Cibo Matto, Musik soooooooooo simpel

mit gutbuntem V I D E O … und guuuuutem Gesang – die letzten 15 Sekunden
und soooo’ner Vinyl …

Archives: Mittwoch, 11. Dezember 2013
2013 11 Dez.
gutbunt bunterkunt kunterbuntgut
Henning Bolte | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Cibo Matto | Comments off
grosses Deltagebiet unter dem Meeresspiegel

Brücken, Brücken, Brücken

Spätherbst, bald Winter
© FoBo ©
2013 11 Dez.
My last jazz discovery of 2013 is …
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Satelliti – Transister
… not a jazz album per se, Italian duo Satelliti’s Transister is nonetheless keyed-up on Bitches Brew-era Miles Davis and propelled by techno and krautrock rhythms. Fusion perfect for blaring out on an eardrum-bursting soundsystem. Small exaggeration, but one can understand if there would be a kind adivice written on the sleeve: „play it loud!“. Listening to the two sides of the vinyl edition, can seem like a journey back in time, with a completely satisfying mix of old and new vibes, to that hour that marked your first encounter with „the electric Miles“. There is no trumpet, Transister are inventive. The fun is: if you don’t have any Miles story, Satelliti is nevertheless a killer. (text by thequietus and m.e.)
2013 11 Dez.
Meilensteine in der Radionacht: Jon und Nils
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Radionächte | 6 Comments

The summer of 1990 was very hot – in London. No rain, no fog, no bad vibes under a clear blue sky. We lived in the Pearl Hotel on West Cromwell Road, Klaudia (she was the photographer) liked the special atmosphere in that old hotel with its sweet raga sounds flooding the entrance area. I thought Harold Budd’s masterpiece THE PEARL would be the icing on the cake. (Yesterday I got his new album, JANE, and it is definitely beautiful). Breakfast was terrible, fucking was great. Within seven days we interviewed writer Peter Ackroyd, the late master of the Penguin Cafe Orchestra, Simon Jeffes, and trumpet player Jon Hassell – in Brian Eno’s artist residence in South Kensington. We talked about his musical life, the ups and downs of his career, key moments, his time in Cologne with Stockhausen, his time in New York with Brian, and his then new album CITY: WORKS OF FICTION. These quiet days in London came to mind cause this Saturday I will present Jon Hassell’s surreal urban landscapes and Nils Petter Molvaers breakthrough album KHMER in the radionacht of the Deutschlandfunk. If you want to get in the right mood for the show, read Italo Calvino’s book „THE INVISIBLE CITIES“. Or listen to the early and best stuff of Massive Attack. By the way, the Pearl Hotel doesn’t exist any more.

2013 11 Dez.
Klarinetten
Henning Bolte | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Anthony Burr, Armand Angster, Chris Speed, Doumka Clarinet Ensemble, Gebhard Ullmann, Jean-Marc Foltz, Jürgen Kupke, Kris Davis, Michael Thieke, Niels Lyhne Løkkegaard, Oscar Noriega, Sylvain Kassap | 2 Comments
Nein, jetzt nicht noch ein Poem … Später! Stattdessen: Klarinetten.

Schwer im Kommen. Aber abgesehen davon, mein Stapel an Scheiben wuchs und wuchs ja in den letzten Wochen. Wo anfangen? Nun, und gestern kam diese Scheibe, die mich im Nu in Gang setzte

Die zweite in kurzer Zeit mit reichlich schwarzen Tröten und Trötern, sechs an der Zahl. Die erste, die ich bekam, kam sogar auf acht mit gleich noch vier Kontrabässen und vier Schlagzeugen. Meine Güte!

