Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Author Archive:

2022 30 Nov

Mysterious Layers #2

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Mysterious Layers #2

(c)FoBo_

 

 

Dieser Tage läuft nach einiger Zeit mal wieder laut der CD Spieler. Vor allem durch das neue Album SEQUANA von Souad Massi, das ein regelrechter Ohrwurm ist und mich in allen Lagen und Launen in aufgeweckte Stimmung versetzt. Das Album durchziehen auf eine feine Art Spuren arabischer, französischer, karibischer, brasilianischer etc. Musik, es swingt und vor allem die Musiker machen ein klangliches Fest daraus. Justin Adams vorweg. Und eine meiner derzeitigen Lieblingsmusikerinen, Naïssam Jalal, ist auch mit von der Partie. Check her too!

 
VIDEO        Dessine-Moi Un Pays
 
VIDEO        Une Seule Etoile
 

2022 29 Nov

Mysterious Layers #1

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

Mysterious Layers #1

(c)FoBo_

 

 

Juste Janulyte is one of my favourite contemporary composers. Here is a magic piece for 8 trumpets, 8 the digit of an endless curve: „Unanime“ for 8 trumpets performed by The Monochrome Project and recorded in the wonderful acoustics of the St Paul at the HCMF – Huddersfield Contemporary Music Festival.

The piece is introduced at 1:14 by Janulyte herself and starts at 1:17:03. You can hear it on BBC HERE

 

Noch bis zum 8. Dezember ist die sechsstündige ARD Radionacht zum Jazzfest Berlin 2022 abrufbar. Konzerte oder Ausschnitte wechseln ab mit Einleitungen und Gesprächen, moderiert von Julia Neupert vom SWR und Ulrich Habersetzer vom BR. Die Radionacht wird immer von allen ARD Radiosendern verbreitet:

 

ARD RADIONACHT JAZZFEST BERLIN 2022

 

Die drei Hauptfelder, Hauptlinien, Pioniere europäischer Freejazz Befreiung, Chicago Spirit und Folktraditionen flossen, wie hier auf Manafonistas schon angemerkt, im Konzert von Peter Brötzmann, Majid Bekkas und Hamid Drake in großartiger Weise zusammen. Wirklich grandios war das Abschlusskonzert von dem 19köpfigen GARD NILSSEN SUPERSONIC ORCHESTRA mit drei Schlagzeugern, drei Kontrabässen und zahlreichen Bläsern. Ein Hammeraufgebot von superguten Musikern. Ich war skeptisch, fühle mich dem schieren „Die Masse macht’s“ nicht unbedingt verbunden. Hier aber gestaltete es sich grandios, um nicht zu sagen, triumphal! Auf einmal war sogar das Solieren wieder großartig, weil es aus einer mitreißenden Dynamik einsetzte, diese aufrecht erhielt oder sogar noch weiter anheizte. Endlich mal wieder so, klassisch und durchweg erstaunlich, umwerfend und berauschend, speziell das Solo von Petter Eldh, diesem rührigen Musiker aus der Berliner Szene. All das dann auch dank guter Kompositionen als Vehikel und einer gründlichen Vorbereitung.

 

Dann die Sache mit den Folktraditionen. Es hat mich erstaunt, welches Verständnis über Folk oder auf Deutsch, Volksmusik, besteht und wie wenig doch noch bewusst ist, dass diese Musik letztlich die Quelle ALLER Genres ist. Folk Music, Volksmusik, klingt in der britischen Pop- und Rockmusik vielfach durch. Und was wären die Stones ohne die Chicagoer Bluesmusiker oder Robert Johnson! Was wäre Bach ohne die Volkstänze! Oder Tchaikowski oder Mahler ohne eine ganze Reihe regionaler Volksmusiktraditionen. Und in der Moderne kommt die Volksmusik nicht nur bei Bartók, Kodaly und Berio wieder nachdrücklich ins Spiel. Viel Musik aus dem Hardbop war arabisch eingefärbt und im Freejazz geht’s weiter mit der Durchsetzung mit noch mehr Folk-Traditionen, ganz zu schweigen von der Durchtränkung skandinavischen Jazz mit Folkquellen.

 

Ob es nun implizit oder explizit geschieht, es ist allgegenwärtig. Scheinbar ist das Bewusstsein davon im Zuge musikalischer Revolutionen, Umwälzungen und Genreeinteilungen etwas abhanden gekommen und mit ‚Folk‘ wird ein bestimmtes Klangbild assoziiert, das ‚Folk‘ von den Königsdisziplinen in der Wahrnehmung dissoziiert. Jazz wird auch als eine solche Königsdisziplin verstanden, die sich längst von den volkstümlichen Niederungen, wo das Altüberlieferte, ‚Traditionelle‘ ruht. Dabei können Musiker diesen wirkenden Quellen kaum entgehen und klingen sie gewollt oder ungewollt durch. Die Beispiele sind Legion: Carla Bleys „Utvikklingssang“ oder Ornette Colemans „Una Muy Bonita“, um nur zwei Beispiele zu nennen.

