Manafonistas

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Category: Blog

2020 25 Jan

Rosato

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Die meisten kennen Rosato. Er schreibt ab und zu comments hier im Blog. Die meisten Leserinnen&außen wissen aber nicht, wer er wirklich ist. Er ist mein Kobold. Gerne sitzt er auf der windabgewandten Schulter bei meinen Waldspaziergängen. Da vor allem habe ich Zeit für ihn.

Ich habe nie einen Ohrhörer eingestöpselt beim Herumstreifen in den Kiefernwäldern. Ich möchte dem Rauschen des Waldes zuhören, den wenigen Tierlauten und meinem Tinnitus. Rosato ist rücksichtsvoll. Er sagt wenig, stört nicht die Klänge und den Gedankenfluss. Wenn er fragt, macht er das flüsternd.

Ich habe eine Frage – begann er heute

Nur zu – sagte ich

Der Blog ist ja hoch interessant. Seit gestern suche ich nach anarchischer Heiterkeit. Kannst du mir helfen?

Das weiß ich nicht. Ich weiß nicht so recht, was du mit *anarchischer Heiterkeit* meinst. Am meisten erheitert hat mich – ich nenn es mal so – die Interpretation eines Grönemeyer-Songs. Leider finde ich sie nicht mehr. Ich weiß auch nicht, wer das geschrieben hat. Aber ob das *anarchisch* ist? Vielleicht sollte ich die Blog-Autoren fragen, ob sie bei der Suche mitmachen. Beim Schwammerl Suchen habe ich als Einzelgänger immer weniger gefunden als zusammen mit meinem Großvater, der übrigens nicht nur ein exzellenter Pilzkenner war, sondern auch einer der ersten Fußballer von Helmbrechts. Hier kannst du ihn sehen. Opa Hans kniet in der mittleren Reihe ganz links.

 

The Westway. London Fields. Battersea Power Station seen from the train on the way to Kent. Shadwell seen thru the window of a DLR train, under an indifferent sky. McDonald’s on the King’s Road, early evening in November. Powis Square in January sunlight. 3am „night safari“ around King’s Cross in mid July 2012, the madness and the law all around, dubstep vibe of the Subway restaurant at that hour, coffee and silence, Eurostar all the way to Avignon in 3 hours from St Pancras. Jamaica Road, Bermondsey. Trafalgar Square falconers: pigeon dispersal zone – 4 bronze lions, Spanish schoolkids climbing them, lion indifference under an indifferent sky. The Shard when it was still under construction. The Gherkin when it was still under construction. Electronics shops on the Tottenham Court Road. Turkish food in Dalston. Turkish coffee in Shoreditch. Chance meeting: outside LN-CC. I laugh. Coffee at Nico’s on Westbourne Grove (is it still there?). Weird dilapidated mansions at Kensington Palace Gardens sometime last decade, before the real money moved in. Brick Lane, graffiti on doors on Fournier Street. Getting off a bus at the wrong stop in the Murder Mile, Hackney and not getting murdered: it’s calm, hipsters walking past with „2013 beards“ even though it’s 2014. The Ikea advertising on the plastic wallet they give you for your Oyster card. The M&S food outlet that used to be Damien Hirst’s Pharmacy restaurant.

Before [Pharmacy]: http://damienhirst.com/exhibitions/projects/1998/pharmacy-restaurant

After: [M&S Simply Food] https://goo.gl/maps/OzwEP

I think I bought a cake there. Reduced price.

Karl Marx’s ridiculously extravagant grave in Highgate Cemetery, someone had left an orange on it. William Friese-Greene’s grave at the same skeletonyard. Ghosts. Ghosts in the cafe in Brockwell Park. Spirits. Everywhere, every day.

London, England, not a city I know, much: but I like the fragments I’ve seen.

 

Dem Tag in der Abenddämmerung einen Filmttitel geben. „Endstation Sehnsucht“ vielleicht. Für Fortgeschrittene empfiehlt es sich das Erlebte im Laufe des Tages, sozusagen simultan, in ein Musical umzudenken: welche Lieblingslieder passen gerade haargenau ? Und wer singt mehr; die Menschen die Dir begegnen oder aber Du selbst ? Je spontaner die Ideen, desto besser.

 

 

 

2020 23 Jan

Radiotipp

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Am morgigen Freitag, den 24.01.2020 von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr im JAZZBRUNCH des Freien Radio Stuttgart soll es, wie man munkelt, für die Tageszeit musikalisch recht wild zugehen, wenn Jazz auf Weltmusik trifft. Am Mikrofon moderiert unter anderem auch unser lieber Gregor Mundt. Dass der zu einer erlesenen Musikauswahl beitragen wird, die das Qualitätsniveau des Durchschnittlichen weit übersteigt, davon ist (wie schon jüngst bei seinem Jahresrückblick) erneut auszugehen …

 

Infos zur Sendung

 

2020 22 Jan

Serieller Humor

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Eine kleine, spontane Betrachtung von Fernsehserien unter dem Aspekt des Humors scheint lohnenswert, auch wenn sie vorerst lückenhaft bleiben muss. Es ist aber gar nicht so einfach: zählen beispielsweise auch die feinen Nuancen des Schwarzhumors dazu? Dann nämlich käme es zu einer Vielzahl und diese Rubrik wäre prall gefüllt. Fangen wir also an mit dem Subtilen und nehmen hierbei die Gelegenheit zur vergnüglichen Rückschau wahr. Es war gewiss nicht Friedemann Schulz von Thun, auch niemand aus dem Hause Thurn und Taxis, vielmehr der lobenswerte, höchst erfolgreiche, tiefsinnige und prägnante Ferdinand von Schirach, der unsereins mit seinem Statement, das wirkliche Leben zeige sich ja immer erst in der Rückschau, ein zutiefst zustimmendes „Genau!“ entlockte. Wo also waren wir gewesen, als wir wiedermal nicht Musik hörten, noch Bücher lasen, sondern Serien schauten? Es beginnt mit Fargo – die Staffel Eins für mich besonders gelungen. Hierzulande nicht im Streaming, trotzdem gut war Justified. Erstklassig auch Breaking Bad, ebenso die daraus entwickelte Weiterführung bzw Parallelgeschichte Better Call Saul. Gut sind auch Sneaky Pete, Dr House und Glow. Aus England kommt viel Witz: Detectorists, Fleabag, The End of the f***ing World. Und dann dieser Mann, dessen Frau starb und der seinen Hund über alles liebt, gespielt in der Serie After Life von einem Schauspieler, der auf die Frage, woran er denn glaube, wenn nicht an Gott, nach kurzem Zögern konterte: „An Hunde!“ In jüngster Zeit war dann auch The Marvelous Mrs. Maisel von verblüffender Qualität und zählt zu den Serien, die staffelweise immer besser werden, on top was number three. Aber was ich momentan schaue, das ist die Krone des Vergnügens, zu genial. Lauthals wird gelacht, nicht nur vornehm geschmunzelt. Bis die allerletzte Episode daheim verköstigt wurde, bleibt das aber geheim. Denn über alle Staffeln, die wir noch nicht zu Ende geschaut haben, müssen wir schweigen. Das wusste ja schon Wittgenstein. Oder war es von Thurn und Taxis?

 
 

Positiv: die empor rankende Pflanze ist gar kein Lorbeer, sondern Efeu. Negativ: mit dem Kränze flechten wird es also vorerst nichts.

