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2018 19 Nov

5 Klavierstücke

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Wenige Dinge sind so nervend wie die klassisch angehauchten Klimperstudien, die Unbegabte auf leidlich gestimmten Klavieren in grossen Buchhandlungen feilbieten. Und die Stirn legt sich durchaus in Runzeln, wenn ein Pionier des wilden Undergrounds der frühen Jahre, im hoffentlich langwährenden Lebensabend angekommen, zum Konzertflügel findet, und „Schubert“ sagt. Er sagt auch „Cage“,  er sagt auch „Gagaku“, und als letztes verweist er, angesichts seiner „spontanen Meditationen“, darauf, dass natürlich auch der wilde Underground zum emotionalen Gedächtnis zähle, welches diese 5 Klavierstücke mitgeformt habe, also sagt er auch „Can“.  Ernst Jandl war es schon immer suspekt, in welche Wallungen „Kulturbetreiber“ geraten, wenn sie sich salbungsvoll geben. In seinem Gedichtband „Die Bearbeitung der Mütze“ bekam der gute alte Rilke-Kult sein Fett weg, und, wenn man das im Vorfeld liest, was hier nun  an kulturellem Gepäck abgeladen werde, könnten „böse Zungen“ dichten: „Schubert schubst einen Stuhl um / Cage sitzt auch am Tisch herum / Alles ein wenig gaga und Gagaku / eins, zwei, drei / und dann noch Can, auwei.“  Nun kommen sie also bald heraus, die „5 Klavierstücke“ von Irmin Schmidt, die er auf zwei Flügeln gleichzeitig darbietet, wir haben einen Pleyel-Flügel vor uns, präpariert a la Cage, und einen Steinway (gerne möchte der Pressetext damit punkten, dass es ein hundert Jahre alter Steinway ist). Und dann höre ich also in aller Ruhe diese CD, die letzthin vollkommen unaufgefordert in meinem Briefkasten lag, und von der ich  mittlerweile auch wusste, und bald bestätigt fand, dass sie im Süden Frankreichs an einem belebten Badestrand der Cote D‘Azur aufgenommen wurde, so dass also Kindergeschrei und Wellenrauschen einen steten Klangteppich bilden, und der Pianist vergeblich versucht, mit manchem Schnack aus Kinderlied und französichem Evergreen  die Lauf- und Badekundschaft etwas ruhiger zu stimmen. Mehr gaga als Gagaku. Ab und zu schneit etwas von Schuberts Winterreise herein, und der Herr am Piano, der nun vollends vom Bar- zum Badepianisten mutiert, hellt die beim alten Franz herrschende Tottraurigkeit mit recht munteren Kapriolen und Triolen auf. Nehmen diese wertvollen Konzertflügel nicht Schaden, wenn man sie komplett in den Sand setzt? Nun, das mit dem Süden Frankreichs stimmt tatsächlich, ansonsten hat ein gewisser Gareth Jones in einem Tonstudio (oder einem zum Tonstudio umfunktionierten Wohnzimmer) das alte Handwerk von „close miking“ perfekt umgesetzt: jeder Pianoton hyperrealistisch, gestochen scharf, und das gesamte Werk spannend entspannend, eine wahre fesselnde Freude.  In manchen Repetitionen könnte man tatsächlich ferne Echos der auch heute noch seltsam rituell wirkenden Musik von Can ausmachen, aber das Betörende an dieser Aufnahme ist, dass eben nichts „heilig“ und „hehr“ wirkt, alles so herrlich „gepäckbefreit“ daherkommt. Klar, dass man nicht ständig im reinen Jetzt lauscht, und so kam mir, in einem dieser subtilen Can-Momente, eine Erinnerung an mein erstes Hören von „Tago Mago“, ein Bekannter fand es am Heiligabend auf seinem Gabentisch, und restlos begeistert an einem der Tage danach (umgeben von Weihnachtsgebäck und Kerzen im Dunkeln), wurden wir fortgetragen an einen fernen, fernen Ort, von den gnadenlosen  Rotationen des Schlagwerks,  und all den rätselhaften Sounds ringsum.

