Manafonistas

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Archives: Donnerstag, 22. Januar 2015

 

 
 
 

In her duo with electric guitarist Stian Westerhus, on the 2012 concert recording „Didymoi Dreams“ and this no less impressive sequel, Endresen foregrounds the voice housed in flesh. And her performance certainly bring home the multiple functions of the mouth… there´s nothing quite like it. Westerhus is the perfect foil – a musician positioned as far from air guitar as Endresen is from disembodied voice. When it fits he can get shimmery and vaporous, shadowing Endresen as she recoils into vulnerability; but mostly he provides her with a suitably splintered, jagged accompaniment packed with metallic crackle and twang and shrewdly manipulated textural electronics. Both performers sound at once strictly disciplined and dangerously spontaneous, razor sharp and vividly physical. Both plunge in deep and stretch their own limits.

The Wire (UK)

 

On their second album, this Norwegian duo—veteran singer Sidsel Endresen and hotshot experimental guitarist Stian Westerhus—dive into their improvisations with increasing fearlessness, colliding wordless abstraction and floor-ratting physicality. Endresen once trafficked in a sort of post-Joni Mitchell jazz-folk sound, but now she has a language all her own: an imaginary vocabulary, elucidated in a halting tumble of cracked, wheezy, or glottal vocalizations. Westerhus uses a phalanx of effects pedals that transforms his atmospheric guitar into a miniature symphony, adding flurries of violence, smatterings of percussive noise, and fountains of gnarled feedback. The two musicians play off each other deftly but furiously, and their jagged, high-flying dance is as exciting, imaginative, and visceral as anything I’ve heard in years.

Chicago Reader (US)

Gerade noch rechtzeitig führte mich mein Weg nach München, denn dort lief bis vor 10 Tagen eine Ausstellung im Deutschen Theatermuseum zu Frank Wedekind. Sein 150jähriger Geburtstag im letzten Sommer war der Anlass für die Austellungsmacher, diese wirklich interessante Werkschau auf den Weg zu bringen. Nun hätte mich Wedekind nicht unbedingt nach München gelockt, wusste ich doch außer seinem Namen nicht viel von ihm. Dann allerdings wurde “Frühlings Erwachen“, wohl sein bekanntestes Drama, Pflichtlektüre für die Schüler des Berufskollegs in Baden-Württemberg und schon war mein Interesse mehr als geweckt.
 
 
 

 
 
 
Die Ausstellungsbesucher lernten Wedekind, den Zirkusliebhaber, den Werbetexter (für die Firma Maggi), den Provokateur (führte zeitweilig zur Gefängnisstrafe), den Dramatiker, den Schauspieler und Kabarretisten kennen. In einem der Ausstellungsräume konnte man sich bequem niederlassen, Kopfhörer lagen bereit und luden ein zum Hören der Musik der Gruppe The Tiger Lillies. Wow, mir ganz unbekannte Klänge, habe nie etwas von dieser Gruppe gehört, schon gar nicht den Titel „Mirrors“ aus der CD Lulu – A Murder Ballad.
 
 
 

 
 
 
Also, der Titel hat mein Interesse geweckt und nach kurzer Recherche war klar, da hab´ ich bisher etwas verpasst. Die britische Gruppe, bestehend aus Martyn Jacques (Vocals, Accordion), Adrian Stout (Double Bass, Musical Saw, Musica Saw, Vocals) und Mike Pickering (Drums and Percussion), gibt es schon viele Jahre und auch die Liste der Veröffentlichungen ist lang.

Ein Blick auf ihre Website lohnt. In der Regel veröffentlicht die Gruppe Konzeptalben, beispielsweise: Woyzeck, Hamlet, The Rime of Ancient Marinier, The Gorey End (mit dem Kronos Quartet), A Dream Turns Sour (2014) und eben auch Lulu – A Murder Ballet.
 

Zu letzter Veröffentlichung schreibt The Guardian am 3.Febr. 2014:

„Accompanying himself on accordion, piano and ukulele, Jacques combines extracts from Wedekind’s ballad with his own grisly inventions, including a morbid dialogue with Jack the Ripper, Lulu’s murderer, delivered in a mix of unearthly falsetto and a growling form of sprechstimme (or speech-singing) derived from the works of Berg and Kurt Weill.“

Die Musik ist verspielt und schräg- mein einziger Kritikpunkt: nach dem Hören mehrerer Platten stellt sich kaum mehr Überraschung ein, es wiederholt sich doch vieles.

Anyway, das Theater Dortmund kündigt vor dem dortigen Auftritt der Gruppe im Sommer 2014 an: „Ihre musikalische Bandbreite reicht von herzzerreißenden Balladen bis zu ekstatischen Klezmer-Polka Klängen – ein düsterer Mix aus Gypsy Music, radikaler Oper und postmodernem Zirkus.“ Auf YouTube kann man Kostproben der Gruppe hören und sehen.

To cancel the comments, happened by a strange mixture of accident and „Freud’scher Fehlleistung“. The wise idea behind it all didn’t show up being a remix of the controversial voices in a new posting, as a dialogue of a few people sitting at a table. I’m very sorry for pushing a wrong button at one time and can promise it won’t be happening again. It only happened about four times in four years that I decided to remove something, and in all cases a dialogue with the person involved, and agreement on both sides, had been part of the game.

2015 22 Jan.

Hejira über die Jahre

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Hits und Misses nannte Miss Joni Mitchell zwei Alben aus dem Jahre 1996, das eine ihre vermeintlichen Erfolge, das andere die sogenannten „Fehlschläge“ kompilierend. Aber auch das „misslich“ Genannte bot doch hörbare Reize. Auf ihrer jüngst veröffentlichten, vier CDs umfassenden Kompilation Love Has Many Faces kann man noch einmal Revue passieren lassen, was einst so wegweisend, inspirierend und erbaulich war. Mein Favorit hier: „Hejira“. Von grossem Orchester begleitet läuft die kalifornische Lady auf Peter Erskine´s entrolltem Rhythmusteppich zu saturierter Höchstform auf. Schon seit einigen Tagen spiele ich mich mit diesem Stück auf der Gitarre ins idiosynkratische Nirvana. Was sich über die Jahre hinweg immer als kaum fassbare, leicht dahinschwebende Klänge ihrer offen gestimmten Steelstrings offerierte, wird nun endlich funktionsharmonisch nachvollziehbar und bietet so dem analytisch veranlagten Gemüt Befriedigung. Coverversionen sind ja oft ermüdend und redundant – doch aus Vorlagen sich etwas „Eigenes“ basteln, dabei auch an Derek Bailey denkend, das ist mehr als einen Asbach Uralt wert.


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