Manafonistas

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    1. Keith Hudson: Flesh of My Skin, Blood of My Blood

The Kingston producer and sometime dentist’s 1974 heavy roots reggae landmark, remastered with bonus cuts and diligent linernotes. A mystic brew: Hudson’s unearthly voice; ace players (Count Ossie); black liberation song cycle (even Bob Dylan’s I Shall Be Released).

2. Alice Coltrane: Kirtan – Turiya Sings 
3. Don Cherry / Organic Music Theatre: Festival de Jazz de Chateauvillon 1982
4. Sussan Deyhim & Richard Horowitz: Desert Equations*   

5. Benjamin Lew & Steven Brown: Douxième journée — le  verbe, la parure, l‘amour
6. Charles Mingus: Mingus Mingus Mingus (Vinyl Remaster)
7. John Coltrane: A Love Supreme Live in Seattle
8. 
Beverly Glenn-Copeland: Keyboard Fantasies
9. Culture: Children of Zion

the joseph hill-led trio culture wrote and performed some of the finest roots music of the era, initially making their mark with producer joe gibbs before joining the revered roster of sonia pottinger’s high note records. featuring some of the finest roots reggae recordings of the late seventies, this collection superbly demonstrates why culture remain held in such high esteem by reggae aficionados, and with 20 tracks new to cd and five previously unissued, will even satisfy the exacting demands of the group’s longstanding fans.

10. Tiziano Popoli: Burn the Night / Bruciare la Notte: Original Recordings, 1983–1989
11. Various Artists: Cuba: Music and Revolution (1975-1985), Vol. 1
12. Various Artists: Studio One Roots (blue vinyl edition)
13. Bob Marley & The Wailers: The Capitol Sessions 73**
14. Barney Wilen: La Note Bleue
15. Ethiopian & His All Stars: The Return of Jack Sparrow (Vinyl, Omnivore)

 

*Dieses remasterte Meisterstück der Brüsseler Reihe Made to Measure musste aufgrund von Problemen mit dem Presswerk auf den Februar 2022 verschoben werden.

**Besser als diese Doppel-Lp ist nur die DVD (meine filmische Konzertausgrabung des Jahres – Hammer!)

 

Grey-headed woodpecker, Sweden. You could almost call it the acoustic equivalent of the Aurora Borealis. The sound of thick ice twanging, humming and cracking on a lake can be quite otherworldly. Add the song of a Grey-headed Woodpecker Picus canus and the result is one happy sound-recordist.

Ich kenne den Teenage Fanclub etwas länger als Norman Blake (seit unserem Interview zu dem wunderbaren Album „Bandwagonesque“ (1991)), und bin ihm später ein weiteres Mal im Umfeld eines Projekt seines Glasgower Musikfreundes Bill Wells begegnet. Ein kluger Gentleman in reiferen Jahren, mit einer unerschöpflichen Liebe zum „old-fashioned pop song“. Mein Gespräch mit ihm war mal  in einer alten Sendung von WDR 2 zu hören, „Pop Session“ – lang ist es her.  Und noch immer haut Norman feine Songs raus, die so gewitzt wie vielschichtig sind, und stets fallen mir ein paar ein, welche in die Liste „heimlicher Jukebox-Hits“ aufgenommen werden sollten. Nur, es waren eben fast nie richtige Singles. Sollte jemand nun  neugierig geworden sein auf den Teenage Fanclub – das obige Album ist wirklich ein guter Einstieg. Hier sein Favorit des Jahres, eine wirklich zauberhafte Arbeit, die in meinem Jahresrückblick am 6. Dezember auf Platz 5 landet (in meinen Rückblicken gibt es nur „wertende Reihenfolgen“ – a very addictive listening experience from start to end, that‘s what I would call it. And in  case it is a kind of „rock opera“ Norman is speaking of, i very much prefer „Coral Island“ to The Who’s „Tommy“, seriously.)

„My pick of this year’s releases is Coral Island by The Coral. I’ve liked their music since I went to see Gorky’s Zygotic Mynci supporting them in Glasgow, 20 years ago. It’s one of those rare albums where every song is good, and the narration gives the album a kind of rock opera feel and I’m a sucker for that kind of thing. I really like their sonic palette – close harmonies, in your face organ, and jangly, surfy guitars. James Skelly’s voice has a lovely timbre too.