Das klarinettische Doppeltrio war mir nicht ganz neu. Ich habe sie vorvoriges Jahr bei Jazzdor in Berlin spielen sehen. Wunderbar. Grossartig. Die Musik auf dem Album, von Meister Walter Quintus aufgenommen und endgefertigt, übertrifft das aber noch bei Weitem. Man sollte, ja man muss sich diese einfach zu Gemüte führen! Ein Erlebnis der fünfzehnten Art. Sechs Meister des Instruments, das es ja in reichlich Variationen gibt: Jürgen Kupke, Michael Thieke, Gebhard Ullmann, Armand Angster, Sylvain Kassap und Jean-Marc Foltz auf Bass-, Kontrabass, Alt-, EB- und B-Standardklarinette.

Meisterhaft aufgebaut die Stücke, verspielt, elegant, witzig, erstaunlich, eindrucksvoll in der Klangvielfalt und immer wunderbar ökonomisch. Diese versierten Sechs wissen genau, wo Barthel den Most holt. Von elektronisch klingenden Klangwolken und Soundscapes über herrliche Breukeriaden, zankende Krähen über tief rauschenden Abgründen bis hin zum alltäglichen Treiben im Reiche des Homo Sapiens einschliesslich schallendem Gelächter und Stimmengeschnatter, das sich letztendlich in Luft auflöst und in die Wolken entschwebt. Alles in wohlgesetzter Klangtheaterdramaturgie. Ein franko-allemagnierter Zweidreier, ein Sechser für Körper, Geist, Gemüt und Kopfkino. Hier die Titel (der neunte in Anspielung auf das archaische sardische Doppelrietinstrument, die Launedas):
Almost Twenty-Eight – Variationen über Rauch und Moder – Bizarre – FAK! – Charles Town, But Yesterday – Desert … Blue …East – Catwalk Münzstrasse – Itinéraire bis – Launedas – (Die) Laune das (macht was) – Keks ist Fortschritt

Das hochkarätige dänische Aufgebot des jungen Komponisten/Saxophonisten Niels Lyhne Løkkegaard kommt dagegen mit einer begrenzten wie gewagten kompositorischen Studie, Sikorsky, von 30 Minuten. Løkkegaard, der im letzten Jahr das wunderbare Klangwerk Vesper in die Welt setzte, fokussiert hier auf spezielle Klanginterferenzen in minutiös, langsam fortschreitender Emergenz im Bereich von Bassklarinette und Bb-Klarinette.

Das Ganze im Verein mit gestrichenen Kontrabässen und fein bearbeiteten Snares und Becken. Zuweilen offenbaren sich dabei faszinierende Klänge (irgendwo zwischen voller Kirchenorgel und elektronischem Feuerwerk), nur fehlt einem bisweilen der Halt im langsamen Fortschreiten in Zeit und Raum.
Kris Davis aus Brooklyn hat gerade ebenfalls ein Klarinettenwerk angekündigt. Man darf gespannt sein:
“ …something i’ve been pouring every ounce of energy into for the last 6 months and i’m hoping people will want to check out. My project for the Shifting Foundation featuring 4 bass clarinets (Ben Goldberg, Oscar Noriega, Joachim Badenhorst, Andrew Bishop) and Gary Versace on Organ, Nate Radley on guitar, Jim Black on drums, and myself on piano will perform at Roulette on January 6th (and then record the next two days).”
Ach, und zum Abgewöhnen und Ausklang noch eine Klarinettenscheibe: Afar, von dem französischen Doumka Clarinet Ensemble. Drei Klarinetenspieler auf vier verschiedeen Klarinetten plus ein Bassist/Gitarrist und ein Perkussionist. Sie spielen ein wunderbare Form von Ersatzmusik (Klarinette als Ersatz für Vokal und Bass als Ersatz für Ûd). Flamenco, Andalusische Musik und eine Menge weiteres Orientalisches. Sie machen das gut und man kann es gut haben, was und wie sie spielen. Schöne dunkle Klangfarben zusammen mit der Stimmigkeit der hohen Klarinettentöne. Die Klarinette hat eine viel grössere Nähe zur menschlichen Stimme als das Saxophon, das urbaner und automobiler klingt.

Photos Double Trio de Clarinettes © FoBo – Henning Bolte ©