Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

 

 

Ein grandioser Film, ein erstklassiger Thriller, eine herausragende Story. Wieviele Oscars hat er bekommen? Keinen. Wieviele Lobeshymnen? Sehr wenige. Wieviele Verrisse? So einige. Das ist ein Kinofilm (man kann ihn bei amazon prime erleben), der für mein Empfinden völlig unterschätzt wird. Criminally underrated, so to speak. Der Soundtrack: exzellent. Die Kamerafahrten: dezent und atemraubend. Aber hier wird es, unter Manas, auch kein Konsensfilm. Egal, der eine oder andere Leser wird meine Begeisterung verstehen. Alles, was an „Seven“ nicht gut war, gelingt diesem Film über die Jagd nach einem Serienkiller. Die bessere Story als jener „Kultfilm“ hat er sowieso. Für mich einer der besten Noir-Streifen der letzten Jahre, so gut wie „Zodiac“ (2007), mit einem, muss man es betonen, herausragenden Denzel Washington. Selten passiert in einem Film dieses Genres so wenig, an den Oberflächen, was „action“ betrifft, oder „twists & turns“, und geht dabei so verdammt tief, mit fast unerträglicher Spannung. Keine einzige verschenkte Sekunde – ein kleines Meisterstück. Und was grosse Thrillerkunst angeht, empfehle ich im gleichen Atemzug „The Good Nurse“ auf Netflix.

 

🎩🎩🎩🎩1/2

This entry was posted on Dienstag, 15. November 2022 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed.

8 Comments

  1. Ursula Mayr:

    Danke für den Tip!

    Also kein Actionkracher mit Geballer, quietschenden Reifen, Motorradgetöse, mitm Cabrio durchs Gewächshaus oder quer über den Bauernmarkt? Am Ende noch mit zivilisierter Sprache anstatt „Der W****** hat uns gef***t!“. Oder wahlweise die „F****“ ? Ich glaubs noch nicht!!!! Du irrst Dich bestimmt!

  2. Michael Engelbrecht:

    Nein, nein, ich irre nicht.
    Der Kahuna hat gesprochen.
    Heisst der so?😂

  3. Jochen:

    ohne die empfehlung hätte ich mir den film wohl nicht angeschaut. man muss halt den richtigen kritiker / informanten / kahuna kennen. dark noir, L.A. by night, sehr atmosphärisch, mit surreal mystischen elementen. gute schauspieler, vor allem denzel washington. auch für liebhaberinnen amerikanischer schlitten reizvoll. habe das ende nicht gleich verstanden, musste es erst nachlesen.

  4. Michael Engelbrecht:

    The end is special, but if you think about it, it makes much sense. Wir haben auch diskutiert. Es gibt ja zwei, drei seltsame Dinge am Ende, aber im Nachhineine fanden wir es sehr beeindruckend, auch und gerade das Finale, das wir inhaltlich natürlich nicht diskutieren sollten. Spoilerfrei 😉 … und irgendwas bleibt auch offen, glaube ich. Ich werde den Film sicher ein zweites Mal sehen. Vorher lese ich zur Sicherheit „the end explained“ :)

  5. Michael Engelbrecht:

    Eins kann man verraten. Es gibt im Schlussteil schon zwei Verfolgungsfahrten, und sogar am Anfang eine, aber sie unterlaufen die gängigen Klischees: die letzte Verfolgungsfahrt erinnert eher an Vertigo als als Knall- und Effektfilme.

    Wer diesen Film schätzt, dem empfehle ich auch sehr die beiden Staffeln der Serie auf Netflix, bei der es um die Frühzeit des profiling von Serienkillern geht. Jo und ich sind da erklärte Fans, ich komme nur gerade nicht auf den Titel.

  6. Jochen:

    Du meinst Mindhunter – und dann gib’s noch Manhunt: Unabomber.

    [Komischer Titel, aber ich vergesse nie das Motiv dieses Serientäters, sich zu Rächen für die Scham, qua Gesetz vor einer roten Ampel warten zu müssen, obwohl kein Mensch weit und breit zu sehen ist, also für „gesellschaftliche Disziplinierung“. So wie die Mutter ein Kleinkind auf’s Töpfchen setzt und nicht wieder abholt.]

  7. Michael Engelbrecht:

    Ja, MINDHUNTER. High quality TV!

  8. Olaf Westfeld:

    1. Staffel Mindhunter habe ich – fast am Stück – gesehen, mit einem sehr unangenehmen Magen Darm Virus ans Bett gefesselt bei einem Wochenendausflug nach München. Sehr gut, aber für mein zartes Gemüt natürlich auch viel zu spannend … zweite Staffel ist dann irgendwie untergegangen.

    In meiner Umgebung wird gerade viel von der Serie „Helsinki-Syndrom“ gesprochen – hat da jemand hier Erfahrungen mit?

    Zum Una Bomber gibt es eine interessante Dokumentation (falls das der richtige Begriff an der Stelle ist): „Das Netz – der Una Bomber, LSD und das Internet.“ Teilweise schräge Thesen, der von mir ja sehr gemochte Heinz von Förster wird besonders schräg gefilmt, trotzdem sehenswert.


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