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Musik Produktion Schwarzwald (Teil 1)

 

Vorgestern war es soweit, endlich, ich hatte die Gelegenheit das legendäre MPS-Studio in Villingen (Schwarzwald) zu besichtigen. Schon im Flur begrüßte mich Robert Wyatt, ein frühes Bild aus Softmachine-Zeiten. Aber dann das Studio, unfasslich, wahrscheinlich eines der ganz wenigen bestens erhaltenen Analog-Studios in Deutschland. Inzwischen stehen Studio und Inventar zum Glück unter Denkmalschutz. Eigentlich fing alles mit meiner Liebe zu alten Röhrenradios an. SABA hat in den fünfziger Jahren unglaublich gute Geräte hergestellt, hatte damals schon jahrelange Erfahrung mit dem automatischen Sendersuchlauf, hatte das magische Auge erfunden, das erste tragbare Tonbandgerät im Programm und vieles mehr. Geführt wurde die Traditionsfirma in den 60 und 70er Jahren von Hermann Brunner-Schwer (kaufmännisch) und Hans Georg Brunner-Schwer (technisch) unter dem wunderschön klingendem Namen SABA (die Abkürzung, für die SABA steht, weckt allerdings weniger romantische Assoziationen: Schwarzwälder Apparate Bau Anstalt August Schwer und Söhne). SABA baute damals auch hochwertige Aufnahmegeräte. Erinnert sei nur an das legendäre SABA 600 SH von 1965. Hans Georg Brunner-Schwer richtete sich Ende der fünfziger Jahre sogar ein Tonstudio in seiner Villa ein, in die er gerne Jazzmusiker einlud, mit ihnen tafelte und eben auch deren Musik aufnahm. Wenig später errichtete er in unmittelbarer Nähe zu seinem Haus ein Studio, so groß, dass sogar Duke Ellington mit seinem Orchester dort Platz fand. Ein Ampex-Bandmaschine mit 24 Spuren und entsprechende Mischpulte wurden eingebaut, ein riesiger Bösendorfer Imperial Flügel eingeflogen und dann fing man an, zunächst noch unter der Flagge von SABA, dann aber unter dem eigenen Label MPS, Music Production Schwarzwald, unvergessliche Aufnahmen zu produzieren. Recht früh mit dabei: Joachim Ernst Berendt, der hier auch erste Weltmusik-Experimente durchführte.

 

 

 

 

Eine Zusammenarbeit von Hans Georg Brunner-Schwer und Joachim Ernst Berendt wurde erst 2016 von dem Label Resonance veröffentlicht: Bill Evans, Eddie Gomez und Jack DeJohnette: “Some Other Time – The Lost Session From The Black Forest“, aufgenommwn am 20.Juni 1968 im MPS-Studio in Villingen. Die Doppel-CD ist fantastisch und nur sehr zu empfehlen.

Die Liste der Musiker, die in Villingen im damals hochmodernem Studio aufgenommen haben oder Konzerte durch MPS haben aufnehmen lassen, ist lang, hier einige Namen: Dexter Gordon, Slide Hampton, Ack von Rooyen, Red Garland, Jimmy Heath, Egberto Gismonti, George Gruntz, Dave Holland, Daniel Humair, Kenny Drew, Bill Evans (gemeint ist der Pianist), Eddie Thompson, Oscar Peterson, Ray Brown, Friedrich Gulda, Joachim Kühn, Volker Kriegel, Toto Blanke, Palle Danielsson, Randy Brecker, Rolf Kühn, Pierre Favre, Phil Woods, Nana Vasconcelos, Peter Warren, Monty Alexander, Woody Shaw, Nathan Davis, Eugen Cicero, Charlie Antolini, Art van Damme, Joe Pass, Eberhard Weber, Wolfgang Dauner, Albert Mangelsdorf, Heinz Sauer, Ralf Hübner, Attila Zoller, Niels Henning Orsted Pedersen, Kenny Clarke, Hans Koller, Siegfried Schwab, Gunter Hampel, Manfred Schoof, Peter Brötzmann, Jackie Liebezeit, Peter Kowald, Tony Scott, Irene Schweizer, Fritz Pauer, Steve Kuhn, Joe Turner, Jan Hammer, Billy Taylor, Joe Nay, Jim Hall, Lee Konitz, Jimmy Knepper, Freddie Hubbard, Baden Powell, Michael Naura, Wolfgang Schlüter, Peter Trunk, George Russell, Don Cherry, Lester Bowie, Karin Krog, John Surman, John Taylor, Tony Levin, Jaspet van’t Hof, Charlie Mariano, Tomasz Stanko, SUN RA, Zoot Sims und viele andere. Diese außergewöhnlich lange Aufzählung zeigt die enorme Bedeutung, die dem MPS-Label damals zukam. Schließlich gab es in den sechziger Jahren kaum auf Jazz spezialisierte Plattenfirmen. ECM wurde erst 1969 gegründet, MPS wurde zwar nur ein Jahre früher,1968, ins Leben gerufen, davor wurden aber schon viele Aufnahmen unter dem Namen SABA gemacht und auch veröffentlicht.

