Manafonistas

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Archives: Klanghorizonte

 

An hour of time travel activities on August 19. Japanese music of the past can still surprise. The latest offering is a wonderful mix of melodic lightness and experimental touch. In those old days „Made to Measure“ wrote music history made to measure unfamiliar horizons: „La douxième journée“ by Lew & Brown was instantly regarded as a classic of its own kind with its audacious melange of north african modes, jazz sensibilities and twilight zones in between. From Bruxelles with love! No doubt Alice Coltrane and her Ashram singing of more or less improvised Hindu chants has a deepness to it that transcends its once-upon-a-time target group of religious devotion and now can easily be perceived as a profound, human meditation on yearning and loss. In the middle of it all we’ll see, on the cover of „The Perfect Release“ a woman (Annette Peacock) on a couch (looking slightly indifferent) – and then there is this vocal delivery  on the state of the world, with a casual performance that doesn‘t outnumber at all the simple truth of all its lines and verses. A stone cold groove keeps her company.

 

Leftfield Japanese Music from the CD-Age / Benjamin Lew & Steven Brown (a classic from Made to Measure) / Alice Coltrane: Turiya Sings / A spoken word classic from Annette Peacock / Alice Coltrane again / Benjamin Lew & Steven Brown again / Leftfield Japanese Music again (closing all circles)      

 
 

Man könnte es ja auch eine Geistergeschichte nennen, und die gesammelten psychedelischen Pilze dazurechnet, die in solch einem Dschungel beheimatet sind, würde jeder Film, jede Dokumentation, auf Farbenpracht setzen. Wer nun in Xpujil und um Xpujil umherstreift, und daraus Klänge filtert, hat so viele Chancen zu scheitern. Man denke nur an die neueren Dokumentarserien von Richard Attenborough, etwa „Blue Planet 2“, die ohne Frage beeindruckend sind, aber hinsichtlich des Soundtracks stets auf Nummer sicher gehen, und beispielsweise Hans Zimmer daran zimmern lassen: da setzt die Hollywoodisierung der Wahrnehmung ein, und leicht lässt man sich gängeln von 1:1-Relationen zwischen Bild, Sound & Emotion. Die fremdeste Unterwasserwelt wird so in einen vertrauten Horizont der Ohren übertragen. Wie anders sind  da Nova Materia mit ihrem Trip durch einen von den Überresten der Maya-Kultur geprägten Dschungelabschnitt umgegangen, auf ihrem Ende Juni erscheinenden Album „Xpujil“ – hier wird nicht geraunt, geschwelgt, gewabert, in grellen Farben aufgetragen.

 
 

 
 

Wieder und wieder traut man seinen Ohren nicht, und kann nicht anders – da in Momenten der Ergriffenheit  die Sprache einfach wird, fast schon Halt sucht in einfachsten Wortreflexen – als diese Musik von Caroline Chaspoul und Eduardo Henriquez „unheimlich schön“ zu nennen, unheimlich und schön. Anbei zu hören, was Eduardo und Caroline mir über das Cover erzählten. In voller Länge von 40 Minuten ist diese Arbeit zu hören in der Radionacht Klanghorizonte am 19. Juni. Versuche am besten gar nicht, vorher im Netz irgendwelche Kostproben zu finden, lass dich am besten unvorbereitet auf diese Reise ein! Ich gebe dem Album fünf Sterne.