 

2018 19 Nov

Drive

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Ich mag Geschichten, die zu Entdeckungen von Büchern, Filmen, Schallplatten etc. führen, und deshalb erzähle ich diese: Irgendwann fiel mir auf, wie faszinierend Los Angeles als Filmkulisse ist – erwähnen möchte ich hier nur zwei Filme mit starken Hauptdarstellerinnen: Mulholland Drive (von David Lynch) und Starlet (von Sean Baker), und während ich daran dachte, gezielt nach Filmen zu suchen, die in L.A. spielen und ein bisschen recherchierte, entdeckte ich das Buch „Orte des Kinos. Los Angeles. Eine Stadt als Filmkulisse“ von Wolf Jahnke und Michael Scholten. In der etwas reißerisch verfassten Kurzbiographie von Wolf Jahnke wurde u.a. der Film „Drive“ als einer erwähnt, mit dem Jahnke sich gern nach L.A. versetzt. Ich recherchierte dann nur so viel, bis ich folgende Informationen hatte: 1. Driver, die Hauptfigur, arbeitet in einer Autowerkstatt, und außerdem als Stuntman. 2. Die Musik ist cool. 3. Fantastische Aufnahmen von L.A. und 4. Es handelt sich um einen harten, unterkühlten Gangsterthriller. Nr. 4 überlesend bestellte ich den Film und habe ihn innerhalb weniger Tage zwei Mal gesehen.

Selbstverständlich gibt es hier keine Nacherzählung des plots. Ich möchte nur den Blick auf wenige innere Mechanismen lenken. Driver, die Hauptfigur, hat noch einen weiteren Nebenjob: als Fluchtwagenfahrer (get-away-driver). Es gibt drei Autoverfolgungsjagden, und jede ist auf andere Art mit der Psychologie des Fahrers verknüpft, und dies macht sie interessant. Der Regisseur, Nicolas Winding Refn, hat übrigens keinen Führerschein, was ihn vielleicht zu einem anderen Blick auf Autos befähigt. Ich habe mir die Interviews mit Cast & Crew angehört, alle erzählten etwas über den Charakter, den sie spielten, nur Ryan Gosling, der den Driver spielt, wollte die Hintergrundgeschichte, die er zu seiner Figur entwickelt hat, lieber für sich behalten. Der Charakter des Fahrers ist der spannendste Aspekt in dem Film. Und, ungewöhnlich für einen Gangsterthriller, ein gelegentliches Abgleiten in Traumlogik. Die Bildübergänge (cuts) sind fantastisch gelungen. Übrigens spielt auch die rothaarige Chefsekretärin aus Mad Men mit. Frauen sollten sich allerdings auf einen klassischen boyz flick einstellen. Es gibt nur eine Lady, die einen coolen Auftritt hinlegen darf, und der dauert nur ein paar Sekunden.

2018 18 Nov

Lajlas Bestenliste 2018

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01. Joni Mitchell   Both sides now

02. Neil Young  Roxy tonite is the night

03. Julia  John Lennon

04. Cat Power  Wanderer

05. Sly & Robbie meet Nils Petter Molvær  Nordub

06. Hilde Marie Holsen  Lazuli

07. Brian Eno  Installations

08. Muthspiel  Where the river goes

09. Trygve Seim  Helsinki songs

10. Mikko Innanen  Daniel Sommer Duets

11. Art Ensemble of Chicago

12. Trilok Gurtu Solo

13. Peter Treichler  Campane tibetane

14. Luigi Battisti   Hegel

15. Nuova Campagna  Di Canto Popolare

16. Sergio Cammamiere  Mano Nella Mano

17. David Byrne  American Utopia

18. Funny van Dannen  Uruguay

19. Veli Kujala  Paganini Variationen

20. and forever Anton Bruckner Symphony Nr.9

 

 

 

 

Winter is coming. One of the finest song collections of recent months comes from a man who has seen a lot and something to tell, in his biography worth the time and every dime. But apart from that Jeff Tweedy, mastermind of Wilco, is about to release a „joyful, celebratory“ song cycle, at least, that‘s what George Saunders is writing in the album‘s accompanying essay. Well, joy!?

