Manafonistas

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Archives: Dienstag, 21. Oktober 2014

2014 21 Okt.

Soused

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Als ich Scott Walker in der letzten Woche in London traf, in einer ruhigen Gegend nahe Holland Park, erwies er sich als weitaus zugewandter, freundlicher, als man sich so eine Begegnung mit einem der widerständigsten Komponisten und Sänger der jüngeren Musikgeschichte vielleicht vorstellt. Die Arbeit mit der Gruppe Sunn O))) enthält Tiefe und Schroffheit, Verstörung und Unheimlichkeit, seltsame Schönheit und phantasievolle walls of sound. „Ich kam erst später ins Studio“, erzählte er mir, „mein Ko-Produzent und alter Weggefährte Peter Walsh hatte alle Mikrofone platziert, Sunn O))) war schon voll in Aktion, und Peter rief mich an, sagte: wir sind fertig, Scott, hör dir das mal an. Und als ich das Gebäude betrat, war das Gesicht des Tonassistenten bleich. Ich fragte ihn, was los sei, und er antrtete: es ist so wahnsinnig laut da drin! Und ich öffnete die Tür und das war wie eine Explosion. Kaum Licht, fast völlige Dunkelheit. Es war, als hätte ich eine Feuerungsanlage, einen Glutofen, betreten. Wir nahmen ja auf meinen früheren Alben die Gitarren auch wirklich sehr laut auf, nahe am Anschlag, aber das, was O’Malleys Band veranstaltete, war, im Vergleich, unglaublich.“ (m.e.)

 
 
 

 
 
 

Soused is surprisingly melodic, Sunn O))) provide a menacing but rich backdrop to Walker’s distinctive baritone.“ The Guardian *****

„A distinctly perverse pleasure.“ Q ****

„The most accessible Scott Walker album since Tilt, perhaps even longer.“
Uncut (8/10)

„Rich in imagination and surprisingly accessible.“ The Observer

„At once jarringly astringent yet melodiously memorable.“
The Independent – Album of the Week ****

„A powerful mix of dramatic, slow-moving sounds and Walker’s melodies and narratives“ MOJO ****

„An endlessly compelling work, the match between singular solo artist and the pivotal group every bit as thrilling as you’d expect.“ FACT ****

„… the work submerses the listener in its suffocating substantiality.“
Tiny Mix Tapes (4.5/5)

„The matchup is inspired.“ Financial Times (4/5)

„Soused moves from the monumental to the intimate: a retrograde zoom from the apocalyptic desert, the broad river, to the room, the body, the mind. In doing so it’s a compelling and highly listenable work.“ The Quietus

„This is Sunn O))) at their most playful, and Scott at his most enjoyable.“
The Line Of Best Fit (10/10)

„For those who relish an opportunity to experience the dark magic of creativity cubed, this is 2014’s most irresistible beckoning finger.“ Metal Hammer (9/10)

„Truly astonishing.“ Loud & Quiet (9/10)

„An exemplar of contemporary boundary-pushing art to be consumed slowly and patiently.“ Under The Radar (8.5/10)

„Cleverly pitched, constantly engaging, and finally, triumphant.“ NME (8/10)

„An uneasy, intuitive, idiosyncratic masterpiece.“ Clash (8/10)

„This astonishing collaboration … is unnerving but effective.“ The Sun ****

  1. Dronemusik hören von Lumen Drones  (7.30 – Weckruf des weissen Hundes)
  2. Selbsterteilte Lizenzen
  3. Staunen über den Stil des Romans „Lebt“: fast unterkühlt und doch wahrlich bewegend
  4. Regenspaziergang über zwei Hügel (der versprochene Sturm blieb leider aus)
  5. The Beatles: White Album, Seite 1, aus der Mono-Vinyl-Edition (ich bin wieder 15 Jahre alt)
  6. Ein sexueller Tagtraum
  7. Der hochdotierte, selbsterteilte Auftrag, eine ganz bestimmte CD ohne Fachtermini in geschliffenem Englisch mit kleinen Fehlern zu posten (und von einem Hörer hören, der sie sich dann besorgt)
  8. flashback: „she’s not a girl who misses much“
  9. Die von einem Schmunzeln begleitete Erinnerung, dass der erste Kinks-Fanclub auf Amrum gegründet wurde
  10. liegt in der Luft
  11. flashback from yesterday: the tablas on „Within You, Without You“ sound like hailstones on the mono-version (i’ve never heard it that way)
  12. liegt immer noch in der Luft

2014 21 Okt.