Die Nacht der Klanghorizonte am 19. Juni beginnt mit einem langen Musikstück, ich sage vorher kein Wort. Wenn man die ersten Minuten davon gehört hat, weiss man ohnehin, wo der Bartel den Most holt in dieser Nacht. Es gehört zu einem Genre, das gar nicht so fest umrissen ist, und von Nik Bärtsch „ritual groove music“ genannt wird. Damit verhindert er die üblicherweise ins Spiel gebrachten Wörter mit langen grauen Bärten, wie „Jazz“, „Minimalismus“, „Ambient“ und „Klassik“. Klassik hat den längsten Bart, historisch gesehen – um ihn zu stutzen, beschränken sich einige auf „Zeitgenössische Klassik“. Wörter wie „zeitgenössisch“ halten sich auch nur noch im Feuilleton wacker aufrecht, sie sind massiv einsturzgefährdet, so obsolet wie heutige Parteitage der von Gerhard Schröder abgewirtschafteten SPD, auf der man sich immer noch feuchtfröhlich als „liebe Genossinnen und Genossen“ anredet. Zur „ritual groove music“ könnte man leichterhand The Necks zählen, „Joshua Abrams & The Natural Information Society“, Nik Bärtschs Ronin sowieso, und das wunderbare Album, das meine Radionacht einleiten wird. Interessant, das ich bei dem ersten Stück der CD hier und da an die feinen repetitiven Wirbel der „ride cymbal“ von Eberhard Webers Album „Yellow Fields“ dachte! Ein Album, das man „organische Puls-Musik“ nennen könnte (wenn das nicht zu sehr nach veganem Lebensstil klingen würde), und bis heute nichts von seiner Magie verloren hat. Mein erstes Album der Nacht ist ein Werk, dem man daheim am besten von Anfang bis Ende lauscht. Es ist, nebenbei bemerkt, exzellent aufgenommen, und muss keineswegs laut gehört werden. Die Musiker leisten sich den Luxus, ihre Tableaus in oft recht hohen Tonlagen anzusiedeln, ohne schrill zu werden. Die Luft ist halt dünn in solch entlegenen Terrains (und Nachtlandschaften), über denen das  beste Opus, das diese Bande Gleichgesinnter je gemacht hat, schwebt, in all seinen aufregenden Perspektivwechseln, Eindunklungen, und Verwirrspielen. Ich verleihe dem Album 4 1/2 Sterne. Soviel, wie John Green in seinem tollen Essayband über das Anthropozän den Höhlenmalereien von Lascaux gibt. A strange, strange world, und, for sure, one my 33 favourite albums of 2021. Dim the lights, and follow the tapestries. 

 

The new songs comprised guitar tracks that were converted into MIDI piano tracks, over which Wagner laid Broder’s grand piano, Olson’s assorted sounds, horns by CJ Camerieri, turntable work from Twit One, some free-jazz drumming from Eric Slick and, finally, double bass from James McNew. “I always thought this kind of record needed this upright bass element,” says Wagner. “Very much like some classic jazz piano-trio record and James was always on my mind with that.”

(From Uncut, 2021)

 


Eine Freude, wenn in die Jahre gekommenen Wegbegleitern immer noch Bereicherungen gelingen
, und sie sich nicht darin erschöpfen, mit jeweils neuen Alben allein das Feld unserer Erinnerungen hübsch aufzubrezeln. Ach, weisst du noch – das ist nicht die Haltung Entdeckungsreisender in Sachen Musik.

Und so hat Kurt Wagner, als Lambchop-Mastermind und ruheloser Erforscher von Songhorizonten, auch in den letzten zehn Jahren weiterhin erstaunliche Arbeiten abgeliefert, und mit „Showtunes“ nun ein sicher nicht unmittelbar griffiges, aber rundum geglücktes Meisterwerk, experimentell und tiefgründig zugleich. Es bewegt sich in solch einsamen Höhen wie Mark Hollis‘ Soloalbum, oder Prefab Sprout‘s I Trawl The Megahertz. Eine gute halbe Stunde lang, mit keinem einzigen verschwendeten Moment, garantiere ich (natürlich ohne Gewähr und Reiserücktrittsversicherung) aufregende Erlebnisse mit jedem neuen Hören. Es gibt das Album auch, in einer Sonderedition, auf weissem  Vinyl, in einer Gatefold-Ausgabe mit 45 rpm (!). „Showtunes“ ist eines unserer Alben des Monats Juni (s. Kolumne rechts), und es ist ganz sicher eines meiner Top 5 Alben des Jahres 2021. Ich bin restlos begeistert.

