Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Ich vergrössere den Bildausschnitt aus einer Szene von Diva. Ein bisschen „Blow Up“ spielen. Der Film kommt 1981 in die Kinos. Nahbei sieht man Leonards Songs Of Love And Hate, Brians Another Green World und Mariannes Broken English. Auf dem vorletzten Album der Faithfull singt, alles andere als eine „naheliegende“ Kombination, Eno in ihrer Version eines Cohen-Songs ein paar Zeilen mit. Es ist ein Moment, den ich liebe. Die Sammlung der schönen Zufälle ist um ein Exemplar reicher. Ich höre die vielleicht schönste Platte von Dictaphone, Vertigo ii. Wenn wir schon, à la „Diva“, bei „film noir“ sind, oder „neo noir“.

 

Die Aktion gab es schon bei ECM „Touchstones“, Alben aus dem Katalog in einem Pappschuber mit Originalcover zu kleinem Preis auf den Markt zu bringen, und heute werden wieder mal 25 veröffentlicht, darunter auch, lang nicht erhältlich, das erste fantastische Album von Steve Tibbetts, das einzige, das Manfred Eicher produziert hat, Northern Song. Es stammt aus den frühen Achtzigern, also, aus der Zeit, als Jean Jacques Beineixs Diva Kinogeschichte zu schreiben begann, zumindest ungefähr. Wie Beineix in einem viel zu kurzen Interview erzählt (ich habe den Film gestern als Bluray zum xten Mal wiedergesehen, gerate stets in seinen Sog), war dies nun gar kein autobiographischer Film, umso mehr machte es ihm Freude, Teile von sich im Film lebendig werden zu lassen. Ich vermute mal, als der Gangster sagte: „Je ne t´aime Beethoven“, wies das indirekt auf seine Präferenzen. Und als die junge Rollschuhfahrerin in einem Plattenladen an den Regalen entlang stöbert, kann man die Entdeckung machen, dass dort Schallplatten aus diversen Jahren „ausgestellt“ sind, und ich nehme fast an, Beineix hat eigene Scheiben von zuhause mitgebracht und damit diskret die Kulisse ausstaffiert. Und welche Platte zieht sie am Ende aus dem Regal, und lässt es heimlich in ihrer Mappe verschwinden? Nun, Crystal Silence von Chick Corea und Gary Burton, einen Klassiker von ECM aus den frühen Jahren.

 
 
 

 
 
 

Ich kam überhaupt erst wieder auf den Film, nachdem mir Paul Webb (Rustin Man) das jüngste Album von Jaqueline Foster empfohlen hat, und ich ihm schrieb, in dieser Kontext einer archaischen Folklore würde mir das, zumindest zeitweilig, Opernhafte ihrer Stimme total gut gefallen, was mir ähnlich ging (ich werde nie freiwillig in eine Oper gehen), als ich einst Diva im Kino sah. Darauf antwortete er:

 

Diva was such an underrated film. It was seen in the movie world like Grace Jones was seen in the music world. „Style over content“, but both I feel were misjudged. The attention to detail in Diva is stunning, even the way the opera singers hair is styled to reflect the different sides of her  personality is so well thought out. The soundtrack is also quite beautiful. I especially like that Eric Satie type piano with its 80’s delay echo, all this revolving around the tale of two tapes. One of my favourite films for sure.

 

 

Gibt es aber überhaupt eine vernünftige Art, über den arabisch-jüdischen Konflikt zu sprechen? Wenn man als Nichtjude nach dem Antisemiten-Methadon „Israelkritik“ süchtig ist, natürlich nicht.

(Maxim Biller)

 

Geht es nach Maxim Biller, bin ich ich wohl auch Antisemit, empfinde ich doch den Ausdruck „Israelkritik“ als hilfreich und sachlich. Angemessen der hanebüchenen Politik des israelischen Premiers.

Seit langer Zeit wird das Recht der Palestinenser untergaben, ausgehöhlt, das Völkerrecht Lügen gestraft. Wie oft muss man das hier in Diskussionen eigentlich noch wiederholen, und, ja, einfache Schwarzweiss-Muster mache ich mir auch nicht zueigen – dass auch der gerechte Zorn die Züge verzerren kann, wissen wir nicht erst seit Brecht.