 

Maybe, if you take joy and interrogate it to the point where it forgets how to dance. „Warm“ is something else, tougher, but no less valuable. It‘s a tender manifesto of self-doubt, a shout fading into a murmur. It goes out as it comes in with a singer lost in a dark mantra. „I don‘t know“, he sings sounding just OK with it.

 

In 1968 The Kinks released The Kinks Are The Village Green Preservation Society, an album curiously closer in spirit to a by-gone era than to the more familiar rock ’n‘ roll preoccupations of the day. While his contemporaries were revolting in style or getting mystic, Ray Davies spent much of the summer putting together a concept album steeped in nostalgia for an ‚Olde England‘ of corner shops, custard pies and steam trains.

Ray Davies surely loves or would love one of the Go-Betweens‘ „evergreens“, the rural reflection of „Cattle and Cane“. After the insightful and captivating book of Robert Forster about  the story of his peculiar friendship with Grant McLennan, „Right Here“ is a very fine document of the band‘s history. It takes its time, and is not rushing through history.

 

Right Here opens with Forster walking down a country road, holding a guitar case, while a voiceover from his much younger self describes the band’s music as “like running water off thin white strips of aluminium”. A voiceover from co-songwriter Grant McLennan is, typically, much more practical: “We’re not a trendy band, we’re a groovy band, and I like that.”

 

Reviews on movies and books often make a big mistake. They are giving away too much of the stories told. This is ridiculous, but part of the game of telling the people „from an expert’s point of view“ what they have to expect. Now, everybody is a critic today, so, sorry to say, 80 percent of crime novel reviewers do a terribly bad job by mirroring plot lines instead of inner mechanisms. One alternative is shortness. Raw sentences. See the short look at Bill Beverly‘s bleak novel Dodgers. The other one is a spoiler-free essay, as the one written on the brilliant second season of The Sinner. And, yes, alternative 3: parallel reading adventures Mana-style. Take your time, winter is coming.

Das unvermeidliche Leichtsein

 

Die Straßen und alles, was auf ihnen liegt, fliegen hoch und lösen sich auf

ein Netz erhebt sich, als höbe es jemand hoch von der Erdoberfläche

das Spinnennetz, in dem die Erde dabei war zu sterben

und sie atmet, nackt, mit ihren frischen Narben

und überall Himmel

 

Orignal version: W.S. Merwin, in: The rain in the trees, 1988

Translation: Martina Weber

 
 

Auf dem Cover des Gedichtbandes „The rain in the trees“ (ich habe ein ehemaliges Bibliotheksexemplar aus den USA) finden sich eng aneinanderstehende Bäume mit silbrig glänzenden Stämmen, wahrscheinlich aus Hawaii, denn W.S. Merwin war inzwischen auf eine der Inseln gezogen, und er lebt immer noch dort und arbeitet jeden Tag an seinen Gedichten. Auf der Rückseite ist ein großes Portraitfoto von Merwin, der wohl um die 60 herum sein wird, mit leichten Locken, der Andeutung eines Lächelns und einem Blick vorbei am Betrachtenden. Das Gedicht ist, wie auch the archaic maker, dessen Übersetzung ich vor einiger Zeit hier postete, eines der ungewöhnlichen in diesem Band. Es ist eines der seltenen Gedichte, die ganz ohne Menschen auskommen. Es geht darum, einen neuen Blick auf die Welt zu entwickeln, einen anderen Blickwinkel. Alles von Menschen Gemachte löst sich auf (die Straßen und alles, was auf ihnen lag,), die Erde hat zwar Narben davongetragen, aber es schimmert eine neue Chance durch, unter dem Himmel, der im Schlussbild vollkommen präsent und unendlich ist, alles ist offen. Eine Befreiung. W.S. Merwin schafft es, in nur fünf Zeilen eine starke Stimmung zu erzeugen mit ungewöhnlichen, teilweise surrealen Bildern. Es ist viele Jahre her, dass ich dieses Gedicht entdeckt habe, aber ich denke oft an diesen Text. Und das Gedicht gehört zu denen, von denen ich wünschte, ich hätte es selbst geschrieben.

