Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Es leuchtete ein schwarzes Licht. Schwebend leicht und unbeschwert kam eine Musik daher, aus deren Umfeld namens Tunng man vorher noch nicht einen Ton vernommen hatte, die also gänzlich unbekannt war, sodass man staunend innehielt: Ausweitung der Klangzone. Man setzte den Kopfhörer auf, nachdem die CD zunächst erstmal aus dem Briefkasten befreit wurde, dann aber auch von der Cellophanfolie und dem farblich schönen Karton. Endlich dann legte man sie in den Player, zur allabendlich ritualisierten Hörstunde in der Dämmerung, und liess sich überraschen. Vermutete man im schwarzen Raben auf dem Cover eine Reinkarnation von Aleister Crowley und assoziierte daher Black Light von Diagrams mit den Enneagrammen der gurdjeffschen Tiefen-Psychologie, so stellte man erleichtert fest: die Musik war völlig frei von Schwarzmagie und Esoterik. Sie kam eher fröhlich und sehr säkular daher. Von Alltäglichem wurde gesungen: „In the morning light, I was baking bread in the afterglow, of a long night spent …“, so klang es im Ohr mit angenehmer Gesangsstimme, klang mal wie Roxy Music, dann wie Kraftwerk (im Song „Tall Buildings“), wie die Folk-Rockband Amerika (auf „Night All Night“) oder wie die Gruppe Prefab Sprout. Feingewebt war der Gesamtklang. Lyrics und Gitarre waren wohl zuerst dagewesen, in bester Singer/Songwriter-Manier, dann fügten sich elektronische und hybrid-musikalische Sounds ein, ohne das Ganze zu überladen: das genau ist ja die Kunst. So wunderte man sich: nach kurzweiligen knapp vierzig Minuten war die Schallplatte schon durchgelaufen. Man drehte sie um und spielte sie erneut. Moment mal, wieso denn jetzt Vinyl – das war doch eben noch eine CD gewesen? Ein kalter Schauer lief über den Rücken: also doch Crowleys Schwarzmagie!

 


 

„Peace on my mind
If I’m dreaming
Make this dream reality
Peace on my mind
A cool light streaming
Let it be …“

 
 

Es sind die bridges, die verbinden. Zu meinen all-time-favorites zählt ein Song von Joni Mitchell mit dem Titel Sex Kills“ aus dem Album Turbulent Indigo. Er lief vor Dekaden in permanenter Dauerschleife, im Kassettenrecorder meines weissen Polos, alterierend mit zwei Songs der Pat Metheny Group. Was mir damals schon auffiel, war die Mitwirkung eines gewissen Michael Landau. Den Namen habe ich nie vergessen und auch seinetwegen höre ich „Sex Kills“ immer noch gerne. David Torn hätte seine Freude an dieser Art Gitarrenspiel. Noch eine Zeitreise: Joni Mitchell spielte zusammen mit Robben Ford auf dem Album Miles of Aisles. Zuletzt hatte ich einige Ford-Titel in Augenschein genommen, unter anderem das von mir favorisierte Stück Peace On My Mind“ aus dem Album Truth. Dort gibt es eine bridge, jenen Teil eines Songs, der zwischen zwei Strophen eines Liedes als Zwischenspiel intermittiert, das Leichtigkeit ins Ganze bringt. Grosse Meister dieser raffinierten Brückenbaukunst waren aus meiner Sicht auch Steely Dan gewesen. Robben Fords Seelenfriedenbrücke jedenfalls hatte ich bislang umgangen, weil sie mir zu windig erschien, doch ausgerechnet jener Gitarrist aus alten Tagen tauchte plötzlich wieder auf: via Mausklick und YouTube stand er als hilfreicher Wegbegleiter zur Seite. In meinem Elfenbeinturm in Klausur erklärte mir der (einst) gefragte Studiomusiker kenntnisreich die Baukonstruktion: G Minor 7, E Minor 7, B Flat Major 7, B Minor 11, C 11, E Minor 7, F Major mit E Flat im Bass. So, das hätten wir im Kasten! Es steht jetzt auf Papier notiert, denn der Mensch will Klarheit. Längst vergessen ist jene Epoche, in der man irgendetwas für nicht spielbar hielt. Ich muss es hören und dann weiss ich, was es ist. Und falls nicht, das Internet und all-time-folks wie Michael Landau können helfen.