Ich habe Brian dazu eine Mail geschickt, u.a. auch den substanziellen, grossen Artikel über Kurt aus der Juli-Online-Ausgabe von Uncut („The Conceptualist“). Es würde mich sehr erstaunen, wenn Eno nicht Feuer und Flamme wäre, was Kurt Wagners neue Arbeit beitrifft, entstanden in fast mönchischer Zurückgezogenheit, zuhause in Nashville, Tennessee. In den Klanghorizonten am 19. Juni werden zwei Songs aus „Showtunes“ auftauchen, in bester Gesellschaft von Marianne Faithfull, Robert Ashley, Stephan Micus, und, ähem, Brian Eno. Ein „phoner“-Interview wird angefragt, mit Kurt Wagner. Es wäre so ungefähr unser fünftes Interview. 

playlist of nighthawk‘s late night radio in June:

Brian Eno: instrumental track
talking 1 – Michael (on this hour, on Showtunes and She Walks In Beauty)

Marianne Faithfull: from She Walks In Beauty
Lambchop: from Showtunes
KURT WAGNER SPEAKING (possibly)
Stephan Micus: short instrumental track from Winter‘s End (ECM)

short story by  Martina Weber on Robert Ashley‘s Private Parts
Robert Ashley: The Park, from Private Parts (1977 – Lovely Music)
short story by Michael on Robert Ashley’s Private Parts

Stephan Micus: short instrumental track from Winter‘s End
KURT WAGNER SPEAKING (possibly)
Lambchop: from Showtunes
Marianne Faithfull: from She Walks In  Beauty

talking 2 – (Michael on everything)
Brian Eno:  instrumental track 

 

As Soul Jazz Records HQ (London) announced in 2020, the duo from Tucson, Arizona, Trees Speak,  sees their project „as much a sound laboratory as a rock and roll band.“ Combining elements of experimental rock, electronic avant-garde, Krautrock and Miles Davis „Bitches‘ Brew“ era jazz. They construct abstract improvisational jams into coherent compositions in the „sound lab“ of the studio. The result is a collection of dynamic songs, as the band described them, „translucent jams for a virtual autobahn“.

 

Philosophically, the members of Trees Speak also draw inspiration from the philosophy and creative process of the Surrealist, Dadaism, The Avant-Garde and Vanguard movements from the 1920s. So far, so good, or even better – with the release of „PostHuman“ at the end of May, Soul Jazz Records will have published three albums of this highly creative duo of the Diaz brothers. „Trees Speak are Daniel Martin Diaz and Damian Diaz from Tucson, Arizona and their music often draws on the cosmic night-time magic of Arizona’s natural desert landscapes. ‘Trees Speak’ relates to the idea of future technologies storing information and data in trees and plants – using them as hard drives – and the idea that trees communicate collectively.“ (SJR HQ)

 

 

 

 

I discovered their music with the second album, „Shadow Forms“, and was particularly thrilled by their ways of keeping diverse spirits of „the golden era of kraut rock and beyond“ alive, alive and kicking – and pushing them into new landscapes. It was not a short affair, I went back to the albums again and again. Nostalgia is only a small part in the game of digging into the world of Trees Speak.

 

We exchanged some mails, and sending them some of my night hours and ideas, they obviously appreciated my ways of curating music, and are now in the mood to be virtual, real, really virtual guests on my „Moon In June“- radio night in Cologne, giving their first interview ever (which came as a surprise for me, looking at the high critical acclaim of their music). They will speak about all of their three albums and their special approach to sounds from distant eras and distant horizons. Improvisation is one of the tools of their modus operandi. Excerpts of or „trance-atalantic“ conversation will be part of the first hour, and the fourth one (the first time travel section of the June 19).  Make a mental note, don‘t miss the show for your own good. Get high without drugs – trees speak!

