Manafonistas

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Archives: Freitag, 17. April 2020

 
 

Seit vielen Jahren ist dies mal wieder eine vorproduzierte Ausgabe der Klanghorizonte (18. April, 1.05 bis 6.00 Uhr). Man wird sie eine Woche lang in der Mediathek-App des DLF nachhören können. Weil alles so kurzfristig war, habe ich die Themenstunde zu Jon Balke auf ein anderes Mal verschoben. Stattdessen, und nicht unpassend zur Zeit, begibt sich die „Nahaufnahme“ in der Mitte der Radionacht auf die Spuren der beiden Alben von und mit Sebastian Rochford, die zum einen sehr viel mit der Mohave Wüste, und zum andern mit einer Kirche im Norden Londons zu tun haben: welche Räume öffnen sich, wenn sich auf einmal so unendlich viele verschliessen, und das eigene Leben so viel fragiler wirkt wie in jenem verzuckerten Song von Sting?! Auf den Zeitreisen zum Ende der Nacht geht es dann volles Rohr in die Siebziger und Achtziger Jahre, mit Jan Garbarek, Buffy Sainte Marie, Bo Hansson, McCoy Tyner (ich spiele mein absolutes Lieblingsstück aus seiner Feder), Arthur Russell, sowie Musica Esporadica. Anbei auf dem Foto die Alben der ersten zwei Stunden, und eine BluRay, die sich einfach in dieses Bild hinein gemogelt hat, ein kleiner Lieblingsfilm aus dem alten Amerika. „Greg Mottola’s „The Daytrippers“ is an under-seen, micro-budgeted American indie whose action takes place, in significant part, inside a dumpy wood-paneled station wagon.“

 

 
 

Tief unten macht sich elektronische Widerborstigkeit bemerkbar, melden sich Samples, lassen Streicher Federn fernab eines Hollywoodhimmels, fetzt ein Bläsertrio zum wohlfeilen Funk. So schleiche ich mich in (und verwandle) lang gefallene Worte von Konrad Heidkamp zu einer meiner drei Lieblingsalben von Bill Frisell, Unspeakable. Irgendwie passt das alles nicht, schreibt er, und macht sich doch ganz großartig. Und der Produzent und kühne Mitspieler dieser Aufnahme aus den frühen Jahren des Jahrhunderts ist nun auch von Corona erledigt worden, der wunderbare Hal Willner. Was hat er alles für Projekte angezettelt, rasch fallen Nino Rota, Kurt Weill und Thelonious Monk ein. Und Mingus auch. Die Besetzungslisten all dieser Genresprenger lasen sich „all-star“-mässig – der Name des „producers“ war das Gütesiegel. Bei Unspeakable steht er an Turntables und den Samples, verleiht den Stücken genau das, was der Titel deklariert, zudem jede Menge allerfeinst abgedrehter Dejavues!

 


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