Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Author Archive:

2023 25 Jan

t(h)ree spreadouts

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 10 Comments

 
 


 
 

2023 23 Jan

„one chord samba“

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags:  6 Comments

 

audio

 

2023 3 Jan

Der beste Western

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags:  1 Comment

 
 

Viele Serien fahren hohe Quoten ein, sind gut gemacht, entsprechen allen Regeln der Kunst und des sophisticated zeitgeist, genügen jedem Anspruch eines akademischen Intellektuellen und sind mit Reflektionen über modern times bestückt, wie sie Charlie Chaplin selbst nicht besser hinbekommen hätte. Ich möchte keine Namen nennen, um Niemandem den Spass zu nehmen oder Heiligtümer anzukratzen, gemäss dem kantschen Diktum: tu nur dass, was man auch dir tun soll. Und doch, manches Emmy-Prämierte lässt einen seltsam kalt, da kann es noch so gut sein. Es binged nicht, Bingo! Durchgefallen. „I like binge!“ sagt eine dunkelhaarige Schöne beim Frühstückstalk zweier Pärchen in The White Lotus. Dort sind sich alle einig: Ted Lasso sei der Bringer und der Betrachter vor der Flachbild-Screen stimmt still zu. Doch hat es sich schon rumgesprochen, die besten Zeiten sind vorbei und Perlen schwer zu finden, entropische Verwaschenheiten nehmen zu. Und wenn der hungrige Binge-Fisch dann doch mal an die Angel beisst, ist das Glück umso grösser. 1883 ist das Prequel des amerikanischen Mega-Erfolgs Yellowstone. Schon nach wenigen Minuten fliesst ein warmer Schauer durch den Körper: this is precious homeland and the exact opposite of wasting time. Aufbruchstimmung: traumatisch, warmherzig, erotisch, brutal und poetisch zugleich. Der beste Western, den ich je sah, höre ich mich zwischendrin mal jubilieren. Stoff, aus dem die Träume sind und auch die Staaten von Amerika. Sons and girls of pioneers. Forget John Wayne! Und falls Sie, verehrte Leserin, ein Fan von Billy Bob Thornton sind, jenem Bösewicht aus Fargo: sie werden ihn als die coolste Sheriff-Sau erleben, die Ihnen jemals bewaffnet gegenüber stand. Dieser kleine Spoiler-Spass muss sein.

 

2022 18 Dez

winter scapes

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags:  4 Comments

 

 

2022 17 Dez

Serien-Highlights 2022

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment

 

    1. Better Call Saul – Final Season Five (netflix)
    2. Succession – Season Three (wow)
    3. Ozark – Final Season Four (netflix)
    4. Ted Lasso – Season One & Two (apple+)
    5. Justified – Season Three (freevee)
    6. Sex Education – Season Three (netflix)
    7. No Man’s Land – Season One (lionsgate+)
    8. In With The Devil – Miniserie (apple+)
    9. Euphoria – Season 1 & 2 (wow)
    10. Mare of Easttown – Limited Series (wow)
    11. Der Pass – Season One & Two (ard)
    12. Slow Horses – Season One (apple+)
    13. Funeral for a Dog – Miniserie (wow)
    14. Tehran – Season One & Two (apple+)

 

2022 16 Dez

Bedenke das Ypsilon!

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 30 Comments

 
 

Als Verschwörungstheoretiker der ersten Stunde achte ich stets auf die Schatten, die das Licht auf die Höhlenwände meiner subjektiven Wahrnehmung projiziert und deute sie als untrügliche Zeichen meiner unumstösslichen Weltinterpretation. In einem solch lichten Moment an einem frostigen Wintertag nun wurde mir gewahr, dass es kein Zufall sein könne: in allen Namen meiner Lieblingssänger von Anbeginn des ersten Tages an steckt ein gemeinsamer Buchstabe: James Taylor, Paul Brady, John Martyn, David Sylvian, Jony Mitchell (nicht Passendes wird passend gemacht) und neuerdings auch Taylor Swift. Wo dieser Buchstabe fehlt, wie etwa im Namen der Joanna Newsom, wird er im Album-Titel präsentiert: Erkennen Sie ihn in Ys? Man möge fragen: Was hat denn Herr Sylvian mit Frau Swift zu tun? Nun, es ist die Qualität der Stimme in Verbindung mit Dichtung (poetr-y), und wäre Orpheus eine Frau in diesen Tagen, jene vitale und alerte Countr-y-Balladina, deren Songs und Texte so manchen Konkurrenten ins Schattenreich muffig-gestriger Melancholie verbannen, träte die Nachfolge an. Zur Nummer Eins geworden ist sie längst in meinem verschwörungstheoretisch fundierten Werte-Kosmos. Wer hätte das vorhergesehen?

 


 
 
 

Als stünde man im Meskalin-Rausch auf einer Müllhalde: Jonas Burgerts Bilder erinnern an die Wiener Schule des Phantastischen Realismus, an Arik Brauer, Ernst Fuchs und Rudolf Hausner. Auch an Horst Janssen, Francis Bacon und Max Ernst, bei dem Grundierungen zur Bildfindung inspirierten. Hier jedoch brechen alle Dämme: bei Burgert ist es braun-grauer Modder-Schlamm, aus dem sich irrlichternd surreale Figuren herausschälen und in traumhafter Zwischenwelt agieren. Er malt mit virtuosem Furor, die Technik alter Meister kreuzt sich mit verspielter Abstraktion. „Stirb und werde“ auf der Leinwand, die ewige Metamorphose: wir sind gekommen, um zu gehen. Der kurzzeitige Philosophie- und Psychologiestudent fand Heimstatt letztlich nur im Schaffensprozess. Selbst eine Professur reizt ihn nicht, er will nur malen. Ihn interessiert der existenzielle Subtext seiner Bilder. Wer bist du, Mensch? Gnadenloses Diesseits, fernab von Transzendenz und jeglichem Heilsversprechen. Prinzip Hoffnungslosigkeit, die Magie liegt im Augenblick, in darwinistischer Emanation. Wer eingedenk solch explosiver Bilderpracht, die im Gedächtnis hängen bleibt wie ein verdammt guter Song, dann durch die Gegend zieht, auf moosbewachsen Bäumen im trüben Novemberlicht plötzlich pink- und neonfarbene Trolle tanzen sieht, dabei an die Gnosis denkt, an Schopenhauers Schimmelpilz aus Menschtum auch, der sieht vielleicht das eigene Leben ebenso als immanente Urschlamm-Blüte: eine Kraft, die Höheres will, und sich doch stets im Niederen verrennt.

 

jonasburgert.de

2022 25 Nov

Justified

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment


 
 
 

Nicht so leicht, sich von der neuerworbenen Abhängigkeit zu befreien, alles fotografieren zu müssen, weil es ja via Smartphone so einfach ist. Man zückt das Teil aus seiner Tasche, als wär’s der Colt von Marshall Raylan Givens aus dem Neo-Edel-Western-Drama Justified, das im ehemaligen Bergminengebiet von Harlan County in Kentucky spielt. Allerdings wurde aus Kostengründen hauptsächlich in Kalifornien gedreht. Trotzdem spiegelt sich sehr viel vom Milieu dieser Region dort wieder, in der Country- und Hillbillysongs Hochkonjunktur haben, was sich im modernen Soundtrack dieser verblüffend dicht und witzig erzählten Serie zeigt, die auf Romanen von Elmore Leonard beruht (der ja hier schon oft erwähnt wurde). Ich schweife ab, zurück zum Addiktiven: Das Smartphone kann man einfach mal zuhause lassen, sich dann auf meditativen Sufi-Wegen der reinen Gegenwart widmen, aber beim Rezipieren von Songs wird es schwieriger: unsereins kann nämlich kaum noch etwas hören, ohne es auf Gitarre nachspielen oder lernen zu müssen, ihm auf die Schliche kommen wie einem Rätsel. Da lehnt sie griffbereit in einer Ecke: die Stratocaster Rifle Gun. Ein Lied von Taylor Swift kann man schnell erlegen, Steely Dan ist schon komplizierter, herrje: nun auch noch Celia Cruz und Ruben Blades! Als wollte man deren Melodien „essen“ und sich dazu die Salsa-Rhythmen einverleiben: le cannibale obsédé – auf Französisch hört sich’s besser an und ist auch legitim.