„… and then you’re left in this wonderful area of floating which i love so much“  (David Darling, 1994, in that old radio show)

 


 

 

THE FIRST HOUR 


Pino Palladino & Blake Mills:
Just Wrong (from Notes With Attachements)  / 
Thomas Stronen, Marthe Lea, Ayumi Tanaka: Varsha (from Bayou) / Sinikka Langeland: Wolf Rune (from Wolf Rune) / Simon Goff: Wooden Islands (from Vale) / Nik Bärtsch speaking / Nik Bärtsch: Modul 55 (from Entendre) / Ballaké Sissoko: Kora (from Djourou) / Daniel Lanois: Every Nation (from Heavy Sun) / Valerie June: Stardust Scattering (from The Moon and Stars: Prescription for Dreamers) / Balmorhea:    (from The Wind)

 

 

THE SECOND HOUR

 

Sternzeit – /  A Winged Victory for the Sullen: Total Perspective Vortex (from Invisible Cities) / Daniel Lanois: Under The Heavy Sun & Mother’s Eyes (from Heavy Sun) / Lana del Ray: Chemtrails over the Country Club (from Chemtrails Over The Country Club) / Floating Points, Pharoah Sanders, London Symphony Orchestra: Movement 7 (from Promises) / Joshua Abrams speaking* Natural Information Society with Evan Parker: Part III (from: Descension (Out Of Our Constrictions – out now on Aguirre Records, promoted in Germany at least, by Werner and Klaus, no kidding) / Balmorhea: some more quiet moments from The Wind)

 

Joshua Abrams (transcript of his special „solo speech“): „At the time of this recording we had performed descension (Out of Our Constrictions) 17 times in concert over a period of 5 months. i wrote the music in February of 2019 for the current touring incarnation of Natural Information Society made up of Lisa Alvarado, Mikel Avery, Jason Stein & myself. Lisa plays harmonium amplified with effects, Mikel – drums, Jason Stein – bass clarinet & i play guimbri.  The guimbri is a 3 string bass lute sometimes called a sintir or a hajhouj. It is Gnawan instrument that can be heard in sacred & secular music. I like to think of the guimbri as a sophisticated form of soundmaking technology for focusing & guiding concentration.

The music i write for Natural Information Society is interwoven & multilayered. we are all weaving a sound together. With time & experience performing the piece we find new paths, resting places & occasional detours.  it is the woven nature of the composition that gives descension (Out of Our Constrictions) its hypnotic qualities. The music encourages the band’s members to find variation & embellishment & is written with room for mutability & improvisation.  

From time to time we have the pleasure of having guests join the group.  when we last played in berlin, a couple days before this recording, Tony Buck, Magda Mayas & Theaster Gates all joined us at Arkaoda.  other guests have included Chris Abrahams, Josh Berman, Hamid Drake, Alexander Hawkins,  Tomeka Reid, Dave Rempis & Helge Sten.  In most cases guests are free to improvise along with the group and respond to the vibration and context of the piece (music)

Evan Parker needs no introductions for his contributions & innovations to free improvisation, the saxophone & music in general.  Far be it for me to tell him what to play or say.  he’s a free agent.  It is always a challenge & an honor to try to rise to what he brings to the music.  What you will hear is side C of a recording from a concert we presented at Cafe OTO in London. The piece is about 1/2 way through a 70 something minute performance.  The music is opening up, Jason is soloing a little, trying to catch up to Evan and the band is fully in.  CAFE OTO is one of the group’s favorite places to play & this night was no exception. The audience was crowded & the room was full of good energy bouncing off the walls.  playing the concert was a thrilling experience & and the hang (was) a fine time to boot.“ (translated by Deepl. in comment 3) 

 

THE THIRD HOUR 

 

