Manafonistas

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Archives: Dienstag, 14. Oktober 2014

Never believe a band that says it’s going to make a „dark“ album, Robert Forster once wrote. So, being very careful, I won’t say I will do a „dark“ radio show between Friday night and Saturday morning, but looking at the titles of the compositions alone might suggest to the innocent reader it possibly might become a „rather dark“ affair. And it cannot really calm anyone down announcing that my Scott Walker interview from today’s afternoon will probably be presented in three little excerpts – time enough left  for him to shout out (hair rising, shiver sending, making the idea of sleep a courageous thing) his „Lullaby“.

 
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Ueb / Cease To Matter / Last Chance Gas & Water / Late Victorian Holocaust / Red Cafe / Soleil rouge / 12.1 / Tremens / 12.4 / Fetish / Night Procession / Bull / Cornubia / A Fearful Proper Din / A Darn Psi Inferno / Evening Star / Softy Gun Poison / Tomorrow Never Knows/ Atomos XI / Rawhide / Farmer in the City / Jesse / Epizootics! / Lullaby / Atomos II

 

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„Tremens is, as the other tracks, created in a state of amazement at the state of the world crumbling and tipping over to direct madness around us, as we play.

In the spring months we recorded, Ukraine, Syria, and ISIL happened, and for us, for the first time it is as if we are looking collective insanity in the eye.

We do not want to make program music as such, but this reality is reflected in the outpouring of sound as we try to sort out the bits of information we are fed, but are constantly diverted elsewhere.

In the same manner clarity in the music ( = pulse) is fed to you in bits, but ripped apart by sudden currents of parallel or opposite information .

This record is not a planned career move, it is a direct output of the energy in spring 2014 between the three of us.“

– Jon Balke on the track „Tremens“ and the forthcoming album „Outland“ from Jokleba (Balke, Kleive, Jorgensen)

 
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Jokleba never said they were going to make a dark album. It just happened, and it is so wild and uncompromising that it deserves the absence of the usual old words.  (me) 

2014 14 Okt.

Jokleba Tour Announcement

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www.jokleba.no

 

 

 

 

 

Jokleba Tour Dates

31.10.2014 Copenhagen RMC
6.11.2014 Istanbul Akbank Sanat
07.11.2014 Istanbul Akbank Sanat
14.11.2014 Parma Casa della Musica
15.11.2014 Brescia Jazz o´clock
18.11.2014 Køln Stadtgarten
22.11.2014 Bristol St Georges Church

Das eine richtiges Leben, das andere … . Von der Aufnahme zur live-Musik oder von der live-Musik zur Aufnahme. Oder gar ausschliesslich die live-Musik, keine Aufnahmen mehr (anhören). Wie gesternabend bei Konzert von Wadada Leo Smith mit Anthony Davis. Ein paar Tage davor war’s Craig Taborn mit seinem Trio (Thomas Morgan und Gerald Cleaver). Das Konzert war – ausser dem bekannten Techno-Stück – ganz anderer Tobak als auf dem letzten Album. Konzerte sind eben the real thing. Eine andere Weise der Entgegennahme, des hörend-schauenden Erlebens, der Aneignung.

In den letzten 8 Tagen 19 Konzerte gesehen und intensiv (schreibend) verarbeitet. Beim Schreiben nochmal “nachgehört” wie etwa bei dem finnischen Trompeter Verneri Pohjola, der schweizerisch-albanischen Sängerin Elina Duni, dem französisch-englischen Saxophonisten Robin Fincker und der phänomenalen belgischen Flat Earth Society (siehe das Video hier auf Manafonistas unter Les Bes 5).
 
 
 

 
 
 
Heute abend wäre – bequem bei mir um die Ecke in einer ehemaligen Tankstelle – wieder live-Musik angesagt gewesen: checken der estnischen Sängerinnen Laura Remmel und Ivi Rausi sowie der heavy Brooklyner Gitarristin Ava Mendoza (dieses Jahr schon mal in Moers getroffen und eher als Teil einer Conduction von Butch Morris in Lissabon). Sed corpus et spiritus divertunt parte alia. Nicht wieder neue Eindrücke, neues Kapitel … Fand mich also am Schreibtisch wieder.
 
 
 

 
 
 
Mit den Stapeln, die auf Besprechung warten. Mit den Gedanken an die Artikel, die in den nächsten Tagen in Angriff zu nehmen sind, die im Kopf herumschwirren, den Festivals (und Reisen), die vorzubereiten sind.

Um die Ecke bei mir auch: EYE, das neue Filmmuseum. Alte Film mit live-Musik von Musikern der Amsterdamer Scene. Schauen, wählen, dosieren, negieren, … Vieles entscheidet sich durch die Dinge, Gruppen, Musik, an der man arbeitet. Ach ja, hier liegt noch ein Text über Musik bei Tati, der den Weg in die Veröffentlichung finden soll. Ja, einiges bleibt auf diese Weise länger liegen, bis sich eine passende Gelegenheit bietet oder man diese selbst schafft.

Die Zahl der live-Musik-Veranstaltungen nimmt eher zu als ab, aber die Leute finden häufig den Weg nicht mehr hin, bleiben irgendwo anders hängen oder verirren sich total. Absichtlich oder unabsichtlich. Eine Verschwörung von beiden Seiten?

Wohnte man in den Fünfigern, Sechzigern, Siebizigern in tiefster oder weniger tieferen Provinz oder kleinen Nestern, waren Radio und Plattenspieler eine Segnung. Zeiten des Entdeckens und Verlangens. Weg, begraben.

Aber, man höre und staune: hierzulande wurden im letzten halben Jahr fast ebenso viel neue Vinyls verkauft wie Cds. D.h. Cds sacken weiter ab und Vinyl steigt ungleich schneller nach oben.

Anhaltend, schon eine ganze Weile. Musik braucht einen auch physisch greifbaren Platz. Und einen, der etwas hat, was aus dem Strom heraushebt. Vinyls finden wieder einen Platz in Fächern von Recordshops. Das gedämpfte, dumpfe Klappen statt des Geklappere, wenn man durch einen Stapel fährt. Meine letzten Vinyl-Erwerbungen: Contrasts von Sam Rivers und als Doppelalbum Injuries von Angles 9. Und gesternabend im Bimhuis von Wayne Horvitz erhalten: 55: Music and Dance in Concrete – An electronic music score from the sound, video and dance installation. Created from original recordings made in the bunkers and cisterns at Fort Worden (Port Townsend, WA) – die Mitwirkenden führe ich jetzt hier nicht auf. Besprechung demnächst, hier oder da.
 
 
 

 
 
 
Es klingt auch nach, was kürzlich besprochen wurde oder fürs Radio zusammengestellt wurde: Hildur Gutnadottir – Samam zusammen mit Anja Lechner/Francois Couturier – Moderato Cantabile oder Frode Haltlis Vagabonde Blu als No.3 der Vigelandserie.
 
 
 

 
 
 
Und geschrieben zu/über u.a.: das herrliche neue Album von Shara Wordens My Brightest Diamond (This Is My Hand (Athmatic Kitty)), Marcin Wasilewski Trio – Spark of Life mit der herausragenden Saxophonstimme von Joakim Milder; die New Yorker Gruppe des niederländischen Pianisten Gideon van Gelder mit dem hervorragenden jungen Schlagzeuger Jamire Williams, das wunderbare Album der belgischen Vokalistin und Flötistin Melanie Biasio (siehe Video hier unter Les Bes …).
 
 
 

 
 
 
Und ein Portrait des in norwegischen Bands allgegenwärtigen Schlagzeugers Gard Nilssen, der ein wunderbares Soloalbum (nur auf Vinyl) mit dem Titel Drumming Music gemacht hat. Eine Mini-Einführung in die norwegische Scene. Und dann noch zwischendurch Liner-Notes zu einem binnenkurzem erscheinenden Album von Lucian Ban/Mat Maneri/Albrecht Maurer geschrieben. Releasekonzert am 19.November im Kölner LOFT.

Summsumm, ja. Es summt herum in Kopf und Körper.
 

Fortsetzung folgt
 

fotos ©FoBo_HenningBolte

2014 14 Okt.

Live, life: Sog, Zug, Brandung 2

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Hier geht´s weiter mit den Stapeln. Diesmal nicht nur kahle Listen, sondern die Titel manchmal mit kurzen Bemerkungen. Erst der A-Stapel.

Supersilent: 12, klar!

Box von Flat Earth Society: wird ein besonderer Spass, sind aber 15 Alben im Ganzen.

Esa Pietiläs Liberty Ship – Approaching, als Vorbereitung auf den Besuch des Jazz Happening in Tampere in der letzten Oktoberwoche.

Von Nahem mitverfolgt – voriges Jahr in Molde, dies Jahr in Moers – und deswegen sehr gespannt, wie sich das jetzt aus der Konserve anhört: Paal Nilssen-Love Large Unit – Erta Ale
 
 
 

 
 
 
und Luc Ex’ Assemblé (mit Ab Baars, Ingrid Laubrock und Hamid Drake).
 
 
 

 
 
 
Lotte Ankers Traum-Album What River Is This mit u.a. Phil Minton, Garth Knox, Fred Frith, Ikue Mori, Chris Cutler. Dann: Joe Morris’ Neuauflage seines alten Quartetts – mit Gerald Cleaver, Chris Lightcap und Mat Maneri. Eventuell zum Ohren dran ausbeissen. Gleich auch Gelegenheit Morris’ Buch mit einer Einteilung und Übersicht über Improvisation dazu zu nehmen. Und schliesslich das von Constanze Schliebs (an)geschobene Berliner Dolphy-Projekt mit von Schlippenbach & Co. Apropos Veteranen: Rolf Kühn wird 85. Bei Intuition kommt ein Übersichtsalbum, Timeless Circle, über sein Oeuvre heraus. Und: es gibt eine neues Album des ICP Orchestra, East of the Sun, das erste ohne den geistigen Vater und Leader des Orchesters, Misha Mengelberg. Und auf diesem Sektor noch neue Werke von Jorrit Dijkstra aus Boston, u.a. Fortsetzung der Lacy-Linie mit den Whammies No.3 sowie Werk des Lissaboner Kraftsaxophonisten Rodrigo Amados, Mitbegründer von Clean Feed.

Und dann noch ein Stapel: der Trompeter Avishai Cohen – Dark Nights. Er erschien auch auf dem kürzlich erschienen Album von Mark Turner Lathe Of Heaven. Und Bill Frisell hat schon wieder – wie hier bereits bemerkt – zugeschlagen. Zusammen mit seinen Kernspielern the one and only one Tony Scherr – seit einiger Zeit mit einem Paul McCartney Bass, Schlagkraft Kenny Wollesen und Stahlmann Greg Leisz. David Virelles ist nun beim hervorragenden kleinen amerikanischen Pi-Recording Label (dass es sowas Hochqualitatives überthaupt in den USA gibt!!!) weggefischt und von ECM einverleibt. Virelles setzt offenbar die Linie des Pi-Albums Continuum fort, wobei nun leider, leider, leider Andrew Cyrille fehlt.
 
 
 

 
 
 
Die Liste wächst natürlich ständig weiter und somit auch die Stapel. Man muss dauernd in den Stapeln herumsuchen, wodurch sie sich im Aufbau ständig ändern, mit der Folge …

Noch zwei, drei Alben zu erwähnen: das besondere Album des jungen dänischen Gitarristen Esben Brandt, Constants, und das Duo-Album der arrivierten ILK-Kräfte Mark Solborg/Anders Banke mit schön kahlen Klassikern auf Gitarre und Saxophon. Genius Simon Toldam schliesslich sucht auf seinem neuesten Trio-Album alles auf. Ach, und Anfang November kommt ein neues Album von Eggs Laud By Tigers raus. Echt!

Langweilen braucht man sich so zu sehen nicht. Der Strom schwillt eher noch an, als dass er nachlässt. Der Text ist noch nicht fertiggeschrieben und der Briefkasten ist schon wieder voll. Mit besonders spannend aussehenden Sachen diesmal … Eine davon: Charles Lloyd Manhattan Stories mit Gábor Szabó, Ron Carter und Pete La Roca, ein wunderbar ausgestattetes Doppelalbum, musik- und zeitgeschichtliches Dokument ersten Ranges. Die anderen noch geheim.
 
 
 

 
 
 
Und jetzt noch Zeit und Ruhe zum Hören finden. Und zum durchsiebenden Schreiben.

Ich habe natürlich meine Favoriten, meine Lieblingspfade und -höhlen, muss aber in meiner Arbeit und meinem Netzwerk sehr viel mehr gerecht werden als dem. Aber darüber, das Wie und Was, ein anderes Mal. Wie Artikel angebahnt werden, wie das Schreiben einen gefangen nimmt, wie man für Verbreitung und aufmerksam lesende Leser sorgt usw. usf …
 

Fortsetzung folgt
 

©FoBo_HenningBolte

 
 

 
 


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