„Regarded as eight plus hours of ambient drift, it also grows into a piece of considerable emotional weight. It becomes a meditation upon our being alive, of our continuing to breathe as the world rumbles continuously in our absence. This is music that might best be experienced in a flickering semi-conscious state, those parlous and fraught seconds in which a gaping void is glimpsed in tiny flashes before cognition vanishes without warning to be replaced by emptiness. Although Max Richter created Sleep so as to soundtrack the ideal period of rest, any live performance of it will doubtlessly be a richly immersive and moving experience.“
(thequietus)
Archives: Mittwoch, 9. September 2015
2015 9 Sep.
Mama, take this badge off of me
Lajla Nizinski | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Comments
Es gibt Schriftsteller, die immer wieder über ihre Mutter geschrieben haben. Peter Handke hat in den verschiedenen Sprachexperimenten versucht, die Mutter zu bewältigen. In Wunschloses Unglück ordnet er sein Innenleben mit diesen Sprach- und Schreibversuchen. In Immer noch Sturm gewinnt er durch eine stark erinnnernde Erzählform eine große Nähe zur Mutter.
Peter Schneider lässt eine Freundin nach seiner Mutter forschen und ist beim Schreiben des Buches Die Lieben meiner Mutter darüber erstaunt, dass seine Mutter sich Freiheiten nahm, die vor der „Satisfaction-Generation“ möglich waren.
Jetzt habe ich Die Bilder meiner Mutter von Stephan Wackwitz gelesen.
Wer in seinem literarischen Text The Allman Brothers hebend erwähnt, hat schon im Nu die Aufmerksamkeit meiner Synapse angeklickt.
Stephan Wackwitz ist Jahrgang 1952. Er ist ein Goethe Kollege, den ich leider nie getroffen habe. In seinem neuen Buch beschreibt er seine Mutter, die ihren Sohn „schenial“ findet. Es wird Schwäbisch geschwätzt, Wohnort ist Stuttgart. Die Mutter fertigt Mode-Illustrationen an, die im Buch zu bewundern sind. Sie war eine sehr begabte Zeichnerin, hätte sich selbst aber nicht als Künstlerin bezeichnet. Wackwitz beschreibt mit einer exklusiven, hohen, deutschen Sprache die Mutter in ihrem Umfeld und insbesondere seine Beziehung zu ihr.
Dieses Buch hat in mir schlafende Hunde geweckt. Man mõchte der toten Mutter in den Himmel hinein nachrufen:“ Warum hast du nicht mehr aus deinem Leben gemacht?“
Hier eine kleine Leseprobe als Anregung zum eventuellen Lektürevollzug:
Meine bastelnde Annäherung an die technische Moderne ermöglichte mir, am Rand meiner Kindheit, das verlorene Gleichgewicht aus Autonomie und verschlingender mütterlicher Liebe unabhängig von meiner Mutter zu rekonstruieren und in mein späteres Leben hinüberzuretten – in einem Medium, das weit genug entfernt war von der Kunst. So wurde Radiobasteln zu einer Vorform meines lebenslangen Kunstanschauens, Musikhörens und Schreibens … Und es ist kein Zufall, dass der erste Hit der Beatles mit dem Refrain „She loves you yeah, yeah, yeah“, der die Welt damals für jeden und jede, die ihn einmal hörte, für immer verwandelt hat …
2015 9 Sep.
Desert 6 American Noir TV- and Home Cinema-Experience
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Comments
- Sons of Anarchy
(for those who like William Shakespeare and terrific extensions of film noir themes) - Justified
(for those who like Elmore Leonard, and deep drama in the hinterland) - True Detective
(for those who like Albert Camus, and a soundtrack adding another dimension) - Fargo
(for those who like Fargo, the movie, and Billy Bob Thornton, the actor) - The Red Road
(for those who like Alfred Hitchcock and Joe R. Lansdale) - Banshee
(for those who like Quentin Tarantino, and the rib eye steak bloody)
2015 9 Sep.
Warnung vor einem der schlechtesten Thriller des Jahres, der auf jeder Bestsellerliste vertreten ist !
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Thriller | 3 Comments
Dass ich das Buch nicht nach 100 Seiten in den Müll geschmissen habe, liegt daran, dass ich es als Hörbuch in meinem Postkasten vorfand, als Besprechungsexemplar. Und so liess ich mich auf langen Autofahrten von drei Frauenstimmen begleiten, die mir alsbald ähnlich auf die Nerven gingen wie die Story selbst. Hanebüchen von vorne bis hinten. Ich dachte, da kommt noch was, aber da kam nur stets das gleiche, und gewiss kein einziges Überraschungselement. Entwickelt wird alles aus drei weiblichen Erzählperspektiven. Es geht um drei marode Beziehungen, um eine verschwundene Frau, und um eine Alkoholikerin, die ganz langsam aus ihrem Dämmer erwacht, und einem mutmasslichen Verbrechen auf die Spur kommen möchte. Jeder Leser mit einem IQ ab 99 wird nach etwa der Hälfte der Buches den Mörder erkennen, nebenbei ist das Buch unendlich zähflüssig geschrieben, dreht sich endlos um eine Handvoll Erinnerungslücken und zunehmend sich ankeifende Lebenspartner. Wieso ist so ein billig konstruiertes Buch ein Mega-Bestseller? Selbst die Filmrechte sind schon verkauft. Hier werden Rachefantasien ausgelebt, unterdrückte Frauen laufen in dem Roman zu grosser Form auf, und peinigen den Mörder am Schluss noch ganz perfide. Eine Frau ist meistens besoffen, eine traumatisiert, und eine vorrangig naiv. Ein geistesschwaches Machwerk, gegen das die Durbridgekrimis der 60er Jahre wahre Psychoschocker waren. Ich habe Sie gewarnt! P.S.: Gab es etwas vergleichbar Blödsinniges in letzter Zeit im Fernsehen? Ja, den jüngsten „Tatort“ aus Zürich! Der kann da locker mithalten. Der Killer hatte wahrscheinlich fünf Wochen vor dem Spiegel seinen schwitzenden Peter Lorre-Gedächtnis-Blick geübt, und was der Drehbuchschreiber beim Verfassen des Skripts so alles zu sich genommen hat, kann man nur erahnen. P.P.S.: Ach ja, das Buch heisst GIRL ON THE TRAIN, und ist von Paula Hawkins geschrieben worden.