Alles fing damit an, dass SABA-Firmenmitinhaber Hans Georg Brunner-Schwer Oscar Peterson 1963 in sein Privathaus lockte und dort im familiären Rahmen Petersons Spiel aufnahm. Aber wie? Vollkommen neuartig und ungewöhnlich, mit Neumann-Mikrophonen ganz nahe an den Klaviersaiten montiert. So entstand ein ungeheuer dichter, intensiver Sound. Oscar Peterson war begeistert und kam von nun an jedes Jahr zu Privataufnahmen in die Villa des SABA Technikchefs HGBS, wie man ihn gerne nannte. Peterson war bis 1968 noch bei Verve vertraglich gebunden und so konnten die im Zeitraum 1964 bis 1968 entstandenen Aufnahmen erst 1968 erscheinen und wurden kürzlich in einer 4CD-Box unter dem Titel “Exclusively for my friends“ wiederveröffentlicht.

 

 

 

 

Eine letzte dringende Empfehlung aus dem Hause MPS: Eine Box, compiled by Hans Georg Brunner-Schwer “MPS Piano Highlights“. Hier sind Aufnahmen zu finden von Red Garland, Hank Jones, Cecil Taylor und vielen anderen.

 

Als ich kürzlich die neue Platte von Eleni Karaindrou Tous des Oiseaux hörte, interessierte mich, auf was sich “Alles Vögel“ beziehen könnte. Die Antwort gibt Eleni Karaindrou in den Linernotes zur Schallplatte:

 
 
 

 
 

Sure, we should all be as the birds, free, without borders defining our existence and dictating our way of thinking. I feel deep gratitude for my encouter with such a haunting play as “Tous des oiseaux“. It unlocked me, it opened new horizons, it broadened myy preception, it created within me images and feelings unknown, it deeply moved me. This production and my collaboration with Wajdi Mouawad ist a great chapter in my life.

 

Ich besorgte mir das Buch von Wajdi Mouawad “Vögel“, erschienen in der Theaterbibliothek-Im Verlag der Autoren:

Eitan, Student der Genetik, möchte den Eltern seine neue Freundin Wahida vorstellen, allerdings gibt es ein Problem, Wahida ist Araberin, Eitans Eltern Juden. Der Vater, David, rasend vor Wut, kann das nicht akzeptieren, die Mutter, in ihrer Jugend in der DDR aufgewachsen, kann beide verstehen, Vater und Sohn: „Gruppenidentität ist das Elend der Menschheit“. Der Großvater Eitans, Etgar, KZ-Überlebender, versucht zu vermitteln.

Natürlich wollen Wahida und Eitan diesem Elend entfliehen, es gelingt ihnen aber nicht. Während einer gemeinsamen Israelreise wird Eitan bei einem Terroranschlag schwer verletzt. Die Familie, Großeltern und Eltern besuchen den Schwerverletzten. Und irgendwann wird klar, dass beim Erbgut von Vater und Großvater etwas nicht stimmt.

Der Autor des Theaterstückes Tous des Oiseaux (Alles Vögel), Wajdi Mouawad, wurde im Libanon geboren und lebte in Kanada, er übernahm 2016 die Leitung des Pariser Théâtre National de la Colline. Die Uraufführung von Tous des Oiseaux fand 2017 statt. Das vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts sich abspielende Familiendrama wird mehrsprachig aufgeführt, was in der Logik des Stückes begründet ist, es wird Englisch, Hebräisch, Arabisch und Deutsch gesprochen. Die deutsche Erstaufführung wurde im November 2018 im Schauspiel Stuttgart gezeigt. Kürzlich konnte ich die Stuttgarter Inszenierung sehen und war begeistert. Mich hat das Stück an Lessings Nathan der Weise erinnert, obwohl in dem Stück weniger die Religion thematisiert wird als vielmehr Vergangenheitsbindung und Identität. Angesichts der verfahrenen Situation im Nahen Osten das richtige Stück zur richtigen Zeit.

Und, keine Frage, die Musik von Eleni Karaindrou zu Tous des Oiseaux ist großartig.

Eigentlich sollte die Scheibe ja schon Ende letzten Jahres in die Läden kommen, anyway, nun ist es soweit, heute wird nach zwanzig Jahren ein Meisterwerk wiederveröffentlicht. Beim Hören dieses wundervollen Remasters hätte ich abheben können. Zu haben ist dieses Album als Doppel-LP oder als CD. Die Rede ist von Ryuichi Sakamoto und seiner am 24. Februar 1999 erstmals erschienenen Platte BTTB (»Back To The Basics«).

 
 

 
 

Haruki Murakami schrieb die Liner Notes, u.a. notiert er: “Personal and intimate music – somebody (an anonymous somebody) sitting alone in front of the school piano early in the morning, weaving a melody, exploring harmonies. Music that gradually fills a space with high ceilings that contains the wafting presence of rain.”
 
