Es erinnert mich daran, dass alles, was ich entdecke, auch mich entdeckt. Er hatte mir seinen Gedichtband geschenkt, ein schmales weißes Bändchen, sein Debüt, er war noch nichtmal dreißig. Seine Texte waren kurz und ziemlich harter Stoff, durchgehend klein geschrieben, „ich wünschte meine eltern wären tot.“ Ich las es auf dem Rückweg, las es im Zug und auf dem Bahnsteig, eisiger Wind jagte über die Gleise, noch 18 Minuten bis zum Eintreffen meiner S-Bahn, zehn Meter über mir lag vielleicht Schnee, gab es Fußstapfen und kleine Pfützen, die Leute unruhig in ihren dicken Jacken, mit ihren Plastiktüten und Handys. Das alles sah ich nicht und es war nicht der Winter. Sie stand mit ihren Schultern im Zimmer. Ich lief über Scherben, Blumen fielen mir aus dem Haar.
Archives: Mittwoch, 5. August 2015
2015 5 Aug.
Den Skizzen einer Landschaft erliegen
Martina Weber | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 4 Comments
2015 5 Aug.
Robert Forster comes to town
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Robert Forster | Comments off
10.12.15 Köln – Gebäude 9
11.12.15 Berlin – Monarch
12.12.15 Hamburg – Knust
14.12.15 Frankfurt – Zoom
15.12.15 Erlangen – E Werk
16.12.15 CH-St. Gallen – Palace
17.12.15 Schorndorf – Manufaktur
19.12.15 Regensburg – Deggingerhaus
20.12.15 A-Wien – Akzent Theater
2015 5 Aug.
Was passierte, als ich in einem Martin Hannett-Groove andockte
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Ohrwürmer scheinen die Feinmotorik zu beeinträchtigen. Die Geschichte will eigentlich auf englisch erzählt werden. Sie entführt den Leser nach Manchester zu Factory Records, nach Stockholm zu ABBA, und sogar zur Seite A von David Bowies LOW. Als mir der Ohrwurm der „Invisible Girls“ durch den Kopf ging, schlenderte ich selbstvergessen durch einen kurzen Regenschauer, mein „Mobiles Büro“ (iPad) flog in hohem Bogen aus meiner Hand und landete, wie Brötchen meistens, auf der falschen Seite. Das Glas sprang, und dieses Spinnwebenmuster erlaubt zwar noch das Lesen und Schreiben, aber der Lack ist ab, und alles nunmehr hinter unzähligen Splittern kümmerlich vorhanden und verborgen. Und so schone ich das Gerät nun sieben Tage, ein elektrischer Sommerschlaf, und dann mache ich ja sowieso eine Nacht durch in Köln, am 15. August. Später dann, in der zweiten Augusthälfte, die angekündigte Geschichte mit dem Groove von Martin H.! Oh, die Glasrisse breiten sich aus!