 

 

Vor langer Zeit wurde einmal das geheime Leben der Pflanzen in Augenschein genommen. Damals konnte man lesen, dass sie beispielsweise auch musikalisch seien. Versuche wurden unternommen: man stellte etwa einen Lautsprecher auf und bespielte die Pflanzen mit unterschiedlicher Musik, auf die sie ebenso unterschiedlich reagierten. Es hiess, Countrymusic habe auf sie nur neutrale Wirkung, weder positiv noch negativ, also unbeeindruckend. Ich habe das nie vergessen, da auch für mich die meiste Zeit meines Lebens Country-Musik eher neutral war – von „ganz nett“ bis „nerviges Geplärre!“. Das hat sich grundlegend geändert. In letzter Zeit höre ich Songs aus diesem Genre mehr als Jazz, allerdings nur solche der erlesenen Art. Taylor Swift ist für mich die Entdeckung der letzten Wochen und Monate, ich spiele mindestens drei bis vier Lieder täglich mit aus ihren fantastischen Alben Evermore und Folklore. Ich kannte sie nicht, sah irgendwann ein Netflix-Porträt von der Sängerin. Sie ist ein Sprachgenie, die Geschichten und Verse purzeln nur so heraus. Dass sie ein, zwei Privatjets besitzt, dazu ein Dutzend von Grammys und Häusern, stört mich wenig: es macht ihre Musik nicht einen Deut schlechter. Und ich liebe diese Stimme, das teilweise tiefe, erdige Timbre und dazu die coolen Phrasierungen. Die Akkordfolgen sind einfach, jedoch geschmackvoll arrangiert. Grandiose Kollaborationen mit anderen Musikern von Bon Iver und The National. „Der Signifikant ist blöde“, sagt Lacan und wenn ich zum zehnten Mal hintereinander den Song „Ivy“ höre und mitspiele, der übrigens von einer lesbischen Liebschaft Emily Dickinsons erzählt, ermahnt er mich, nun sei aber mal Schluss mit der „Dauerschleife idiotischen Geniessens“. Lieder von Joni Mitchell hatten diese Nebenwirkung kaum, ins leicht Trällernde abzugleiten, schon gar nicht die von Hejira. Die sind erhaben – Gruß an Hegel. Doch wir verweilen mittlerweile gern, nicht nur am Negativen, sondern auch in funktions-harmonisch simpleren Gefilden.

 

2021 8 Mrz

Wahre Lügen

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Es gibt Sprüche im Leben, die vergisst man nicht. Manche kommen über die Medien, andere von Menschen, die man persönlich kannte. So wird aus dem Bekanntenkreis klammheimlich ein Philosophie-Kolloquium für den verdeckten Wahrheits-Ermittler. Spreche ich mal einen darauf an, heisst es: „Das soll ich gesagt haben? Kann nicht sein!“. Inspektor Columbo aber bleibt in seiner Spur und auch Django vergisst es nicht. Es begann in grauer Vorzeit: Schreib mir doch was ins Poesiealbum! „Immer fix, sonst kriegste nix!“ Ein Schlag in die Fresse von Spielkamerad J, eigentlich mein Lieblingsfreund seit Langem. Schnitzeljagten und Nachtwanderungen im nahe gelegenen Waldgebiet, eigene Hörspielkreationen auf das Tonband, mit Geräuschen, Dialogen, allem Pipapo. Und nun dies! Ich spüre ein Versäumnis, einen subtilen seelischen Makel: dass mir der Nahkampfmodus genannt „Selbstbehauptung“ nicht gut liegt. Später konstatiert auch RBJ, jemand wie ich sei im Dschungel nicht einen Tag lebensfähig. Als versöhnlichen Ausgleich schenkt mir der Crocodile Dandy immerhin ein Album zum Geburtstag. Nefertiti von Miles Davis. „Damit de ma was Richtiges hörst!“ Und als Beilage dazu eine Sammlung Onanievorlagen, die ich gleich entsorgte, da mir modellmässig anderes vorschwebte. Hörte damals auch lieber Soft Machine, doch das Miles-Cover war Kult, wie ein Ruf in unbekannte Welten. Weiteres, das hängenblieb: „Die Angst ist, was nicht täuscht.“ Schrieb der Franzose Jaques Lacan. „Everybody lies!“ In jüngeren Tagen ergänzte Doktor House, was Dietmar Kamper schon längst wusste: „Alles Lug und Trug.“

 

2021 14 Feb

Am Lindener Hafen

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„So, wenn ich jetzt auch nur eine schlechte Kritik finde, zeige ich denjenigen an!“ faucht Herr Bertram, nachdem die Serie The Queen´s Gambit ihn so verzaubert hat. Er findet eine, beim Online-Portal Rotten Tomatoes, die beanstandet, dass eine Farbige lediglich den Sidekick mimt für eine Weisse, die dann mal wieder siegt: the winner takes it all. Okay, das lässt Diversität vermissen und ist klischeehaft. Dann aber folgt ebenso bezaubernd „Die Ausgrabung“ (The Dig) auf Netflix und es finden sich gefühlt mehr mäkelnde Kritiken dazu als Impfstoffdosen in der gesamten Europäischen Union. Aufstand der Nörgelheinis, oder was? Bertrams Entrüstungsakku ist zum Glück schon leer, die Packung Peter Stuyvesant ist aufgeraucht, begleitet von zwei Whiskeys der Marke Daniels, Jack. Ursache der Ausschweifung: eine vorangegangene Wutattacke ob des selbstgerechten Hochmuts Ursula von der Leyens, wie der Bertram findet in seinem Zorn: ewige Klassenbeste, Zicke, Krankenschwester – was fällt ihm nicht noch alles ein. Geiz ist geil, Frau Kommissar? „Die anderen waren es, ich mache immer alles richtig!“ Albrechtsches Arroganz-Gen, ganz wie der Vater, denkt sich Bertram und überhaupt, was erlauben die CDU. Thorsten, sein Ehemann, ist vom Naturell her moderater eingestellt, sehr ausgewogen und deshalb genervt: „Mässige dich mal, Klaus-Dietmar! Die gute Frau macht ihren Job und ist vernunftbegabt. Wir alle können irren.“ Und wenn schon Feindbilder, dann doch bitte die Verschörungstheoretiker auf´s Korn genommen, fügt er noch moderat hinzu.

 

2021 1 Feb

israel lights

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… mit hans-dieter teile ich ja neben einer leidenschaft für ausgedehnte radtouren ins blaue und grüne hinein (blue and green) auch die begeisterung für den israelischen pianisten shai maestro, dessen aktuelles album human (siehe unsere rubrik „albums of february“) den ebenso von mir favorisierten song „GG“ enthält, wobei der pianist mit dem amerikanischen trompeter philip dizack derart virtuos im duett spielt, dass beim hören einmal mehr sich die frage stellt, wie es überhaupt möglich ist, technisch so ausgereift zu sein. schon beim mana-treffen in stuttgart trug ich, wie auch schon andernorts zuvor, die beliebte these vor, dieses hochklassige bzw hochjazzige vermögen müsse sich vor anderen hochleistungs-professionen nicht verstecken, etwa der eines herzchirurgen oder flugzeugpiloten. war es nicht der soziologe richard sennett, bei dem ich neulich las, dass noch gar nicht richtig erforscht sei, was beim intuitiven zusammenspiel zweier musiker, also der inter-musikalischen kommunikation, eigentlich vor sich gehe? wie dem auch sei, geniessen wir die früchte dieses phänomens, so sie reif vom baume fallen und fragen uns wundernd weiter …

 

 


 
 


 