 

Soundtrack: „Mary Shut The Garden Door“

2022 16 Nov

Zum Lohnabstandsgebot

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags:  3 Comments

 

Hinsichtlich der Debatte um das neue Bürgergeld habe ich ein Problem. Einig sind sich alle Parteien, dass die Erhöhung des Regelsatzes von fünfzig Euro im Monat okay ist, ist er doch de facto gerade mal ein Inflationsausgleich. Dann aber wird von den konservativen Parteien und Journalisten ständig vom Lohnabstand geredet, der angesichts der Höhe der Sozialleistungen Arbeit unattraktiv mache. Erkennen sie die etwas schräge Melodie, verehrter Leser? Welche Konsequenz hätte denn eine Erweiterung des Lohnabstands? Ganz nüchtern und mathematisch betrachtet bleiben zwei Möglichkeiten: entweder das Existenzminimum zu drücken oder den Mindestlohn zu erhöhen. Diese Grundrechenart scheint aber in die polemische Bierdeckeldenke eines Herrn Merz und seiner geistigen Mitstreiter, in der ich übrigens grosse Schnittmengen zur AfD sehe, nicht hinein zu passen. Wer war denn gegen die Erhöhung des Mindestlohns? Bleibt also noch die Möglichkeit, den Regelsatz noch weiter unter das Existenzminimum zu senken, als er eh schon ist. Ein zweiter Punkt ist das Menschenbild herrschender Klassen, das sich aus meiner Sicht eines limitierten historischen Wissens seit den Feudalgesellschaften über die Industrialisierungs-Epoche bis zur heutigen Digitalgesellschaft treu geblieben ist: den Arbeitsbegriff als Disziplinarmassnahme im Dienste der Ausbeutung, zur Schaffung des Mehrwerts, zum Wohle und Machterhalt des Kapitals zu missbrauchen. Zudem fragt sich ein schlichtes Gemüt wie meines, ob denn das Lohnabstandsgebot auch zwischen einem Arbeiter, und sei es ein Zahnarzt aus der Mittelschicht, und den wirklich Reichen gilt. Ist der Lohn- und Besitzabstand hier angemessen? Blackrock sucks! Ein Top-Manager kann doch über Lohnabstand nur lachen. Der geht hier Hand in Hand mit einem Fussballprofi. Hinzu kommt, dass permanent Scheindebatten geführt werden, die vom wahren Kernproblem ablenken: wie wir angesichts der Klimakrise das Ende des Kapitalismus bewerkstelligen. Da bleibt dann für die Philosophie eines Herrn Merz recht wenig Platz.

 

2022 14 Nov

Das Wort zum Montag

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 7 Comments

 

Im Sommer des vorigen Jahres vor der Bundestagswahl erschienen mir plötzlich auch konservative Parteien wählbar zu sein, wähnte ich mich doch in einem Zustand gewonnener Reife. Ein gewisser Markus Söder, seines Zeichens Landesfürst der Bayern, erschien in medialer Flatrate als möglicher Bundeskanzler und umarmte sogar öffentlich Bäume. Dies umgarnte wohl auch einen grünen Stammwähler wie mich, neuerdings mit dem Vorsatz, parteiübergreifend sich allein an Sachargumenten zu orientieren. Nun bin ich diesem Herren aber auf die Schliche gekommen und ich werde den Eindruck nicht los, es ginge ihm hauptsächlich um das Einfangen von Wählerstimmen, nicht aber um die Lösung komplexer Sachverhalte im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Ökologie. Generell wird man ja im Laufe des Lebens konservativer, das liegt in der Natur der Sache und ist wohl auch der veränderten Konstitution eines Körpers zuzuschreiben, der auf Wildheiten zunehmend sensitiv reagiert und reflektiver Besonnenheit generell den Vorzug gibt. So weiche ich nicht ab vom Pfad permanenter Weiterbildung und rechne es mir hoch an, Gespräche zwischen Sachkundigen auch mal in einer Dauer von vier Stunden zu verfolgen und sich an einer Aufmerksamkeit zu erfreuen, die tadellos funktioniert, wenn sie denn ins richtige Fahrwasser gerät. Es geht nicht nur um die Inhalte, sondern auch um die Arten von Gesprächskulturen, die abseits etablierter Medien gedeihen. Keine leeren Worthülsen, kein stressiges Dazwischenquatschen, kein abgehalfterter Stammtisch, kein Obrigkeits-höriges Querdenken mit pathologischem Generalverdacht, keine Selbstinszenierung als Opfer: „Was weiss der kleine Mann denn schon, was die da oben im Geheimen treiben?“ Stattdessen mit „denen da Oben“ auf Augenhöhe sein. Hier empfehle ich nochmals Ulrike Herrmanns Buch Das Ende des Kapitalismus, dessen Titel die Autorin als faktische Zustandsbeschreibung verstanden wissen will und nicht als moralischen Imperativ. Sie schreibt ganz wunderbar und ist auch eine gute Geschichtenerzählerin. Und sie räumt auf mit dem Irrglauben, der Kapitalismus habe noch eine Zukunft. Die Zeit ist um, o’zapft is! Markus, sagst es dem verbalen Bruchpiloten Friedrich auch, gell!

 


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz