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It is with great sadness that we share the news of David Darling’s passing. David leaves us with a rich legacy through his music, his teaching and his spirit. He touched all of us deeply and impacted the lives of so many around the world, inspiring us to find and express the creative spark within.

(daviddarling.com)

 

 

Der tätowierte Schamane mit Fellmütze sitzt am Küchentisch, als ich nach Hause komme, Beine hoch, Fellschuhe auf dem weißen Esstisch neben der Butter, starrt er mich schweigend an. Sprachlos und schwindlig vermeide ich Blickkontakt, habe andere Sachen zu erledigen. Käfig, Rad, Hamster. Hier ist ein Stückchen Käse zum Knabbern. Einfrieren, dann kann ich später davon essen. Der Keller wird neu verkabelt. Das schwarze Plastik der alten Glühbirnenfassung zerbröselt zwischen den Fingern. Der Boden bebt, Krach rührt mich durch, fügt sich in die Musik ein. Ein Einkaufszettel liegt auf dem Küchentisch, in Schreibschrift stehen Grün, Gedankenformen und Transzendentale Wellen darauf. Ob ich Plansprachen darunter schreibe? Eisiger Wind um meinen Mantel, Schnee fällt von der Küchendecke und bedeckt die Fellmütze mit einem feinen feuchten Film.

 

 
 

Heute die vorletzte Infusion. Station 6B, Zimmer 602. Keine Besucher in diesen Zeiten – die meist gehörten Alben, Enos „Film Music (1976-2020)“, James Yorkstons „The Wide, Wide River“, Grandaddys “Wooden Piano-Version“  von „The Sophtmore Slump“ (auch so eine Lieblingsstimme), sowie, for sentimental reasons, via spotify, „Volume One“ von Barry Gibbs countryfiziertem Stromern durchs Songbuch der drei Brüder. Dezente Regression im Dienste Des Ichs: „Kobra Kai 3“. Sowas brauche ich manchmal. Und, wie herrlich ist das denn, „This Country“ (jetzt gerade die dritte und letzte Staffel). Das 3:1 des BVB in Leipzig tat auch gut. Verglichen mit all den Viren und Dingen die einem derzeit, mitunter auch unerwartet, das Leben kosten können, ist meine Sache vorrangig lästig, einfach nur doof, und erfordert etwas Geduld. Nicht gerade meine Stärke. (Bitte keine Genesungswünsche, wird schon!) Einige Manas haben ja schon Zustimmung signalisiert, wie wir, mal etwas anders, den Rückblick auf unsere faszinierendsten Alben des Jahres 2021 angehen können. Da wird es ein kleines Gedrängel geben, Ende Januar, voller Vakanzen. Von den Neuerscheinungen hat mich James Yorkston & The Second Hand Orchestra (Domino Rec., VÖ: 22.1.2021) schon vollends gefesselt. Ein sicherer Kandidat. Nun kenne ich den schottischen Folksänger schon lange, und er versteht es unaufhörlich, Horizonte hinter seinem angestammten Genre zu öffnen. Fabelhaft ist ihm das auch mit seinen schwedischen Freunden gelungen.

 

Eine texturorientierte Produktion – mehr feines Gewebe als kristallin aufgezeichnete Einzelinstrumente – berückende Gesangslinien, stets für überraschende Abzweigungen offen, und all die anderen Stimmen, die sich intuitiv dazugesellen. Grosser Zauber – man höre sich nur den Song Struggle an. Zudem hat das Album mit seinen sieben Songs eine unschlagbare Sequenz, und leistet sich den Luxus, mit einem down-tempo-Lied zu enden, wo sonst gerne Erlösung, Aufschwung und good vibrations platziert werden. Der erste Vers: „All of my friends are solitary creatures.“ Und, um die Ausgangsfrage zu klären: wer hat gesagt, hier würde heute die Sonne scheinen? Ulrike, die Meisterin des provencalischen Lammbratens!

Ich glaube, er war einer der  besten Freunde, die ich je hatte, auch, wenn wir nur gute zwei Wochen zusammen waren, in einem luxuriösen Hotel, abgelegen, auf Mallorca – der damalige  Minister Schiller drehte seine Schwimmrunden mit seiner Affäre, ohne von Paparazzis behelligt zu werden, und  Mario Adorf tauchte mit Lex Barker auf. Ich erzählte das schon einmal, aber diese Story führt woandershin. Ich las Albert Camus‘ „Die Pest“, liebte die schaumige Milchsahne auf dem Kakao, und zu den vielen Parallelwelten, zwischen denen sich Teenager leichtfüssig bewegen können, zählte die tägliche Freude, Morgen für Morgen Peter zu treffen, und stundenlang mit ihm das Tischtennisbrett zu besetzen, oder am Swimmingpool zu liegen. Er gehörte zur österreichischen Judonationalmannschaft, was ich weniger aufregend fand, als die Tiefe meiner freundschaftlichen Gefühle. Obwohl ich in meinen damaligen bisexuellen Träumen auch manch hübschen Jungen begehrte, fehlte mir jeder Anflug von Lust. Verlieben tat ich mich sowieso nur in Mädchen. Er war ungefähr sieben Jahre älter als ich, 21, und erinnerte mich vielleicht, aber nur  sehr entfernt, an eine alpenländische Version meines Traumgefährten „Okko“, mit dem ich nächtens die aufregendsten Abenteuer in über Jahre wiederkehrenden Serienträumen erlebte – er kam stets in höchster Not, und bereitete jeder Traumsequenz zwischen Karl May-Gefilden und „Am Fuss der Blauen Berge“ ein Happy End. Aber was war das nun mit Peter: sah ich in ihm den idealen älteren Bruder? Unsere Gespräche waren, so weit ich mich erinnere, auch ganz normale Jungsgespräche, ich mochte ihn wohl einfach von Herzen gern. Vielleicht haben wir über die Beatles gesprochen, aber nicht über Camus.

 

Ich hatte dort, in diesem behüteten Urlaub, keinerlei Musik dabei, dafür sah ich in kurzer Zeit ein paar Menschen, die ich aus dem Fernsehen kannte, auch diesen alten englischen Schauspieler, dessen Name mir entfallen ist, und der sich Jahre später wegen Depressionen das Leben nahm. Meine Mutter erzählte es mir, und ich sah wieder seinen leicht gebeugten Gang vor mir, und etwas Verlorenes in seinem Blick. Wo war Emma Peel – das wärs gewesen, vielleicht hätte Peter ihr ein paar Griffe gezeigt, und sie mir! Die Musik in diesem Paradies war die Musik einer älteren Generation. Neben dem Süssholzraspler am Klavier, der abends den Cognac und die Longdrinks der Barhocker untermalte, kamen aus den Lautsprechern ausschliesslich Evergreens, die schon immer Evergreens waren, von Neil Diamond oder Frank Sinatra. Ich denke, auch von Paul Anka und Neil Sedaka. Und ganz vorneweg James Last, die deutsche Ausgabe der Ray Coniff Singers. James Last, der alles weich verpackte, von den Chansons bis zum Jazz, von Hippie-Musicals bis zu dem Fab Four. James Last hätte auch aus „Paint It Black“ eine Schmonzette für angetrunkene Mann-im-Mond-Sucher aus dem Ärmeln seines Orchesters schütteln können. Soziokulturell hatte dieser früh erblondete Arrangeur fleissig an Traumkulissen im Wirtschaftswunderland gezimmert. Ich war aber nur in  meinen Hintergedanken ein resistenter Hörer. Von den altmodischen Hits (einer liegt mir auf der Zunge, „Spanish Eyes“, oder heisst er „Spanish Harlem“) liess ich mich gerne einwickeln. Auch die jungen Bee Gees wären nicht weiter aufgefallen.

2021 9 Jan

When Music Is Sailing

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In seiner Neujahrsansprache hat der Inselpräsident der Kanaren, Angel Torres, aus dem Werk des kanarischen Schriftstellers, Benito Perres Galdós, zitiert: „Alles segelt, alles ist ein stetiger Kampf, eine große Aufwengung von Mühe, Kunst und Mut, um nicht zu ertrinken.“ Es war eine große Rede, die er an sein Inselvolk hielt. Das Ausbleiben der Touristen führt zu zunehmender Arbeitslosigkeit, gleichzeitig muss der Flüchtlingsstrom aus Afrika bewältigt werden.

Nun gibt es zum Glück auch Wunderbares aus der Atlantikwelt zu erzählen. Auf der Nachbarinsel La Gomera gibt es eine Piano Bar, die dem Lockdown zum Trotz geöffnet ist.

„Well I went to a dance and I wore out my shoes, wake up this morning  wishing I could lose them jumpin‘ the honky tonk blues …“ (Hank Williams)

Als ich am späten Abend in die Bar ging, hatte ich die Vision, dass gleich John Prine auf die Bühne jumpen würde. Ich staunte nicht wenig, als offensichtlich eine Französin, klein, zierlich, erotisch die Beinchen hob und „La vie en rose“ sang. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, dass ich von der hohen, kulturellen Luft abgehängt war. Die Chansonsängerin beherrschte den französischen Poesiekanon très bien. Valéry, Rimbaud, Villon. Ich war von ihrer koketten Performance begeistert. Begleitet wurde sie, klassisch, wie andere grosse Musikerinnen, vom Mann am Klavier. Urplötzlich sprangen zwei Musiker auf die Bühne, der eine mit Klarinette, der andere umklammerte eine Trompete. Und dann swingten sie los. Umwerfend der Sound, den sie aus New Orleans mitgebracht hatten oder aus Französisch Neuguinea oder von den Kapverden. Auf der Bühne herrschte ein klein orchestraler Trubel. Mit ihrer Spielfreude steckten sie das eher verhaltene Publikum an. Was für ein musikalisches Feuerwerk an diesem denkwürdigen Sylvester Abend.

Am Neujahrstag wanderte ich zu der Stelle, wo Teile des Bergmassivs abgebrochen waren. Unterwegs begegnete ich dem Klarinettist vom Vorabend in der Piano Bar. Wir kamen sofort ins Gespräch.

Und jetzt erzähle ich von dem anderen Segeln.

Anton Kerkof war mir in dem Club wegen seiner lässigen Spielfreude und seinem fröhlichen Lachen aufgefallen. Er war perfekt an seiner Klarinette. Die klaren Töne erinnerten an Windwellen, die mit ihrer eigenen Geschwindigkeit aus dem Instrument sprangen. Ich teilte Anton diese Assoziation mit. Er lachte und meinte: „Oui, c‘ est juste. Je vie sur un catamaran avec des autres artistes.“ Der Trompeter von gestern Nacht sei der Kapitän. Sie besegelten seit einigen Jahren die fünf Ozeane und spielten an Bord oder wo immer sie anlegten.

 
 

 
 

Anton lud mich spontan ein, am Abend zu ihrem Sonnenuntergangskonzert zu kommen.

Und dann entdeckte ich SIE. Was für eine ferne Sehnsuchtsstimme wehte denn da rüber zu mir? Wer sang da mit rarer Stimme so schön den alten Jazz? Wer war die Frau, die so leicht über ihr Waschbrett strich? Ich war hin und weg.

Anton entdeckte mich in der kleinen Ansammlung und schenkte mir seine CD. Das wären also die Honky Tonk: Hot Jazz and Stompy Blues by Sail. Die Musikerin mit der „slinky, supple voice“ heißt Leonie Evans.

Leonie kommt aus London und ist in der weltweiten Musikszene bestens bekannt. (Leonie Evans at All About Jazz). Sie ist eine echte Musiknomadin. Für mich eröffnet ihre Stimme gewaltige Räume: Old English Highlands, Dust Bowl, Great Plains oder New Orleans mit dem „big easy“. Very, very moving.

Anton erzählte über die Zirkusmädchen, die auch an Bord waren und dem Maler, der dieses wundervolle Künstlerprojekt auf See organisiert. Er selbst wolle noch eine Weile mitsegeln, es mache ihm so viel Spaß, noch ein bisschen „out of  the nest“ zu sein. Genauso heißt das neue Album seiner Band in Brüssel. Das sind die berühmten „Blue Mockingbirds“.

Wer jetzt noch eine neue Erzählung will, der öffne die Website der Blue Mockingbirds und komme so richtig ins Swingstaunen.

 

Heute stellte Alex Petridis in „The Guardian“ Barry Gibbs‘ neuem Album in einer Vier-Sterne-Besprechung ein feines Zeugnis aus, über das man sicher hier geteilter Meinung sein wird. Ich fand ihre Songs  mal kitschig, mal ergreifend, mal  beides zusammen, und, ab und zu auch grossartig. Echte Melodienfinder, old school.

Saying they’re among the greatest songwriters of their era is factually accurate but still feels weirdly transgressive, as if you’re defying perceived wisdom. You never see Odessa or Main Course or the Saturday Night Fever soundtrack in lists of the 100 best albums ever, which is where they belong.

Ob die bei mir so hoch landen würden, wohl nicht, „Odessa“ ist für manchen ein barockes Pop-Meisterstück, und den Soundtrack von „Saturday Night Fever“ genoss ich in jungen Jahren (was ich davon aufschnappte) eher heimlich, ich mochte diesen geschniegelten Travolta nicht, und auch bei  Olivia fing ich kein Feuer. Und dann war ich nicht mal Disco-Fan. Aber „Saturday Night Fever“ ist ein ziemlich tolles  Album.

Das in strahlendes Abendsonnenlicht getauchte Cover von „Greenfields – The Gibb Brothers Songbook Vol. 1“ wird ein übriges tun, manchen abzuschrecken, aber hier, in einem Umfeld von Nashville  und Country, und in Duetten mit Jason Isbell, dem Rawlings-Paar, Dolly Parton, u.a., kann ich mich wiederum etlichen Songs nicht entziehen. Manches ist reduzierter, und platziert vertraute Originale in ein anderes, gar nicht so sonniges Licht.

So finde ich etwa das Duo des letzten Gibb-Bruders mit Allison Krauss, „Too Much Heaven“,  restlos unwiderstehlich, und würde es am liebsten platzieren in einer meiner nächsten zwei Zeitreisen, tief in der Nacht, zwischen zwei Songs aus Nick Caves „Idiot Prayer“. Aber geht das, ohne dann, zumindest im Nachhinein, irritierte Hörer zu besänftigen, die meinen könnten, ich würde  wohl kurzfristig im völlig falschen Film unterwegs gewesen sein? Dann doch lieber Coltrane und Davis 1961 in Stockholm, im Sandwich von Caves Solopiano-Songalbum? Oder nicht? Oder doch? Ein Fall von coincidentia oppositorum?

 

„Should never have left the crystal lake
For areas where trees are fake
And dogs are dead with broken hearts
Collapsing by the coffee carts
The crystal lake it only laughs
It knows you’re just a modern man
It’s shining like a chandelier
Shining somewhere far away from here“

 

Do you remember The Department of Disappearance? No? That overlooked treat. What I love about the songs of his maybe second best album, is their dreamy atmosphere, they create a space to vanish into them. „Dept. Of Disappearance“, the perfect title for this kind of escapism. And, right on, there are lovely moods, great noises, funny breaks, playful keyboard arpeggios, a slightly drunken Chopin quote, catchy lyrics, vintage synthesizer sounds and all. Almost everything played by Grandaddy’s mastermind himself. Nearly every song is telling a story about death, and dying. Not in an existenzialist way a la John Cale’s „Music For A New Society“ or Neil Young’s „Tonight’s The Night“. More playful, uplifting. Full of wonder, but never in a naive way. Thanks god, there’s fucking no one being soaked up by some golden light. In the last song, „Gimme Click, Gimme Grid“, Jason Lytle closes this beautiful album with a childhood memory, and another way of disappearing.

 


Material  for Research & Wonder:
Max Porter: Trauer ist das Ding mit Federn  / Tunng: … presents Dead Club (now relisted, my album of 2020) /  Dead Club: The Podcast / Jason Lytle: Dept. of Disappearance / Grandaddy: The Sophtmore Slump with The Wooden Piano / Ulrikes Merettichsuppe mit kandierten Maronen / Flambierter Provencalischer Lammbraten mit Auberginen, Zwiebeln & Zucchini  / „The majority of critics mistook Richard  Brautigan‘s  economy of means and minimal style for slightness, his humour and playfulness for irresponsibility. In reality, his books are particularly sombre, centering on decay, disfigurement and sadness. Paradoxically, he elevated the spirits of his readers“  (Brian Morton, How Hippies Got Hooked on Trout Fishing in America, in: The Times Higher Education Supplement, 16.Nov. 1984; zitiert nach John F. Barber – An Annotated Bibliography)

 

Wir  segeln hier unterm Radar von Twitter, Instagram oder Facebook. Eine kleine Schar von Lesern, eine Freude, sie unter uns zu wissen, ab und zu ein neues willkommenes Gesicht, und ab und zu, sehr selten, hinterfotzige, anonyme Kommentare. Der widerlichste, den ich je bekam, war von der „doppelten Clara“ aus Neumünster, selbstgerecht, moralinsauer (noch mehr desselben? gerne!), calvinistisch, anmassend, spaltend, feige.  Mit friesischem Ökoteegrosstantenkorsetttouch! Meine Ansprache, sich an mich mal persönlich per Mail zu wenden: folgenlos. Klar. Schätzchen, ich bevorzuge Nux Vomica D6. Der echte Hit hingegen ein Landwirt aus dem Hessischen, der wohl etwas zu viel Dünger geschnüffelt hat, aber ein „Klassiker“ der Moderatorenbeschimpfung – hier zum dritten und letzten Mal, die volle Dröhnung. Lief unter „Neues von Knecht Ruprecht“. Ich hatte zuvor in meiner nächtlichen Radiosendung „Across The Universe“ von den Beatles aufgelegt. Kurz nach der Lektüre und anfangs ungläubiger Verwunderung wurde ich von einem herzhaften Lachanfall heimgesucht. Minutenlang. Ich empfehle dem Landwirt (oder ist es doch ein Obstdieb?) das Buch The Beatles and Drugs. UND, Überraschung, hier kommt bald, im April, zum Zehnjährigen Jubiläum der Manas, meine sensationelle Serie: Die Beatles, Acid, Honey Smacks, und Ich. Kein Scheiss, Alter!

 

Sehr geehrter Herr Engelbrecht,

darf man als Musikredakteur eigentlich jeden dummen Gedanken ins Mikrofon reden? Ich war so begeistert von der Musikauswahl, die ich morgens von 4:00 bis 6:00 Uhr hören konnte, wenn ich mir nicht diesen mir vollkommen unverständlichen Kommentar, von Ihnen, zu dem kurzen Song von John Lennon hätte anhören müssen. Warum setzt bei den meisten Musikredakteuren, leider auch bei Ihnen, die reale Wahrnehmung aus, wenn sie eine vermeintliche Wesensverwandschaft, Urheberschaft, Wurzel mit der Musik ihrer Götter zu erkennen glauben. Das von Ihnen gewählte Stück von Lennon ist sowohl von der lyrischen Qualität des Textes, noch seines Inhalts und der musikalischen Qualität nichts, aber auch gar nichts, dass auch nur ansatzweise etwas von einer Musc for Installations hat. Das sind infantile Finger- und Textübungen die schon zu der Zeit in der sie veröffentlicht wurden überschätzt wurden. Ich sitze hier vor dem Radio und bin mal so richtig enttäuscht. Da macht einer etwas Schönes und Interessantes und auf einmal verwirren sich seine Gedanken und in seiner Einfalt glaubt er den Säulenheiligen seiner musikalischen Erweckung müsste er seine Ehre erweisen. Der ganze schöne Eindruck des bis daher und von dem danach Gehörten, ist dahin. Wissen Sie überhaupt, welches Glück sie haben, dass Sie ihr liebstes Hobby zu ihrem Beruf machen konnten? Warum glauben Sie, uns dann so etwas unterschieben zu müssen? Ich hoffe auf Besserung. 

Mit freundlichen Grüßen, 

K. R.

 

Nachspiel, für Clara und Ruprecht, von der wunderbaren Liz Hand, aus einer alten Email: 

 

Patti Smith: Horses. Along with the Beatles’ single “She Loves You“, which I heard on a car radio (not our car; it didn’t have a radio) as a six-year-old, this is the record that changed my life. I’d read about Patti Smith and got this album on the day it came out in 1975, riding my bike to New Canaan and buying it at the record store there. When I put it on the stereo at my parents’ house and heard the opening piano chords followed by Smith intoning “Jesus died for somebody’s sins but not mine,” I got goosebumps. I couldn’t believe this chick was saying that without getting struck by lightning. When I heard “Land“, I had an out-of-body experience. For me as an artist, everything has been before and after that song.

 

Mit den Soloalben von Jeff Tweedy und Nels Cline und einem umfangreichen Box-Set von Summerteeth aus dem Jahr 1999 sind die Wilco-Fans in letzter Zeit nicht gerade ausgehungert worden; falls doch, könnten sie jederzeit Tweedys Anweisungen in seinem neuen Buch How To Write One Song folgen und selbst welche machen. Weitere Abwechslung kommt jedoch von einer unwahrscheinlichen Quelle. Es stellt sich heraus, dass Barry Jenkins, der Filmregisseur von Moonlight, eine subversive Liebe zu Wilcos Meilenstein aus dem Jahr 2002, Yankee Hotel Foxtrot, hat. Daher „Yankee Purple Foxtrot“, Jenkins‘ Remake des gesamten Albums (streaming auf audiomack.com), in dem er  über verwandelten Versionen von The Chopstars singt, den Meistern des „Chopped and Screwed„-Remix-Stils, der aus dem Houstoner Hip-Hop entstand. Das erweist sich als gewitzte Idee: die ziemliche Verrücktheit des Produktionsstils verstärkt nur die seltsame Unheimlichkeit dieser Songs: „Voices escape singing sad sad songs“ – in der Tat.  (J.M. & M.E.)

 

 

Hi Michael, Hope you are doing fine! Good here, despite it all, enjoying the winter and the cold with skiing, keeping myself busy with small things, fex making records! New album coming on Fenruary 5th. Solo live-performance from Oslo in March 2020 recorded and released now. New, own label (!) „Hemli“ (the solo album will be available on  CD, LP and downloads via Bandcamp.) matseilertsen.bandcamp.com (soon up…) / No streaming yet (stop the steal). 

Got the chance to develop a solo-set last year when no concerts suddenly was the reality. This is I guess a subtle set, dynamic, delicate, dreamy. Daring? Somehow standing on the shoulders of the work I did with my release Reveries and Revelations, but this time all live, in the moment, Subtle effects and acoustic bass over it.
good and hopeful greetings fro the coming months for us all!
 
Mats [Eilertsen]

 


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