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Archiv: Jenny Hval

 
Wenn Rune Kristoffersen Ende der Neunziger nicht einfach angefangen und losgelegt hätte …

Wenn Rune Kristoffersen nicht weitergemacht hätte …

Wenn Rune Kristoffersen nicht auf Kim Hiorthøy gestossen wäre …

Wenn Rune Kristoffersen und Kim Hiorthøy sich nicht zusammengetan hätten …

Wenn Kim Hiorthøy nicht all die verrückten Grafiken zu Album-Covers gemacht hätte, ….
 
 
Was hätten wir heute nicht? Gar nicht oder anders? Mein erstes Rune-Album war, glaube ich, Nils Økland. Das war einfach was ganz anderes, eigenes. Ein neues Gefühl, mysteriös und sehr greifbar zugleich war Rune. Wie frische Spuren im Schnee. Opsvik&Jennings, dann natürlich Arve Henriksen und Supersilent. Dieser Umgang mit Farben auf den Covern. Die Mikro-Typographie und die namenlosen CD-Scheiben, nur farblich auseinanderzuhalten. Wie Holzhäuser ohne Nummer und Namensschild.
 
 
Ett hundre og femti album. Hundertundfünfzig Alben (weiter sind wir). Es gibt noch was zu tun.
 
 
Diese gut gestaltete Vinyl-Schachtel auf den Schlitten! SAILING TO BYZANTIUM. Eine Schachtel mit 4 verschieden- farbigen 10 Inch Vinylscheiben in tollen bedruckten Papphüllen, einem Faltblatt mit ausgesprochen lesenswertem ausgiebigen Gespräch zwischen Rob Young, Rune Kristoffersen und Kim Hiorthøy und einem wunderbaren Poster. Einmalige Auflage von 500 Stück!
 
 
 

 
 
 
Auf den Hüllen und der Schachtel Bildelemente von Hiorthøy: es sind Objekte und keine Objekte, es sind Photographien von Objekten und keine Photographien, sie ähneln Exotika-Bildkunst, sind aber ganz und gar keine Exotica. Es sind menschliche Gestalten, und auch wieder keine. Es sind Szenen und keine. Anklänge an Art Brute, aber aus Papier oder Wolle. Where is the way out? Do we need a way out? Die Schachtel, sie ist auch ein Spielzeugkasten wie früher.
 
Tracks
 Hedvig Mollestad Trio – Sing, Goddess
 – Bushman´s Revenge – As We Used To Sing (Live) – 
Scorch Trio – Kjøle Høle
 – Motorpsycho – Year Zero (A Damage Report)
- FIRE! – Your Silhouette On Each (Without Noticing) – 
Elephant9 – Hardcore Orientale
 – Phaedra – Honeydewed Autumn – 
Jenny Hval – Blood Flight
 – The Last Hurrah!! – The Lonely Whistle Call – 
Hilde Marie Kjersem – That Day In The Shower
 – Tove Nilsen – Jordan
 – Sidsel Endresen & Stian Westerhus – Drawing An Arc
 – Maja Ratkje – Intro – 
Alog – Baklandet
 – Espen Eriksen Trio – In The Woods – 
Nils Økland – Blond Blå
 – Arve Henriksen – Silver Box

2011 25 Apr

Ein Song von Jenny Hval und eine Radionacht in Melbourne

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Sie ist jung, schreibt Romane, Short Stories, und singt. Manchmal denkt man,
ihre Stimme sei elektronisch bearbeitet, aber da zapft sie nur uralte Gesangstechniken diverser Ethnien an. Ihr Album VISCERA wurde gerade bei Rune Grammofon veröffentlicht. Sie ist eine Bewunderin der neuen, kühnen Alben von David Sylvian und freut sich,
ihn beim diesjährigen Punktfestival in Kristiansand (1.9.bis 4.9.) persönlich zu erleben.
Mir erzählte sie zu einem der Songs ihres Albums Folgendes:  

“This is a thirst” ist wahrscheinlich der am stärksten improvisierte Song auf meinem neuen Album VISCERA. Es begann als spoken word-Stück. Ich sprach und summte vor mich hin, während ich andere Musik hörte. Und dann begann ich diese Session, bei der ich nur meinen Part aufnahm, diese gesprochenen Sätze und Bilder, und ich sang zu einem tiefen und langsamen Puls. Und von da an entwickelten wir das Stück. Es ist mehr Improvisationsmusik als ein Song, und wenn wir es live spielen, stellen wir uns vor, es gehe um das Bewahren eines inneren Zustandes, im Gegensatz zu einer voranschreitenden Form. So entsteht ein Raum beim Hören, vielleicht ein Zustand, bei dem man Minuten lang verweilt – es ist anders als bei einem Song, der dich anhand seiner Story  mitnimmt…spielen wir das Stück live,  ist es manchmal kurz, manchmal lang… manche Leute halten THIS IS A THIRST für einen toten Song , und andere, die es berührt, geniessen diese Stille. Ich halte es für wichtig, die stillen Momente frei  improvisierter Musik in den Rahmen von Popmusik transportieren zu können. Der Platz, den ich bei diesem Song kreieren möchte, ist ein dunkler,  aber auch ein positiver Ort – so als wärst du in einer dunklen Höhle, innerhalb  eines Körpers. Durch das Sprechen und das Wiederholen einzelner Wörter, die sich auf das Fühlen und Empfinden von Welt beziehen,  habe ich versucht, diesen dunklen Raum in einer Weise zu erfahren, die ich vorher noch nicht kannte. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang, wie ich einmal einen Song aus David Sylvians Album Blemish hörte, im Radio, das war 2003, damals lebte ich noch  in Melbourne, und das war so eine verblüffende Radioerfahrung. ich vergass alles, Zeit und Raum, und war auf einmal innerhalb einer Musik, wie ich sie noch nie zuvor gehört hatte. Ich denke David Sylvians „Blemish“ war eine große Inspiration für  “Viscera.“


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