Mein beherztes Kopfschütteln allerdings (wiederum kein Antisemitismus) gilt den gesammelten Tiraden von Herrn Biller gegen deutsche „Antisemiten“, die keine sind, und die er schon in der 68er-Bewegung ausfindig macht.

Werter Herr Biller, habe Sie es noch nie so empfunden, dass die Politik Israels so einiges aus der Zeit des Nationalsozialismus, der finstersten Zeit der jüngeren deutschen Geschichte, übernommen hat? Soll ich das auflisten?! Am Schluss einfach mal was aus aktuellen Meldungen der letzten Wochen: 

„Israel ist das gelobte Land, Brasilien ist das Land der Verheißung“, sagte Benjamin Netanjahu während einer Pressekonferenz mit Jair Bolsonaro. Netanjahu erklärte außerdem, Bolsonaro nach Israel eingeladen zu haben, wo er als „ein großer Freund, ein großer Verbündeter, als Bruder“ willkommen sei. Erinnern wir kurz daran, dass Bolsanaro nie einen Hehl aus seiner Bewunderung für die Militärdidaktur der Jahre 1964 bis 1985 gemacht hat.

Drei Wochen nach dem Treffen mit Benjamin: der brasilianische Präsident unterschrieb ein Dekret, wonach Menschen, bis zu vier Schusswaffen besitzen dürfen, und löste damit ein Wahlversprechen ein. Schreiben Sie doch einmal über Brasilien, Herr Biller, den neuen „Bruder“ Ihres Landesvaters. Sie werden eine Entdeckung machen – von „Israelkritik“ keine Spur!

FIRST HOUR 

 

Mats Eilertsen / Joe Lovano

Talking One

Yonathan Avishai / Oton (1) –  Paul Webb / Rustin Man

Talking Two

Eleni Karaindrou (two tracks)

Oton (2) – Paul Webb

Rustin Man / Yonathan Avishai 

Talking Three

Joe Lovano / Mats Eilertsen

 
 
 

 
 
 

SECOND HOUR – STERNZEIT – OTon (3) – Paul Webb –   Rustin Man / Josephine Foster  / Talking Four – Larry Grenadier /  Oton  (4) – Paul Webb –  Rustin Man / James Yorkston / Talking Five – Deerhunter / William Tyler / Robert Forster / Talking Six – Ralph Alessi

 

THIRD HOUR – The Thrills of „Library Music“

 

FOURTH HOUR – time travel (1) – Echoes of „Spirit of Eden“: Beth Gibbons, Rustin Man, Mark Hollis, Robert Wyatt, Miles Davis  a.o. 

 

FIFTH HOUR – time travel (2) – The Dictaphone Box from Denovali Records & Two ECM classics from the 70’s (one chosen from the Art Ensemble of Chicago and Associates Box, well, an old vinyl version,  one from the reiusses of „Touchstones“)

 

Every once in a while there comes along an old-fashioned, experimental song album that is overflowing with ideas and melodies, nevertheless focussed and carefully assembled up to the tiniest details, at the same time extremely relaxed (close to an ancient J. J. Cale vibe), with a broad palette of rare sounds and a stunning theatre of voices (mainly from the man himself) – altogether a wonderfully performed manual in getting lost, though always linked to a deeply human agenda of our existence. Rustin Man‘s „Drift Code“ is such a work. Paul Webb has learned some reverberating lessons in the nights and months of Talk Talk‘s „Spirit of Eden“ recording sessions, and following an old tradition from the likes of Scott Walker and Robert Wyatt, he‘s not hesitating to nearly disappear for many years (after his marvelous expedition of „Out of Season“ with Beth Gibbons), risking dust from the history books, just waiting for the music to finally fall into place (exuding an energetically pure and primordial atmosphere, nothing less). Drift Code“ may be the perfect album for those armchair travelers who love to listen to albums from start to end, with a knack for the strangeness of things they only think they know about.

