Manafonistas

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Archives: Mittwoch, 18. Dezember 2013

2013 18 Dez.

My last mixtape

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The Gist: Love at First Sight
Robert Wyatt: Sight of the Wind
Brian Eno: The River
Harold Budd: Jane – I
Neil Young: Flying on the Ground is Wrong (1970 live version)
Joni Mitchell: The Circle Song
Herman’s Hermits: My Sentimental Friend
Harold Budd: Jane – IV
Bob Dylan: Series of Dreams
Young Marble Giants: Searching for Mr. Right

 

… who’s afraid of being sentimental? Fine :)
 

2013 18 Dez.

Mein schönstes Mixtape

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Immer wieder hatte ich eine ältere Musikanlage mit zwei kleinen Boxen mitgeschleppt und dafür extra in einen kleinen Reisekoffer gepackt. Oder ich hatte den kleinen schwarzen Kassettenrecorder mitgenommen, wenn es nicht so sehr auf die Klangqualität ankam und ich hoffte, Lautsprecher und Tonqualität könnten ausreichen, um den großen Raum auszufüllen. Ich hatte den Anfang von Allen Ginsbergs „The Howl“ vorgespielt, den herzzerreißenden schnellsten Lyrikkurs der Welt, Sharon Creechs „Der beste Hund der Welt“, hatte eine andere Kassette genau bis zu der Stelle vorgespult, wo die Lyrikerin und Verlegerin Daniela Seel mit ihrem Essay über Lyrik begann und erklärte, dass poetische Texte durch ihre Wortwahl und Auslassungen etwas freisetze, was vorher nicht da gewesen und völlig individuell und unberechenbar sei. Ich bracht ein Feature über den experimentellen italienischen Lyriker Andrea Zanzotto mit, wir lauschten den Kirchenglocken in seinem Dorf und den Schulkindern, wie sie im Chor „buon giorno“ sagten. Hatte eine Reportage über den Open Mike, einen Berliner Literaturwettbewerb für junge Autoren bis 35, angespielt. Stapelweise brachte ich Kassetten mit, und verlieh sie, notfalls mitsamt einem weiteren Kassetenrecorder,  weil der Besitz eines solchen längst nicht mehr mehr zur Standardausstattung gehört.

Zum Abschluss der zehn  über das Jahr verteilten Abende wurde mir nun ein weiteres Stück für meine Sammlung überreicht, ich war völlig überwältigt.

 
 
 

 
 
 

Jeder aus der Runde hatte Lieblingsstücke beigesteuert und in aufwändigster Weise hatte T. es bewerkstelligt, alles zusammen auf eine Audiokassette zu schneiden. Noch in der gleichen Nacht hörte ich allen zu, diesmal aber nicht, wie sie ihre literarischen Texte lasen, die wir dann respektvoll, aber kritisch in der Runde diskutieren würde, sondern etwas anderem, was aus einem anderen Teil des Inneren stammt. Meine Aufgabe ist es nun, herauszufinden, wer welches Lieblingsstück beigesteuert hat. Bei manchem Stück weiß ich es sofort, bei anderen kommen verschiedene Personen in Frage. Egal. Es ist eine Reise in andere Zeiten und es ist eine Reise um die Welt und in das Innere von Menschen, die in dieser Runde wahrscheinlich nie wieder so zusammensitzen werden. Unvollendet, wie jede Begleitung.

 

2013 18 Dez.

Klangblütenzeit

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In diesen Tagen hörte ich mit Begeisterung eine mir bislang unbekannte junge japanische Pianistin – sie gilt wohl längst als Weltstar und als Wunderkind zudem. Im Sternzeichen Widder stehend, ist ihr Klavierspiel virtuos, vielseitig und energiegeladen. Auf der Strasse, so geht die Sage, lief ihr einst Chick Corea über den Weg. Die beiden verabredeten sich sogleich zum gemeinsamen Konzert. Zwei Generationen trafen und ergänzten sich an zwei Flügeln. Dabei erinnerte sich ich mich auch wieder an dieses grandios groovende Konzert in Hannovers Kulturzentrum Faust: dort trat Gunter Hampel auf – mit einer Schar junger Musiker aus New York. Ein Rapper war dabei und Hampels Sohn am Schlagzeug. Es funktionierte prächtig: das erfahrene, abgeklärte Jazzspiel des Älteren an Vibrafon und Saxofon und dazu die vitale Energie der Jugend. In dem unten präsentierten Konzertmitschnitt ereignet sich Ähnliches: Hiromi Uehara spielt mit dem Gitarristen David Fiuczynski, der als Berklee-Dozent seine Mitspielerin Hiromi einst als Schülerin hatte. Die Zeiten haben sich geändert, so sagt er selbst, denn nun sei er der Schüler – und er warnt vor dem Ergebnis: „Strap on your seatbelts!“

 
Hiromi´s Sonicbloom – „Time Difference“

2013 18 Dez.

