Manafonistas

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Archives: Montag, 30. April 2018

Um vielleicht einigen die Zeit bis zum Erscheinen des neuen Albums von Jon Hassell etwas zu verkürzen will ich heute an eines der interessantesten und zudem japanischen Trompetenalben erinnern. So wie die Trompete aus dem Jazz nicht mehr wegzudenken wäre, ist auch der umtriebige Musiker dieses Albums nicht mehr aus der Jazzlandschaft wegzudenken, wenngleich er nicht selten dessen Grenzen außerordentlich strapazierte (Geht denn das bei Jazz überhaupt?). Zwischen Heavy Metal,  brachialem Freejazz (z.B. mit Peter Brötzmann) und experimentellem mit DJ Krush reicht sein weites Spielfeld.

Silent Melodies nun wurden solo zwischen 2000 und 2003 an unterschiedlichen Orten eingespielt und stellen fast das leiseste und vertrackteste Werk Toshinori Kondo’s dar, wie der Titel schon vermuten lässt. Elektronisch verfremdete Trompetenklänge, geloopt, schwebend, mal ganz fremd technoid, mal wie Hassell’s Forth World Music nur von der anderen Seite des Planeten. Gewidmet der spirituellen Natur und der Vorstellung des 21 Jahrhunderts. Sagt eigentlich schon fast alles, Song for the Small Planet! Ja, planetare Ambient music, die sich zwischen Clear Water und First Light archaisch zeitlos, in magischer Verfremdung übereinandergeschichtet und leise Geschichten einer ganz weiten kristallinen Sphäre im samtenen Schwarz erzählt. Futuristische Wolken ziehen vor namenlosen Monden vorbei, deren stilles Licht über die feinen Gesichtszüge des japanischen Musikers zieht, der seine seit Jahrzehnten brodelnden avantgardistischen Aktivitäten hier in einer ethnosurrealen Zukunftsvision kulminieren lässt. Kein Funke von Sentimentalität oder Esoterik, keine Zitate, kein Versuch bereits einmal Gehörtes neu aufzulegen. Konzentriert und eigensinnig. Ein Soundtrack für eine nächtliche Fahrt durch die Lavafelder Lanzarotes zu den schwarzen Stränden, um dort das Leben des Meeres aus der Tiefe leuchten zu sehen …

 
 
 

 

2018 30 Apr.

No. 4, Christina & The Kranky Connection

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Belgian composer / artist Christina Vantzou is something of an archetypal performer found on the cult-ish Kranky label. So far, all her previous solo albums (if you don’t know, you might guess the titles are numbered) and as a member of the duo The Dead Texan (with Adam Wiltzie of Stars of The Lid) bear what you could label as the “Kranky sound of excellence” – music that defies categorisation and bordering on ambient, post-rock, classical or jazz. And it doesn’t matter whether it’s vocal (Low made some of their best albums for the label) or instrumental (the brilliant Labradford). No. 4 draws the listener inward, but is not melancholic, at least not in a classical sense. It’s like taking comfort in oblivion, in the slowness of things. Vantzou says she is influenced by sleep and dreamlike states, and in this album you can hear it.

 

2018 30 Apr.

Die Zauberin

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Das Päckchen mit dem handgeschriebenem Brief, einem antiquarischen Buch und dem Album kam völlig unerwartet. Heute war der passende Tag, das Album zu hören. E. hatte auf die Rückseite der CD-Hülle einen kleinen gelben Zettel angebracht, auf dem unter anderem folgendes stand:

 

jemand hat sie mal „die Zauberin“ genannt. Sie ist sehr besonders – die Musik – keine gute-Laune Musik. Hat viele Vorzeichen. Dennoch –

 

Ich setzte die Kopfhörer auf und hörte das Album zwei Mal komplett durch. Und, ja, ich bin verzaubert.

 


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