Manafonistas

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Archives: Mittwoch, 16. September 2015

Es war ein Link, leider finde ich ihn nicht mehr auf manfonistas.de, er führte jedenfalls auf eine Seite des Guardian, ich war auf der Suche nach Kostproben aus dem neuen Robert-Forster-Album, auch wollte ich nach Max Richters Album Sleep schauen. Auf dem Weg dorthin kam ich auf einen Youtube-Link, der mich zu David Lang führte.

Der US-amerikanische achtundfünfzig-jährige Komponist aus Kalifornien ist auf Youtube mit zahlreichen Musikstücken unterschiedlicher Interpreten zu hören, etwa „String of Pearls“ oder „Memory Pieces: no 1, Cage“. Letzteres Stück entstammt dem Album memory pieces, folgende Stücke sind darauf zu hören:

 

cage (in memory of john cage)
spartan arcs (in memory of yvar mikhashoff)
wed (in memory of kate ericson)
grind (in memory of jacob druckman)
diet coke (in memory of bette snapp)
cello (in memory of anna cholakian)
wiggle (in memory of frank wigglesworth)
beach (in memory of david huntley)

 
 
 

 
 
 

Oben genannter Link brachte mich nun zu „wed“ von eben diesem Album memory pieces by David Lang, und das ist eine 4:41 Minuten Kostbarkeit (unbedingt hören, Michael würde sagen: Hörbefehl!!), dieses Stück ist so schön, unfasslich! Auf CD gebrannt, habe ich mir heute in der Frühe auf der Autofahrt zur Arbeit dieses Stück wieder angehört: Dämmerung, ungeheuer viel Gegenverkehr, starker Wind, dann diese Musik …

Ja, und dann gibt es ja noch die Verbindung David Lang (Musikgruppe: Bang On A Can) / Brian Eno. Auf der website dieser Gruppe heißt es zum Eno Album Music for Airports:

 

Thirty years ago, Brian Eno put out Music for Airports, his first „ambient“ album. It was the precursor for the broad spectrum of music that is today called ambient, a term Eno himself invented. It was a four-part piece composed in the studio and devoid of all but the most basic aspects of song, challenging listeners to re-imagine what music might be.

Twenty years later, the Bang on a Can All-Stars created their own version of the work with live musicians, all the while staying close to the source by sharing the project as it developed with Brian Eno. It was released on record in 1998 to wide acclaim.

Ten years later, Cantaloupe Music releases a live version of Music for Airports as a digital-only release via the Bang on a Can Store, eMusic, iTunes, Amazon, and various other digital music vendors.

 

Michael erzählte in seiner ersten XXXL-Klanghorizonte-Nacht, dass er Bang On A Can auf Lanzarote gesehen und gehört habe – ob er da wohl auch David Lang gesehen hat?

 
 
 

 
 
 

… und hier kann man sich das Album anhören.

 

2015 16 Sep.

Sechzehn Neun Fuenfzehn

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Der Countdown sagt Zweieinhalb; also noch bis Samstag, und dann beginnen zwei Wochen Urlaub. Auf Balkonien, selbstredend. Und was vermutlich immer bleiben wird, ist die Zufriedenheit, immer wieder mit einem Rucksack voller Buecher und guter Musik in meine Hobbithoehle zurueckzukehren. Damit also bei etwaigem Regenwetter keine Langeweile aufkommt, sind im Urlaub mit dabei: der monumentale (1.021 Seiten) Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ von Clemens J Setz; dazu „Hamburg ’71“ von Jarrett/Motian/Haden (da bin ich, mit dem Anhoeren zugegebenermassen etwas spaet dran), sowie das gerade erschienene, von Manfred Eicher zu Arvo Pärts achtzigsten Geburtstag zusammengestellte „Musica Selecta“-Album. Und, natuerlich, das neue Album von David Gilmour, das am Freitag in meinem Postamt darauf wartet dass ich es ausloese.

Dazu, als kleine Ueberdosis dann noch ein Griff in das Regal „Klassiker“: zwei Alben von „Jethro Tull“, neu abgemischt in 5.0 und Stereo von Steven Wilson: „WarChild“ und „A Passion Play“. Beide sind nicht gerade meine Lieblingsalben von Jethro Tull und eher etwas sperrig zu nennen, aber manchmal aendert ja im Leben die zweite Chance (das zweite Anhoeren) die Sicht der Dinge!

2015 16 Sep.

Am Limit

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… es spielte sich ja, was Sie da gerade hörten, im Herkulessaal ab, 1981, in München, nicht zehn Jahre früher, im Fillmore West, wo Jarrett, nachdem er zuvor mit Charles Lloyd Hippieträume und Jazzwildnis eins werden liess,  an der Seite von Miles Davis ein grosses elektrifiziertes „Fusionfeuer“ schürte. Und doch: ein Kraftfeld der wilden Jahre scheint aktiviert; wie Jarrett hier (nach einem Jahrzehnt, in dem Meilensteine seinen Weg pflasterten) in das Körperinnere des Instruments greift, den Holzrahmen als Perkussionsfläche benutzt, das Brummen und Stöhnen und Juchzen eine eigen Klangspur formt, und er von Fragment zu Fragment stürmt, womöglich halbbewusst und rastlos nach einer geschlossenen Gestalt forscht, bei all diesen umeinanderfliegenden Bruchstücken: man sieht Jarrett förmlich vor sich bei seinem keiner ausgeklügelten Choreographie folgenden Tanz mit dem Flügel. Und das Publikum folgt Jarrett nicht deshalb mit spontanen Juchzern und Beifallsattacken (die vor allem die eigenen Körperspannung abführen), weil da nur Free Jazz-erfahrene Insider sitzen, sondern weil sich die ekstatische Verfassung des Artisten auf der Bühne sich 1:1 aufs Publikum überträgt … (aus einem beiläufig bei Bagles & Beans hingeschriebenen Text für die Milestones-Sendung im Deutschlandfunk am Freitagabend um 22.05 Uhr).

 

Rosato, warst du 1981 in München dabei? Immerhin waren wir beide 1976 beim Jazzfest Ost-West, und sahen das amerikanische Quartett bei einem seiner Schwanengesänge.


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