This year I started collecting the Top Of The Pops albums – you can pick them up pretty cheaply from charity shops. My favourites are the ones that were made during the punk era. That someone thought it was a good idea to cover Death Disco or Gary Gilmore’s Eyes is both mind-boggling and very funny. They made about 150 of these compilations and I have around 25, so I have quite a ways to go before I complete my collection!“

2021 28 Nov

Favoriten 2021

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In nicht wertender Reihenfolge:

 

  • Cymin Samawatie / Ketan Bhatt: Trickster Orchestra
  • Andras Schiff / Orchestra of The Age of Enlightenment: Brahms, Piano Concertos
  • Ancolage: Daemones
  • Lovano / Crispell / Castaldi: Garden of Expression
  • Floating Points, Pharoah Sanders & The LSO: Promises
  • Thomas Stroenen: Bayou
  • Charles Lloyd: Tone Poem
  • Nuur & Nautic Depth: Between Realities
  • Vangelis: Juno To Jupiter
  • Stephen Micus: Winter‘s End

 

Your and my impossibilities – had that been love,    
my shangrila girl,  my socialist sweetheart,
now so many years thereafter –  
I only enter time machines by sound,  
thus back on the wet streets of München,  
1982, autumn rain (a merciless one), I‘m  
studying the road map, finally,  the kitchen  
of your sister,  all vintage,  a bathtub inside,  
where we made love, splashing water,     
fishes in’n’outside our faraway origins,   
but, for fuck‘s sake, I don‘t remember    
your sweat, your saliva, only your   
and my impossibilities, and  
my hands in your hair,   
like in that Crimson song.

 

Sie sind ausgebrannt, ich sehe es immer wieder. Diese dreiteilige Dokumentation ist ein Marathon, aber irgendwann bin ich nicht mehr Aussenstehender, geselle mich unauffällig dazu – schön ist das Ambiente selten, die Halle in Twickenham sowieso nicht, die Farben wirken fahl, der Glanz blättert ab.

Immer wieder mal sprechen sie in diesen acht Stunden von Schlafstörungen: durchwachte Nächte, innere Unruhe, ein seltsamer Zustand, wenn alle spüren, hier geht etwas Grosses zuende. Wie soll so ein neues Album zustandekommen?

Es ist eine Art Delirium, das nach einem langen Tag (ganz zu schweigen von einem langen Monat oder einer langen Karriere) einsetzt, wenn die Jungs ihre Instrumente in die Hand nehmen und anfangen, musikalische Aufläufe aus alten Hits und Parodie-Texten, Blues-Standards und esoterischen Kurzgeschichten zusammenzukochen.

Ab und zu gibt es Abstecher. Visuelle Ausflüge in andere Umgebungen, Räume der Erinnerung – schön gesetzte Kontraste in diesem „Kammerspiel“! Anrührend, wenn es vor der legendären Abschiedsvorstellung auf dem „berühmtesten Dach der Popgeschichte“ Einblicke gibt in die Londoner Straßen des Tages: da sind ein paar Beatles-Fans, die in der Nähe des Apple-Gebäudes kampieren, und es gibt viele andere, die unbeeindruckt an der Eingangstreppe vorbeilaufen.

Im Rückblick auf meinen eigenen Acht-Stunden-Marathon (mit ein paar 1. Advent – Space Cookies als Begleiter meiner kleinen Soloparty bis zum Morgengrauen) kann ich nur sagen: anfangs fand ich das alles etwas zäh und monoton, weil es ja keine Spannungskurven gibt, keine ausgefeilte Dramaturgie, ausser der am Kalender runtertickenden Deadline. Aber dann setzt sich eine seltsame Mischung aus Anteilnahme und Melancholie und Faszination durch, wenn die Freunde (die hier nicht mehr durchgängig gute Freunde sind) ein letztes Mal versuchen, die alte Magie wachzurufen. Zumindest ihr Scheitern ist grandios, und der Film die schönste traurige Zumutung, die man als Lover ihrer Musik erleben kannn. Szenen einer Ehe, sozusagen – lauter letzte Vorhänge! 

 

Nachdem auf ominöse Weise mein Autoschlüssel abhanden kam, und der Ersatzschlüssel eh schon lange und gründlich verlegt wurde, begannen grosse Suchaktionen, denn es ist heutzutage sehr kompliziert, ohne einen dieser beiden Schlüssel ein modernes Auto wie meinen Yaris Cool Plus wieder ans Laufen zu kriegen, und so teuer, dass der Wert des Autos eindeutig unterhalb der Reparaturkosten liegt. Kein Witz!

