Manafonistas

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Archives: Dienstag, 29. November 2022

2022 29 Nov.

On this day five years ago

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Yesterday at the post office.

Me: Please, could you give me ten global stamps?
Lady behind the counter: Do you eat deer meat?
Me: Sorry, I didn’t understand …?Lady behind the counter: Deer meat. Do you eat that?
Me: Deer meat? No. Do you have some leftovers you want to get rid of, or why do you ask?
Lady behind the counter: Where do you come from? Are you from England?
Me: No, I’m from Hamburg, Germany.
Lady behind the counter: You have an English accent.
Me: That’s fine. I need ten global stamps. Do you sell them here?
Lady behind the counter (to her colleage at the next counter): Do you have global stamps left?
Lady behind the next counter (rummages around a while and finally finds some. Hands them over.)
Lady behind the counter: Elevenfifty. Thanks. Have a great day!
Me: Same to you, thanks.

Must be American humor.

 

2022 29 Nov.

Miraculous Layers #1

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Mysterious Layers #1

(c)FoBo_

 

2022 29 Nov.

Juste Janulyte – Huddersfield

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Juste Janulyte is one of my favourite contemporary composers. Here is a magic piece for 8 trumpets, 8 the digit of an endless curve: „Unanime“ for 8 trumpets performed by The Monochrome Project and recorded in the wonderful acoustics of the St Paul at the HCMF – Huddersfield Contemporary Music Festival.

The piece is introduced at 1:14 by Janulyte herself and starts at 1:17:03. You can hear it on BBC HERE

 

Noch bis zum 8. Dezember ist die sechsstündige ARD Radionacht zum Jazzfest Berlin 2022 abrufbar. Konzerte oder Ausschnitte wechseln ab mit Einleitungen und Gesprächen, moderiert von Julia Neupert vom SWR und Ulrich Habersetzer vom BR. Die Radionacht wird immer von allen ARD Radiosendern verbreitet:

 

ARD RADIONACHT JAZZFEST BERLIN 2022

 

Die drei Hauptfelder, Hauptlinien, Pioniere europäischer Freejazz Befreiung, Chicago Spirit und Folktraditionen flossen, wie hier auf Manafonistas schon angemerkt, im Konzert von Peter Brötzmann, Majid Bekkas und Hamid Drake in großartiger Weise zusammen. Wirklich grandios war das Abschlusskonzert von dem 19köpfigen GARD NILSSEN SUPERSONIC ORCHESTRA mit drei Schlagzeugern, drei Kontrabässen und zahlreichen Bläsern. Ein Hammeraufgebot von superguten Musikern. Ich war skeptisch, fühle mich dem schieren „Die Masse macht’s“ nicht unbedingt verbunden. Hier aber gestaltete es sich grandios, um nicht zu sagen, triumphal! Auf einmal war sogar das Solieren wieder großartig, weil es aus einer mitreißenden Dynamik einsetzte, diese aufrecht erhielt oder sogar noch weiter anheizte. Endlich mal wieder so, klassisch und durchweg erstaunlich, umwerfend und berauschend, speziell das Solo von Petter Eldh, diesem rührigen Musiker aus der Berliner Szene. All das dann auch dank guter Kompositionen als Vehikel und einer gründlichen Vorbereitung.

 

Dann die Sache mit den Folktraditionen. Es hat mich erstaunt, welches Verständnis über Folk oder auf Deutsch, Volksmusik, besteht und wie wenig doch noch bewusst ist, dass diese Musik letztlich die Quelle ALLER Genres ist. Folk Music, Volksmusik, klingt in der britischen Pop- und Rockmusik vielfach durch. Und was wären die Stones ohne die Chicagoer Bluesmusiker oder Robert Johnson! Was wäre Bach ohne die Volkstänze! Oder Tchaikowski oder Mahler ohne eine ganze Reihe regionaler Volksmusiktraditionen. Und in der Moderne kommt die Volksmusik nicht nur bei Bartók, Kodaly und Berio wieder nachdrücklich ins Spiel. Viel Musik aus dem Hardbop war arabisch eingefärbt und im Freejazz geht’s weiter mit der Durchsetzung mit noch mehr Folk-Traditionen, ganz zu schweigen von der Durchtränkung skandinavischen Jazz mit Folkquellen.

 

Ob es nun implizit oder explizit geschieht, es ist allgegenwärtig. Scheinbar ist das Bewusstsein davon im Zuge musikalischer Revolutionen, Umwälzungen und Genreeinteilungen etwas abhanden gekommen und mit ‚Folk‘ wird ein bestimmtes Klangbild assoziiert, das ‚Folk‘ von den Königsdisziplinen in der Wahrnehmung dissoziiert. Jazz wird auch als eine solche Königsdisziplin verstanden, die sich längst von den volkstümlichen Niederungen, wo das Altüberlieferte, ‚Traditionelle‘ ruht. Dabei können Musiker diesen wirkenden Quellen kaum entgehen und klingen sie gewollt oder ungewollt durch. Die Beispiele sind Legion: Carla Bleys „Utvikklingssang“ oder Ornette Colemans „Una Muy Bonita“, um nur zwei Beispiele zu nennen.