2021 16 Jan

Infusion

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Das einstmalige Wunderkind Ofri Nehemya ist mittlerweile auch Schlagzeuger im Trio des Pianisten Shai Maestro und sicherlich noch Vieles mehr. Ganz wie Artgenosse Ziv Ravitz reiht er sich ein in die Galerie junger Glanzlichter des israelischen Jazz. Faszinierend, wie vital solche Akzente einmal mehr Frank Zappas Diktum vom Verfallsdatum des Jazz Paroli bieten. Das Gleiche gilt für seinen Abkömmling, den Jazz-Rock, der ja auch schon oft für tot erklärt wurde. Weit gefehlt, was einmal prägend war, bleibt immer gut. Zählte man sich doch zu jenen, die Billy Cobham einst im Maschinenhaus zu Bremen, jenem Wallfahrtsort, in dem zum Tanzen oftmals Steely Dan erklang, über die Schulter schauten, von der Empore aus, die aussah wie ein Stahlgerüst auf einer Großbaustelle. Alphonse Mouzon war damals auch ein Star am Sternenhimmel. Später dann war man versessen auf Peter Erskine, favorisierte lange Zeit sein Trio mit Palle Danielsson und John Taylor, sammelte deren Platten. Apropos Maschinenhaus, auch im Lockdown kommt so manche Erinnerung wieder: die Helden früher Jugendtage hiessen „Train“ (in Anlehnung an Coltrane), mit einem gewissen Gerd Lueken an Piano und Klarinette und vor allem Ronald Geissler an der Fender, den ich unglaublich gut fand. Those were the fun and funk times. Einfluss hatten auch Soft Machine und das Mahavishnu Orchestra. Wir pilgerten zu vielen Konzerten dieser Gruppe. Wie gesagt: die Fusion-Ader fliesst auch heute noch zuweilen, frisch und frei und unverkalkt. Repetitive Strukturen, Minimalmusik, vertrackte Polyrhythmen erhielten mittlerweile Einzug. Dem elektrisierenden Drumstick-Geflirre wie auf „Drive“ könnte ich stundenlang zuhören und -schauen.

 

 

Der Stern von Gerhard Richter muss Ende der Sechzigerjahre aufgegangen sein, als er nach Fotos malte. Zum ersten Mal hörte ich in der Schule von ihm. „Ist das etwa Kunst?“, fragte ich naserümpfend. Später an der Uni war er für viele Kommilitonen ein Vorbild, sozusagen durchgängige Wertkonstante. Für jemanden wie mich, der sich dem Surrealismus und allerlei inneren Selbstfindungen zuwandte, der zwischen Spiritualität und Interesse an der Psychoanalyse pendelte, wirkte sein Werk schwer zugänglich und unterkühlt. Ich sah ihn eher als eine Ikone oder auch Sinnbild für etwas „Erhabenes“. Nachdem ich den Film Werk ohne Autor des imposanten Florian Henckel von Donnersmarck gesehen hatte, bemerkte ich einige tiefere Zusammenhänge: In der Schule hatten wir damals einen Lehrer für Musik, Geschichte und Gemeinschaftskunde, der ein höherer Dienstgrad in der Wehrmacht des Zweiten Weltkriegs gewesen war. Er war gut ausgebildet und elitär, körperlich von kleiner Statur. „Warum hast du denn diesen Nazi im Leistungskurs gewählt?“ Nun, es gab eine Art thrill aufgrund seiner unterhaltsamen Erzählweise. Eines Tages ging er aber zu weit und behauptete, den Holocaust hätte es nie gegeben und Euthanasie sei fallweise gerechtfertigt. Damals fuhr ich oft mit dem Auto meiner Mutter zur Schule und sammelte dann auf dem Weg dorthin verschiedene Mitschüler ein. Unter ihnen war die nette und kluge K, ihre Eltern hatten Geld und sie war mit dem Sohn des Schulleiters zusammen. Ich erzählte ihr oft von diesen wiederholt giftigen und ungeheuren Äusserungen. Da sie mutig war und auch Mitglied der Schülerzeitung, schrieb sie einen Artikel über seine Verfehlungen mit dem Ergebnis: er wurde in den Vorruhestand versetzt. In diesem Zusammenhang hatte K mich zum Tee eingeladen. Das stilvolle Haus im Tal, am Fluss, ich mochte diesen Ort, nahm auf einer roten Samtcouch Platz, darüber hängte ein monochromes Bild, ebenfalls in Rot. „Wer ist das, ist es ein Original? „Ja, Gerhard Richter, meine Eltern haben es gekauft“, gab K zurück, leicht verlegen, wohl weil es ihr leicht snobistisch erschien. Ich war beeindruckt. Und auch der Tee war gut. Zurück zur Gegenwart: Bevor Henkel von Donnersmarck „Werk ohne Autor“ produzierte, war bereits ein Buch von einem Autor des Magazins Der Spiegel erschienen. Es war eine präzise recherchierte Geschichte über Gerhard Richters kindliche Verstrickungen mit Nazi-Deutschland, wo seine geliebte Tante Marianne einem Euthanasieprogramm zum Opfer fiel. Ein Monster-Schwiegervater, fantastisch gespielt von dem deutschen Schauspieler Sebastian Koch, hatte seine Finger in diesem tödlichen Spiel. Alles in allem ist es großartig, diese tiefen Einblicke in die Kindheit und die aufstrebende Karriere des sonst doch eher wortkargen Künstlers zu bekommen. Sehenswert sind auch einige porträtierte Figuren der damaligen Düsseldorfer Kunstakademie: Sigmar Polke, Günther Uecker und vor allem Joseph Beuys, der im Audimax eine Vorlesung hält („ … mit Lehmbruck habt ihr euch beschäftigt? Ich habe heute nichts für euch, ihr könnt nach Hause gehen!“). Der Film erhielt viel Kritik. Anscheinend mochte ihn Richter ebensowenig wie das vorangegangene Buch. Für mich stellte sich eine allgemeine Urheberrechtsfrage: Darf das Leben eines Menschen die Quelle für die Geschichte eines anderen sein, der daraus Profit schlägt? Ich studierte einige der Hintergründe. Es gab einen ausführlichen und intimen Artikel in The New Yorker mit dem Titel „An Artist’s Life, Refracted in Film“ (Das Leben eines Künstlers, frakturiert im Film), der die Umstände im Vorfeld und die Konflikte zwischen Richter und Henckel von Donnersmarck beschreibt. Die erlesene Filmmusik zu Never Look Away steuerte der in Hameln geborene Komponist Max Richter bei, kein Verwandter, vielmehr Namensvetter des berühmten Malers.