This theme hour on DAVID DARLING will be quite a surprise. Deep in the archives Odilo C. found two portraits I did about the music of the late composer and cello player, from the years 1994 and 2001. – what a joy, to listen once more to Darling’s voice and musical confessions, not to forget the days in the studio with Manfred Eicher working on „Cello“. The second show has the better title: „Mr. Darkwood und die Langsamkeit der Steine“, but I will broadcast  „Das Herz der Dunkelheit“,  which is more centered around his primal inspirations, with music mainly from the solo cello albums JOURNAL OCTOBER and CELLO. And some excerpts from Darling‘s duo album with Terje Rypdal, EOS, and his album as band leader, CYCLES. 20 years of  great achievements, produced by  Manfred Eicher between 1979 und 2000. Here the old show in its entirety, without introductory and closing words  from the radio broacast yesterday … 

 

 

 

THE FOURTH HOUR 

Beverly Glenn-Copeland (from Keyboard Fantasies)
Various Artists:  Made To Measure, Vol. 1 (Minimal Compact)

Die Welttraumforscher: two tracks  from DIE RÜCKKEHR DER ECHTEN MENSCHEIT: DIE JAHRE 1981-1990

Grandaddy: He‘s Simple, He‘s Dumb, He‘s the Pilot (from The Sophtware Slump….on a wooden piano)

Die Welttraumforscher: two tracks from WIR ARBEITEN FÜR DIE NÄCHSTE WELT: DIE JAHRE 1991-2012

Various Artists:  Made To Measure, Vol. 1 (Aksak Maboul)
Beverly Glenn-Copeland (from Keyboard Fantasies*)

V.A. – Soul Jazz Records presents Studio One Dub Fire Special 

 

*Re-release of Beverly Glenn-Copeland’s rural Canadian  suite for DX7 and TR707 …keyboard fantasies… with new carefully reconstructed glasswork design by Alan Briand.  Beverly Glenn-Copeland is already known amongst collectors and music heads for two sought-after albums of folky jazz in the key of Joni. But it was this album, originally self-released on cassette in 1986 that really caught our attention. The album, entirely recorded on DX-7 and TR-707, lies somewhere between digital new-age and (accidentally) early Detroit techno experiments. The inimitable style of BGC here is both peaceful and meditative while simultaneously rhythmic and bass heavy. The album was recorded in the northern Canadian town of Huntsville where BGC was living at the time and is a beautiful fusion of personal vision, technology and place.

 

THE FIFTH HOUR (PART 1) 

 

Eduardo Ramos: Vocacion Revolucion / Groupo Mounmental: Hasta Los Cuantas / Los 5 U 4: Solo Esta Musica / Grupo de Experimentacion Sonora del ICAIC: Concion Con Todos / Orquestra Los Van Van: Yo Se Que Van Van / Grupo Monumental: Nadia Se Siente Cansado / Orquestro Ritmo Oriental: Maria, Baila El Son / Juan Pablo Torres Y Algo Nievo: Rampe Cocorioco (all tracks from the Soul Jazz Records compilation:  V. A. – Cuba Music And Revolution – Culture Clash in Havana Cuba – Experiments In Latin Music Vol. 1)*

 

THE FIFTH HOUR (PART 2) 

 

Omar Khorshid   (from Omar Khorshid with Love)**
Ayalew  Mesfin: Mot Aylerim (from Tewedije Limut)
Marcos Resende & Index: My Heart (from Marcos Resende & Index)

 

*Like Manna from the heavens, this superb collection heralds in the New Year and has to be one of the most significant compilations for many a decade.  Released as both a heavyweight 3 x vinyl LP and deluxe 2xCD set, this Soul Jazz Records album is the culmination of some 20 odd years of research and crate-digging by compilers Gilles Peterson and Stuart BakerFeaturing a number of legendary Cuban artists who flourished in the 70s and 80s, for example Los Van Van, Grupo Irakere and Pablo Milanés,alongside other lesser-known performers, such as Grupo De Experimentación Sonora Del ICAIC, Grupo Monumentaland Orquesta Ritmo Oriental, who remain unknown outside their native country, virtually none of the tracks appearing on the collection have ever been heard outside of Cuba.

