„Während einer Zeit, in der ich manchmal zweimal pro Woche von London nach Leicester fuhr, faszinierten mich die Ansagen in den Buffetwagen, von denen ich 2006-7 viele aufnahm. Obwohl die Liste der angebotenen Erfrischungen bei jeder Fahrt in etwa gleich war, gab es individuelle Abweichungen, und auf diese habe ich geachtet. Die Variante schien eine Art und Weise zu sein, in der eine Person ihre Andersartigkeit auf dieselbe Weise ausdrückte wie der Tonfall oder die Lautstärke ihrer Stimme. Unbemerkt klangen manche Arbeitnehmer, als würden sie für eine andere Rolle im Leben vorsprechen. Einige waren ein wenig zurückhaltend, andere offener. Das Essen wurde zweitrangig. Die Aufnahmen wurden zunächst von William English in seiner Sendung „Wavelength“ auf Resonance 104.4 FM gespielt. Während einer Wiederholung der Sendung hörte Jonny Trunk von Trunk Records die Aufnahmen und meinte, er würde gerne eine limitierte Auflage der dreißigminütigen Aufnahmen auf Vinyl herausbringen, was er auch tat. Es folgte eine Cd-Version, ebenfalls für Trunk Records. Als Michael auf diese Aufnahmen stiess, Jahre später, waren seine nächtlichen Klanghorizonte bereits Geschichte, und er schrieb mir, sollte ihm für seine Abendausgabe der „Klanghorizonte“ Ende März 2023 irgendein interessante neues Album, in dem ein englischer Zug eine Rolle spiele, in die Hände fallen, wären meine „MM Bar Recordings“ definitiv Teil der Reise. Schliesslich waren, fügte er hinzu, seine ultimativen „field recordings“ in all den Jahrzehnten, „Trains By Night“ gewesen, made in Britain. Der Sound der Dampflokomotiven 1963-4 in tiefer Dämmerung.“
Archives: Montag, 28. November 2022
2022 28 Nov.
Meeting Mundane Magic, with Sandra Cross
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off

Und so begab ich mich nach einem denkwürdigen Wiedersehen in Furth i. W. Anfang Mai 2022, auf eine Zeitreise in die Jahre des Solisten Robert Fripp zwischen 1977 und 1982: da spielte er seine Frippertronics in Pizzerias, Plattenläden, an sakralen Orten, erholte sich von der ersten Regentschaft in der Maske des King Crimson, übte den „lateralen Drift“ frei nach Robert Pirsigs „Zen oder die Kunst, ein Motorrad zu warten“, brachte diverse Musikproduktionen auf den Weg, widmete sich diszipliniert (ein Schlüsselwort seines Credos), einer von Gurdjieff-Nachfahren befeuerten Schule der Spiritualität, und pflegte seine Freundschaft zu dem bekennenden Atheisten Brian Eno, den er stets „Captain“ nannte. In September 1982 erlebte ich die neu formierte Band in Nürnberg, und die Geschichte nahm ihren Lauf. Die ganze „Weihnachtsstory“ (ohne Tannenbaum, aber voller Wildnächte und gifts of love) findet sich, einen Click entfernt, im ersten Kommentar. Let The Power Fall.
2022 28 Nov.
Die Melancholie des Unschönen
Lajla Nizinski | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 8 Comments