 

Video   Carla Bley – Utvikklingssang Trioversion

 

Video   Carla Bley – Utvikklingssang Ensembleversion 80er Jahre

 

Video   Ornette Coleman – Una Muy Bonita

 

Fängt man erstmal an, wächst die Reihe von Beispielen schnell an. Hierzu ein Gespräch zwischen Julia Neupert und mir in der Jazzfest Radionacht:

 

JFB22_ARDJazznacht_Gespräch Henning Bolte

 

Beim diesjährigen Jazzfest lag aus guten (aktuellen) Gründen ein Fokus auf Folk Traditionen im osteuropäischen Raum mit einer spezifischen Ausrichtung. Nicht einfach nur ‚Jazz aus Polen‘, ‚Jazz aus Rumänien‘ wie häufig üblich bei Jazzfestivals. Statt der nationalen Sicht wurde auf die regionale Sicht gesetzt und wurden Musiker mit ukrainischem, polnischen, rumänischen, türkischem, bulgarischen aber auch französischem und belgischem Hintergrund zusammengebracht, die sich aus verschiedenen Motiven mit Folktraditionen auseinandersetzen und mit diesen Quellen eine Magie des Jetzt erschaffen, was sich von den üblichen Entlehnungen, Vereinnahmungen und Verwurstungen unterscheidet, und eine neue Qualität von Ost-West-Begegnung initiiert.

 

Ausgangspunkt war das Auftragswerk KOMPOUSSULA / KOMPASS für den losen Verbund von zehn Musikern, das sich dann im Programm in Auftritte festerer Einzelgruppen auffächerte wie BLACK SEA SONGS, LUMPEKS, SHADOWS OF FORGOTTEN ANCESTORS, TRANSYVANIAN FOLK SONGS, GURDJIEFF ENSEMBLE, CANTI DI GUERRA DI LAVORO E D’AMORE, CAMILLE EMAILLE’S OTTO mit bulgarisch-französischer Besetzung, wo die Auseinandersetzung mit Folktraditionen in verschiedenen Formen im ProzeB des Spielens aufscheint und neue Hörqualitäten vermittelt. Das war sicherlich eine erhebliche Herausforderung für Besucher/Zuhörer, die in festen GröBen denken und wahrnehmen – auch für manche Kritiker. Es war schon eine aussergewöhnliche Wahrnehmung, gestandene Freejazzer in KOMPOUSSULA a capella singen zu sehen oder türkische Songs in polnische und ukrainische übergehend zu erleben. Das lag natürlich ausserhalb der ‚Wir-Haben-Fertig‘ Kategorie und entsprechenden Erwartungshaltungen und Wahrnehmungsweisen.

 

2022 29 Nov

er_kennt_nis

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | No Comments

 

 

Erkenntnis

(c)FoBo_

2022 27 Nov

A Taste of the BIM-thing

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

Ich hab’s ja gut hier in Amsterdam. Das BIMhuis, sprich /bimhöis/, liegt 20-25 Minuten (je nach Fähre) mit dem Fahrrad entfernt. Ein toller Ort, um Freunde aus aller Welt zu treffen und Musik aus aller Welt zu erleben. BIM ist das Ding und schon der Name klingt. Der Name ist die Abkürzung der Musikergewerkschaft, die sich in den 70er Jahren gründete und diesen Club betrieb = Bond Improviserende Musici. Inzwischen ist beides organisatorisch voneinander getrennt.

 

Ein kleiner Einblick, ein Beispiel dafür, was einem in kurzem Zeitraum begegnen kann, wenn man will und sich Zeit dafür nehmen kann, ist HIER zu finden.

2022 27 Nov

Dritter Stein

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

 

Er wurde vor 80 Jahren geboren und segnete das Zeitliche nach 28 Jahren. Mich erstaunt seine Musik jedes Mal aufs Neue und weit darüber hinaus. Sie ist ein Segen und wächst noch immer. Er operierte bereits 1967 vom afrofuturistischen All aus. Ich nehme an, wir wissen, worauf sich das unwiderstehliche, kosmische „Third Stone From The Sun“ bezieht.

 
 


 
 

VIDEO

 

2022 26 Nov

Life of Leaves / 1561

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

 
 

 
Amsterdam moment, yesterday (a)FoBo_

 

 

Die Bude bebte als ein gut gelaunter, äusserst spielfreudiger Steve Coleman mit seiner kleinen Truppe das vollgepackte Amsterdamer BIMhuis zum Klingen brachte. Dieser Coleman ist inzwischen schon so etwas wie ein Klassiker mit seinem magischen, sich selbst ständig verstärkenden und erneuernden Rhythmusräderwerk aus M-Base Urgründen. 

 

Das Album RHYTHM IN MIND aus dem Jahre 1992 gehört zu meinen Lieblingsalben, das regelmäßig erschallen muB 

 
 
VIDEO
 
 

 
 

Ich sag mal nichts zur Besetzung. Nur mit den eigenen Ohren ohne Internet rauszuhören, wer da zu hören ist, ist eine feine Herausforderung. 

 

Steve Coleman’s Werke erscheinen seit geraumer Zeit auf dem USamerikanischen Label PI-Recordings, wo’ auch einige sehr feine andere Sachen zu finden sind, u.a. Henry Threadgill und David Virelles. 

 
 

Steve Coleman Thursday night at BIMhuis: a feast of seizing rhythmic magics! 

 

From within Coleman’s highly characteristic rhythmic fabric the four musicians of his group induced increasing highest energy relapses. Clearly visible in a good mood, Coleman and his fellow musicians – smiling and confident – playfully kindled enormous forces of the rhythmic power wheel with its manifold firing connections constantly reinforced. It reached a jaw-dropping level and a deeper liberating quality that kept vibrating.

And yes, Steve Coleman looked amazingly young and vital! Vocalist Kokay delivered one marvel after another, damned bad and thoroughly purgatory full of mental flames and humor. The audience went wild and the powerful encore brought it back on Dutch stamping ground. 

 
 


 
 

Kokay, voice

Steve Coleman, alto sax, perc, voice

Jonathan Finlayson, tr, voice

Rick Brown, el. bass g

Sean Rickman, dr

 
 


 


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz