Manafonistas

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Archives: August 2015

2015 10 Aug.

Jazzbildchenquartett bei Ravensburger?

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Der Afroamerikaner holt das Mikrofon ganz dicht an seinen Mund, der Saxofonist krümmt sich über sein Horn, die Stirn in Falten gezogen, ein Blondschopf hält die E-Gitarre. Der Schlagzeuger wird in dem Moment geblitzt, in dem die Basstrommel vibriert. Der Blickkontakt zwischen dem Pianisten und dem Mann am Kontrabass wird bruchteilsekundengenau eingefangen. Das gleissende Licht, der samtene Vorhang, man ahnt, wie unfassbar imtensiv das Geschehen auf der Bühne ist, an der Rückwand der Bar hängt, Foto im Foto, ein Porträt von Thelonious Monk, aber wie schön, einmal nicht den Vibraphonisten beim Entwickeln eines Gedankens einzufangen, sondern  nur auf den Barmann draufzuhalten, der sich einen Martini Rosso reinzwitschert, und von einem Jazzbilderspiel träumt, ein Spass für die ganze Jazzfamilie von 8 bis 80. Vielleicht flankiert die Bilderflut auch den gepflegt-akademischen Festivaltourismus. Oder liefert, die grosse Geste, Zeugnis ab von all den verschwundenen Augenblicken. Sub specie aeternitatis. Oder so ähnlich. Gibt es ein Wunschbilderkonzert? Alles nostalgisch, und es gibt keine Wagnisse in diesem Spiel. Nice.

2015 10 Aug.

Summertime Blues

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Gasoline – lost my woman – Mississippi – down the road – crying. Create a blues story with these words.

Gestern auf dem 36.Jazz & Blues Festival in Gouvy/Ardennen trat eine Band auf, die ich kurz vorstellen möchte. HYPNOTIC-WHEELS aus Nordfrankreich. Die netzstrümpfige Sängerin hypnotisierte auch mit ihrer galettebelegten Stimme. Nicht nur bei dem männlichen Publikum trat der Salzschweiss aus. Der Hurdy-Gurdy Spieler an ihrer Seite sorgte dafür, dass man in diesem Zustand verzaubert verblieb, bis der Mann an der Kalebasse dermassen auf diese eintrommelte und der harte Beat jeden zurückholte. Tolle Entdeckung …

 

Mehr unter: www.gouvy.eu/madelonne

„Schilf“ nach Juli Zehs Roman, umgesetzt von Claudia Lehmann 2012

 

Jeder kennt Zufälle, die unser Leben beeinflussen und verändern. Sie müssen gar nicht großer Art sein, es können Kleinigkeiten sein. Gesten, ein beiläufig gesprochener Satz, ein Telefonanruf. Und sie hallen ewig nach. Manchmal beschleicht einen der Gedanke: Wenn du nochmal jung wärest und etwas anders machen könntest … Und wenn es möglich wäre diesen Zufall zu verändern? Wäre dann alles gut oder besser?

In Claudia Lehmanns Verfilmung von Juli Zehs Roman „Schilf“ (2012) wird dieser Frage nachgegangen, ebenso wie in dem mehr Beachtung gefundenen Film „Nachtzug nach Lissabon“ von 2013, nur hier viel praxisnäher und, paradoxerweise, dabei wissenschaftlicher!

Zwei Studienfreunde, Sebastian Wittich (Mark Waschke) und Oskar Hoyer (Stipe Erceg), die trotz unterschiedlicher Auffassungen in der Wissenschaft Freunde geblieben sind, haben beide Erfolg: Wittlich eher privat, er ist glücklich verheiratet und hat einen Sohn, Hoyer eher beruflich, er arbeitet am schweizer Kernforschungszentrum CERN.

