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Archives: Montag, 23. Dezember 2013

2013 23 Dez.

Weihnachtsrätsel

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Die Aufgabe besteht darin, mit Hilfe eines Auszugs aus der Tracklist den Namen des Films, den Namen des Regisseurs und das Produktionsjahr herauszufinden. Wer den Film kennt, wird ihn allein anhand der Liste ganz schnell erkennen.

1. Frenzy, performed by Szymon Pejski
2. Killing you, performed by Szymon Pejski
3. Der Leiermann (Schubert)
4. Gute Nacht, performed by Hannah Schygulla
5. Die Nebensonnen (Schubert)
6. Sun blind, performed by Szymon Pejski
7. Insane, Musik: Antoni Lazarkiewicz

Während viele Vokalisten sich in die entferntesten Verästelungen des Stimmklangs begeben und diese zu Musik machen, geht Eldbjørg Raknes (1970) einen anderen Weg, den Weg nach unten, in die Elementarteile und den Boden der menschlichen Stimme und in den Übergangsbereich zwischen innerer und äusserer Stimme. Was nicht unbedingt heisst, dass sie immer im tiefen Register oder flüsternd singt. Es geschieht viemehr durch Weglassen und durch Wirkenlassen, dadurch, dass das Elementare seine Wirkung langsam und nahezu magnetisch und traumwandlerisch in und durch den Raum entfalten kann.

Dies geschieht formbewusst und expressiv. Form wird nicht durch Intentionalität, Finalität oder Normen beherrscht. Expressivität ergibt sich aus Kontingenzen des Laut- und Klanggestaltungsprozesses. Elektronik und Sampling spielen dabei eine instrumentelle Rolle. Mit der Konzentration auf reine Lautlichkeit und deren Ausdrücklichkeit steht sie Sidsel Endresen nahe. Allerdings unterscheiden sich beide deutlich in der Ausarbeitung.

Was es ist, lässt sich durch aufmerksames Hören erfahren. Dazu gehört das Loslassen von gewohnten, vorgeformten Hörmustern. Ähnlich wie sich Luft und Wolken unmerklich, aber wahrnehmbar in Farbe und Form verschieben, geschieht es bei Raknes mit Klängen. Es hat bestimmte Eigenschaften von Ambient, besitzt aber eine andere innewohnende Dramaturgie voller roher Materialität mit all seinen Widerspenstigkeiten. Klang, Zeitverlauf und Licht- bzw. Farbwahrnehmung treten in ein intensivertes Verhältnis zueinander.

Raknes stammt von der Insel Otrøy, Midsund, westlich von Molde gelegen und kommt aus der Trondheimer ‘Schule’, die in den letzten Jahrzehnten so viel aussergewöhnlich markante Musiker (und Gruppen) hervorgebracht hat. Ihr erstes Duo bildete sie mit Christian Wallumrød, zu dem dann später Arve Henriksen hinzustieβ. Ausserdem arbeitete sie mit Anders Jormin und Jon Balke und hatte zehn Jahre lang ihre Gruppe TINGeLING mit Maria Kannegaard, Nils-Olav Johansen und Per Oddvar Johansen. A capella arbeitete sie mit der Vokalgruppe Kvitretten sowie mit Sidsel Endresen und Elin Rosseland. Auch spielte sie eine wichtige Rolle bei der Gründung der Trondheim Voices. Ab 2004 trat sie mehr und mehr solo auf und begann sie eng mit Stian Westerhus und dem Saxofonisten und Leiter des Trondheim Jazzorchestra, Eirik Hegdal, zusammenzu- arbeiten. Open, das neueste Album von Raknes, ist das Resultat ihrer Zusammenarbeit mit Schlagzeuger Audun Kleive.
 
 
 

 
 
 
Um die einstündige Sendezeit auszufüllen, musste sich noch dazu ‘passende’ andere Musik finden. Mir fiel die Musik des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa (1955) ein, die ich allerdings nur einmal kurz gehört hatte. Ich war verblüfft über die Eingebung: es zeigten sich starke Zusammenhänge. Auch bei Hosokawa Klänge wie die Verfärbung schimmernder Lüfte. Hosokawa schafft den dafür erforderlichen Äther mit Hilfe der Sho, einer Jahrhunderte alten Mundorgel mit siebzehn Bambuspfeifen. In dem Programm zwei Kompositionen von dem Album Landscapes: Sakura, 桜 , ein Solo-Stück für Sho, benannt nach der Kirschblüte sowie Cloud & Light, ein Stück für Sho und Orchester. Das Radio- programm kann ON DEMAND abgerufen werden. Es beginnt mit der Erkennungsmelodie des Programms gefolgt von einer zweiminütigen Einführung auf Niederländisch. Der Rest ist zu 98% Musik.
 
 
 

 

2013 23 Dez.