 

 

 

Es gibt so unfassbar gute Romane, die ihren Weg nie zu einem deutschen Übersetzer finden. Das gilt nicht zuletzt auch für Thriller und Kriminalromane, die eine enorme literarische Qualität mitbringen, eine tolle Geschichte erzählen, und doch durch das Raster der Markttauglichkeitsprüfung oder was auch immer fallen. Aber es gibt eben auch Zeichen und Wunder, und auf einmal findet sich so ein kleines Meisterstück in der Buchhandlung deines Vertrauens wieder. Wie eben seit kurzem James Andersons Debutroman „The Never-Open Desert Diner“. Der kleine Polar-Verlag (aus Stuttgart!) hat einmal mehr ganze Arbeit geleistet. Eigentlich ahnte ich schon, dass da etwas Besonderes auf mich zukam, als ich, vor Jahren, vor der ersten Zeile, die Widmungen las, für einen mir Unbekannten, der die Wüste, und einen anderen, der das Cello liebt. Dann: „… in Erinnerung an die folgenden Autoren und ihre Figuren, die, ob real oder imaginär, für mich zu besten Freunden wurden …“ James Anderson listet fünf Autoren mit Geburts- und Todesjahr, und fügt dem Namen ihrer Protagonisten auch noch den Ort ihres Treibens zu. Ich erwähne hier nur den wunderbaren, hier nahezu unbekannten John D. MacDonald, und seinen herrlich melancholischen „Helden“ Travis McGee (Florida). Dann finden sich noch, bevor es losgeht, ein paar Zeilen aus den „Schattierungen von Grau in Philipsburg“ von Richard Hugo: „Ist das nicht dein Leben? Ein uralter Kuss, / der dir noch immer die Augen ausbrennt? / Ist dein Scheitern nicht so absolut, dass die Kirchenglocke / nur noch / eins verkündet: Läute und niemand kommt? / Ist das bei leeren Häusern nicht ebenso?“ Sie sind neugierig geworden? Machen Sie sich nicht schlau, und besorgen sich einfach das Buch. Ein Truck Driver. Ein geschlossenes Diner. Ein abgelegenes Haus. Und es  geht los. Gute Reise!

 

 

 
 
 

Bei aller Liebe zu England musste ich mich einst doch fragen, ob mir eine Ader für „typisch britischen Humor“ fehlt. Schliesslich hat weder in jungen noch in späteren Jahren irgendein Film von Monty Python auch nur das kleinste Schmunzeln bei mir ausgelöst, von einem Lachanfall ganz zu schweigen. „Englischer Humor“ ist aber ein weites Feld, und die drei Staffeln der Serie „Detectorists“ (DVD) sind geradezu eine Schule der Heiterkeitsausbrüche, nicht zuletzt weil die skurrile Komik stets ausbalanciert wurde von den kleinen Obsessionen und Verlorenheiten der hier auftauchenden Tagträumer.

 

„With its wistful tone, subtle, folky score and confidence in letting dialogue and sentiments breathe, it’s a show that does not feel the need to shout about its strengths. In fact, the series is not even really about metal-detecting. The hobby could be replaced by trainspotting, bird-watching or just spending too much time in the shed. It’s what these characters are running from, as much as what they are looking for, that lies at its heart.“ (David Renshaw, The Guardian).

 

Wer hätte schon gedacht, dass das amerikanische Folk-Duo Simon & Garfunkel zum coolsten „running gag“ der jüngeren BBC4-Historie mutieren, und im Norden Suffolks auf Schatzsuche gehen würde!? Und dass in der zweiten Staffel die botswanische Black Metal-Combo „Black Crust“ den heimischen Gefilden einen bizarren afrikanischen Horizont öffnen würde, ohne dass von ihnen nur ein einziger Brachialsound erklingt. In einer Zeit, als Ray Davies mitten im „love & peace“-Rummel zwischen Carnaby Street und Marquee Club die Spuren eines alten, immer mehr verschwindenden Britanniens nachzeichnete, hätte er auch hier in der Provinz fündig werden können, bei diesen im Scheitern erprobten „Metalldetektoristen“. In einer Szene findet Lance tatsächlich ein altes Teil unter der Erde, mit römischer Inschrift: „Status Quo“. Leider nur die Devotionale eines anonymen Rockers.