 

 

 

 

Kurzer Rede trauriger Sinn: ich habe meinen „Toyoten“ (s. Bild 2, vor der „Sansibar“, ein Extraklick zur Vergrösserung der Abbildungen) abgemeldet, und von Freunden einen kleinen Flitzer geliehen bekommen, um ans Meer zu brausen. Anschliessend heisst die Frage: ein alter dreitüriger Audi A3, oder dieser feine Studebaker aus dem King Crimson-Song. Ich favorisiere letzteren, aber die laufen ja mittlerweile unter Oldtimer und sind recht teuer.

Mein alter Klassenkamerad Rudolf hat eine Oldtimersammlung vom Feinsten, ich werde ihn mal kontakten. Nachdem ich bei unserem letzten Klassentreffen unsere alte „Bubi-Eis-Affäre“ endgültig mit ihm zu den Akten legen konnte, und auch unsere legendäre, ziemlich heftige Prügelei in der Obertertia keine Spuren hinterlassen hat (sie ging unentschieden aus, obwohl er eindeutig aus der Nase blutete und ich nicht), werde ich mein Glück versuchen. Ansonsten, wenn jemand ein tolles Angebot hat, bitte melden!

2021 27 Nov

Incontro con Don Cherry

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Neben den beiden wunderbaren Livealben der Organic Music Society erschien Anfang dieses Jahres fast ganz unbemerkt Om Shanti Om, ein sehr intimes Album von Don Cherry aus dem Jahre 1976. Es wurde in den Studios des italienischen Rundfunks RAI für den Broadcast Incontro con Don Cherry als Soundtrack aufgenommen und wurde nun erstmalig als Album veröffentlicht. Eine freundliche Einführung auf italienisch leitet den Film ein und schon beginnen Don Cherry, Nana Vasconcelos, Gian Piero Pramaggiore und Moki Cherry sich einzustimmen. Das Studio ist mit den bunten Stoffcollagen von Moki Cherry ausstaffiert und die Musiker sitzen dazwischen in einer natürlichen Selbstverständlichkeit fast wie zu Hause und spielen sich mit einer wunderbaren Leichtigkeit durch indische, tibetanische, brasilianische und afrikanisch inspirierte Improvisationen, überspringen kulturelle Grenzen, als ob es sie nie gegeben hätte, schaffen etwas wie eine ganz selbstverständliche akustische Weltmusik mit fast kindlich spielerischer Neugier. Manchmal kommen sie schon in ihrer Intimität und Komplexität ganz nah an die Klangwelt der Codona-Alben heran und der Hörer bekommt eine leise Ahnung wieviel Vertrautheit und gemeinsame Spielerfahrung dennoch erforderlich sein werden bis dieser Meilenstein entstehen konnte. Eine entspannte Natürlichkeit ist Om Shanti Om eigen, eine humorvolle Präsenz in Studio, die schließlich im letzten Stück in Gastauftritten seiner Kinder Neneh und Eagle Eye kulminiert, die sich fast wie beiläufig in das Klanggefüge einklinken. Obwohl die Kamera mitläuft bleibt eine sehr stille, private Atmosphäre tragend und lebt von den kleinen Pausen und Wechseln, in denen spürbar wird, wie konzentriert die Musiker in der Musik präsent sind. Eine leise Reminiszenz an den so unbefangen scheinenden Klangmagier Don Cherry, dessen intensive und organische Improvisationen hier geborgen hypnotische Kräfte entfalten. Om Shanti.

 
 

Robert Plant and Alison Krauss – “It Don’t Bother Me”

 

What worked a treat at their first meeting continues to work now, with T Bone Burnett‘s production skills. A brilliant band, with sometime guests Marc Ribot and Bill Frisell, creates nuanced tension or percolates away discreetly as required. Intriguing the duo’s approach to English folk gems by Bert Jansch and Anne Briggs. No minor quibbles available, and one masterful song about death, love and escapism (like a lamento on our times) completes this outstanding collection of covers. Or, with the words of Janne Oinonen:

 