Wittlich, aus dessen Perspektive der Zuschauer den Film erlebt, wohnt in Jena und ist froh, dass seine Frau ein paar Tage verreist und sein Sohn, Nick, ins Zeltlager verreisen wird. Er will die Zeit für seine Forschungen nutzen und erlebt höchst unangenehm, wie ein anonymer Anruf sein Leben verwirren wird „Stell´ dir vor, man könnte Botschaften in die Vergangenheit (oder Zukunft) schicken“ (Hoyer später zu Wittlich) – und man würde diese auch noch falsch verstehen (Schulz von Thuns Modell der Rezeption einer Nachricht wird hier nicht eingebracht, das würde den Rahmen der sehr komplexen Story noch mehr verwirren). Er versteht den Satz nicht richtig, weil ein LKW vorbeifährt und nun nimmt das Schicksal seinen Lauf. Wittlich tut Dinge, die man ihm nicht zutrauen würde. Begibt sich in Gefahr und merkt nicht, dass er das erlebt, was er in den Anfangsszenen selbst in einer Vorlesung doziert hat: Er erlebt Parallelwelten, ohne das zu ahnen. Wie sympathisch, dass ein Wissenschaftler seine eigenen Theorien in der Praxis nicht erkennt. Auch die leicht zu lässig daher getragene Art der Person Wittlich macht ihn zu einer Identifikationsfigur.

Der Zuschauer wird mit den Einzelheiten der Physik nicht überfordert, dafür sorgt die Rolle des kleinen Sohnes (Nick). Er stellt Fragen, die für den Verlauf und das Verständnis des Filmes wichtig sind. An ihm wird dem Zuschauer recht klar, wie wichtig es ist, in welchem Umfeld man aufwächst. (Nick kommt mit Fragen in Kontakt, die vielen Erwachsen sich noch nicht einmal stellen.) Die Diskussion über den Einfluss des Elternhauses auf die Zukunft von Kindern wird hier deutlich. Aber man schiebt mit diesem Gedanken aber auch Verantwortung ab (an die Eltern / Schuldzuweisung), statt sie selbst zu übernehmen (du kannst es selbst gestalten, mit was du dich beschäftigst). „Du beobachtest nur eine Möglichkeit, die andere gibt es aber auch.“

Und alles was möglich ist, passiert. Und das hält den Film bis zur Schlussszene spannend.

Der Film hallt in mir lange nach: Wie veränderst du durch dein Handeln die Welt, die andere gerade erleben? Wie verändert sich meine Welt durch das Tun der Anderen? Es ist alles in unserem Einfluss, was wir tun und wie wir etwas interpretieren. Da kommen dann die Welt der Physik und die Welt der Soziologie zusammen: Die reale Welt wird durch unsere Sozialisation (und unseren Umgang mit Normen) in undenkbar viele Möglichkeiten aufgebrochen. Wir erleben zwar nur eine davon, aber die Möglichkeiten bleiben offen. Wir empfinden das als Einschränkung. Es liegt aber an uns eine Möglichkeit auszuwählen. Wir bräuchten mehr Mut die „Fehler“ (oder Kleinigkeiten, die unserer Leben beeinflusst haben) zu verändern. „Habe das absurde Gefühl das alles selbst inszeniert zu haben.“, so Wittlich zum Ende des Filmes. Er erkennt, dass wir alle unser Leben doch

selbst machen. Eine Aufforderung an uns, Konsequenzen zu ziehen! Unser Leben – ungeachtet der Widrigkeiten unserer Vergangenheit, dessen, was wir gern im Nachhinein verändern würden – jetzt besser zu machen! Ein höchst ermutigender Film – für jeden, der darüber nachdenkt! Und ein Appell: Hadere nicht mit den Fehlern der Vergangenheit, sondern mache sie ungeschehen durch dein Handeln im Hier und Jetzt! Und auf einmal sind wir da, wo wir uns hin wünschten: Wir springen über den Schatten und erobern die Parallelwelten.

 

Ansgar Heide

2015 10 Aug.

Celadon

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Celadon by MAJA S.K. RATKJE, JON WESSELTOFT, CAMILLE NORMENT, PER GISLE GALÅEN will definitely be appearing on my 2015 list. Maja S.K. Ratkje’s vocal on this is nothing short of genius. Celadon is a recording of transcendental, mediumistic power.

According to the record label, Celadon was „Recorded in Norwegian sculptor and painter Emanuel Vigeland‘ s (1875 -1948) mausoleum in Oslo in 2013. A recording space that is famous for its acoustics and its long and full-sounding reverb. These three tracks utilize both the delicacy and the power of acoustic instruments and human voice in relation to the unique recording space“.

