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Archives: Samstag, 8. Oktober 2022

2022 8 Okt.

„Zum Beispiel Pans Labyrinth“

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Seitdem dieses Jahrhundert auch schon wieder zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, kann man den Ausdruck „Jahrhundertfilm“ anders verstehen. Jeder hat für sich ein paar Favoriten in den letzten 22 Jahren ausfindig gemacht, für mich zählen, aus der Hüfte geschossen, folgende Filme dazu: „The Duke of Burgundy“, „1917“, „Locke“, „Nomadland“, „Portrait of a Woman on Fire“, „24 Frames“, First Man“, „Prisoners“ – und „Pans Labyrinth“ von Guillermo del Toro aus dem Jahre 2006. Demnächst wird Uschi diesen Film hier vorstellen, und ich freue mich, etwas später Del Toro’s Version von „Neo-Noir“ anhand seines jüngsten Werkes, „Nightmare Alley“ aufzuschlüsseln, zu dem Mark Kermode anmerkte: „From its bruised colour palette to its spiralling descent into madness and degradation, this is deliciously damnable fare, looking back through the prism of Del Toro’s adventurous oeuvre to the existential angst of his vampiric feature debut, Cronos“. Eine Einladung an alle Interessierten (mit starken Nerven), sich diese zwei Filme mal anzuschauen, bevor hier zwei Psychologen*innen resp. „Abgrundforscher*innen“ ein wenig Licht in soviel „Noir“ bringen.

 

2022 8 Okt.

Luna plena

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2022 8 Okt.

Folk – Jazz, Dylan – Monk, Dynamik jetzt

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Das muss man sich ja nun mal bildlich vorstellen: der junge Spund Robert Zimmerman (geb. 1941) im Aufbruch zu neuen Ufern trifft im Manhattan der frühen 60er Jahre eines Nachmittags Thelonius Monk (geb.1917).

 

“I’d listen to a lot of jazz and bebop records, too … I tried to discern melodies and structures. There were a lot of similarities between some kinds of jazz and folk music … “Ruby My Dear” by Monk was another one. “Monk played at the Blue Note on 3rd Street with John Ore on bass and the drummer Frankie Dunlop. Sometimes he’d be in there in the afternoon sitting at the piano all alone playing stuff that sounded like Ivory Joe Hunter – a big half-eaten sandwich left on the top of his piano. I dropped in there once in the afternoon, just to listen-told him that I played folk music up the street. “We all play folk music,” he said. Monk was in his own dynamic universe even when he dawdled around. Even then, he summoned magic shadows into being.” (Bob Dylan, Chronicles, Vol. One, p. 94-95)

 

“Has any of it inspired me as a songwriter? Yeah, “Ruby, My Dear” by Monk. That song set me off in some direction to do something along those lines. I remember listening to that over and over.” (Bob Dylan in an interview with Irish Times, June 16, 2020)

 

Mehr zum fortwährenden Prozess der Wechselwirkungen zwischen Folk Musik und Jazz in meinem Essay für den Digital Guide von Jazzfest Berlin 2022.

 

A Dynamic Process of Continual Interactions

 
Here’s my essay for the Digital Guide of Jazzfest Berlin 2022 “On traces, techniques and tensions in the encounter of jazz and folk”

 

„The term ‚folk music‘ awakens numerous associations, images and emotions that are both appreciative and less appreciative in nature. In any event, folk traditions that have been formed in regional and local cultures over long periods are the origin and basis of all forms of music, ranging from sacred to classical (from Bach to Bartók and Berio) and from jazz to pop and rock – whether they have been used consciously or their effects have been absorbed subconsciously. They can be recognised more or less directly or made recognisable with the help of studio technology. Even what we call jazz, while evolving into an urban music practice, has deep inherent links with various folk traditions.

 

Folkloric influences in music are not to be underestimated and keep on resurfacing in contemporary music. The absorption and adaptation of folk traditions take place in a dynamic process of continual interactions, transformations, transmutations and impulses in which the effects of both internal music and external musical forces are manifest. They operate within a vital force field filled with thefts, distortions, trickster-like resistance, identificatory anchor points, escapism and reassuring references.“

Weiter HIER 

 

Dazu Kurz-Interviews/Statements:

Deborah Walker/Silvia Tarozi, Olga Koziel/Sebastien Belieh, Mat Maneri, Lucian Ban, Levon Eskenian, Alexander Hawkins, Kateryna Ziabliuk

 

 


 
 

 
 

 