 
 

 

Mitte Januar las ich in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel über die britische Komponistin Rebecca Saunders, die 51-Jährige werde im Juni in München den hochdotierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis 2019 erhalten. Dieser Preis sei so etwas wie der “Nobelpreis für Musik“. Ich hatte noch nie etwas von Rebecca Saunders gehört, neugierig geworden, las ich weiter. Ihre Kompositionen seien komplex, kämen zumeist ohne Melodie aus, seien aber Werke von hoher Intensität. Und dann ließen mich zwei Bemerkungen hellwach werden:

 

Molly’s Song 3 für Alt-Flöte, Bratsche und Gitarre etwa, bei dem plötzlich das mechanische Rauschen von vier Radios in das Stück hereinbricht, nur um von einer zarten Spieldose abgelöst zu werden. Der Schlussmonolog der Molly Bloom in James Joyce‘ Ulysses hat die drei „Songs“ inspiriert.“… „Yes“ bezieht sich ebenfalls auf den Schlussmonolog in Ulysses, auf die letzten Worte von Molly Bloom, bei Joyce ein nicht endender Gedankenstrom. Saunders lässt eine Sopranistin Textschnipsel singen, …“

 

Die andere Bemerkung bezieht sich auf die Stille in der Musik:

 

„Klang zum obersten Prinzip zu erklären und Stille zum Werkzeug zu machen, sind natürlich keine neuen Ideen. Sie durchziehen die „Neue Musik“ des 20. Jahrhunderts nicht erst seit John Cage und „4’33“. Bei Saunders aber trägt die Stille die Musik, „sie rahmt den Klang“, schreibt die Komponistin. Jede Pause bekommt durch die Musik vor und nach ihr eine Bedeutung.“

 

Nun war für mich klar, über diese Komponistin gilt es mehr zu erfahren: 1967 in London geboren, die Eltern und Großeltern Pianisten, bzw. Organisten, Studium der Komposition in Edinburgh und Karlsruhe (Wolfgang Rihm), Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern, viel Preise, inzwischen mehr als 60 Werke geschrieben, seit 2011 Professorin für Musik in Hannover. In Stuttgart war sie vor 14 Tagen während des Eclat-Festivals mit der Uraufführung von „Unbreathed“ für Streich-quartett (Quatuor Diotima) zu erleben.

Die Stuttgarter Zeitung fragte Rebecca Saunders nach den vielen stillen Momente in ihrer Musik, ihre Antwort:

 

„Der Moment des Wartens interessiert mich ungeheuer. Was passiert, wenn die Musik angehalten wird, sodass die Ohren sich neu fokussieren müssen? Die Stille ist ein Ideal, sie existiert eigentlich nicht, birgt aber ein enormes Potenzial, und damit zu arbeiten, indem man etwa unter der Oberfläche der Stille einen Klang herauszieht und dann langsam wieder zurückgehen lässt, das finde ich allein schon faszinierend. Was für eine Spur hinterlässt so ein Klang, den die Stille einrahmt? Stille ist wie eine Leinwand, sie steht immer hinter dem Klang.“

 

Mich erinnern diese Aussagen natürlich auch an Paul Bley, auch so ein Meister der Stille.

 
 
 

 
 
 

Gefragt, welches nun mein Lieblingmusikstück von der neu entdeckten Komponistin sei, ist die Antwort klar, das zwanzigminütige … Of Waters making Moan für Akkordeon. Ja, und das wäre auch überhaupt meine derzeitige Lieblingsplatte.

Im letzten Schuljahr 2017/18 habe ich meinen Schülern im Literaturkurs ein besonders dickes Buch zugemutet, 1259 Seiten, unfassbar, aber so lohnend, es zu lesen!!! Das Buch wurde von Paul Auster geschrieben und sein Titel lautet 4 3 2 1. Kurz erwähnte ich dieses Werk in einem Beitrag über den dänischen Jazztrompeter Allan Botschinsky und den Bassisten Niels-Henning Ørsted Pedersen (Plattenschrank 172).

Und einmal mehr musste ich an Paul Austers jüngstes Buch 4 3 2 1 denken, denn vorgestern war auf ARTE ein Film über Paul Auster zu sehen, in dem vor allem 4 3 2 1 thematisiert wird. Auster erzählt viel aus seinem Leben, spricht über die sein letztes Werk vorbereitenden Bücher, Winterjournal (2015) und Bericht aus dem Inneren (2016); ausführlich kommt Austers Frau Siri Hustvedt zu Wort und, eine besondere Überraschung, Wim Wenders bekennt, wie sehr er Paul Auster als Person schätzt und seine Bücher liebt, vor allem 4 3 2 1.

Das Buch handelt von Archibald Ferguson und viermal wird nun seine Lebensgeschichte erzählt.