 

** „With Love“ released by the Beirut-based Voice of Lebanon label in 1978 is a testament to Omar Khorshid’s greatness and encapsulate the unique sound of his guitar playing over modern arrangements establishing him as one of Arabic music’s true innovator. Featuring reworkings of such favourites as Mohamed Abdel Wahab’s „Ahwak“, Farid El-Atrache’s „Hebbina Hebbina“ (a Brian Eno Favourite), and the Rahbani Brothers‘ „Rahbaniyat“, the album is a fascinating example of modern arabic music that aimed at fusing traditional influences with the more contemporary ones, and has become highly sought-after by lovers of this Middle Eastern sounds around the world.“

 

2020 14 Aug

The West Highland Lane

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Peter Handford has greatly enriched the archive of material relating to the steam age through his brilliant recordings which were initially made with heavy equipment that was difficult to transport to suitable locations. One of his specialities was that recordings frequently included local colour: the sound of semaphore signals changing position, sheep, bird song, bells and railwaymen exchanging information. The marvelous diction of the lady station announcer at York is caught wonderfully. He was born on 21 March 1919 and died in November 2007..

Handford joined the Denham Film Studios as a trainee sound recordist in 1936, followed by war and then working for the prestigious Crown Film Unit before joining MGM at Borehamwood. In the 1950s he started to record the sound of steam locomotives and began marketing his output on a small scale in November 1955 by placing small advertisements in Railway Magazine and Trains Illustrated.

A great affection was developed for the V2 class: „they were a recordist’s dream and for shear variety of sound had no equal“. Like photographers, he was frequently unlucky: bad weather, the class of locomotive was not used that day, and equipment failure (which was far more prevalent than that of cameras). He only just managed to capture the sound of the Midland 0-10-0 working on the Lickey Incline.

His own work: Sounds of railways and their recording. Newton Abbot: David & Charles, 1980 covers his career excellently and the discography which follows was taken from it. Since then much of the material has appeared in CD format. KPJ’s father was generously plied with Transacord records for his assistance in providing lineside permits: naturally these gravitated into his collection. His youngest grandson greatly enjoys falling to sleep whilst listening to a CD compilation which begins at Durham, travels via „This is York“, and if we are lucky is asleep before Peterborough, but hopefully not before we hear a V2 syncopating its way to Stoke Summit.

“The 1960s: A lot of people remember hating President Lyndon Baines Johnson and loving Janis Joplin and Jim Morrison, depending on the point of view. God rest their souls.” (Richard Brautigan, The Tokyo-Montana Express)

 

 


Der vertraute Klang eines Cocktailshakers voller Eis und entfernter Möwen weichen einer einfachen Melodie, einem im Licht sich räkelnden Rhythmus. Wir befinden uns auf einer Zeitreise in ein Japan, das bald eine halbe Ewigkeit zurückliegt. Die Siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts, jene tollkühme Dekade. 
Wir träumten damals vom Fujiama, der uns auf grossen Briefmarken entgegenblickte, verspielt und majästetisch, als wir baby boomer waren. Japaner träumten anders. Und so befinden wir uns gerade mitten in einer Musik, die deren ausgesuchte Urlaubsparadiese zu damaligen Wirtschaftsblütezeiten heraufbeschwörte. Die südlichen Inseln im Pazifik. „Pacific“ ist der Titel dieser Langspielplatte. Das Werk entstand 1978. fast alles instrumental, bis auf die eine Zeile, die mit dem Sommer in ihrem Haar welche alle Träumerei auf den Punkt bringt. Die drei Pazifikforscher: Shugeru Suzuki, Harry Hosono, der bald das Yellow Magic Orchestra mitgründen sollte, und der Dritte, einer der Cracks der japanischen City Pop-Szene, Tatsuro Yamashita. Wir kennen einen alten Bekannten, der auf dem Album auch mitmischte, Ryuichi Sakamoto. So jung, man glaubt es kaum. Eine Prise früher Synth-Pop, die japanische Variante amerikanischer Exotikträume a la Les Baxter, melodische Funkrhythmen, ein schwebender Horizontöffner, eine Brise New Age, easy peasy, soft and breezy. Safe journey.

