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Archives: Dienstag, 8. Januar 2013

Wenn man Bücher nicht rezipiert und Platten nicht hört, als würde man etwa eine Schachtel Zigaretten aufrauchen, um sich dann am Automaten schleunigst neuen Stoff zu holen und wenn man kulturelle Dinge nicht abfrühstückt, als seien sie die Requisiten eines One-Night-Stands – sondern mit diesen Dingen eine dauerhafte Beziehung eingeht, immer wieder auf sie zurückgreifend, herumstöbernd, dann könnte auch die Literatur des Philosophen Byung-Chul Han ein idealer Begleiter sein. Der aus Korea stammende Autor schreibt in Kamikaze-kurzen, sehr präzisen Sätzen: weder ausschweifend noch allumfassend und hybrid, vielmehr aus einer östlichen Weltsicht heraus derart, dass der Leser zum Weiterdenken animiert wird. Es wundert nicht, wenn man vor Jahrzehnten schon beim dilletantischen, will sagen: genußvollen Versuch, das heideggersche Werk zu erfassen, auch diesen Autor zur Hilfe nahm und sich wunderte, welch frischer Wind einem in dessen Buch Heideggers Herz entgegenwehte. Hans Bücher finden reichlich Anklang und er ist inzwischen wohl zum „Star-Philosophen“ avanciert – so jedenfalls wurde er kürzlich in einem Beitrag der Fernsehsendung Aspekte genannt. Das mag daran liegen, dass sich aus einem ursprünglichen kontemplativen Kontext, der wenig zu tun hat mit der Übertragung oder Fortführung buddhistischer Traditionen in die westliche Hemisphere, eine kritische Abstandnahme herstellen lässt zur heutigen Lebensweise.

 

Video

 
 

 
 
Dies ist die Sportanlage des Tus Deusen im Dortmunder Nordwesten. Fast schon in der Prairie. Abseits der City, in der Nähe sind eine Mülldeponie, der Ems-Kanal und ein Steakhaus american style. In der Abenddämmerung wirkt dieser Ort, als würden bald die Lichter ausgehen, die Nacht hat ihre Fühler ausgestreckt. Wer genau hinschaut, erkennt noch eine Gestalt auf dem Feld. Da spielt tatsächlich noch einer den Ball. Wer in seiner Kindheit Fussball gespielt hat, weiss, dass man gerne noch das letzte Tageslicht ausnutzt, der Ball immer fahler und schemenhafter wird, und man gerne noch einen Treffer landet, zumindest einen guten Schuss, der ruhig von der Dunkelheit verschluckt werden kann. Als ich nach einer Weile des Schauens und Erinnerns ins Auto stieg, lag – und das ist jetzt nichts Ausgedachtes – „Magic and Loss“ von Lou Reed im Cd-Player.
 

 
 

 
 
 

Recorded in the middle of the forest in a cabin with no electricity (the recording equipment was run on solar energy!) With titles such as „You are walking on a sleeping summer“, „Peismusikk“ (norwegian for fire place music) and „Blizzard“ one can maybe imagine under what circumstances this session took place.

www.sofamusic.no
 

 
 

 
 

„The Waves“ is the strongest track on here and a strong early contender for song of the year. Its changes in mood are so dramatic and yet so natural they envelope you, crash around you and throw you into a sea of glorious tumult that suggests the title was chosen on the song´s aesthetic alone, but moreover it is emblematic of the album as a whole. The shifts from a „Packt Like Sardines in a Crushd Tin Box“ percussion and acoustic guitar to glorious swelling to droning-guitar-and-electronic-beeps stormier waters should jar, they shouldn´t work, and yet it´s no exaggeration to say that it´s perfect. (Dan Lucas, Drowned-in-Sound)

 
„The Waves“
 


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