Als ich zum ersten Mal Gegenstände zwischen die Saiten eines Klaviers steckte, hatte ich den Wunsch, die Töne zu besitzen (und sie dadurch wiederholen zu können). Als aber die Musik von mir wegging und von Piano zu Piano und von Pianist zu Pianist lief, wurde klar, daß nicht nur zwei Pianisten sich wesentlich voneinander unterscheiden, sondern daß auch zwei Pianos niemals identisch sind. Wir haben es im Leben weniger mit der Möglichkeit von Wiederholung zu tun, als mit den einmaligen Qualitäten und Eigenschaften einer jeden Gelegenheit.
Das präparierte Klavier, die Eindrücke, die ich vom Werk meiner Künstlerfreunde erhielt, das Studium des Zen Buddhismus, mein Durchstreifen von Feldern und Wäldern, auf der Suche nach Pilzen, das alles hat mich dazu geführt, die Dinge eher zu genießen, wie sie kommen, wie sie sich ereignen, und nicht als Dinge, die man besitzt, die man hütet oder zum Dasein zwingt.
John Cage, in: Daniel Charles „Musik und Vergessen“
Archives: Samstag, 14. April 2018
2018 14 Apr.
John Cage auf der Suche nach Pilzen
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