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Archives: Dienstag, 28. Oktober 2014

2014 28 Okt.

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2014 28 Okt.

Lesezeichen # 9

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Zwei Buecher, die ich zuletzt gelesen habe klingen noch in mir nach. –

Zum einen „Am Fluss“ von Esther Kinsky: Spaziergaenge (Streifzuege?) fuehren die Autoren in London an den Rand der Stadt, am River Lea entlang. Diese Wege, weit fort von den schmucken Fussgaengerzonen sind ihr Keimzellen sich an die eigene Lebensgeschichte zu erinnern; versinnbildlicht durch die vorgefundenen Ruinen und verlassenen Gebaeude, den Wildwuchs am Fluss.

Und zum anderen „Als wenn es gar nichts wär“, die Erinnerungen von Klaus Hoffmann, die vor einiger Zeit bereits erschienen sind, mir aber erst jetzt in die Haende fielen.

Mit einem lachenden und weinenden Augen beschreibt Hoffmann hier sein Kindsein und Aufwachsen im Kiez in Charlottenburg in den 1950iger Jahren. Das alltaegliche Leben noch vom vergangenen Krieg gezeichnet, um ihn die Familie die (noch) etwas Geborgenheit gibt. Aber frueh auch sein Drang als Gegenentwurf auszubrechen, anders zu sein: Musik zu machen, sich ein Ventil, eine Ausdrucksmoeglichkeit zu suchen. In die Ferne zieht es ihn, bis nach Afghanistan und, von Eindruecken und Erlebnissen reich, mit letzter Kraft auch wieder zurueck nach Berlin.

„Als wenn es gar nichts waer“ ist ein Buch, dass einen selbst nachdenken laesst wie Eindruecke und Erlebnisse im Leben praegen; Gepaeck und Ausruestung fuer den weiteren Lebensweg mitgeben.

Manchmal ein schwer werdendes Gepaeck, aber auch so ist das Leben.

Beide Buecher eint etwas: Nicht immer sind die mittendrin liegenden Hochglanzfassaden der Staedte wichtig. Manchmal entstehen die interessanten Geschichten an den Veraestelungen und ausgefransten Raendern – nicht nur am River Lea.

Ein Gluecksfall zieht man zur richtigen Zeit die richtigen Buecher aus dem Regal. Das sollte dann so sein, denke ich dann immer.

2014 28 Okt.

Achtundzwanzig Zehn Vierzehn

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Morgens und ueber den Arbeitstag verteilt immer einen Espresso macchiato, aber zu Hause, an den freien Tagen gerne auch die eine oder andere Kanne Tee.

Tagtraum: Gerne wuerde ich einmal in all die Laender reisen, in denen Tee angebaut und geerntet wird. (Ob mir die klimatischen Bedingungen in Sri Lanka, Nepal und China „bekommen“ wuerden ist noch eine ganz andere Frage!)

Und zu fast jeder Teesorte gibt es auch immer die die eine oder andere Geschichten aus lang vergangenen Jahrhunderten: Da Hong Pao „Big Red Rober“ zum Beispiel, eine meiner Lieblingssorten momentan. Herr Wikipedia weiss da zu berichten, dass

According to legend, the mother of a Ming Dynasty emperor was cured of an illness by a certain tea, and that the emperor sent great red robes to clothe the four bushes from which that tea originated. Three of these original bushes, growing on a rock on Mount Wuyi and reportedly dating back to the Song Dynasty, still survive today and are highly venerated.

Gerne auch Lapsang Souchong (den Inspektor Linley in den Kriminalromanen von Elisabeth George ab und an trinkt) …, oder einen waermenden Assam Tee – und den Tip mit der Tasse fuer den von der Menge einer ganzen Kanne abweichenden, kleinen Teegenuss werde ich gerne einmal antesten!

2014 28 Okt.

Harmony Row

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Ich habe nur eine Lieblingsplatte von Jack Bruce. 1971 kaufte ich sie mir in Dortmund. Auf dem Cover sieht man den jungen Mann, der mit Cream zum Star avancierte, mit drei Kindern aus der Nachbarschaft. In einem abgewrackten Haus mit zerbrochenen Spiegeln. Da waren zwei, drei Lieblingslieder auf HARMONY ROW, auf die ich mich stets besonders freute. In meiner Erinnerung hatten einzelne Songs ein folkiges Flair, und alles war aus einem Guss. Ich glaube, Chris Spedding spielte Gitarre. Später mochte ich noch seine Zusammenarbeit mit Kip Hanrahan. Ich las erst gestern von seinem Tod. Die Platte habe ich schon lange verloren. Aber es gibt immer einen DJ, tief im Unterbewusstsein, der die Stoffe der Kindheit sichtet, und in wohldosierten Portionen, in die Träume schleust. Und gerade kommt mir eine Melodie des Albums in den Sinn, Jack Bruce und seine ungewohnt zärtliche Stimme. „Can you just follow“, oder was genau singt er da? Ich höre die Linienführung des Themas, aber bei den Wörtern irre ich mich wohl. Sie trudeln auseinander, ergeben keine Story mehr, nicht mal einen fertigen Satz. Aber die untrügliche Melodie berüht mich jetzt wie damals. R.I.P.

2014 28 Okt.

Meine Lieblingsteetasse

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