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Archives: Samstag, 5. September 2015

2015 5 Sep.

Sonnet

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She might have had months left of her dog-years,
but to be who? She’d grown light as a nest
and spent the whole day under her long ears
listening to the bad radio in her breast.
On the steel bench, knowing what was taking shape
she tried and tried to stand, as if to sign
that she was still of use, and should escape
our selection. So I turned her face to mine,
and seeing only love there – which, for all
the wolf in her, she knew as well as we did –
she lay back down and let the needle enter.
And love was surely what her eyes conceded
as her stare grew hard, and one bright aerial
quit making its report back to the centre.

 

 
 
 

Spannend war es: ein Seminar über luzide Träume, mit mir zusammen drei Psychologen (als Leiter), und vier von zwölf Teilnehmern erlebten ihren ersten luziden Traum. Im nächsten Sommer können wir die Räume eines hiesigen Schlaflabors nutzen. Will man die erstaunliche Erfahrung machen, im Traum zu erkennen, dass man träumt, und dann bei vollem kritischen Bewusstsein das Traumgeschehen zu lenken, ist die Kernübung die Frage: „Träum ich oder wach ich?“ Stellt man sich diese Frage ca. 10 mal am Tag und prüft die konkrete Umgebung darauf, ob man träumt oder wach ist, überträgt sich diese Fragestellung (der gute alte Freud’sche Tagesrest) auf die Traumphasen in der Nacht, und dann macht es leicht „klick“, und man erkennt voller Verblüffung, dass man mitten in einem Traum ist. Das ist eine von vielen Techniken.

Menschen, die häufig im Traum Musik hören, stellen sich tagsüber dann sinnigerweise auch beim „normalen“ Musikhören die Frage, ob sie träumen oder wach sind, und forschen ca. 1 Minute nach der Antwort, immer leicht dahin tendierend, dass irgendetwas nicht stimmt, dass doch das, was man sieht, hört oder fühlt, auf einen Traumzustand hinweist, oder doch nicht? Ich hatte zu Übungszwecken THE SHUTOV ASSEMBLY von Brian Eno dabei, und STAIRCASE von Keith Jarrett.

Mein Vortragsthema hiess: „Das Irreale im Alltag als Schlüssel für luzides Träumen“. Das wurde schon bei Castaneda thematisiert, aber auch in kalifornischen Universitäten seit den 70ern wissenschaftlich untersucht. Wenn ich also am Freitag, dem 18. September (leider kein Dreizehnter), im Deutschlandfunk zwischen 22.05 und 22.50 Uhr, live,  in der Reihe „Milestones“ Keith Jarretts Soloauftritte „BREGENZ MÜNCHEN“ vorstelle, eine wahrlich unerhörte, grossartige Arbeit, dann könnten Sie sich durchaus mal die Frage nach Ihrem aktuellen Bewusstseinszustand stellen.

Und was finde ich just in der Post: ein brandneues Album von Eivind Aarset. Träum ich oder wach ich? Produced by Eivind Aarset in co-operation with Jan Bang. Ein Hauch von Punkt. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Im Gegensatz zu dem minimalistischen Duo-Album auf ECM, „DREAM LOGIC“, setzt Eivind hier auf grosses Personal.

2015 5 Sep.

In den Songwehen

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Es gab da eine Art Schlafstörung während der Schulzeit: wenn man des Abends etwas komponierte hatte, vorzugsweise auf der sechsseitigen Westerngitarre – mit Leo Kottke, Ralph Towner, Alex de Grassi, Klaus Weiland und John Martyn als Inspiratoren und gespielt wurde überwiegend im open tuning – dann feilte man so lange an dem Stück herum, bis es perfekt war, also bis zu 5 oder 6 Stunden. Wenn es dann sass, mit dem erhebenden Gefühl, etwas Neues in die Welt gesetzt zu haben, nicht ohne jene Genialität, die eine quasi astrale Verbindung zu genannten Impulsgebern mit sich brachte, hiess es langsam wieder runterzukommen, wie ein Boxer, der aus dem Ring steigt, leicht torkelnd nach gewonnenem Kampf, zwecks notwendiger Nachtruhe, endlich. Denn es drohte nachts um Zwei ja schon der nächste Schultag, schlimmstenfalls mit einer wichtigen Klausur im Anmarsch. Problem nur: an Schlaf war gar nicht zu denken und auch die flashbacks von gerauchtem Gras würden Konzentrationsmangel und Übermüdung nur dürftig kompensieren. Noch kurz vor Morgengrauen: wiederaufstehen, der erneute Griff zur Gitarre, um die Himmelfahrt mittels des neuerschaffenen Fingerpickingparcours erneut zu erleben. Diese Mischung aus Adrenalindosis und addiktiver Bindung an die Sphäre der Musik betraf damals nicht nur das Spielen, sondern auch das Hören, etwa wenn man eine heissersehnte neue Scheibe frisch erworben hatte, die dann mehrmals aufgelegt werden musste, during the nighttime. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass wegen dieser Nachtsitzungen jemals tagsdrauf ein Schulausfall die Folge war. Okay, die ersten ein, zwei Stunden schwänzen, das kam vor. Kameradschaftliche Leidensgenossen in dieser Sache hatte man: der witzige und frühbegabte Freejazzdrummer Andreas („Anna“) F. beispielsweise, kam mitten im Sommer erst zur dritten Stunde. Seine Entschuldigung: er sei in eine Schneewehe geraten. War nicht unsereins damals auch ständig in diesen Song-Wehen verfangen gewesen und ist es heute noch bisweilen?


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