Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2022 23 Dez

Christmas Remake

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Vor den Spielen schrieb ich: gegen Qatar, aber für Fußball. Nach dem Jahrhundertspiel schreibe ich nichts mehr. Nie war meine Leidenschaft größer, irritierter, wechselhafter als bei dem gestrigen Finale. Ich hielt zu Frankreich. Mbappé, unvergleichlich, er schoss die meisten Tore bei dieser WM. Mich fesselte geradezu seine überirdische Geschwindigkeit, verbundener mit jedem Trippelsieg. Und dann kommt dieser kleine, immer schlecht gelaunt aussehende Überflieger, jeder Pass ein zielgerades Treffen, jedes Penalty durch Verzögerungstaktik „drin“. Ich wurde sein Fan. Und er wurde König. Nie habe ich solch Spannung aushalten müssen. Nie waren die Tränen des Glücks so nah den Tränen des Schmerzes. Ich bin sicher, Macron hatte für die gesamte Spielverlängerungszeit seine Präsidentschaft vergessen, er war nur Fan , wie alle Fußballverrückten. So ein Spiel hat es gebraucht, um den Fußball wieder attraktiv zu machen.

 

 

 

2022 11 Dez

Abendmalerei der Natur

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Ich gestehe, ich gehöre zu seinen Verehrerinnen. Als ein Deutscher mir vor vielen vielen Jahren am schwarzen Strand von Stromboli ein Buch hinhielt mit den Worten, da, lies das mal, da griff ich danach, ohne zu ahnen, welch Sprachraum mich da für immer gefangen halten würde. Es war die Erzählung “Wunschloses Unglück.” Peter Handke ist ein ehrwürdiger und ebenbürtiger Nachfolger von Friedrich Nietzsche, der für mich die deutsche Sprache am schönsten vorführte. Ich wünsche Peter Handke noch viel Kraft für das Erzählen.

 

ndr.de

 

Im Februar diesen Jahres war der Schock doppelt groß. Der Angriff auf die Ukraine und die schnelle Zustimmung meines engeren Umfelds zur Waffenlieferung an das überfallene Land waren zu verarbeiten. Wir waren über 50 Jahre anders sozialisiert. Nie wieder Krieg – no war – give peace a chance. Ich rettete mich in die mir vertraute Musik, die mir ein Freund zusammenstellte. Wenn ich sie mir anhöre, werde ich schlagartig heiter, singe und swinge mit.

 

1. The Sound of silence.  Disturbed
2. I’m Alive. The Hollies
3. Because the Night. Patti Smith Group
4. For Mr. Thomas. Van Morrison
5. Try. Janis Joplin
6. Dead Flowers. The Rolling Stones
7. Sharkey‘s Night. Laurie Anderson
8. What‘s going on. Marvin Gaye
9. Backstage Pass. Mc Guinn, Clark & Hillman
10. My Back Pages. The Birds
11. Uncle John‘s Band. Grateful Dead
12. Somebody’s Baby. Jackson Browne

 

 
 

Gestern und vorgestern wurden über den Kanaren zwei Feuerbälle gesichtet, die mit gewaltigem Knall einhergingen. Boliden waren in die Erdatmosphäre eingetreten und verschwanden mit einer deutlichen grünen Spur am Himmel. Gestern Abend gab es einen merkwürdig feurig aussehenden Sonnenuntergang. Die Wissenschaftler haben bis jetzt noch keine Erklärung für das Spektakel.

 

 


 
 

 

Gerade hatte ich noch einen Freund gebeten, mir den Kommentar von Enzensberger zu dem neuen Buch über Ingeborg Bachmann und Max Frisch („Wir haben es nicht gut gemacht“) zukommen zu lassen. Die Bachmann war ja auch kurz mit ihm liiert. Nun sind meine beiden Lieblingsdichter im Himmel.

 

NOTIZBUCH

 

Abgenutzt, kleine Spuren im Leder,

berieben nennen die Buchhändler das,

alt, doch jünger als ich.

 

Roberto Moretti aus Santiago

 

Nummern die nicht mehr antworten,

oder es meldet sich

eine Chemische Reinigung.

 

Claudine Avilain aus Clermont-Ferrand.

 

Verschwundene Minuten,

Namen notiert in Hotelbetten,

auf Bahnsteigen oder Kongressen

 

Olga Diez aus Gunzenhausen.

 

Empfänger unbekannt verzogen,

Amtszeichen, der Anschluss

besteht nicht mehr

 

War ich je in Clermont-Ferrand?

Olga, Roberto, Claudine.

Wer mag das gewesen sein?

 

Liebe, Brot, ein Gespräch,

ein Nachtlager, ein Versprechen,

das niemand gehalten hat.

 

Der Zufall mit seinem Gewisper,

mit seinen toten Gesichtern,

seinen blinden Namen

 

So steht der meinige, leicht

berieben, älter als ich,

in anderen Büchern.

 

Wer mag das gewesen sein?

Wer immer es war,

streicht ihn aus.

 

 


 


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