 
 

Es gibt ein Bonmot, das ich aus einem bitterbösen Sketch Bruno Jonas‘ kenne. Es ist auf irgendeiner meiner Festplatten oder CDs. Ich finde die Datei einfach nicht. Sollte ich einmal darüber stolpern, werde ich sie nachliefern. Nach meiner Erinnerung lautet ein Satz sinngemäß: „Jo, der is scho a Lehrer, abba koa Pädagoge“. Was mit Pädagoge genau gemeint ist, wird freilich nicht definiert. Wahrscheinlich bildet eine professionelle Ausbildung die Grundlage. Wie die aussieht, weiß ich nicht, denn ich habe keine erfahren.

Im 8. Semester der fachlichen Ausbildung waren die students verpflichtet, eine Vorlesung an der LMU zu besuchen. Man hatte die Wahl zwischen *Psychologie* und *Pädagogik*. Ich wählte *Pädagogik* und hörte ein Mal in der Woche eine Vorlesung über Philosophen und Pädagogen der Antike. Eine schriftliche Prüfung musste abgelegt werden. Es wurde Platons Höhlengleichnis abgefragt.

Eine Schulstube kann eine Höhle sein, manchmal eine Hölle für Schüler wie Lehrer. Damals konnte es mir schon den Schweiß auf die Stirn treiben, wenn mir auf dem Weg vom Bahnhof Icking zu meiner Bude die Schüler des Gymnasiums nach Schulschluss entgegenkamen. Ich war total unsicher, ob ich mich zum Lehrer eigne und vor Schulklassen bestehen kann. Ein Jahr bevor ich in Icking auszog, ließ sich Klaus Doldinger in Icking nieder.

Bevor ich letztlich in Kronach „eingeschult“ wurde, gab es noch die 2-jährige pädagogische Ausbildung im Studienseminar. Kurzes Fazit: was ich den beiden music teachern abschauen konnte, führte zu diesem Statement: so wie die, mache ich es auf keinen Fall. Eigentlich war deren Aufgabe die Vermittlung fachlicher Kompetenzen im Bereich Methodik und Didaktik des Unterrichts.

Aber es gab sehr wohl auch eine pädagogische Ausbildung. Einmal die Woche fand eine Fachsitzung in Pädagogik statt. Ein gutmütiger GymProf des Faches Latein las mit leiser monotoner Stimme aus Fachzeitschriften vor. Rückblickend war es ein Erleben früher Ambient Music. Ich brachte das Kunststück fertig, mit offenen Augen zu schlafen.

Ich betrieb fast ein Vierteljahrhundert Trial-and-Error-Pädagogik. Die professionelle Pädagogik holte mich im Jahr 1994 unerwartet ein. Da wurde mir aufgebürdet, den Job des Seminarlehrers Pädagogik auszuüben. Nach einigem Hin und Her sagte ich zu, ich wollte nicht kneifen. Aber bevor es losging, war es schlimmer, als Ickinger Gymnasiasten im Gegenstrom nahe des Bahnhofs zu begegnen. Ich hatte wochenlang massive Schlafstörungen. Kein Wunder, denn ich hörte jahrelang im Raucherabteil des Lehrerzimmers, in dem sich eine andere Sorte von Lehrern traf als im rauchfreien Bereich, viele Referendare abfällig kritisch über die Fachsitzungen in Pädagogik und Psychologie sprechen. Und ich? Meint ihr, ich komme daher wie der Große Zampano und alles wird gut?

Ich habe erstmals pädagogische Fachliteratur gekauft und durchgepflügt. Es könnte 1998 gewesen sein, da gab es erstmals im Angebot der VHS Kronach einen Flirtkurs. Irre! Ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Nein wir haben nicht den Kurs besucht. Ich habe in der ersten Stunde mit den Seminaristen nach der Begrüßung gefragt, ob jemand Lust hätte, den Flirt-Kurs der VHS zu besuchen. Mit dieser Frage hatte niemand gerechnet, aber die Diskussion begann, und es war witzig zu beobachten – ich machte das ja öfter über die Jahre – wie unterschiedlich lang es dauerte, bis die Semis auf die Analogie kamen, die auf die Frage hinauslief, „ist man zum Lehrer geboren, oder ist es erlernbar, ein guter Lehrer zu werden“.