There’s a lot to like here – Celadon is beautifully recorded, the compositions wear their complexity lightly, sometimes the timbre seems ancient and Eastern, sometimes it seems like right now (or 2013 in a mausoleum in Oslo, at least). The vibe of invigorating displacement you get from listening to this isn’t unlike the one you get when you visit Neolithic burial mounds. About 21 minutes and 55 seconds into the final track Afterglow, something genuinely special starts to happen. Listen to it and see (hear, feel) for yourself.

 
 
 


 

contender of hottest encore 2015: The Young Mothers at Lisbon, Gulbenkian Foundation
 
Jason Jackson, sax, Stefan Gonzalez, vibraphone/drums/vocal, Ingebrigt Håker Flaten, bass, Jawwaad Taylor, trumpet/vocal, Jonathan Horne, el guitar, Frank Rosaly, dr
 
intense, joyful, vital criss-cross
 
 
 


 
 
 
RADIOlink O N D E M A N D
 
 
gibt zumindest eine Vorahnung von dem, was bei dieser texanischen Band aus Austin live on stage passiert … you can get a bit an idea what happens live on stage when this band from Austin, Texas, …

 


 
 
can you sense it, hear it?
 
Got it …
 

2015 8 Aug.

Die zehn ultimativen Werke des Jahres 2019

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2015 8 Aug.

Harmonia on vinyl

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Krautrock ‘supergroup’ Harmonia see their complete works reissued in October as a 5LP vinyl box set.

The band were formed of Michael Rother of Neu! and Hans-Joachim Roedelius and Dieter Möbius of Cluster, with Brian Eno joining for sessions in 1976. Of the three studio albums Musik von Harmonia (1974) and Deluxe (1975) were issued in the original era. The third album Tracks and Traces from the ’76 sessions wasn’t released until 1997 under the Harmonia ’76 moniker.

The forthcoming box set includes all three of those long-players, and since this is being issued by Grönland Records, Tracks and Traces uses the expanded track listing from their 2009 CD reissue of that album. Live 1974 is included, along with Documents 1975, a new rarities set featuring live recordings from Hamburg and a couple of studio tracks.

As can be seen from the image above, the box set includes a pop up artwork, a 36-page booklet with previously unreleased photos, the original Harmonia Live Poster and download code for all the albums.

Dieter Moebius who sadly died very recently, had worked with Grönland on this very package. It will be released on 23 October 2015.

2015 7 Aug.

AirEffect

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„One day, it may be possible to predict the possibility of life anywhere in the universe from the chemical composition of the cosmos.” [Life: Stupendous, Churning, Steampunk]

Moo. Oink. Baa?

„The multifarious narrative flow develops inside a ‘black box’, which will open a time window of 55 minutes, suddenly transporting the spectator back to the Anthropocene era following a perfectly timed fractal logic of entirety and self-repetition.“ [ozmotic.it]

6EQUJ5?

„I really liked this record on first listen. Maybe it’s an effect of concision, but I went straight back for a second listen immediately, and loved it. Let’s leave it to professional reviewers to contextualise, compare, value. To do these things I am unable. It had until today been a week/month where the preoccupation was breakfasts rather than music. Don’t underestimate breakfasts. Don’t underestimate music.“ [Me]

 

 

 


 

2015 7 Aug.

„Justified“

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It’s hard to copy „Justified“ though, because the show is so unassuming. Each season thus far has ended with a different version of Kentucky musician Darrell Scott’s “You’ll Never Leave Harlan Alive,” and over the past six years the series has established an aesthetic similar to a low-key guitar-slinging troubadour: making music so simple that it seems like anyone could do it. But not everyone is Darrell Scott, just like not everyone is Elmore Leonard. The main reason why Leonard was able to work so well within his own rules is that he had a vivid imagination and a masterful ear for dialogue, which meant he didn’t need much more than a twisty plot and some strong personalities to fill the page. Justified’s team has also trusted that this is enough. Like a great songwriter, they’ve just picked out a few chords, and then sung something honest.

 

(Noel Murray) 

 


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