My first poetry summer

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Den Sommer, den ich gern mit H verbracht hätte, rettete mir ein anderer. F ging noch zur Schule und er war ein echter Revolutionär. Er träumte vom Car-Sharing, als noch niemand wusste, was das war, er trug düstere T-Shirts und Palästinenserhalstücher, ging auf Demonstrationen und rauchte selbst gedrehte Zigaretten ohne Filter. Seine Eltern hatten ständig Angst davor, dass er etwas mit der Polizei zu tun haben könnte. Vor allem aber war F ein echter Künstler und Poet. Er wohnte nur ein paar hundert Meter von mir entfernt und wenn ich im Reihenhaus seiner Eltern die Treppe zu seinem Zimmer hinunterging und das schnelle Klacken der Schreibmaschinentasten hörte und nach kurzem Zögern klopfte, sagte er, setz dich schonmal, ich muss gerade noch das Gedicht zu Ende schreiben. Es war für mich der Inbegriff von Freiheit, wie er auf dem Teppichboden im Schneidersitz saß, neben ihm eine Schale Tee, und einfach aufschrieb, was er dachte. Er zog das Blatt aus der Maschine und las mir sein neuestes Werk vor. Ich spielte die Rolle der Kritikerin, ich stellte die gewagtesten Thesen auf, interpretierte jede Metapher, bemängelte logische Brüche und F machte zu allem, was ich sagte, ein ernstes Gesicht, bemüht darum, nicht in Lachen auszubrechen, denn selbstverständlich hatte er sich längst nicht so viel bei seinem Text gedacht wie ich. Für mich war es unglaublich, dass jemand einfach ein Gedicht herunterschrieb, ich dachte, man müsste sich vorher mindestens durch die gesamte Geistesgeschichte gelesen haben und außerdem ein besonders aufregendes Leben führen oder sich mindestens in aufregendem Gedankenwelten aufhalten. F aber sagte, es sei ganz einfach und ich solle es auch versuchen. Aber ich wagte noch nicht einmal das. F´s Gedichte reimten sich natürlich nicht, sie waren politisch und gleichzeitig waren sie privat und natürlich kam dauernd ich darin vor. Bei allem Respekt schienen mir diese Texte irgendwie zu leicht zugänglich, zu wenig geheimnisvoll und ich dachte mir, wenn es mir jemals gelingen sollte, ein Gedicht zu schreiben, müsste es ganz anders sein.

F und ich trafen uns oft und da wir so nah beieinander wohnten, verabredeten wir uns nicht, sondern kamen einfach bei einander vorbei. F hatte die Gabe, immer dann bei uns zu klingeln, wenn unsere Familie beim Abendessen saß. Mein Vater sagte dann immer, das ist bestimmt wieder dieser F, und ich sprang sofort auf und rannte davon. F und ich verbrachten unsere gemeinsame Zeit ohne Pläne, ohne Ziel. Oft gingen wir einfach raus, spazierten durch die Neubaugebiete zum Fluss, wir redeten und schauten aufs Wasser. Damals schenkte mir jemand seine gesamte Schallplattensammlung, mindestens achtzig Zentimeter Vinyl, ich behielt die Beatles, Genesis, Neil Young, Emerson, Lake and Palmer, diese Richtung, und ich schenkte F alles, was mir zu bunt und schrill erschien. Meine Theorie war die, dass nur ruhige Menschen unruhige Musik ertragen konnten, und umgekehrt. F war so ruhig wie ein Buddha, und wenn ich mich über etwas aus meinem Leben aufregte, sagte F immer, ich solle einfach nur ruhig atmen, das würde helfen, aber bei mir funktionierte diese Methode nicht, ich war davon überzeugt, dass so eine Seelenruhe ganz aus dem Innern kommen und mit dem richtigen Leben zusammenhängen müsse, was mir in unerreichbarer Ferne zu liegen schien. Kaum fassbar war für mich, dass F´s Eltern mich offensichtlich ins Herz geschlossen hatten und als ich einmal klingelte und F nicht da war, lud mich seine Mutter auf einen Kaffee ein, und ich war so schockiert von dieser Freundlichkeit, dass ich ablehnte. Während ich immer noch keine Ahnung hatte, was ich in meinem Leben erreichen wollte, war F schon Redakteur einer Kulturzeitschrift, die er mit ein paar Kumpels zusammenstellte und in kopierten Exemplaren verteilte. Natürlich hatte ich F auch von H erzählt und natürlich war F wütend auf H, weil er auf eine für ihn rätselhafte Weise meine Gefühle okkupierte. Und da auch ein großer Revolutionär nicht nur der kleine Bruder sein will, ging auch diese Geschichte zu Ende.

www.bbc.co.uk/programmes/

A lovely kind of alternative Christmas music show: Jarvis Cocker’s Sunday Service presents the „return of Brian Eno“, he is in the show for the third time, this time with examples of mostly old time a capella music, from Gospel traditions to Finnish shouting rituals, from brilliant Italian amateurs to early doo wop masters. The show begins with some sentimental moods, the voices of Robin Gibb and the Beatles, a very British joke on snowmen, and ends with some good old stuff of Richie Havens (I like his songs, especially before Christmas:)) and the Velvet Underground. Jarvis Cocker is a good entertainer. You can only listen to these two hours within the next five days, so I appreciate to dive into these fascinating songs (only the very first piece is a bit boring in my ears) under the Christmas tree!!!(thanks to Alison Statton for this recommendation) 


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