Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

You are currently browsing the blog archives for the day Dienstag, 15. November 2022.

Archives: Dienstag, 15. November 2022

 

 

Ein grandioser Film, ein erstklassiger Thriller, eine herausragende Story. Wieviele Oscars hat er bekommen? Keinen. Wieviele Lobeshymnen? Sehr wenige. Wieviele Verrisse? So einige. Das ist ein Kinofilm (man kann ihn bei amazon prime erleben), der für mein Empfinden völlig unterschätzt wird. Criminally underrated, so to speak. Der Soundtrack: exzellent. Die Kamerafahrten: dezent und atemraubend. Aber hier wird es, unter Manas, auch kein Konsensfilm. Egal, der eine oder andere Leser wird meine Begeisterung verstehen. Alles, was an „Seven“ nicht gut war, gelingt diesem Film über die Jagd nach einem Serienkiller. Die bessere Story als jener „Kultfilm“ hat er sowieso. Für mich einer der besten Noir-Streifen der letzten Jahre, so gut wie „Zodiac“ (2007), mit einem, muss man es betonen, herausragenden Denzel Washington. Selten passiert in einem Film dieses Genres so wenig, an den Oberflächen, was „action“ betrifft, oder „twists & turns“, und geht dabei so verdammt tief, mit fast unerträglicher Spannung. Keine einzige verschenkte Sekunde – ein kleines Meisterstück. Und was grosse Thrillerkunst angeht, empfehle ich im gleichen Atemzug „The Good Nurse“ auf Netflix.

 

🎩🎩🎩🎩1/2

A definite highlight of Jazzfest Berlin 2022, memorable and steeped in history: the concert of PETER BRÖTZMANN w HAMID DRAKE (dr) and MAJID BEKKAS (guimbri). Brötzmann’s playing was highly economic and expressive at its best (he played all his instruments). With the capacities that are left to him as an octogenarian it became an extraordinary strong statement, a truly master set and strong legacy with an emphatic imperative for passionate, uncompromising, impacting expression: very personal but reaching much much further than that – a testimony that has not lost its thorns!

 

It was a gift that both sides found together, the festival and Brötzmann, met each other IN the festival and reinforced each other. What made it special and outstanding: the three main lines of the festival, (historical) Freejazz, Folk Traditions and Chicago, came together here in such a strong way. The basis of that musical meeting was deep spiritual trust and the result here was – to use a Dutch expression – bloedmooi, bloody beautiful and wild. You have the future when you have the past.

 

It is food for thought, how these three energy poles, African, European and Afro-American fused. Hamid Drake, the epic-rhythmic narrator, brightened up the deeper ground of that bond and made clear the deep trace and glowing fire Brötz left in the field.

 
 


 
 

 
(c)FoBo_

 

 

Das ist so ein Lyrikband, der für mich zu den unvergesslichen zählt. Gedichte, die Matthew Sweeney in dem knappen Jahr geschrieben hat, das ihm zwischen der Diagnose einer tödlichen Krankheit und seinem Tod blieb. Alles kommt vor: die Bedrohung, die Verunsicherung, die Angst, der Tod. Letzterer ist das „dunkle Zentrum“ um das die Eulen und andere Vögel kreisen.

 

 

 

Und oft kommen die Gedichte wie short stories daher, mit einer geballten Ladung Storytelling und raben-, ich darf kalauern, eulenschwarzem Humor. Und letzterer kompensiert im flow der Bilder für den fehlenden Trost eines versöhnlichen Jenseits. Parallel lesenswert: Oliver Burkemans „4000 Wochen – das Leben ist zu kurz für Zeitmanagament“. Ein psychologisch wie philosophisch fundiertes Buch über unseren Umgang mit der Zeit, und wie man selbst ein paar Schalter umlegen kann.

2022 15 Nov.

Carpe Diem

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments

 


 
 

 


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz