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Archives: Sonntag, 9. Dezember 2018

2018 9 Dez.

Jan’s Best Of 2018

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Top 10:
 

  1. Laurie Anderson & Kronos Quartet: Landfall
  2. Jon Hassell: Listening to Pictures
  3. Nils Frahm: All Melody
  4. Geir Sundstøl: Brødløs
  5. David Byrne a.o.: True Stories, The Complete Soundtrack
  6. John Coltrane: Both Directions At Once
  7. David Byrne: American Utopia
  8. The Manhattan Transfer: The Junction
  9. Klaus Schulze: Silhouettes
  10. The Low Anthem: The Salt Doll Went To Measure The Depth Of The Sea

 
In no specific order followed by:
 

  • Flavien Berger: Contre-Temps
  • Gong Expresso: Decadence
  • Peter Gordon: Eighteen
  • Guru Guru: Rotate! 50 Years Guru Guru
  • Jean-Michel Jarre: Equinoxe Infinity
  • Keith Jarrett: La Fenice
  • Glenn Jones: The Giant Who Ate Himself
  • Cat Power: Wanderer
  • Steve Reich: Pulse / Quartet

 
Noncompetitive albums because not originally or only in parts released in 2018:
 

  • The Beatles: White Album, 50th Anniversary Edition
  • Holger Czukay: Cinema
  • Brian Eno: Music for Installations
  • Janis Joplin & BBHC: Sex, Dope & Cheap Thrills
  • David Sylvian & Holger Czukay: Plight & Premonition/Flux + Mutability

 
Rediscovered:
 

  • Genesis: Seconds Out (1977)
  • Steve Hillage/Miquette Giraudy: Rainbow Dome Musick (1979)
  • Ougenweide: Herzsprung (2010)
  • Gerry Rafferty: City to City (1977)
  • Simon & Garfunkel: The Concert in Central Park (1982)
  • Karlheinz Stockhausen: Inori (1992)

 

2018 9 Dez.

Spot on Bernocchi

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Über die vergangenen Jahre fiel mir Eraldo Bernocchi immer wieder als Sideman in den verschiedensten Projekten auf und nun hat er sein erstes Album nur unter seinem Namen produziert, was es dann auch gleich in meine Jahresbestenliste geschafft hat. Like a Fire That Consumes All Before It ist der Soundtrack zu Cy Dear, einer Dokumentation über den amerikanischen Künstler Cy Twombly, der unübersehbar auch einen wichtigen Einfluß auf die ECM-Covergestaltung der frühen Jahre gehabt haben muss. Geschaffen hat er eine ruhige, weite und eigene Ambientmusik, die einem Fundament von langsamen infite delays feine rhythmische Strukturen, ein subtiles Schweben und verhallte Pianotropfen zur Seite stellt, ohne dabei je in Gefahr zu laufen in die Nähe von New Age-Akustikaffronts zu laufen. Ein sehr intimes, leises Werk, das sehr viel Raum hat und den Hörer sanft hineinzieht und zum Abdriften verleitet.

 
 


 
 

Wer noch tiefer in die Stille heingehen möchte, dem sei Solitary Universe empfohlen, dass Bernocchi im Februar zusammen mit Chihei Hatakayema, einem der produktivsten und konsequentesten japanischen Ambientmusiker, veröffentlicht hat. Hier tanzen die beiden Gitarristen in unendlicher Langsamkeit um das uns auf ewig verborgene Zentrum der absoluten Stille des Universums, schweben in einer Unendlichkeit in dem dimensionslosen Netz, das der indischen Mythologie nach der Gott Indra knüpfte, um die Welt zu umschließen. In jedem der Knotenpunkte befindet sich ein funkelnder Juwel, dessen Licht bei jeder Bewegung Indra’s oszillierend mit allen anderen Knotenpunkten in Verbindung steht und so den Urgrund unserer gigantischen Illusion des Seins darstellt. Vielleicht bleiben in der Schönheit und Ruhe dieser Musik einmal die Gedanken für einen Augenblick stehen und ein Funkeln weist uns zu einem Blinzeln des ewigen Augenblicks. Wer sich das nur eingeschränkt vorstellen kann, dem hilft hier ein kleines Kunstbüchlein, dem die CD beiliegt, das ohne große Worte, aber mit eigenwillig korrespondierenden, dezenten Fotos von Petulia Mattioli und Yasushi Miura Momente in den Fäden Indra’s Netz einfängt.

Unter den vielen Kollaborationen muss aber noch eine erwähnt werden, von der es mich wundert, dass sie bislang ihren Weg noch nicht in diesen Blog gefonden hat: Winter Garden, von Bernocchi zusammen mit Harold Budd (mit dem er schon früher zusammenarbeitete) und Robin Guthrie 2015 veröffentlicht. Ein Ambient-Monument, dass den gemeinsamen Alben Budd’s mit Brian Eno um nichts nachsteht, ein echter Lifer in seiner hypnotischen Tiefe und eigenwilligen Schönheit. Es beginnt mit dem durchaus praktischen Hinweis Don’t go where i can’t find you, wandert über die Trance von Entangled und dem programmatischen Harmony and the play of light auf fast melancholischen Wegen zum Südpol des Himmels und entlässt den Hörer mit der dann eigentlich nicht mehr notwendigen Empfehlung Dream on in das dringende Bedürfnis danach gleich alles wieder von vorne zu hören. Nie hätte ichgedacht, dass ich mich als frostscheuer Mensch in einem Winter Garden so heimelig fühlen könnte …

 

 
 
 

On the back cover of Paul Cronin´s book of conversations with Werner Herzog Werner Herzog – A Guide for the Perplexed one can find this amazing list which might be helpful in various situations.

 

Always take the initiative. There is nothing wrong with spending a night in jail if it means getting the shot you need. Send out all your dogs and one might return with prey. Never wallow in your troubles; despair must be kept private and brief. Learn to live with your mistakes. Expand your knowledge and understanding of music and literature, old and modern. That roll of unexposed celluloid you have in your hand might be the last in existence, so do something impressive with it. There is never an excuse not to finish a film. Carry bolt cutters everywhere. Thwart institutional cowardice. Ask for forgiveness, not permission. Take your fate into your own hands. Learn to read the inner essence of a landscape. Ignite the fire within and explore unknown territory. Walk straight ahead, never detour. Manoeuvre and mislead, but always deliver. Don’t be fearful of rejection. Develop your own voice. Day one is the point of no return. A badge of honor is to fail a film theory class. Chance is the lifeblood of cinema. Guerrilla tactics are best. Take revenge if need be. Get used to the bear behind you.


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