 

„… vier Jungen mit denselben Eltern, demselben Körper und demselben genetischen Material, aber jeder mit seinem je eigenen Gefüge von Umständen in einem anderen Haus in einer anderen Stadt lebend. Von den Auswirkungen dieser Umstände hierhin und dahin gedreht, würden die Jungen sich im Fortgang des Buches auseinanderentwickeln, würden als immer unterschiedlichere Charaktere durch Kindheit, Jugend und Mannesalter krabbeln, gehen, galoppieren, jeder aus seinem eigenen, separaten Weg, und doch alle immer noch derselbe Mensch, drei imaginäre Versionen seiner selbst.“

 

Und der Leser erkennt, wie sehr unser Leben durch Zufälle bestimmt ist und wie wenig wir eigentlich selber in der Hand haben. Ein großartiges Buch, das ich hier erwähne, nicht nur, weil ich es zu lesen sehr empfehlen möchte, sondern auch, weil man das Porträt über Paul Auster in der ARTE-Mediathek noch anschauen kann.

Im Anschluss an diese Dokumentation wurde dann noch Austers Film SMOKE gezeigt, ein wunderbarer Film, ein großes Vergnügen, den Streifen mit dem großartigen Harvey Keitel noch einmal zu sehen. Auch hier werden ganz unterschiedliche Geschichten erzählt, deren Auslöser stets die Zufälle des Lebens sind.

Und dann noch die Musik, die im Film nicht zu kurz kommt, wir hören unter anderem von Tom Waits „Downtown Train“ und „You Dream“; The Jerry Garcia Band mit „Cigarettes and Coffee“ und „Smoke Gets In Your Eyes“; von Louis Prima „Brooklyn Boogie“ sowie von Rachel Portman „Augie´s Photos“, „Snow Story“ und andere mehr.

Der Tag, an dem Nina Simone beinahe meine Jukebox schrottete und der verbotene Joyce endlich geliefert wurde

 

Am Morgen holte ich meine alte Schreibmaschine aus dem Keller, spannte einen Bogen Original-Jukebox-Titelschilder ein, tippte oben MY BABY JUST CARES FOR ME ein, in der Mitte NINA SIMONE und unten LOVE ME OR LEAVE ME und überlegte, welche Platte der neuen Simone-Single weichen müsste. Während ich noch nachdachte, erinnerte ich mich an den Herbstflohmarkt, auf dem ich diese Nina-Simone-Single erworben hatte; die Platte sah gut aus, kaum Kratzer, vor allem, wann bekommt man schon mal eine Single von Nina Simone? Fünf Euro wollte der Händler, für 3,50 Euro steckte ich sie ein. Nun also, welche Platte sollte weichen, ich entschied mich für die Animals “The House Of A Rising Sun“, die Scheibe musste ohnehin etwas geschont werden. Nun nahm ich das Titelschildchen der Animals-Scheibe heraus und ersetzte es durch das, welches auf die Nina-Simone-Single hinwies.

Nun hätte ich nur noch die entsprechende Schallplatte austauschen, Geld einwerfen und die Nummer 158 drücken müssen, dann würde MY BABY JUST CARES FOR ME erklingen, doch, was geschah? Ein schreckliches Krachen, Quietschen, Aufheulen war zu vernehmen, ein Blick in das Boxeninnere ließ mich erschaudern: das Laufwerk, auch Schlitten genannt, hatte zwar die richtige Single angesteuert und auch aus dem Plattenständer herausgeholt, doch war es scheinbar nicht möglich, die Platte aufzulegen. Das Antriebswerk drohte sich aus seiner Verankerung herauszuquälen. Kurzerhand zog ich den Netzstecker. Was war passiert? Ich hatte beim Kauf der Single nur auf Kratzer geachtet, nicht auf die sonstige Beschaffenheit der Platte, die war nämlich offenbar so verbogen (siehe Bild), dass sie beinahe mein Laufwerk (Schlitten) geschrottet hätte. Das Unheil war noch abzuwenden, das Laufwerk konnte ich wieder reparieren. Die Nina-Simone-Single war allerdings nur noch etwas für den Restmüll.

Trost kam am Nachmittag in Form eines Schreibens der Stadtbibliothek Reutlingen. Doch der Reihe nach: Am 2. Februar 1922, James Joyce wurde 40 Jahre alt, sollte sein Meisterwerk erscheinen, Ulysses. Joyce hatte einerseits darum gekämpft, den Roman bis zu seinem Geburtstag fertig gedruckt, in seinen Händen halten zu können, konnte aber andererseits letzte Verbesserungswünsche und Zusätze nicht zurückhalten. Die Drucker machten es aber möglich, zwei Exemplare des Ulysses wurden am Morgen des 2. Februar ausgeliefert, sodass Joyce am Geburtstagsabend im Freundeskreis im italienischen Restaurant Ferrari in Paris feiernd, das Päckchen mit dem Buch öffnen – aber erst nach dem Dessert! (es lag die ganze Zeit unter seinem Stuhl) – und herumreichen konnte.