 

 
 

Dick Francis, „Forfeit“

Originalausgabe, 1968 (Michael Joseph Ltd.)

deutsche Erstausgabe: 1979 (Ullstein)
„Jede Wette auf Mord“

Gelesene Ausgabe: 1994 (Diogenes)
„Hilflos“

 

zu 1) Schnellblätterig

Nun ist es doch das Buch „Hilflos“ geworden, das Ich zur Manafonistas-Parallellese-Rennbahn führe. Dabei ist der Titel der deutschen Ausgabe nicht ganz treffend übersetzt. Immerhin hält der Diogenes-Verlag aber die Eigenart des Autors bei, jeden seiner Kriminalromane mit nur einem Wort zu betiteln. Dass dies hier ausgerechnet „hilflos“ ist, bestätigt meine These, dass es sich um ein archetypisches Geschehen handelt. Manch eine*r meiner drei Leser*innen wird sich an das fortwährende Auftauchen von „hilflos“ in Zürich erinnern. Hier ist es vermutlich bezogen auf die Hilflosigkeit der lungenkranken Ehefrau des Protagonisten, die er vor den Bösen in Sicherheit bringt, und auf seine eigene Befindlichkeit, nachdem er von ihnen mit Whisky abgefüllt worden war. Diese Szenen sowie eine Cobra-taugliche Autoverfolgungsjagd mit einem Pferdeanhänger machen diese Seiten zu den schnellstgeblätterten des ganzen Buches.

 

zu 2) Verfilmt

Regie: John Cassavates (er kennt sich mit Buchmachern, Gangstern und kranken Ehefrauen aus)

Hauptdarsteller (Sportreporter, Ich-Erzähler): Jürgen Vogel (dem ein Hollywood-Erfolg zu wünschen ist).

Filmmusik: an leisen Stellen das Quatuor Ebene (was vielleicht etwas zu snobby ist auf der Rennstrecke). Bei der kranken Ehefrau fällt mir gemeinerweise Dennis Hopper und Blue Velvet ein… Und als Titelmusik ist wegen der 2 gallopierenden Schlagzeuger „Shake Stew“ bestens geeignet; die Band des österreichischen Bassisten Lukas Kranzelbinder steht auch schon auf meiner diesjährigen Novemberliste.

 

zu 3) Hingeguckt

Das Buch ist unkompliziert und kann eigentlich überall gelesen werden. Da es klar geschrieben ist und immer schön chronologisch bleibt, kann man rasch zwischen Buchwelt und Blick über die Zugestiegenen in der U-Bahn hin und her zappen. An den Strand würde ich es nicht mitnehmen. Die anorektischen Gäule auf den nahezu 40 Buchtitelseiten wirken eher abschreckend als kontaktfördernd.

 

zu 4) Serienreif

Man könnte auch sagen, Francis habe die Eigenart, aus jedem bestimmten Sachgebiet eine Pferdegeschichte zu machen, den Ponyhofserien und Wendyromanen nicht unähnlich. Die Kritik ist allerdings unpassend: wer einen Tony-Hillerman-Krimi kauft, darf sich auch nicht beklagen, wenn Indianer darin vorkommen.

 

zu 5) Verwurstet

Lasagne auf der Speisekarte kommt bei Pferdefreunden nicht so gut an. Ich belasse es bei ein paar Käsecrackern mit den letzten Flaschen englischen Weines und wende mich der Tafelmusik zu. Was wir am Essen gespart haben, kommt der Musik zugute. Zugesagt hat die britischte aller britischten Sängerinnen: Anne Clark! Die Pferde fliehen in die umliegenden Wälder.

 

zu 6) Experte

Zwischen der amerikanischen Wettmafia und den englischen Kleinkriminellen liegen Welten. Aber es verändert sich viel hinter dem Rücken der Pferde; statt dem Glück der Erde findet man immer mehr und immer schlimmere Intrigen und Verbrechen. Als Experte der aktuellen Equikriminalistik habe ich den kalifornischen Journalisten und Cassavetes-Biographen Michael Ventura eingeladen, der sich im Buchmacher-Milieu ebenso auskennt wie in der Arbeitswelt der (Sport-)Journalisten.

Literatur-Hinweis: „If I was a Highway – Essays“.