 

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Einige Echos aus dem fernen Amerika sind zu vernehmen, Urstoffe, Sounds, die japanische Musiker auf die Idee brachten, manches aus dem Hippie-Westen in eigene Sphären zu locken. „Heroes and Villains“ war gerade in der Sandwichposition zu hören, zwischen zwei Kompositionen aus einem allerfeinsten Ambient Music Album made in Japan. „Green“ von Hiroshi Yashimura. Ein Klassiker aus der Ferne. Der 2003 verstorbene Yoshimura gehört zu den Ambient-Pionieren Japans, ein Inspirator und Förderer von Kankyo Ongaku, der japanischen Version von Ambient Music. Über diese Bewegung KANKYO ONGAKU brachte das japanophile Label Light in the Attic eine vielgerühmte Compilation heraus. Uli Koch schreibt auf dem Blog der Manafonisten:

 

„Bei Green geht es nicht um frühe ökologische Klangverkompostung, sondern viel mehr, wie in Yoshimuras gesamtem Werk um shizukesa, was sich annäherungsweise als subtiles Konglomerat von Heiterkeit, Gelassenheit, Ruhe und Stille verstehen lässt und seine weiteren darin verborgenen Nuancen sich am besten beim Hören erschließen.“

 

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Nun zu einer weiteren Japan-Edition des Labels Light in the Attic.  „Pacific Breeze 2“ ist, wie die letztjährige Ausgabe von City Pop, eine Schatztruhe für Musikfans, die sich an eine vergangene Ära erinnern möchten, wenn auch mit einer exotischen Note. Dies sind Songs, die Sie außerhalb ihres Ursprungslandes wahrscheinlich noch nie gehört haben. Dennoch lässt ihre Ähnlichkeit mit global bekannteren Liedern der damaligen Zeit, aus den USA, aus England, sie wie etwas klingen, das aus den dunklen Tiefen des Unterbewusstseins geholt wurde, oder wie ein besonders lebendiger Traum. Es gibt Geheimnisse, unbestreitbares Handwerk und die eindringliche Anziehungskraft der Tanzfläche. Zeit, an den Strand zu gehen und die Lautstärke aufzudrehen. Wenn das mal alles in diesen Zeiten so einfach wäre! Jede Menge Wunder und Plunder finden sich hier. Japanische Ohrwürmer, aber auch nicht so geistreich imitierte Schwingungen. Aber selbst in vertrauten Akkorden und Riffs machte sich eine andere urbane Exotik breit, sobald nur eine japanische Stimme uns etwas ins Ohr hauchte. Meine. Lauschen Sie mal, hier kommt, neben anderen Lichtspielen, „Last Summer Whisper“. Zwischendrin ein ganz und gar amerikanisches Original, Nina Simone. Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986, der Titel dieser Songsammlung, mittendrin  zwei Lieder aus  Nina Simones Fodder On My Wings, das 1982 auf einem kleine französischen Label erschien. In Japan hatte sie stets eine grosse Fangemeinde. Das Album erzählt von ihren Reisen durch die Welt. 