Eine wunderbare deutsche Übersetzung des Ulysses legte der geniale Übersetzer Hans Wollschläger 1975 vor, allerdings: einen fehlerfreien englischen Urtext des Buches gab es damals noch nicht. Eine kritische, synoptische Edition des Romans erschien erst 1984. Unter der Leitung von Hans Walter Gabler hatte man versucht, ein vertrauenswürdiges Original zu rekonstruieren. Auf Grund dieses Textes versuchte nun Harald Beck mit einem Übersetzerteam, dem auch als Mentor Fritz Senn aus Zürich angehörte, eine Überarbeitung der Wollschläger-Übersetzung. Im März 2007 hatte man noch mit Hans Wollschläger über das Vorhaben gesprochen, dann starb er am 19. Mai plötzlich. An der Revision wollte man allerdings festhalten, rund 5000 Änderungen und Korrekturen wurden vorgenommen, 2017 konnte man dem Suhrkamp-Verlag das Vorhaben als abgeschlossen vermelden.

 

 

 

 

Dann der Rückschlag: Gabriele Gordon, Inhaberin der Rechte an der Übersetzung Hans Wollschlägers, verhinderte das Erscheinen der revidierten Ausgabe, der „Kunstwerk-Charakter“ der Wollschläger-Übersetzung würde so nicht nur beeinträchtigt, sondern zerstört. „Nur Hans Wollschläger selbst hätte seine eigene geniale Übersetzung überarbeiten können. Niemand sonst.“ Von diesem Rechtsstreit las ich im Januar 2018 zum ersten Mal; bis zum Sommer vergangenen Jahres war dann klar, das Buch würde nie erscheinen. Am Ende erlaubte die Rechte-Inhaberin den Druck von 200 Exemplaren, die ausschließlich an Bibliotheken in aller Welt ausgegeben werden dürften, aber eben unverkäuflich seien.

Als Liebhaber dieses Buches war ich natürlich zutiefst unglücklich über die vergeblichen Verhandlungen zwischen Verlag und Rechte-Inhabern, setzte nun aber alles daran, eines dieser 200 Bücher wenigstens ausleihen zu dürfen. Bei einigen Bibliotheken habe ich es versucht, vergeblich, dann schließlich, zwei Tage vor dem Geburtstag von Joyce, am 31.1.19, erhielt ich die Nachricht, dass die Universitätsbibliothek Hannover (ausgerechnet, das musste so kommen) mir für vier Wochen ein Exemplar der revidierten Ausgabe ausleihen würde. Unermessliche Freude!

 

 

 

Nein, Passageriten sind mir immer noch wichtig und ich habe nicht vergessen, dass es, wie jedes Jahr, besonderer Überlegungen bedarf, mit welcher Platte das neue Jahr begrüßt werden könnte. Am 1. Januar dieses Jahres wählte ich, vor meinem Plattenschrank stehend, einen gelenkten Losentscheid: Abteilung Jazz sollte es sein, Buchstabe “J“, Augen zu und eine Platte herausgezogen. Dass man sich beim Buchstaben “J“ einem Musiker nähert, dessen Anzahl an Veröffentlichungen einen eigenen Katalog lohnen würde, war ja klar, aber, dass ich diese Scheibe ziehen würde … seit mindestens dreißig Jahren nicht mehr gehört, außer einmal ein Stück in den Klanghorizonten (siehe auch Michael am 15.Juni 2015), Schande, dafür jetzt die Eröffnungsplatte des Jahres 2019. Die LP stammt aus einer Zeit, da konnte man in dem Geschäft, das hier abgebildet ist, noch jede Menge Schallplatten kaufen.

 
 
 

 
 
 

Wir schreiben das Jahr 1974. Keith Jarrett hatte bereits bei ECM veröffentlicht, Facing You (1971), Ruta and Daitya (1971) war bereits eingespielt worden (VÖ 1973), ein Trio-Liveauftritt in Hamburg hatte bereits stattgefunden (1972, veröffentlicht 2014), Keith Jarrett Solo war in Lausanne im Frühjahr und in Bremen im Sommer 1973 aufgenommen worden, aber der Liveauftritt des Meisters in Kronach stand damals noch bevor, er war erst für den Januar 1975 geplant, wie auch das The Köln Concert.

Und 1974? In diesem Jahr veröffentlichten Keith Jarrett, Jan Garbarek, Palle Danielson und Jon Christensen das Album Belonging. Für mich war das die Platte, auf der ich Keith Jarrett das erste Mal in meinem Leben bewusst gehört habe. Im Radio spielte man damals aus dieser Platte „The Windup“. Mit diesem Stück eröffnete ich das neue Jahr und das war gut so. Gibt es erfreulichere Musik? Mut machendere? Medizin gegen jede Art depressive Stimmung? Wunderbar, diese Platte, genau die richtige zur passenden Zeit!

