Manafonistas

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Archives: Freitag, 2. Januar 2015

2015 2 Jan.

Hotel Tour d‘ Auvergne

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Im 9. Arrondissement von Paris gelegen, mit der Oper, Montmartre und Gare du Nord ganz in der Nähe, ruft jedes der 24 einzigartig designten Zimmer des schicken Boutique-Stadthauses „Hotel de la Tour D’Auvergne“ förmlich „je ne sais quoi“. Künstlerischer Spirit steckt in jedem Stein des Hauses aus dem 19. Jahrhundert – was wohl auch an den ehemaligen Nachbarn wie Victor Hugo und Auguste Rodin liegt. Dementsprechend groß ist die Zuwendung zu jedem der einzigartigen Zimmer: Ob bunt und verrückt oder traditionell-schick – jedes Design-Zimmer hat seinen eigenen Stil und Charakter. Nennt sich so etwas nicht „Bohemien Style“? Treffpunkt: 23. Januar 2015, Rezeption.

2015 2 Jan.

Eigensinn

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Ihre erste Single wurde von Jagger/Richards komponiert. Andrew Loog Oldham wollte, dass sie, blutjung, die notorisch unzuverlässige Marianne Faithful beim „Immediate“-Label ersetzt. Es wurden weitere Songs und Demos produziert, die aber unveröffentlicht blieben. Schließlich kaufte sie sich Pferd und Kutsche und machte sich auf in Richtung Neue Hebriden, wo Donovan eine Künstlerkolonie gründen wollte. Als sie dort eintraf, war Donovan schon wieder fort. Aber sie hatte jetzt genug Songs im Gepäck, um mit Joe Boyd und Musikern der Incredible String Band „Just Another Diamond Day“ einzuspielen. Ein Flop? Ein gut gehütetes Geheimnis? Ein obskurer Klassiker mit Langzeitwirkung? 2000 wiederveröffentlicht, wurde es zur Inspiration von u.a. Joanna Newsom oder Devendra Banhart. 2005 überraschte „Prospekt Hummer“, eine Kooperation mit den Jungs von Animal Collective. Jetzt galt sie als die „Grandmother of Freak Folk“, obschon sie stets daran festhielt, als Pop-Musikerin wahrgenommen werden zu wollen. 35 Jahre nach dem Debütalbum folgte „Lookaftering“ mit 35 Minuten Musik und Gästen wie Newsom, Banhart oder Max Richter. Tolles Timing, denn zum zweiten Mal in ihrem Leben war sie Teil einer künstlerisch produktiven und angesagten Hippie-Szene. Die Songs der frühen sechziger Jahre wurden dann noch nachgereicht; tolle Geschichten ausgegraben und erzählt; Konzerte folgten. 2008 erzählte sie, dass sie gerade an einem neuen Album arbeite. Dann wurde es wieder still. Im Oktober 2014 veröffentlichte Vashti Bunyan, die irgendwann 2015 70 werden wird, ihr drittes und sehr wahrscheinlich letztes Album: „Heartleap“, diesmal einfach nur so, fast business as usual und leider auch nicht sonderlich beachtet. Weitere 35 Minuten fragiler kammermusikalischer Preziosen mit Streichern, Flöten, Klavier, Gitarren und etwas Elektronik. Zwei Singles und drei Alben in 50 Jahren, dazu ein paar Gastauftritte bei Piano Magic, Devendra Banhart und Vetiver. Und ein paar Kinder und Enkel. Ein Leben. „Every day is every day / One foot in front of the other / Learn to fall with the grace of it all / As stones skip across the water.“

2015 2 Jan.

Nairn’s London

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Natürlich steht London auf meinen Reiseplänen des Jahres. Indisch essen mit Bob, einmal Arsenal spielen sehen, am liebsten gegen die „Saints“, Brian Enos geplante Installation mit Kompositionen für massiv beschädigte Lautsprecher, im Hyde Park auf einem Liegestuhl liegen, und am Ufer der Themse ein Interview mit Marianne Faithfull führen über die kleinen Lücken in ihrer Lebensgeschichte – natürlich kann es ganz anders kommen.

Im Überschwang meiner Londonpläne bestellte ich mir gleich mal zur Jahreswende einen Reiseführer, der in einem Jahresrückblick besonders angepriesen wurde. „Nairn’s London“. Sah schön altmodisch aus,  das Cover, und wurde angepriesen als „intensely subjective meditation on a city and its buildings“. Das gefiel mir, und erst, als ich das Buch in Händen hielt, bemerkte ich: ups, es erschien ein Jahr vor Sgt Peppers Lonely Hearts Club Band, anno 1966. Ein Zeitreisebuch. Ich schlug einen Ort nach, an dem ich vor kurzem war, nahe St.Pancras Station.

„Right again, and you’re in Midland Road. You might as well be round the backside of New Street at Birmingham or London Road at Leicester. It is one of the most astonishing transformations in London, a jump of a hundred miles in a few yards, achieved with the unemphatic red brick and hypnotic arcading at the Goods Station. London for a moment – and just for a moment – seems fussy und flurried, using two words, where one will do.“

Wenn Gedächtnis und Wunschdenken mir keinen Streich spielen, erinnere ich mich an die „hypnotischen Arkaden“ von Goods Station. Aber wieviele Orte werden sich so gewandelt haben, dass man sie nur noch mit der Phantasie von Nairn erleben kann? Gewiss, manches widersteht dem reissenden Zahn der Zeit: „The whole of this place at the back of St. Pancras is incredibly moving: tunnels, perspectives, trains on the skyline, roads going all ways. If you get nothing from it at first, stay there until something happens: it is really worth the effort.“ Like listening to Brian Eno’s „Neroli“ while entering Goods Station.


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