 

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Das Cover von „Pacific Breeze 2“ ist mehr als einen Blick wert. Hiroshi Nagai liebte alle Spielarten des City Pop. Und er war einer der gefragtesten Coverkünstler Japans. Vorne eine Wasserstrasse, ganz hinten das Meer. Hinter einer grossen Palme breitet sich, ins abstrakten Linien eine Stadt aus, in unwirklichen Rosa und Blautönen. Eine Glitzerfunkelcity. Eine PopArt-Sommerstimmung. Hiroshi Nagai liebte solch surreale Darstellungen, er malte auch seine Traumbilder von Hawai und New York auf seinen ganz realen Reisen durch die USA. Unsere japanische Klangreise endet, wenn die Zeit reicht, mit zwei weiteren Kompositionen des Albums „Pacific“ von Hosono, Suzuki und Yamashita. Zuerst „Nostalgia of Island”, später der wilde Ritt von „Cosmic Surfin‘“, zwischendrin pure Magie, „Surf‘s Up“ von Brian Wilson und Van Dyke Parks. Und wenn in den nächsten Wochen mal ein kleines Buch von Richard Brautigan auf Ihrem Nachttisch landet, hat diese Stunde mehr erreicht, als sie zu träumen wagte.

 

 

Dieses Foto habe ich gestohlen. Es findet sich auf dem Blog von Karl Hyde, und erinnerte mich sogleich an das Cover von „Someday World“ von Eno und Hyde. Wahrscheinlich ist es in Essex entstanden. Ins englische Hinterland drangen auch die ersten beiden Stunden der Radionacht Klanghorizonte vor, die ich hier noch einmal für eine Weile reinstelle. Es beginnt mit dem Gedicht der einst dort so zurückgezogen lebenden Emily Dickinson, dargeboten auf ihrem uralten Klavier, und das in ihrem einstigen Zuhause. Grossartige Idee der Unthanks. Die Nacht, die um Emily  herum immer schwärzer wird, findet ihren Nachhall in Fennesz‘ Stück „Rainfall“. Es folgt ein feiner, lyrischer Song aus der Folkkammerkiste des neuen Albums von The Leisure Society, der dieses ländliche Flair aufnimmt, das von Will Burns und Hannah Peel in wiederum dunklere Zonen gelockt wird.

 
 
 

 
 
 

Wie immer machte das „sequencing“ der Stücke besondere Freude, und es war diesmal zeitaufwändig. In der zweiten Stunde sind dann, u.a., zwei Ausschnitte aus meinem Interview mit Areni Agbabian, zu hören, deren fantastisches Album ich auch in den JazzFacts vorgestellt habe. Eine Jazzsängerin ist sie ja eher nicht, schrieb mir ein Freund aus Amerika, und ich antwortete, „nope, she‘s an inside singer“. Und er lachte, und wurde nach dem vierten Anhören von „Bloom“ zum Fan dieser Produktion.

 

Leider hatte ich zum Zeitpunkt dieser Nachtsendung noch nicht das Album „Designer“ von Aldous Harding zur Hand (fragen Sie mal Joey, der ist ganz aus dem Häuschen, was diese Neuseeländerin betrifft!) – ich mag diese beiden Alben der zwei Sängerinnen unheimlich.  Da fällt mir ein: was bin ich gespannt auf mein Interview mit der exzentrischen Chan Marshall (Cat Power) – ihre letzte Alben haben mich trotz meiner Jugend und Unstetigkeit stets in den richtigen Momenten meines Lebens erwischt. „Wanderer“ mögen manche für ein recht konventionelles Werk halten, aber ich halte das für die falsche Schublade. Wie bei Areni und Aldous, ist auch bei Chan jede Sekunde lebendig. Three song albums that breathe life in every corner.

 

Heute morgen zahlten sich meine „Chicago Connections“ aus, und es landete das neue Album von Bill Callahan auf meinem Frühstückstisch. Ich frage mich, wie es es sich auf seine Songs auswirkt, dass er nun kein „drifter“ mehr – und im Familienleben angekommen ist. „Comes a time to settle down“, sang Neil Young einst auf dem famosen akustischen Album „Comes A Time“. Auch so eine Platte, die ich ein Leben lang hören kann.

 

 

Hour 1

 

 

Hour 2

 

 


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