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Archives: Freitag, 20. April 2018

 

(First Hour) Yo La Tengo: There‘s A Riot Going On / Terminal Sound System: The Endless Sea (2 tracks) / Venetian Snares and Daniel Lanois / Anna von Hausswolff: Dead Magic / Venetian Snares and Daniel Lanois / Prairie: After The Flash Flood (2 tracks) 

 
 
 

 
 
 

(Second Hour) Dave Liebman, Adam Rudolph & Tatsuya Nakatani: The Unknowable / Splashgirl: Sixth Sense / National Jazz Trio of Scotland: Standards Vol. IV (three tracks) / Jakob Bro: Returnings / Elena Duni: Partir / Frode Haltli: Avant Folk / Elena Duni: Partir / Mathias Eick: Ravensburg / Amandus Schaap & Evert Kramer: Done (s. photo)

 

(Third Hour) – „The Quiet Spaces of Suffolk – Roger Eno‘s music“ – taken from his albums between 1985 and 2017, including, in non-linear sequences, „Voices“, „This Floating World“, „Swimming“, „Ted Sheldrake“, „Lost In Translation“, „Between Tides“, „The Flatlands“, and tracks from the compilation „Little Things Left Behind (1988-1998)

 

(Fourth Hour – Time Travel 1) – Shankar: Vision (1984) / Mabrak: Drum Talk (Jamaika, 1976:  In terms of smoked-out after midnight vibes, it’s about as close as you’ll come to the deeply cherished reissue of the Dadawah album „Peace and Love“ in Dug Out’s catalogue) / Soul Jazz Presents: German Elektronische Musik Vol. 3 (1971-1981) / Plastikman:   Consumed

 

(Fifth Hour – Time Travel 2) – Donovan: Wear Your Love Like Heaven (1967) / Boards of Canada: Music Is The Right To Children (April 1988) & Campfire Headphase (2006) / / Roberto Musci: Tower of Silence & one more track from Yo La Tengo (the „underwater horn lamento“:))

 
 
 

 
 
 

The fifth hour starts (surprisingly) with a Donovan song from 1967 and sets the tone for some reflections on the 20th anniversary of Boards of Canada‘s „Music Has The Right To Children“.  I keep things short, and everybody who, by this show, has discovered or re-discovered his love for that 1998 classic, can go deeper by reading two essays by Mark Richardson and Simon Reynolds.

 

„Reach a certain age and you notice a peculiar thing: your thoughts frequently get interrupted by non sequitur memory images, seemingly insignificant but disconcertingly vivid. It’s as if your overstuffed brain is calling up ancient files with a view to deleting for space.“

(S.R. on Boards of Canada‘s „Campfire Headphase“)

 

The last twenty minutes of the long night dive into Roberto Musci‘s „Tower Of Silence“ (an excellent compilation of the label with the telling title „Music From Memory“). For many listeners Roberto Musci will be a treat, and they will ask themselves (as I did): „How come I never heard of him?“

 

Eine Autofahrt durch Los Angeles bei Nacht. Sunset Boulevard, Bevery Hills, der Black Clock Park. Wer von der Zed Zeitzone in die Mulholland Zeitzone gelangt, muss die Uhr acht Minuten vorstellen, um nicht die Orientierung zu verlieren. Aber man verliert die Orientierung schnell. Im Autoradio läuft Jajoukamusik aus Nordafrika, immer auf Station 3. Es war Vivs Idee, Sarah zu kidnappen und während der Erzähler im Rückspiegel zusieht, wie sich Viv und Sarah gegenseitig entkleiden und küssen, weiß er selbst nicht, ob das schon die Probe für den Pornofilm ist oder noch ein Teil der Bewerberauswahl. Von der Ocean Zeitzone geht es in die Zeitzone des Vergessens. Elf Minuten Zeitunterschied. Wer ist hier verantwortlich für den Plot? Justine findet sich überall in der Stadt auf Plakaten, niemand weiß, wofür sie wirklich Werbung macht, dieser rote Engel von L.A. Der Erzähler in „Amnesiascope“ arbeitet als Filmkritiker bei einer Zeitung, die Sache mit dem Pornofilm war eine gemeinsame Idee mit Viv. Weißes Geflüster. Eine Begegnung in einer Bar (oder nicht?), eine Begegnung im Hotel (oder doch nicht?). Und wie kommt es, dass immer wieder Leute in der Stadt über den Film „Der Tod des Marat“ diskutieren, wenn es den Film gar nicht gibt? Viv ist Künstlerin, ihr Projekt ist eine Konstruktion von Fernrohren, das Memoryscope, dafür reist sie nach Europa. Die Plakate mit Justine lösen sich auf, sie hängen in Streifen herunter. Die Zeitzonen werden kleiner und kleiner, bis es Millionen von Uhren gibt in der Stadt, und jede von ihnen zeigt eine andere Uhrzeit. Der Erzähler ruft eine Nummer an und er selbst meldet sich, ein Ich aus früherer Zeit. „Amnesiascope“, dieser wundervolle Roman von Steve Erickson aus dem Jahr 1996 wurde nie ins Deutsche übersetzt. Dieser Roman mit seinen doppelten Böden ist ein Grundlagenwerk zu Traumlogik und Apokalypse. Es gehört zu den Büchern, die wir deshalb brauchen, weil sie die Wirklichkeit unmöglich machen.

2018 20 Apr.

Definierter

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Wir nehmen Künstler und künstlerische Freiheit ernst, und wir sagen unseren Künstlern nicht, was ihre Texte enthalten sollten und was nicht. Zweifellos haben einige Songtexte auf JBG3 viele Menschen zutiefst verletzt. Andererseits waren viele Menschen ganz klar nicht so sehr verletzt, insofern, dass es zu einem der meistverkauften Alben des vergangenen Jahres in Deutschland wurde.

(BMG-Statement)

 

Heißt im Klartext: Wir finden die Angelegenheit auch irgendwie geschmacklos, aber nicht so geschmacklos, dass wir auf das Marktsegment verzichten möchten.

Das Album hat soeben die 4-Millionen-Euro-Umsatzgrenze überschritten, dreieinhalb davon mit einem prachtvollen Boxset. Für ihr jüngst aufgelegtes Antisemitismusprogramm hat die Firma Bertelsmann 100.000 Euro eingeplant. Insgesamt.


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