 

zu 7) Klassisch

Der Roman ist altmodisch und deshalb zeitlos. Die Geschichte ist schon 100 x erzählt worden: ein Journalist deckt einen Wettskandal auf (in die TV-Tagesschau gelangt war diese Woche der SC Brügge wegen des Verdachts auf Wettbetrug) und bringt damit seine Familie in Gefahr. Das ist nett und solide erzählt. Nur der Pferde sind es mir zu viele, vor allem wenn ihr Lebenszweck darin besteht, jedes Wochenende im Kreis um die Wette zu laufen. Mit einem richtigen Pferd galoppiert man fast and furyous dem Abenteuer oder wenigstens der Sonne entgegen!

 

zu 8) Leseplan

Hier wartet schon etwas länger (dt. 2005) ein Taschenbuch mit den Maßen eines Ziegelsteines: „Ich bin Charlotte Simmons“ von Tom Wolfe. Sich auf Charlotte einzulassen heißt, auf absehbare Zeit nicht 5 andere Bücher mit zusammen rund 1000 Seiten zu lesen. Gelohnt hat sich das bei Tom Wolfe immer. Er ist ein Meister mit leiser Ironie erzählter, sich anschleichender Katastrophen. Für Sherman fängt das Fegefeuer der Eitelkeiten mit einer Panne beim Telefonieren an – zu spät merkt er, dass er am Telefon seine Freundin mit seiner Ehefrau verwechselt hat. Im Kuba-Exilanten-Miami (Back to Blood, 2012) erlebt ein junger Polizist, wie er vom Helden zum geächteten Verräter und von der Familie verstoßen wird, ohne dass er weiß, wie ihm geschieht. Es gibt Gemeinsames zwischen Francis und Wolfe: beide haben auch als Journalisten gearbeitet und das Pressemilieu beschrieben. Tom Wolfe’s erstes Buch hieß „The Kandy-Kolored Tangerine-Flaked Streamline Baby“. Das wäre ein schöner Name für ein Rennpferd.

 

2018 17 Nov

Verschwunden

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„Ich musste es tun.“

„Und du hast sie einfach verschwinden lassen?“

„Ja, nur so konnte ich sicher sein, dass niemand die Texte in die falschen Hände bekäme. Jetzt würden alle glauben, G. sei der einzige, der seinen Job gemacht hat.“

„Aber wieso …“

„Das wäre das Ende aller Pferderennen und Parallelwetten gewesen.“

„Mein Gott!“

 

(Dalli Francis, Verschwunden, OT: Missing)

 

Now this will always stick in memory. Once upon a time, in March 1982, the month of its release, ON LAND found its way to my little house in deep Bavaria, on a hillside, a quite desolate no-man’s land for a townie, but fitting well to the haunting atmospheres of the album. It has been a companion of awe and wonder ever since then, and I really installed this ambient speaker system in my living room. Though it was definitely a tiny, ugly and cheap third speaker, I loved that experience. Now we live in different times, and surround systems are no longer that expensive. Thus a quad or 5:1-mix would be easy going, and, for a record like ON LAND, a perfect option. But here we go, with the half-speed vinyl remaster that in fact sounds beautiful, opening up even more depths. At least that’s what I’m feeling, I’m surely not painstakingly comparing it with old pressings. And everybody who has the 2005 cd remaster can happily live forever with that one. Brian had worked on the album quite a while during his New York years, and I was living literally at the end of a world, in Bergeinöden (the name of the village, no pun intended), with great music (Jazz by Post had been my favourite dealer), hot love, drama, Neil Young in concert, weekend travels to Schwabing, my first Go-Betweens record, Cortazar books, my salad days of volleyball,  and no happy endings. But it was worth the trip, at least that‘s what I keep telling myself. Scary Monsters were all around, but somehow I  managed to remain in light. (m.e.)

 

 

 

 

I regard this music as environmental: to be experienced from the inside. Accordingly I considered releasing a quadrophonic version of it, an idea I abandoned upon realising that very few people (myself included) own quadrophonic systems.

However, I have for many years been using a three-way speaker system that is both simple to install and inexpensive, and which seems to work very well on any music with a broad stereo image. The effect is subtle but definite – it opens out the music and seems to enlarge the room acoustically.

