Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: Dienstag, 3. Januar 2017

2017 3 Jan.

106 years ago

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Ich habe vor wenigen Minuten gelesen, dass Borussia Dortmund am 15. Januar 1911 das erste reguläre Spiel ausgetragen und mit 9:3 gegen den VfB Dortmund gewonnen hat. Meine Mama hat gerne Fußballspiele im TV angeschaut, solange ihre Sehkraft noch dafür ausreichte. Ein Borussia-Fan war sie nicht, hat eigentlich nie für irgendeinen Verein gefiebert. Sie lebt seit wenigen Wochen in einem Seniorenheim in meiner Nähe. Nun bin ich dabei, ihre verlassene Wohnung auszuräumen und zu entscheiden, was in den Müll wandern darf (oder muss) und was für mich und meine Familie wert ist, aufbewahrt zu werden. Ich finde alte Bilder, aus einer Zeit, als eine Fotografie noch etwas Besonderes war, einfach deswegen, weil man nicht täglich ein Foto knipsen konnte. Eines aus dem Jahr 1911 möchte ich zeigen.

 
 
 

 
 
 

Das ist die Mannschaft des 1. FC Helmbrechts. Mein Großvater ist auf dem Bild zu sehen, er spielte Linker Läufer. Einige der alten Bilder digitalisiere ich, vorsichtshalber, denn ein paar gut hundertjährige sind schon verblasst. So bin ich die letzten Tage und Wochen beschäftigt und habe viele Manafonistas-Beiträge noch gar nicht bzw. nicht gründlich genug gelesen.

Mit dem 13. Manafonisten haben wir nun 13 Personen versammelt, die aus (kaum übertrieben) 13 Berufen und Berufungen, das Feld der Perspektiven weit auffächern. Natürlich ist die Bereitschaft da, bald mehrere Frauen in den Club der Manafonisten aufzunehmen, um, kleiner Spass, die Quote zu regeln. Aber es ist schon ernst gemeint. Es sollten Frauen sein, die, neben natürlichem Schreibtalent, weitere Tätigkeitsfelder ins Spiel bringen, so etwa die Terrains der Puppenspielerei, des modernen Balletts, des Event Managements, der Pornographie, der Handlesekunst, der Architektur, der Twin Peaks-Forschung, und der postmodernen Landschaftsfotografie. Und alle sollten ein Faible für aufregende neue Klänge haben, Worte über Musik verlieren können, das Unerhörte im Allgemeinen. Eine Glückskeksspezialistin haben wir schon. Das einst glorios, und nicht zuletzt an unserer Zweisprachigkeit gescheiterte Buch der Manafonisten schriebe sich von ganz allein.

 

2017 3 Jan.

Black Glasses

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Claire Denis has begun work on LES LUNETTES NOIR (Black Glasses), her own adaptation of Roland Barthes’s 1977 book, A Lover’s Discourse. The extra surprise here is that Juliette Binoche and Gérard Depardieu, who feuded for years, have been cast together.

via

2017 3 Jan.

Fortune Cookies

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Did you ever buy a fortune cookie, as a New Year´s present for friends? Few years ago I did so. I thought of charming translation mistakes caused by google-translation programs and sentences like “Wenn Sie einen auto besteigen wird wunder” with their wiggle room. So I should have bought the cookie carton in a Chinese shop, but I thought of the quality of the cookies itself and made the mistake to buy them in a health-food shop. Logically the sentences were a bit innocent, tame and devoid of fun. “The way is up – follow your heart.” Or: “Say clearly what you mean and everybody will listen to it.” Buzz: no matches.

Adrian Tomine´s awesome graphic novel “shortcomings” starts with a movie´s closing scene, presented in an asian-american film festival. A woman, who had most of her life felt distant from her grandfather, enters his aging fortune cookie factory and realizes the connection between her grandfather and his job. The old man picks one of the fortune cookies from the shelves and gives it to his granddaughter. She breaks the cookie and reads the wisdom aloud: “Your love live will be happy and harmonious.” She´s touched, hugs her grandfather. The audience applauds zealously. Still Ben Tanaka, the main character, is bored. Actually I could imagine that kind of sentence in a cookie-box bought in health-food shop as well. So, how spotting really good fortune cookie sentences? There´s a poem by Frank O´Hara titled “Lines For The Fortune Cookies” that consists of about 30 lines you could find in a high class poetic fortune cookie box. A lot of people in this room wish they were you. Or: You are a prisoner in a croissant factory and you love it.

It´s a funny idea to build a poem that way, but it´s like William Carlos William´s Red Wheelbarrow. The merit is the poetic approach, and each copy or variation of the idea is – just a copy. Oh, but Lajla had a great idea for the fortune cookies she produced by herself for our first manafonistas meeting at Sylt island 1 ½ years ago. She picked sentences from the blog itself and we had to guess who wrote it. Next time you get in a car to drop by a friend, something strange´s gonna happen.

 
 
 

 

Als ich kurz vor Weihnachten an meine alte Klasse von 73 eine Rundmail schickte, mit einem Link zu meiner Jethro Tull-Geschichte über STAND UP (hier am 16. Dezember 2016 platziert), erhielten alle Begeiligten in einer weiteren Rundmail auch die folgende Reaktion, die ich aus Gründen guter Unterhaltung gerne einer noch grösseren Runde anvertraue. Da der ausführliche Text auch einen Abgesang auf das Englische und einen Lobgesang auf das Hebräische enthielt, wird meine überaus freundlich formulierte Antwort (als weitere Mail in der Runde der OIc) keinerlei Verständnisprobleme bereiten.

 

“ (…) Außerdem kapiere ich zu meinem Leidwesen überhaupt nichts von dem, was ich jetzt unter dem angegebenen Link gelesen habe? Sind das nicht Uraltklamotten aus dem Mülleimer der Zeitgeschichte? Viel gäbe ich darum, zu verstehen, worum es geht. Doch schon damals haben mich meine Ohren die zeitgenössische Musik im wesentlichen als Krach empfinden lassen und mich auf weiten Abstand zu ihr gehalten. Anders formuliert: kann es überhaupt wohltuendere Musikklänge geben als die von Bach und Händel??? Nun gut, ich muß es zugeben: natürlich gibt es Musik, die mindestens genau so berauschend ist – argentinischer Tango etwa.“

 

„Dear X, what’s the word for „narrowmindedness“ in Hebraic language? I’m happy you have at least a knack for tango with its origins in ancient red district areas and whorehouses of Buenos Aires. Best, Michael!“ 

 


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