Martin Scorsese ist jetzt auch schon 76 Jahre alt und noch immer aktiv, derzeit hat er wieder einen Dokumentarfilm über die Rolling Thunder Revue-Tour in Arbeit. 2005 hatte er schon einmal einen Film über Bob Dylan vorgelegt: No Direction Home. Dass Scorsese sich neben seinen großen Spielfilmerfolgen auch dann und wann einen Abstecher in die Musikwelt gönnt, ist bekannt und zumeist sind seine Filme auch überaus sehenswert. Das gilt auch für ein riesiges Filmwerk, das Martin Scorsese zu Weihnachten 2011 veröffentlicht hat, es ist der Zweihundertneun-Minuten-Film über George Harrison – Living In The Material World. Zwei Monate früher war bereits der Fotoband zum Film erschienen von Olivia Harrison: George Harrison – Living In The Material World, mit einem Vorwort von Martin Scorsese und einer Einführung von Paul Theroux.

Erst jetzt bin ich dazu gekommen, mich mit beiden Werken ausführlich zu beschäftigen. Mein Eindruck vorweg: Scorsese ist ein wunderbarer Film gelungen und auch der Bildband mit seinen begleitenden Interviewausschnitten ist großartig.

Teil I des Film beginnt mit dem Tod des Musikers am 29.11.2001 und blickt dann zurück in die Zeit, in der George Harrison geboren wurde (25.2.1943 in Liverpool): kriegszerstörte Städte, jubelnde Bevölkerung bei Kriegsende. George wird als selbstbewusster und musikbegabter Junge geschildert, der sich allerdings auch schon immer für schnelle Autos, Rennmotorräder, später sogar für die Formel 1 begeisterte (im Buch wird erzählt, dass sich George auch einmal einen McLaren F1 bestellt und gefahren habe, 630 PS, ohne ABS, ohne Servolenkung; Damon Hill fuhr den Wagen später).

Die Familiengeschichte kommt im Film nur recht kurz vor, dann geht es auch gleich um die Beatles. George lernt Paul McCartney bereits in der Schule kennen, der wiederum schon mit John Lennon Kontakt hatte. Der Film erzählt die Geschichte der Beatles  natürlich stets aus der Sicht von George Harrison. George Martin beton in einem Interview bereits die frühe, sehr klare Führung in der Gruppe: die Chefkomponisten Lennon/McCartney. George kommt erst auf Rubber Soul mit einer Komposition zum Zuge: „If Needed Someone“.

Dann die Begegnung mit Ravi Shankar, den er zusammen mit Bob Dylan ausdrücklich als seine Vorbilder nennt.

Dann Drogenkult, Mediation, die Entstehung von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, die Titelliste dieses Albums weist nur einen einzigen Harrison-Song auf: „Within You Without You“. Am Rande sei erwähnt, als George 17 Jahre alt war, ging es nach Hamburg/St.Pauli. Als er 23 war, wurde Sgt. Pepper’s eingespielt, unglaublich.

Die Freundschaft mit Eric Clapton, der keine feste Band um sich hatte und sich selbst Chef war, während es für George Harrison zunehmend problematischer wird, mit der Doppelführung Lennon/McCartney umzugehen. Am 10. Januar 1969, man arbeitete an Let It Be, verlässt George die Beatles und geht nach Hause, erzählt er, und schreibt „Wah-Wah“. Als George gegangen war, soll John Lennon gesagt haben: „Dann fragen wir eben Eric Clapton, ob er mitspielt!“ Immerhin, auf Let It Be sind zwei Harrison-Kompositionen zu finden: „I Me Mine“ und „For You Blue“.

Der erste Teil des Films endet mit dem großartigem Harrison-Song „While My Guitar Gently Weeps“, vom Weißen Album. Mit diesem Song beginnt nun auch der fast zweistündige zweite Teil des Films.

Clapton erzählt, wie er in aller Frühe mit George durch seinen Garten gegangen sei und er Zeuge der Entstehung von „Here Comes The Sun“ wurde.

 
 
 

 
 
 

Im November 1970 erscheint dann das erste Soloalbum von George Harrison: All Things Must Pass. Phil Spector erzählt in ausführlichen Interviews, wie sich die Kompositionen bei Harrison aufgestaut hätten. Am Ende sei dabei die erste Dreier-LP-Box der Popgeschichte herausgekommen. Am 3.2.1971 kann Harrison einen riesigen persönlichen Erfolg feiern: auf Platz 1 der Single-Charts steht „My Sweet Lord“ und gleichzeitig auf Platz 1 der LP-Charts All Things Must Pass.

Dann der Dämpfer: Clapton erzählt seinem Freund, dass er sich in seine Frau Patti verliebt hätte. Patti lebt schließlich mit Clapton zusammen. Zuvor hatte er ein Lied geschrieben, das von einem Mann handelt, der sich in die Frau des Freundes verliebt: „Layla“.

1971 dann das erste Benefiz-Konzert seiner Art: Concert for Bangla Desh.