August 2022. Auch in der Nacht wird gespart. Keine persönlich moderierten nächtlichen Klangreisen mehr ab 2023. Somit fallen die „Klanghorizonte“ und die anderen Rasionächte im Dlf dem Rotstift zum Opfer, obwohl sie, mit einer weit über den Mainstream hinausweisenden Stilvielfalt, in den letzten drei Jahren, dank einwöchiger Nachhörmöglichkeiten, an Reichweite gewannen. Die von der Gema unseligerweise höher dotierte „Klassik“ wird ihre über den Tag verteilten Oasen landesweit aufrechthalten, während zahllose andere abenteuerliche Klangwelten, unter der lächerlichen Rubrizierung „U-Musik“, mit tatsächlich biederen „Unterhaltungsmusiken“ gleichgeschaltet werden. Das sind Verteilungskämpfe, die (schon lange ausgefochten) Seilschaften von Bach bis Bayreuth stärken. Alter Quark, steifgerührt sozusagen. Nichts wäre für Musiksendungen der Öffentlich-Rechtlichen spannender, als, statt, nach der alten, eine neue Generation DJ‘s und „nighthawks“ zu etablieren, die keineswegs hip und trendig  eine neue „In-Kultur“ inszenieren, vielmehr Raum schaffen für gutes altes zeitloses Storytelling – und Klänge, die E und U pulverisieren. In anderen Worten: Long live Count Ossie! 


September 2022. Im November führt Niklas Wandt noch einmal durch eine Nacht voller Klanghorizonte. Spargründe wurden ins Feld geführt, diese wunderbaren „gates of perception“ zu schliessen. Lassen wir mal jetzt  die Diskussion über „Sachzwänge“. Findig genug, wird Thomas Loewner, der neue CEO von „Jazz etc.“, dieses Format nicht sterben lassen, und transportiert die sechs Ausgaben der Klanghorizonte pro Jahr in die besten Abendstunden. Alle zwei Monate also, am jeweils letzten Donnerstag, werden die „Klanghorizonte“ im DLF auch weiterhin  stattfinden, jeweils zwischen 21.05 und 22.00 Uhr. Ein extrem verkürzter Rahmen für crossover-Radio, dafür in prime time-Gefilden. Die homöopathische Version. Thomas, Niklas und ich teilen sich diesen „Sechserpack“ anno 2023 – „meine Horizonte“ werden am 30. 3. und 28. 9. durch den Äther rauschen – und Jan Bang hat mir, nach Bekanntwerden dieser Nachricht, gleich mal sein für den Frühling 23 erwartetes Album, zugesandt. Darüber hinaus gestalten, in munterer Abwechslung,  Thomas, Odilo, Karsten und ich die 12 Magazin-Ausgaben der JazzFacts mit Neuem von der improvisierten Musik – mein erstes von drei Malen wird dann der 12. Januar sein. Diese Angaben sind ohne Gewähr, aber tendenziell korrekt.

 


Oktober 2022. In den Jahresrückblicken seit Beginn dieses Blogs spiegelte sich die immense Vielfalt aufregender neuer wie alter Musik, und dieses Mal wird es nicht anders sein. Um den Nikolaustag herum (wenn wir bis dahin nicht ganz andere Sorgen haben) posten etliche Manafonisten ihre musikalischen Favoriten des Jahren, die 
besten 3, 10, 12, 20, 30, oder 33 Alben. Manche Manas werden den kleinen  filmischen oder literarischen Rückblick vorziehen.  Diesmal werden zusätzlich einige Stammleser*innen und Gäste (wie Niklas Wandt, Father John Misty, Steve Tibbetts u.a.), gebeten, uns ihre Top 3, 10 oder 12 zuzusenden, in der zweiten Novemberhälfte, und zwar an manafonistas@gmx.de – Einladungen dazu werden bald verschickt. Die Listen können mininmalistisch ausfallen (s. meine Top 12 unten, Stand heute) oder kommentiert. Free style, open space.

 

1) Brian Eno: Foreverandevernomore
2) Lambchop: The Bible
3) Father John Misty: Chloé and the next Twentieth Century
4) Evgueni Galperine: Theory of Becoming (cd / vinyl)
5) Alabaster dePlume: Gold
6) Bill Callahan: YTILAER
7) Oded Tzur: Isabela
8) Daniel Lanois: Player, Piano
9) Avishai Cohen: Naked Truth
10) Wolfert Brederode: Ruins and Remains    
11) Midori Takada: Cutting Branches For A Temporary Shelter
12) Toechter: Zephyr


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