In addition to a normal stereo hifi system all that is required is one extra loudspeaker and some speaker cable. The usage of this speaker in the three-way system is such that it will not be required to handle very low frequencies: therefore a small or „mini“ speaker will be adequate.

As shown in the diagram, the two terminals of the new speaker are connected to the two positive (red) speaker connectors on the amplifier. This speaker is located somewhere behind the listener – at the apex of a triangle whose base is formed by the original loudspeaker set-up. One of the unexpected benefits of this system is an increase in the usable listening area – almost any point in the room will yield good (although not necessarily „accurate“) stereo sound.

I arrived at this system by accident, and I don’t really know why it works. What seems to happen is that the third speaker reproduces any sound that is not common to both sides of the stereo – i.e., everything that is not located centrally in the stereo image – and I assume that this is because the common information is put out of phase with itself and cancels out.

More technically, the lower the impedance of the added speaker, the louder it will sound. If it is found to be too loud (although this rarely seems to happen), you can either insert a potentiometer (6-12 ohms, at least 10 watts) into the circuit, or move the speaker further away.

Nearly everybody has a story to tell with „field recordings“, that will always trigger the knowledge about some of the most adventurous sounds being „out there“. Some of those albums became famous, some very much stayed under the radar (very much like the spaces they had been exploring). Even the so-called well-known can easily turn into stranger things. By  chance, I once discovered an old album named „Trains in the Night“ beautifully capturing the sounds of old locomotives in England‘s vast hinterland, and the nature around. Listening to the compositions of artists like Jana Winderen or BJ Nilsen, is always a special experience. Is the howling of the wind real, or enhanced by electronics? How can someone „document“ sounds that cannot be be heard within our „normal“ range of perception? In a way the act of „cartographing“ distant areas includes sharpened senses, adequate tools – and inventiveness. When I was sinking, literally, into the „music“ of Jana‘s new record, I couldn‘t help but remember, in moments passing by, old sci-fi movies and books, but from minute to minute I was more and more drawn into the sounds themselves and forgetting my sepia-tinged nostalgia. Where-am-I-music of a rare kind. 

 
 
 

 
 
 

Michael Engelbrecht: There is quite a spectrum of records that look for an “underwater experience” on the open sea, from the famous whale singing albums to the virtual / imagined feel of Gavin Bryars‘ „The Sinking of the Titanic“, from new age to neo-classical, field-recordings… Can you speak about your early listening experiences that were somehow related with a topic you would explore later in your life? 

 

Jana Winderen: First of all, the experience of spending a lot of time alone in the forest when I was very young had profound influences on my relationship to listening and to what I am working on now. I also spent many hours with my grandfather out by the sea, and learned to appreciate and notice the smaller creatures and the ecosystems of which we are a part. Also the awareness of the algae overgrowth of the largest lake in Norway, Mjøsa, made a huge impression on me at an very early age. Later I decided to study to become a Marine biologist, though changed into visual art after 4 years and then later got into sound. 

I met Mike Harding, one of the directors in Touch, about 15 years ago, and I remember he gave me a pile of CDs to listen to over the summer. I particularly loved listening to Philip Jeck, BJ Nilsen and Chris Watson, which all later became good friends and colleagues. Through the use of sensors and contact microphones I became aware of hydrophones, and started to listen inside ice, ants’ nests and trees, under the ice and deep in the ocean. 

Listening and recording are preferably solo activities, since I need to concentrate and focus on finding the various species of fish and crustacea, and to listen to the variation in current, the distant roar of the water and to form a relationship with the environment. Lately I have also been recording with fishermen in the south of Thailand, who immediately start whispering when we turn off the engine, and do not send out stress vibes when we are recording for a long time – on the contrary suggesting to stay longer… I will go back and spend more time with them.

 

All these unheard sounds… generations of synthesizers have been striving for sound beyond the well-known. So, listening to your album, one is thinking from time to time: come on, this is at least shaped with electronic instruments… True or not? 

 

I have never claimed that I am not processing some of the sounds, but I am not adding sounds originated from the computer or instruments. All the sound I use is originated from recordings I have done. The sounds of the creatures themselves, the different species of fish, crustacea, seals and whales I try to clarify and make as good, clear and audible as possible. I would never start to tune a fish for example. 

But when I collage the sounds together, I would sometimes use the sound of rowing, the sound of wind and waves and stretch it in time and use some equalisation. There are also some manmade sounds in the compositions, like the seal-scarer audio device – it sounds like metal against metal. I included that since I want to talk about issues concerning the destructive use of these dangerous machines. I have included the sound of research ships, of military sonar and industrial sounds, even radio and morse signals I have recorded under water.

In recordings above our audible range, such as ultrasound, I slowed the recordings down, time-stretched them to make them audible to us; they will of course then sound very different than they do in the original frequency range, but it is to show us that there is also sound outside the reach of our perception, both above and below our capability of listening where other creatures are operating.

 

 

 

 

 

I think the recordings at the Barents Sea were not located to a single place or clearly defined frame of time. That said, you had to make artistic choices for the arrangement of the collected recordings. Is this the point were the composer takes over?

 

Sometimes I have been strictly using only sounds recorded from a particular river, or a particular glacier or site, for example ‚The Listener‘, which is from recordings from the River Orne in Normandy, or the piece I did for the project ‘Rivers’ at the AV festival in Newcastle; ‚Spawning Ground – from Coquet Head to the North Sea’ or ‚Rats – Byens hemmelige lydlandskap’ for Muchmuseet on the Move/Ny Musikk in Oslo – all related to particular places and recorded there. Other pieces are more imaginary travels but with recordings relating to that story, for example ‚The Wanderer‘, ‚Energy Field‘ or ‘Ultrafield‘. But they are based around a theme or an issue I wish to focus on and bring into the light. ‘Spring Bloom in the Marginal Ice Zone’ is recorded mostly in the Barents Sea and Arctic regions and the creatures you find there. The Bearded Seal´s hauling sound is recorded right there under the Sea-ice in the Barents Sea.

I would say that already out in the field when pushing record the composition process has already started; you make choices when you place the microphone or hydrophones, or ultrasound detectors in a certain place and start listening long before you record anything. Ideas start to form at this early stage. Its all down to the choices you make; even if you choose to leave the recording gear out by itself in the field, where you place it is a compositional choice.

 

I‘m quite sure you have seen BLUE PLANET 2, with the narrator David Attenborough and you have listened to the way Hans Zimmer has soundtracked the underwater scenery in the second episode, I think it had the title “The Deep Blue“. Too much “Hollywood“ in the score?

 

I wish that it had been more based around the very rich soundscapes you find underwater. Not just from all the crustacea, fish and mammals, but also of the distant waves, the movement of the water far out at sea – it sounds fantastic, when you are really listening. What sounds like there is nothing at first, after concentrated listening, move to several positions, listening at many different depths, you will experience  so much variety. And it will never sound the same. It would have been great if they dared to use this material, instead of composing with instruments from very different environments, like violin, brass and piano recorded in air. And what’s the point of talking specialised sound recordists at great expensive out into these places if you then drown their work with ‘music’?

 

There has been quite a development between the days of Cousteau and modern day technology to dive into the depths of the ocean. Working on this project, were there dangerous moments? Or what has been your state of mind while working so far out. From early expeditions to arctic regions to science fiction movies, angst, utter loneliness can be part of the trip. Is it more fitting to bring a clear scientific mind into play and leave behind the “Jules Verne-state of mind”?

 

I do not tend to feel lonely when out in the field, i feel at home and calm. There had been incidences, like when I lost the car key in a far away lake in a National Park, and it dropped a meter into the mud, and my mobile phone was locked inside the car, or when I realised I was far to close to an icefjord and risked being washed away any time or when I recorded too close to an avalanche on top of a glacier; I knew I was risking too much to get a good recording… that was stupid.

Usually I am with local people who know the environment or on expeditions where there is a very competent crew, so I would say more dangerous situations have been closer to home in the local forest when I have fallen into mud holes, or stepped through the ice, with only my dog accompanying me. But I learned from experiences at an early age to respect the forces of nature; I remember the struggle of walking on skis downhill in a snow storm to reach our cabin, or be out alone on a windsurfing board when suddenly the wind stopped and it started to thunder and I had a metal mast, or being stuck in a cabin for 4 days because of the wind. It is part of growing up. I guess I carry this with me. 