 

 

 
 
 

Paul Webb sass in seinem Arbeitszimmer (nicht im Heimstudio, das man sich in dem Video zu dem Song VANISHING HEART zu Gemüte führen kann), ich wurde ihm über das Berliner Büro von Domino zugeschaltet, und befragte ihn zu dem Album, das 2018 mein Album des Jahres geworden wäre. Das  muss man sich mal vorstellen, dass sein letztes Opus schon sechzehn Jahre zurückliegt, es war sein erster Auftritt als Rustin Man, an der Seite von Beth Gibbons. OUT OF SEASON hiess es, und nun erscheint am 1. Februar der Zweitling, bei dem das einstige Mitglied von Talk Talk (bei SPIRIT OF EDEN war er noch dabei) das Singen selbst übernommen hat. Und Paul Webb, heute 56 Lenze jung, singt in so vielen Facetten, dass erste Hörer des Albums, wie er mir erzählte, mehrere Stimmen vermutet hatten. Auch Robert Wyatt, was, in manchen Passagen, ein hinreissender Zufall und keine Absicht ist. Sein absoluter Favorit von Robert ist DONDESTAN, in einer alten Jazzthetikausgabe kann man mein langes, erstes Interview mit Wyatt finden, genau zu diesem Werk, das so herrlich entwurzelt und schwebend ist, trotz manch mitgeliefertem politischem Blues. Paul spricht klar, klug und in einem flotten Fluss, der Dialekt gefällt mir. Das ist also die Sprechstimme hinter den Liedern, die mich über den Horizont blasen. Ganz am Ende fragte ich ihn nach einem Lieblingsalbum aus jüngster Zeit, aber da ist er gar nicht auf der Höhe, will sich schlicht keinen Einflüssen aussetzen, die ihn in modische Fettnäpfchen treten lassen, er fühlt sich anscheinend in alten Platten aus den Vierziger und Fünfziger Jahren mehr zuhause. Fragen Sie ihn mal nach den Mills Brothers! Die erstaunlichsten Abseitigkeiten erwarten einen auf DRIFT CODE, und das Cover ist die Eintrittskarte. Dabei ist das Album ein Füllhorn an Melodien, überraschenden Wendungen, und, ja,  „homegrown“. Schliesslich gaben wir uns doch beide jeweils ein Album jüngeren Datums mit auf den Weg – kein Wunder, dass meine Empfehlung eine uralte verwitterte Gitarre ins Spiel brachte, und seine eine Stimme, die völlig aus der Zeit gefallen scheint. Er notierte sich LIFE OF von Steve Tibbetts, und ich mir FAITHFUL FAIRY HARMONY von der auf dem obigen Foto abgebildeten Josephine Foster. 

 

War dieser Kriminalroman ein klassischer „Pageturner“ für dich?

 

Nein, das wohl langatmigste Buch, das ich von ihm je gelesen habe. Und ich habe ca. 12 gelesen, die meisten sehr genossen. Völlig überladen, das Teil hier, viel zu viele holzschnittartige Figuren, er kann das viel besser, aber der hier war wohl für Queen Mom geschrieben, seinen grössten weiblichen Fan, damals. Ich habe mich bei der Auswahl komplett „verrechnet“.

 
 
 

 
 
 

Wenn du dir eine sehr gute Verfilmung des Romans vorstellst, wer wäre die Idealbesetzung für Regie, Hauptrolle, und Filmmusik (du kannst Lebende und Verstorbene benennen, es ist ja eh imaginär)?

 

Vorab dies: es gibt ganz schlechte Bücher, aus deren Grundideen Drehbuchautoren und begabte Regisseure einen sehr guten Film machen können. Damals etwa, dieser Liebesfilm mit Clint Eastwood und Merryl Streep. Unter der Voraussetzung, dass ein Meister seines Fachs diesen Roman entmistet, kann man tatsächlich ein sehenswertes Netflix Original Movie oder einen kleinen kultigen Film machen, denn es gibt sie, die faszinierenden Sub-Plots und „Momente“ in diesem Krimi, der eigentlich ein Genre-Mix ist, und dabei, leider,  nahezu jedes Genre komplett an die Wand fährt. 