Sailing To Byzantium

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Sailing To Byzantium (recent, author(s) not unknown)
 
Sing Goddess as we used to sing
At the cold place in the year of absolute zero
Your silhouette on each hardcore orientale
without noticing
 
Honeydewed autumn during a blood flight
Fostered by the lonely whistle call
On that day
 
Day in the shower at river Jordan,
Drawing an arc as intro to the hinterland,
And there in the woods,
ah, a blonde in the blue shining of a silver box

 
Wenn Rune Kristoffersen Ende der Neunziger nicht einfach angefangen und losgelegt hätte …

Wenn Rune Kristoffersen nicht weitergemacht hätte …

Wenn Rune Kristoffersen nicht auf Kim Hiorthøy gestossen wäre …

Wenn Rune Kristoffersen und Kim Hiorthøy sich nicht zusammengetan hätten …

Wenn Kim Hiorthøy nicht all die verrückten Grafiken zu Album-Covers gemacht hätte, ….
 
 
Was hätten wir heute nicht? Gar nicht oder anders? Mein erstes Rune-Album war, glaube ich, Nils Økland. Das war einfach was ganz anderes, eigenes. Ein neues Gefühl, mysteriös und sehr greifbar zugleich war Rune. Wie frische Spuren im Schnee. Opsvik&Jennings, dann natürlich Arve Henriksen und Supersilent. Dieser Umgang mit Farben auf den Covern. Die Mikro-Typographie und die namenlosen CD-Scheiben, nur farblich auseinanderzuhalten. Wie Holzhäuser ohne Nummer und Namensschild.
 
 
Ett hundre og femti album. Hundertundfünfzig Alben (weiter sind wir). Es gibt noch was zu tun.
 
 
Diese gut gestaltete Vinyl-Schachtel auf den Schlitten! SAILING TO BYZANTIUM. Eine Schachtel mit 4 verschieden- farbigen 10 Inch Vinylscheiben in tollen bedruckten Papphüllen, einem Faltblatt mit ausgesprochen lesenswertem ausgiebigen Gespräch zwischen Rob Young, Rune Kristoffersen und Kim Hiorthøy und einem wunderbaren Poster. Einmalige Auflage von 500 Stück!
 
 
 

 
 
 
Auf den Hüllen und der Schachtel Bildelemente von Hiorthøy: es sind Objekte und keine Objekte, es sind Photographien von Objekten und keine Photographien, sie ähneln Exotika-Bildkunst, sind aber ganz und gar keine Exotica. Es sind menschliche Gestalten, und auch wieder keine. Es sind Szenen und keine. Anklänge an Art Brute, aber aus Papier oder Wolle. Where is the way out? Do we need a way out? Die Schachtel, sie ist auch ein Spielzeugkasten wie früher.
 
Tracks
 Hedvig Mollestad Trio – Sing, Goddess
 – Bushman´s Revenge – As We Used To Sing (Live) – 
Scorch Trio – Kjøle Høle
 – Motorpsycho – Year Zero (A Damage Report)
- FIRE! – Your Silhouette On Each (Without Noticing) – 
Elephant9 – Hardcore Orientale
 – Phaedra – Honeydewed Autumn – 
Jenny Hval – Blood Flight
 – The Last Hurrah!! – The Lonely Whistle Call – 
Hilde Marie Kjersem – That Day In The Shower
 – Tove Nilsen – Jordan
 – Sidsel Endresen & Stian Westerhus – Drawing An Arc
 – Maja Ratkje – Intro – 
Alog – Baklandet
 – Espen Eriksen Trio – In The Woods – 
Nils Økland – Blond Blå
 – Arve Henriksen – Silver Box


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