 

Video   Carla Bley – Utvikklingssang Trioversion

 

Video   Carla Bley – Utvikklingssang Ensembleversion 80er Jahre

 

Video   Ornette Coleman – Una Muy Bonita

 

Fängt man erstmal an, wächst die Reihe von Beispielen schnell an. Hierzu ein Gespräch zwischen Julia Neupert und mir in der Jazzfest Radionacht:

 

JFB22_ARDJazznacht_Gespräch Henning Bolte

 

Beim diesjährigen Jazzfest lag aus guten (aktuellen) Gründen ein Fokus auf Folk Traditionen im osteuropäischen Raum mit einer spezifischen Ausrichtung. Nicht einfach nur ‚Jazz aus Polen‘, ‚Jazz aus Rumänien‘ wie häufig üblich bei Jazzfestivals. Statt der nationalen Sicht wurde auf die regionale Sicht gesetzt und wurden Musiker mit ukrainischem, polnischen, rumänischen, türkischem, bulgarischen aber auch französischem und belgischem Hintergrund zusammengebracht, die sich aus verschiedenen Motiven mit Folktraditionen auseinandersetzen und mit diesen Quellen eine Magie des Jetzt erschaffen, was sich von den üblichen Entlehnungen, Vereinnahmungen und Verwurstungen unterscheidet, und eine neue Qualität von Ost-West-Begegnung initiiert.

 

Ausgangspunkt war das Auftragswerk KOMPOUSSULA / KOMPASS für den losen Verbund von zehn Musikern, das sich dann im Programm in Auftritte festerer Einzelgruppen auffächerte wie BLACK SEA SONGS, LUMPEKS, SHADOWS OF FORGOTTEN ANCESTORS, TRANSYVANIAN FOLK SONGS, GURDJIEFF ENSEMBLE, CANTI DI GUERRA DI LAVORO E D’AMORE, CAMILLE EMAILLE’S OTTO mit bulgarisch-französischer Besetzung, wo die Auseinandersetzung mit Folktraditionen in verschiedenen Formen im ProzeB des Spielens aufscheint und neue Hörqualitäten vermittelt. Das war sicherlich eine erhebliche Herausforderung für Besucher/Zuhörer, die in festen GröBen denken und wahrnehmen – auch für manche Kritiker. Es war schon eine aussergewöhnliche Wahrnehmung, gestandene Freejazzer in KOMPOUSSULA a capella singen zu sehen oder türkische Songs in polnische und ukrainische übergehend zu erleben. Das lag natürlich ausserhalb der ‚Wir-Haben-Fertig‘ Kategorie und entsprechenden Erwartungshaltungen und Wahrnehmungsweisen.

 

2022 29 Nov.

Die Magie der Dinge

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Das Alter spricht eine Sprache, auch alte Dinge sprechen ihre Sprache – Binsenweisheit, klar, aber immer wieder schön. Lajlas Bilder haben mich inspiriert.

Es war 1951, ich war drei Jahre alt und mit Mama auf dem Oktoberfest, stand traurig vor einer Schiessbude mit ihren herrlichen glitzernden roten Krepppapierrosen, die mich auch heute noch unwiderstehlich anziehen. Mamas konnten damals im Gegensatz zu den Papas, die es allzu gut verstanden hatten, leider nicht schiessen; ich selbst habe es später gelernt, ausschliesslich wegen der Schiessbuden und ihrer Rosen; meine jeweiligen Begleiter bekamen dann immer eine Rose geschossen. Man wollte ja emanzipiert sein. Leider gabs dann später nur noch nichtglitzernde Plastikrosen, aber es reichte um Begleiter zu beeindrucken.

An die wunderbaren Stofftiere und Püppchen in der oberen Reihe wagte ich damals gar nicht zu denken. Plötzlich wuchs neben mir etwas in Violett empor, fast genauso gross wie ich, darüber schwebte ein dunkles Gesicht mit strahlend weissen Zähnen, dazu gutturale Laute in einer fremden Sprache. Ein farbiger Besatzungssoldat hatte mein Sehnen beobachtet und mir rasch einen lila Teddy geschossen. Und hatte keineswegs vor mit meiner Mutter anzubändeln – dergleichen kannte ich zu gut, berechnende Männerfreundlichkeit – sondern verschwand gleich wieder. Seither liebte ich Besatzungssoldaten, vor allem farbige.

Mein Brummi erzählt eine Geschichte von Versagung, Wünschen, Vaterlosigkeit, Soldaten, Kinderglück und Krieg. Und dass Schiessen nicht immer Töten bedeutet. Und neulich habe ich ihn restaurieren lassen und einen neuen Arm im alten Stil anpassen – im konservativen Salzburg, in dem es sogar noch sowas wie eine Puppenklinik gibt, eine aussterbende Spezies.

Und jetzt nehme ich endlich das Buch „Die Macht der Dinge“ zur Hand (Verfasser ist mir grad entfallen), steht schon lange auf der Agenda. Das Richtige für die Rauhnächte …

 

2022 29 Nov.

er_kennt_nis

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Erkenntnis

(c)FoBo_


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