Die Aufgabe hat mich viel Energie gekostet, weshalb ich 3 Jahre in Teilzeit arbeitete. Nun kann man Teilzeit nur mit guten, amtlich akzeptierten Gründen beantragen. Ich konnte wegen meines Jüngsten familienpolitische Gründe anführen. Ich hätte ja gerne „wegen der Scheiß-Pädagogik“ als Grund genannt. Aber der stand nicht zum Ankreuzen zur Verfügung. Trotzdem bin ich dankbar, denn sonst wäre ich NICHT auf Friedemann Schulz von Thuns Buch Miteinander reden gestoßen.

Immerhin findet man bei YouTube zahlreiche Videos, die Thuns Konzept erklären. Ich habe solange gesucht, bis ich eines fand, das mir persönlich zusagt. Hier bitteschön kann man sich Thuns Modell erklären lassen. Was ich entscheidend daraus lernte, ist die Wirkung von ICH- und DU-Botschaften, die eng mit der Appell- und Beziehungsebene verknüpft sind. Fehler hab ich trotzdem noch gemacht, z.B. mit meinem Jüngsten, zwar nicht in der verbalen Drastik, die ich jetzt als Beispiel anbiete: „Das musst du anders machen, stell dich nicht so deppert an. Das geht nämlich so, ich zeig’s dir mal“. So etwas hat praktisch nie funktioniert, nur zu Konflikten geführt.

Das Konzept ICH-Botschaft geht vor DU-Botschaft ist besser, und es kann wirklich gut funktionieren. Die Chorprobe am Freitag nach der 6. Stunde fand gewiss nicht zum günstigsten Zeitpunkt statt. Ich hatte nur Freiwillige im Chor, immerhin 30 bis 40 Sängerinnen und Sänger. Aber oft genug gab es verschwätzte Grüppchen, störend, klar! „Seid doch ruhig“ war abgedroschen und wirkungslos. Ich hab es mal so probiert: „Leute, ich habe das Gefühl, dass ihr mich ärgern wollt“.

Unweit des Thunschen Kommunikations-Konzepts hält sich das Hamburger Verständlichkeitsmodell auf, zu dem auch von Thun seinen Betrag leistete. Gut erklären können ist bestimmt essentiell für wirksames Lehren und Lernen. Ich hatte einen Mathe- und Physiklehrer in der Mittelstufe, der brillanten Frontalunterricht ablieferte, spannend, rhetorisch vom Feinsten und vor allem konnte er erklären, dass uns die Schuppen nur so von den Augen fielen. Raffiniert war er auch, im schülerfreundlichen Sinn. Bei der ersten Mathe-Schulaufgabe, die wir bei ihm schrieben, sagte er gleich zu Beginn „wundert euch nicht über die krummen Ergebnisse“. Ich weiß, dass ich in solchen Fällen immer einen Fehler vermutete, ihn suchte, dabei Zeit verlor, die für die anderen Aufgaben nötig gewesen wären. Ok, beim Mathe-Meyer kam halt 271/313 raus und nicht 2/3 – und gut wars. Bei einer Physik-Schulaufgabe – die Parallelklasse, die den Meyer nicht hatte, hielt sie für hammerschwer – gab es 7 Einser, noch mehr Zweier, die schlechteste Note war 4. Leider blieb der Mathe-Meyer nur für 1 Jahr am Gymnasium Münchberg, dann suchte er das Weite aus dieser verlassenen Gegend.

 

Wer nicht eingeschlafen ist, kann hier einen fulminanten Abschluss abholen.

Oh, eigentlich soll es hier losgehen … nämlich bei 6:00 und nicht von vorne. Das klappt, wenn man die rechte Maustaste betätigt und *Öffnen in neuem Tab* wählt.


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