When working on Spring Bloom project my trip to the North Pole was quite scary though. Most of all because the people around me were so drunk. It was not, in my mind, a place to be unfocused and drunk, when the sea ice could rip open right through the tent at any moment. You need to be alert and awake. Another time I remember being in a zodiac among the ice flow in the Barents sea, when the fog came in and we no longer could determine if there were hungry polar bears nearby. Later that day I saw seal intestines on an ice flow full of seagulls and a huge polar bear slowly leaving the area.

I remember once, in Panama by the way, in a tropical environment, when trying to record in the virgin forest and a huge wasp came towards me; I quickly moved my gear out of the way, and stupidly distracted by a swampy area, I failed to notice the freshly-made large crocodile foot and tail prints in the sand right where we stood. I am not used to reading signs in a tropical environment as I am more accustomed to colder climates.

 

 

 

 

 

You have been documenting a zone of the ocean where the climate change already does its work, not for the best of our future. Is there a split between the trained scientist who delivers a scientific document of a dramatically changing part of nature and the adventurous sound searcher who can easily be overwhelmed by the “strange beauty“?

 

In 2006 I first recorded a glacier, Vatnajøkul in Iceland and I became aware of the massive sounds they make constantly when moving. Right after I went to Greenland to listen to the moving Icebergs in the Icefjord Kangia by Ilulisat, these recordings later became part of the release ‘Energy Field’ [Touch, 2009]. ‘Spring Bloom in the Marginal Ice Zone’ [Touch, 2018] is from an installation commission I did for Sonic Acts in Amsterdam in 2017. It was a 6 channel installation outside of the Muziekgebou. It is concerned with the Sea Ice, and the importance of the Spring Bloom in the area which the Norwegian politicians like to call “the Ice Edge”. And they like to think it is moving north so oil drilling can start in those higher latitudes.

Both scientist and artist working in this field often have the same engaged involvements, we are just looking and listening from slightly different perspectives. Of course with my science background it doesn’t feel like a split at all; we are working in the same direction, hoping to engage and awaken curiosity and knowledge. By the way – I feel more at home in those environments than I do in the centre of a city, where I get much more overwhelmed. Outside in the field I feel much safer and at home. I will say that the effect of the climate change is also very apparent in the tropics. For example, it has become harder to predict the weather conditions. I recently spoke to a very experienced fisherman in south of Thailand who told me it was becoming harder and harder recently to trust old signs of weather changes. It is shifting much faster these days.

 

What has been the intention of the “headphone mix“? It‘s not Kunstkopf, but obviously seems to broaden the stereo panorama, kind of …

 

This piece was originally made for and mixed on a 6 channel installation outside, at Muziekgebou in Amsterdam, I was sitting outside for 4 days to make it work there, so to make it into a stereo mix also on lower resolution, became something very different. When I was talking to Mike Harding about developing the idea for album release, he came up with the idea of doing two different mixes, which seems to have been appreciated. Its so great collaborating with Touch in this way; I think its been a huge advantage in developing my career and opening up ideas and opportunities. So we decided to make two different versions in stereo; one is mixed on speakers and one is mixed on headphones. In some ways this was the most time-consuming part of the production process; it took a lot of work to get it right where we were both happy.

 

Jana Winderen‘s website: janawinderen.com

2018 16 Nov

In Autumn

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Die ausgestorbenen Tiere suchen noch immer ein Zuhaus

die Augen voll Baumwolle

 

Jetzt werden sie

nicht wiederkommen

 

wie Sterne

 

bewegen sie sich ohne Erinnerung, ohne Gedächtnis

drehen sich um ohne einander nah gewesen zu sein klettern sie

Nichts Eine Wand

 

Stunden und ihre Schatten

 

Lichter spiegeln sich im Laub, hat nichts mit Abend zu tun

 

Städte

in denen ich leben wollte

 

 

Original version: W.S. Merwin, in The Lice

Translation: Martina Weber


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