Manafonistas

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Archives: Dienstag, 21. Juli 2015

 
girlwalkshome
 
 
 

Ein schöner Film, eigentlich. Gute Grundidee – Vampirin im Tschador als eine Art Racheengel. Optisch exquisit gelöst – schwarzweiße Videoästhetik der späten siebziger Jahre mit ihren Lichtschlieren und Verwischungen. Fast alle Bewegungen in einer Art Zeitlupe, die aber inszeniert ist, die Schauspieler bewegen sich wirklich so. Die überwiegend elektronische Musik schafft eine düstere, lähmende Atmosphäre. Es passt wunderbar.

Der Film zeigt, wieviel unausgeschöpftes Potenzial in dem scheinbar so ausgelutschten Vampirfilmgenre immer noch steckt. Leider weiß der Film dann aber nach ungefähr einer Dreiviertelstunde selbst nicht mehr so recht, wohin er will und wie er seine Geschichte zu Ende bringen soll. Er verliert sich in einer gewollten Rätselhaftigkeit, die zusehends aufgesetzt wirkt.

Trotzdem sehenswert. Eigentlich.

In den  Umlaufbahnen etlicher Leser dieses Blogs und mancher Manafonisten war und bleibt er gegenwärtig. Er war im Duo mit Roedelius der Maschinenmann, stets offen für defekte Klangerzeuger. Er brachte das Subversive in die skurille Idylle mancher Clustermusik. Ein sanfter Anarchist. Es gab eine Zeit, da jammte er in Forst im Weserbergland mit Rother, Rodelius und Eno. Er arbeitete an widerstandsfähiger Elektronischer Musik, die sich in keiner Weise dem grossen Markt öffnete, er liebte das Abseitige, und blieb so dem Underground treu. „Rastakraut Pasta“. Reihenweise spannende Musik, die in den letzten Jahren von dem Label Bureau B lebendig gehalten wurde. „Material“ fällt mir als Geheimtipp ein, ein Duo mit Conny Plank: hinter dem nüchternen Titel lauert reine Magie. Und dann war da ja auch die Platte mit dem Mikrofon in der Landschaft auf dem Cover. Aufgenommen für die Ewigkeit in Weilerswist.  Wundervoll auch diese eine, dunkle Funken sprühende, Komposition, „Grosses Wasser“, eine Plattenseite und so viel mehr füllend. Diese Reise über „grosses Wasser“ hat er jetzt angetreten. Tracks & Traces.

2015 21 Juli

Tagebuchnotiz

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Ich schreibe gar kein Tagebuch, aber wäre es so, fände sich da folgende Bemerkung: „Nicht nur, dass ich fast fiebrig durch die Seiten eines rabenschwarzen Erinnerungsbuches jage, das kein Kriminalroman ist, Charles Haldmans DER FEUERWÄCHTER – ich habe heute auch einen mir unbekannten Song von Brian Eno gehört. Man mag es kaum für möglich halten, haha! Sofort spürte ich, wieso das mein Lieblingssänger ist. Ich werde den Track in der „Zeitreise“ am 15. August spielen, und zwar, weil es so hinreissend passt, nach einem frisch ausgegrabenen Lied von Arthur Russell. Und auch die Reise zu den Äusseren Hebriden nimmt Kontur an. Was für ein abwechslungsreicher Tag: dann kam auch noch die Crepemaschine aus Frankreich, den Buchweizenteig (das Original) habe ich aus der Bretagne mitgebracht. Zum ersten Mal in meinen Leben (kein Witz!) eine mir mit Namen und Cover vertraute, aber bis auf zwei berühmte Songs, nie gehörte Langspielplatte der Rolling Stones auf mich wirken lassen, von zwar vorne bis hinten: „Sticky Fingers“. Ich habe ja immer die Kinks und Beatles bevorzugt, aber das Teil hat mich umgehauen. Schön, dass ich diesen „Klassiker“ auch mal mitbekomme.“

2015 21 Juli

Bagles & Beans

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