
Heute Nacht, in den „Klanghorizonten“, war meine Nase eine ziemlich geschlossene Veranstaltung. Ist es dem Londoner Dauerregen geschuldet? Meiner Lust, touristisch hochfrequenzierte Orte zu untouristischen Zeiten aufzusuchen? So hielt mich auch der Wolkenbruch am Mittwoch nicht davon ab, in aller Herrgottsfrüh, bevor die Japaner und andere Nostalgiewandler sich auf den Weg machten, nur Minuten von meinem Hotel entfernt, den berühmtesten Zebrastreifen der Welt zu überqueren. Und das war, im Morgendämmer, ein angenehm geisterhaftes Erlebnis. Ich machte kein Bild, der dezente „power spot“ schien sich selbst und seiner reinen Nutzfunktion überlassen: es stand auch kein Volkswagen am Strassenrand. Sie kennen den Ort ja schon so lang, werte Leser, auf dem sich die Beatles für das Cover von „Abbey Road“ ablichten liessen. Paul ist da, glaube ich, barfuss unterwegs gewesen, oder spielt die Erinnerung mir einen Streich? Der Zebrastreifen ist immer an diesem Platz geblieben, er wurde nie verlegt, und auch nie an eine Ausstellung in eine andere grosse Stadt verliehen. Eigentlich erstaunlich.