In einer UNICEF-Pressekonferenz in New York, 1974, sagt George: “Wie vereint sind eigentlich die Nationen? Damit der Wald grün ist, muss jeder Baum grün sein. Man könnte sagen, all die verschiedenen Nationen haben ihre eigene Kultur, ihre eigene Geschichte, ihre Probleme, und deshalb gibt es jede Menge Streit in der Welt. Aber schließlich sind auch die Bäume und Blumen in einem Garten sehr verschieden, obwohl in allen der gleiche Lebenssaft fließt. Irgendeine Gemeinsamkeit muss es doch geben, die alle Nationen, alle Kulturen, alle Hautfarben, Rassen und Religionen verbindet – eine grundlegende Wahrheit, die für sie alle gilt. Und die lautet: Damit der Wald grün ist, muss jeder Baum grün sein. … Ich bin froh, wenn wir alle endlich unseren „Planet Earth Pass“ bekommen, denn ich habe es satt, Brite oder ein Weißer oder Christ oder Hindu zu sein … .“

Das waren Zeiten …

George lernt Olivia kennen, mit der er dreißig Jahren zusammen leben sollte, sie kommt im letzten Teil des Films öfter zu Wort, erzählt von der Krebsdiagnose, den Kampf, den ihr Mann nicht so schnell aufgeben wollte, ja, es sah sogar so aus, als ob er ihn gewinnen könnte. Aber es kommt ganz anders: ein Wahnsinniger bricht Ende 1999 in das Haus der Harrisons ein und will George töten. Olivia erzählt von den furchtbaren Raufereien und Verletzungen.

Es folgt ein letzter erfolgloser Kampf gegen den Krebs. Ringo erzählt am Schluss des Films eine Geschichte. Er habe George in der Schweiz im Krankenhaus besucht, George sei so schwach gewesen, er hätte nur noch liegen können. Ringo habe ihm gesagt, dass er jetzt noch einen weiteren Krankenbesuch machen müsse, seine Tochter hätte einen Hirntumor und läge in Boston im Krankenhaus. Darauf hätte George Ringo gefragt: „Soll ich mitkommen?“ Das seien seine letzten Worte gewesen.

Während des Lesens und Nachdenkens über Film und Buch habe ich natürlich immer wieder die eine oder andere Platte von George Harrison dem Plattenschrank entnommen und aufgelegt. Hier meine persönliche Top-Ten-George-Harrison-Jukebox:

 

Von der LP-Box All Things Must Pass: „Wah-Wah“ / „I Not For You“ / „Behind That Locked Door“ / „Run Of The Mill“ / „I Live For You“ / „Ballad Of Sir Frankie Crisp (Let It Roll)“ / „Out Of The Blue“; von der LP Dark Horse: „Dark Horse“; von der LP Living In The Material World: „Don´t Me Wait Too Long“ / „Deep Blue“.

2009 wurden alle Liebhaber seiner Erzählungen und Romane ganz heftig in Aufregung versetzt.  Aus Paris erreichte uns die Nachricht, dass in Julio Cortázars Nachlass stapelweise „papeles inesperados“ (unverhoffte Papiere) gefunden worden sind. Ein vollkommen unbekanntes Kapitel aus Rayuela – Himmel und Hölle habe man gefunden, Erzählungen, Kritiken, Aufsätze. Nach dieser Meldung warteten wir … vergebens. Der Suhrkamp-Verlag, der seine Werke verlegt, schien kein Interesse an den “Papieren“ zu haben, es geschah einfach nichts. Einmal las ich, dass in Spanien wohl recht bald eine Auswahl aus den “Papieren“ erschienen war, immerhin, ein Buch, 472 Seiten schwer: Papeles inesperados nannte der spanische Verlag Alfaguara das Buch. In Deutschland warteten wir weiterhin, bis sich im Sommer 2018 etwas bewegte. Im Rahmen eines Übersetzungsschwerpunktes der Kunststiftung NRW hatten sich Henriette Terpe und Frank Henseleit eine Erzählung aus den Papeles inesperados vorgenommen und zwar Los gatos („Die Katzen“) und sie ins Deutsche übersetzt. Der Lilienfeld-Verlag brachte dann eine liebevoll gestaltete zweisprachige Ausgabe (mit Lesebändchen) heraus, sodass jetzt auch hierzulande aus dem Nachlass Julio Cortázars wenigstens eine Erzählung auf Deutsch erscheinen konnte. Und was für eine!

 
 
 

 
 
 

1948 hatte Julio Cortázar Los gatos geschrieben. Zwei Kinder, Marta und Carlos Maria,  wachsen miteinander als Cousine und Cousin wie Geschwister auf.