 

 

The star of Gerhard Richter must have risen end of the Sixties when he painted from photographs. First I heard of him in school. „Is this art?“ I questioned with a sniff. Later at college many fellow students took him as a role model, kind of a constant value. For someone like me, turning towards surrealism and all kinds of inner self-findings, switching between spirituality and interests in psychoanalysis, his work always seemed to be hardly accessible and cold. I saw him more as an icon or emblem of something „sublime“. After watching the film Never Look Away („Werk ohne Autor“) by the weighty Florian Henckel von Donnersmarck I noticed some deeper connections: In school we had a teacher for music, history and social studies who had been a higher rank in the second world war army. He was well educated and elitist, small in stature. „Why did you choose this Nazi in the history advanced course?“ Well, there was a kind of thrill caused by his excellent storytelling. One day he went too far claiming that the Holocaust did not exist and euthanasia was justified. That time I used to drive with my mother’s car, collecting various schoolmates on the way to school. Among them was the nice and smart K, her parents had money and she was dating the headmaster’s son. I often told her about the repeated toxic teachings of this guy. Being courageous and also member of the school newspaper, she wrote an article about his lapses with the result: he was suspended to early retirement. In that context K had invited me to tea. The stylish house in the valley, by the river, loved that place. Took seat on a red velvet couch, backed up by a monochrome picture, same red. „Who is this, is it original? „Yes, Gerhard Richter, my parents bought it“, K returned, slightly embarrassed for being „bourgeois“. „How great is this!“ I was impressed. Even the tea was precious. Back to the presence: Before Henkel von Donnersmarck produced Never Look Away, a book already had been published by a writer from the german magazine Der Spiegel. It was a precisely researched story on Gerhard Richter’s childhood entanglements with Nazi Germany, where his beloved aunt Marianne fell victim to an euthanasia program. A monster-father-in-law, fantastically played by german actor Sebastian Koch, had his fingers in the deadly game. All in all it is great to have this deep insights to childhood and upcoming career of that rather taciturn artist. Also worth seeing are some portrayed figures of the Düsseldorf Art Academy at that time: Sigmar Polke, Günther Uecker and especially Joseph Beuys, giving a lesson to his students („Got nothing for you today, you can go home …“). The film received lots of criticism and Richter even disliked the preceding book. For me a copyright-question came up: Can someone´s life be the source of another one´s (profitable) story? I studied some of the backround. There was a detailed and intimate article in The New Yorker titled „An Artist´s Life, Refracted in Film“, describing the cirumstances in the run up and the conflicts between Richter and Henckel von Donnersmarck. The film music of Never Look Away was contributed by composer Max Richter, no relative but namesake of the painter.

 


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