Sandnegerin, ya habibi

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Dem Bayer schmeckt die Weisswurst am besten vor dem Mittagsgelaeute, der Araber hoert der Stimme von Fairuz beim Fruehstueck zu, damit sein Tag gluecklich verlaeuft. In diesem Glauben ist die arabische Welt vereint.

Fairuz, die libanesische Saengerin haelt mit ihrer Stimme eine Welt zusammen, die laengst zerfallen, verfehdet, vielleicht verloren ist. Mit ihren Liedern umarmt sie Okzident und Orient, Goethe haette ihr in seinem „Westoestlichen Divan“ die Rolle einer Prophetin gegeben.

Auf der Buehne steht sie meist still, aber bewegt, koerperlich oekonomisiert auf kleinste Gesten. Ihre weiche, sehnsuchtsvolle Stimme erzaehlt von der palaestinensischen Tragoedie, von der Liebe zur und in der arabischen Welt, in der so viele Traenen fliessen.

Fairuz hat sich schon frueh mit den beiden Bruedern Mansour und Assy zusammen getan, den einen hat sie geheiratet, von ihm ist der Sohn Ziad, mit dem sie bis heute musiziert.

Es ist geradezu biblisch, dass in diesem Sohn Kain und Abel stecken. Kain begeht Verrat an seiner Mutter, die angeblich eine grosse Zuneigung zur Hisbollah hegt.

Fairuz koennte auch eine Liebe zu Baschar al Azad unterstellt werden, sie wird immer die grosse Stimme der arabischen Welt, in der Schiiten, Suniten und Kopten zusammenleben, bleiben.

Ihre Texte verkuenden zum Grossteil das christliche Naechstenliebe Gebot,{ Fairuz ist Orthodoxe Christin}: Ah wak/ Ich liebe. Sie bringen zum Tanzen und zum Weinen, sie sind hell wie der Libanon und gruen wie der Antilibanon, erwachsen wie Eva Peron und gleichzeitig ein Spiegel der arabischen Kinderseele.

 

O yellow leaves
we keep growing up
we keep growing up
the houses and roads
the trees are changing
and growing up
you alone my country
my country my country
you alone are still
a little child

(aus ihrem Lied: Fi Ahwi ‚Al Mafra’/ In a cafe at the crossroads)

 

Al hamdulillah verzeih Tom Pynchon den Ausdruck „Sandneger“.
Das Wort hatte inspirierende Kraft.

Aus meinem Lieblingslied LI BEIRUT:

 

Beirut has a glory of ashes
My city has turned out her lamp
By a child’s blood, who was over her hand
She has shut her door, and became alone in the sky
Alone with the night
You are mine, you are mine
Ah hug me you are mine.

2014 21 Okt.

Das gute alte Wort „drone“

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Es gibt kein gutes „deutsches“ Wort für “Drone”. Ausser „Drone“. Rein musikalisch gesehen. Entweder man spricht von “Bordun”, was erklärungsbedürftig ist, vom „Orgelpunkt“, was an der Sache der “drone music” auch ein wenig vorbeigeht. Das Wort „Dauerton“ ist hierzulande weitgehend negativ besetzt und lässt weitaus häufiger an akustische Umweltverschmutzung und Tinnitus denken als an musikwissenschaftliche Seminare zum Thema „Bordun“. Also bleiben lautmalerische, umschreibende, vereinfachende Ausdrücke wie “Rauschen”, “Dröhnen” – “Brummklang” brummt zu niedlich. Es bleibt Raum für Umkreisungen. Man holt weit aus und bringt die Didgeridoos ins Spiel, oder die Tambouras der indischen Musik. Oder Sie gehen in England in ein Spezialgeschäft, und erwerben ein “drone”. “Good morning, Sir. I want to buy a drone” “A rare request. Wait a minute, I will look if I can sell you one.” Und nach einer Weile kommt der Händler aus einem Hinterzimmer, und legt ein “drone” auf den Tisch. Speziell In Schottland wird man fündig. Es handelt sich dabei um eine Basspfeife. Aber hilft das weiter? Gibt es “Basspfeifen-Drone-Musik”, also “Drone-Drone-Musik”. Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit. Aber wer kennt schon Basspfeifenvirtuosen?


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