 

Der junge Alexander Kinloch würde gespielt von dem Hauptdarsteller aus Bodyguard, Richard Madden. Man kennt ihn bestens aus Game of Thrones. Für George Clooney gibt es leider keine Rolle. Die Regie würde Wim Wenders führen, und die Musik sich allein aus Penguin Cafe Orchestra sowie historischer Dudelsackmusik (der langsamen und dronigen Art) zusammensetzen. Komplett instrumental. Nur im Abspann würde ein Song von Bob Dylan laufen, „One More Coffee“, oder wie der Track aus Desire heisst, immer noch meine Dylan-Lieblingsplatte, egal, was die Dylanologen sagen.

 

By the way, the photo is from the movie Michael Clayton, a good one. As Peter Bradshaw once wrote in The Guardian: „George Clooney comes unprecedentedly near to playing a damaged man, a weak man, a defeated man, in this corporate-legal thriller, which comes swathed in a fur of anxiety and shame.“

 

Was ist der ideale Ort zum Lesen? Ist es das klassische „book for the beach“, oder gibt es für dich eine idealere Umgebung?

 

Das Buch ist ein Rohrkrepierer, es sollte nur von dem Drehbuchautor und Wim Wenders gelesen werden. Ach, Wim sollte auch das Drehbuch schreiben. 

 

Dick Francis hatte ja die Eigenart, ein bestimmtes Sachgebiet in seine Kriminalromane einzuarbeiten. Wie ist ihm die Umsetzumg in „Verrechnet“ gelungen?

 

Nicht so gut. Den Scheiss mit den interkontinentalen Geldverschiebungen gleich rausschmeissen, wenn es um die Verfilmung geht. Auch die schottische Geschichtsstunde kommt hölzern daher. Das mit der Dudelsackmusik und der Landschafts- und Portraitmalerei hingegen ist flüssig und enthält Tiefe.

 

Wenn du einen Themenabend zu dem Roman veranstalten würdest, was würde auf der Speise- und Getränkekarte stehen, und welche Hintergrundmusik würde zur Begrüssung der Gäste laufen?

 

Wir wollen es mit dem Lokalkolorit nicht übertreiben. Zu Anfang gäbe es für alle ein grosses Stück Pissaladière, eime Spezialität aus Nizza (s. Foto, von mir angefertigt, gerne auch für das Mana-Treffen in Tübingen:)), als Hauptgericht Linsensuppe, das klassische Rezept mit dem Thermomix. Hintergrundmusik: Brian Enos Music for Installations, alle sechs CDs, als Rausschmeisser  Paranoid von Black Sabbath. Das Album. Cooler Scheiss.

 
 
 

 
 
 

Wenn ein „special guest“ an diesem Dick Francis-Abend einen Vortrag halten würde, der mit dem Autor und / oder dem Roman zu tun hätte, wie könnte man ihn idealerweise betiteln?

 

Wim Wenders würde auftreten und von seinem Filmarbeiten an Verrechnet berichten, der in die Kinos käme mit dem Titel „Eine Geschichte aus den Highlands“. Ich glaube, keiner von euch hat den wunderbaren Film Lucky gesehen, der letzte grosse Auftritt von Harry Dean Stanton. Bei den Extras der DVD erzählt Wim von seinen Erlebnissen mit Harry bei den Dreharbeiten von Paris, Texas. Herrlich. Die Episode mit Ry Cooder ist der Knaller. Aber die gesammelten Stories, die Wim da auftischt, sind ganz und gar fabelhaft.

 

Dick Francis gehörte ja zu einer älteren Generation von Kriminalschriftstellern. Wie würdest du das Buch zwischen den Polen „Zeitlos“ und „Altmodisch“ einordnen?

 

Very, very old-fashioned.

 

Was wird der nächste Roman sein, den du liest?

 

Memorial Device von David Keenan. Von diesem kleinen Taschenbuch verspreche ich mir, hinsichtlich des kompletten Versinkens, was Feridun Zaimoglu über seine Lieblingslektüre 2018 geschrieben hat: „Ein Buch über Fremdheit und Entwurzelung, ein wunderbarem Deutsch geschrieben. Ich war betrunken vor Freude, habe gelesen, gelesen, und nur zwischendurch ein Brötchen gegessen und bin gar nicht mehr rausgegangen.“ Fast vergessen, er meinte Austerlitz von W.G. Sebald. 


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