noch ein Weihnachtslied

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Als erstes wirst Du am frühen Nachmittag den Lärm hinter Dir zurücklassen. Das ist der erste Schritt. Den Weg den Du morgens hier her gekommen bist, den gehst Du natürlich nicht. Mit dem Menschenstrom zurück, ja, da musst Du grinsen; das fehlte noch! Nein, Du wählst natürlich die denen genau entgegengesetzte Richtung. Im Zug suchst Du Dir dann ein Abteil für Dich allein – das könnte zwar schwierig werden, ist aber machbar. Probiere es also trotzdem; notfalls schirme Dich mit dem aufgesetzten Kopfhörer von allem und jedem ab.

Und später dann, die Treppe herunter und den ausgestreuten Brotkrumen zur Bushaltestelle folgend wirst Du feststellen, dass sich auch dieses Jahr vor den Supermärkten gegenüber um Einkaufswagen geprügelt wird. Es geht Dich nichts mehr an. Ein Kopfschütteln wäre schon eine zu intensive Reaktion. Löse dann den Gutschein ein, den der freundliche Kontrolleur im Zug Dir letztens geschenkt hat. Halte ihn griffbereit in der Hand, man wird Dich danach fragen. Was hältst Du davon, wenn Du versuchst im Bus die hintere Bank für Dich allein zu blockbuchen und zu belegen? So wie damals, als wir zusammen als Poser am Autoscooter standen. Weisst Du noch? Stell den Rucksack genau neben dich, siehst Du, schon sind zwei Plätze neben Dir belegt. Die Bank gehört Dir. Perfekt.

Wie jeden Tag wird es früh dunkel und gegen die blinkenden Lichterketten in den Vorgärten hilft deine heruntergelassene Jalousie. Oder ein Paravent, eine Schlafbrille: Du hast da die freie Auswahl. Die Freiheit der Entscheidung: die passiert Dir selten, koste den Moment der Auswahl und Entscheidung also weidlich aus. Zähle abends bei Kartoffelsalat und heissen Würstchen deinen persönlichen Punktestand für diesen Tag zusammen. Bist Du damit zufrieden? Ein leichtes Kopfnicken genügt.

Das Einschlafen wird Dir leicht fallen nach deinem langen Tag. Und Du hast ja auch noch Verabredungen einzuhalten. Der Klang von Trommeln wird Dich morgen früh wecken.


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