 

„Als Carlos María acht Jahre alt war, reizte er an seiner Cousine gerne alle Möglichkeiten eines gnadenlosen, ausgeklügelten Spiels aus, um damit die Stunden der Siesta zu füllen. Marta zögerte, bevor sie in die Rolle des Häuptlings der Sioux schlüpfte, denn sie fürchtete das knallende Lasso, das sie unter der Weide in die Enge trieb, die gefesselten Knöchel, den selbstgerechten Blick Buffalo Bills, wenn er sie vor das Gericht der Bleichgesichter zerrte. Lieber spielte sie Fangen, weil sie darin ihrem weniger wendigen Cousin überlegen war, oder stromerte durch das Brachland, um Heuschrecken zu fangen.“

 

Die beiden werden miteinander älter und entdecken im jugendlichen Alter ganz neue Interessen aneinander. Als sich eines Tages ein gewisser Rolando für Marta interessiert, erwacht in Carlos Maria rasende Eifersucht:

 

„ … und er hatte sie geküsst … Es war wohl nicht das erste Mal, dachte Carlos Maria, während er sie beide finster anstarrte, und diese Gewissheit brachte ihn vollends durcheinander, so, als hätte ein Fausthieb die gewohnten, unbewussten Wahrnehmungen jäh beendet und im schrecklichen Moment des Auftreffens einen unerträglichen Tumult von Schmerz, Gerüchen, Geschmack, Sternen und Übelkeit hervorgerufen, als prasselte ein wütender Bienenschwarm gegen eine Windschutzscheibe. Er starrte Rolando unverändert an, ohne etwas sagen zu wollen, nicht einmal anstarren wollte er ihn …“

 

Als Carlos Maria eines Tages im alten Sekretär seines Vaters einen rätselhaften Brief findet, kommt alles noch viel schlimmer. Leider endet die Lektüre viel zu schnell, man möchte, dass dieses wunderbare Büchlein bitte nicht so schnell endet.

Was für eine Freude: Julio Cortazar – Die Katzen/Los gatos!

Im Bunker Ulmenwall in Bielefeld meine ich ihn gehört zu haben, das müsste Mitte der siebziger Jahre gewesen sein. Wen habe ich dort nicht alles gehört, erlebt, gesehen, ein wunderbarer Club war das damals. 1978 kauft ich mir eine erste Platte dieses am 18. November 1946 in Chattanooga, Tennessee, geborenen Tenorsaxophonisten Bennie Wallace. Es handelte sich um eine Live-Aufnahme aus dem Public Theater, New York City, mit dabei waren Eddie Gomez und Dannie Richmond. Die drei spielten zwei Wallace-Kompositionen, eine von Duke Ellington, In A Sentimental Mood und eine von Thelonious Monk, Blue Monk.
 
 
 

 
 
 

Dann verlor ich Wallace aus dem Blick und wurde erst wieder auf ihn aufmerksam als er 1985 auf dem Blue-Note-Label Platten veröffentlichte. Vollkommen begeistert war ich von der LP Twilight Time und bin es noch heute. Als ich vor ein paar Tagen diese Platte einmal wieder aufgelegt hatte, konnte ich es nicht fassen, was für eine wunderbare Musik. Wallace arbeitete hier mit Dr John, John Scofield, Stevie Ray Vaughan, Jack DeJohnette, Eddie Gomez, Ray Anderson und anderen zusammen. Wallace schreibt auf dem Cover zu seiner hier eingespielten Musik:

 

This is music about redneck bars

like Katiés 4 O´Clock Club …

Willie Purplès and the Little Indian Rock Grill …

after hours Clubs on East Ninth street in Chattanooga …

bands like Buck Turner and the Town and Country Boys at the V.E.W. …

street bands in New Orleans …

Texas blues, saturday night dances …

and the Tennessee waltz.

 

1988 kaufte ich mir Bordertown, einmal mehr mit Dr John, Scofield, Gomez und Anderson, mit dabei dieses Mal allerdings auch Chris Parker und Herlin Riley. Auf dieser feinen Scheibe haben mir vor allem die von Wallace selbst komponierten Stücke, es sind derer vier auf dieser Scheibe, gefallen, vor allem das Titelstück der Platte, das die B-Seite eröffnet. Also echt, das Stück könnte, wäre es in besagter Kneipe in Hörnum in der Jukebox wählbar, die Gesellschaft dort ziemlich aufmischen. Übrigens beide Platten, Bordertown und Twilight Time wurden von Dr John produziert.

 
 
 

 
 
 

Seltsam, dann vergaß ich Bennie Wallace tatsächlich vollkommen, bis ich vor ein paar Tagen den Buchstaben `W´ meines Plattenschrankes in Augenschein nahm und mich dieses wunderbaren Tenorsaxophonisten erinnerte. Auf der Seite von Discogs lese ich, dass Bennie Wallace 2004 noch eine Platte mit Kenny Barron und Eddie Gomez einspielte, The Nearness of you (auch eine richtig gute Schallplatte) und 2006 seine letzte CD veröffentlichte, ‎Disorder At The Border – The Music Of Coleman Hawkins. 2011 erschien noch eine Compliation: Bennie Wallace ‎ The Big Sound Of Bennie Wallace. Nicht unerwähnt lassen möchte ich noch eine Veröffentlichung von Wallace aus dem Jahre 1998, ein George-Gershwin-Album: Someone To Watch Over Me mit Mulgrew Miller, Peter Washington, Yoron Israel.


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