„Considering the surprise success of their first duo album, it’s not surprising that Plant and Krauss don’t mess much with the alchemic formula for this overdue follow-up. Even so, there is not a whiff of a cynical retread of old tricks during Raise the Roof, which manages the trick of coming across both sophisticatedly polished and winningly raw and in-the-moment.“

jlö
nlö

„I’m wheels, I am moving wheels
I am a 1952 Studebaker coupe
I’m wheels, I am moving wheels, moving wheels
I am a 1952 Starlite coupe
En route, les Souterrains
Des visions do Cody, Sartori a Paris
Strange spaghetti in this solemn city
There’s a postcard we’re all seen before
Buck wild-haired teens in dark clothing
With hands-full of autographed napkins
We eat apples in vans with sandwiches
Rush into the lobby life of hurry up and wait
Hurry up and wait, hurry up and wait
For all the odd-shaped keys
Which lead to new soap and envelopes“

Jklööä
hjlä

Mark: Kommen wir nun zum 5.1-Surround-Sound-Mix. Ich denke, das beste Wort, um Steven Wilsons Remix von „Beat“ zu beschreiben, ist: „transformativ“. Größtenteils bleibt er der Absicht und dem Zweck des Originalalbums treu – was so ziemlich seine Visitenkarte ist, wenn es um Surround-Sound-Remixe geht, was in den meisten Fällen eine gute Sache ist -, bringt aber durch die kreative Nutzung der Surround-Felder neues Licht und neuen Fokus auf die Musik.

Michael: Mehr Transparenz bietet auch die neue Stereo-Abmischung, also, die von 2016. Aber, ja, surround, bei aller Liebe zu King Crimson, nie habe ich die Alben der Band so intensiv gehört als in den letzten Jahren, und zwar fast durchweg in Surround. Manchmal schaue ich, ob Pia im Nachbarhaus ist, und wenn alles verwaist ist, hebt die Höhle ab. Nun ist „Beat“ sowieso ein gutes Album, mein Herz hängt, aus purer Verbundenheit mit meinen Irrungen und Wirrungen anno 82, besonders an „Two Hands“ und „Heartbeat“.

Mark: Und dann diese Wechsel aus Instrumentalstücken und Songs. „Sartori in Tangier“, schmerzhaft schön.

Michael: Hier, in dieser Quartett-Phase zwischen 1980 und 83 vermeidet KC alles, was sie in die Nostalgiefallen tappen lässt – eine verzweigte, aber klar definierte Ästhetik, und Überraschungen auf jedem Track.

Mark: Wie bei „Requiem“. Der Sound hüllt dich ein in eine virtuelle Decke aus „Frippertronics“, mit all diesen üppigen, hypnotischen, schwebenden Dauertönen, die dich umspülen und in diese Zen-artige Zone bringen, wie es nur die magischsten Musikproduktionen können. 

Michael: Zen-artige Zone? Okay. Das ist schon, wie sagt ihr Amerikaner, „mind-blowing“. Klar, alles ist Sound ringsum, und dann bildet sich ja aus dieser Ruhe eine Mords-Crescendo.

Mark: Ich kann es kaum erwarten, bis Mr. Wilson grünes Licht bekommt, einige von Robert Fripps Frippertronics-Alben in Surround Sound zu remixen! 

Michael: „Let The Power Fall“ ist mein absoluter Liebling. Und das in diesem Jahr rausgekommene Album „Leviathan“ von The Grid mit Fripps Schwebekünsten belegt ja, wie famos Frippertronics im Surround wirken können – pure Tranceinduktion! 

Mark: Zurück zu Beat 5.1: Die rockigeren und poppigeren Stücke wie „Neal and Jack and Me“, „Heartbeat“ und das wunderschöne „Two Hands“ profitieren besonders vom Surround-Sound-Mix, da Mr. Wilson im Allgemeinen die Hauptband und den Leadgesang in den vorderen Kanälen hält und die hinteren Kanäle für Harmonien, Spezialeffekte und andere charakteristische Klänge aufspart, die den Hörer umspielen. Zusammen mit einer wilden alternativen Instrumentalversion von „Neal and Jack and Me“, genannt „Absent Lovers“, fühlt sich Beat jetzt irgendwie voller an, zumindest für diesen langjährigen Crim-Fan.

Michael: So ist es. Und immer wieder wilde lyrics wie auf „Neal and Jack and Me“. Eine Verbeugung vor Jack Kerouac – und einem schönen alten Auto😅!

 


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