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Archives: Samstag, 9. Mai 2015

 

 
 
 
Das magische Jahr 1968 hatte sich fuer mich eine Reise mit einem Zwittermobil ausgedacht: vorne LKW – hinten Bahnwagen. Das war die rotgelbe Inselbahn, Marke Eigenbau, von Sylt. Was fuer ein Glueck, dass ich noch mit ihr fahren konnte. Wir waren damals nur mit Schlafsaecken auf die Insel gekommen, schliefen in den Duenen, Lieblingsort war das Kliff in Morsum. Es war unser summer of love – „Wir waren frei, es war das Paradies …“ (Rio Reiser). Natuerlich war es immer windig, der dustbowl drohte, dann sprangen wir in die Inselbahn und fuhren mit. 1970 wurde die Linie 1 von Sylt eingestellt, jammerschade.

In den 90ern waren wir mit den Kindern einmal im Sommer und einmal an Sylvester auf Sylt. Wir wohnten immer in Hoernum, was mir genauso wenig gefaellt wie Westerland. Aber die Wanderduenen haben eine unvergleichliche Schoenheit, der Mond ist nicht weit, man macht den ersten Schritt und vergisst die Siedlungswelt. Vor ein paar Jahren war ich dann noch einmal auf meiner deutschen Lieblingsinsel. Ich hatte geraten, was Biikefeuer sind, Antenne Duesseldorf bedankte sich mit einer Reise fuer zwei Personen per Flieger nach Westerland. Wenn schon Luxus, dann pur. Wir gingen sofort in die Sansibar und waren morgens schon in der Friedrichstrasse. Die grosse Welle machten wir nicht mit, dafuer nahmen wir den Tortentest in der Kupferkanne in Kampen.
 
„Thank you for the days, I won’t forget a single day“ (The KINKS).
Next stop: Sylt 14.5.2015 – First step to Keitum St. Severin.
So exciting: „Who you really are“ (Bob Dylan).

„It is a personal requirement that I listen to this recording at least once a month. This music takes me to places I have never been before and I always return with a refreshed point of view. Jarratt & company explore the full range of human emotions on this beautiful masterpiece. From a soft and tender relaxing vibe to a full blown controlled rage, this music parallels the experience of life – its’ups and downs and ebbs and flows. It is something to experience often. The long winding suite starts out slow, builds to a boil and then mellows out before exploding into what can only be described as an emotional storm. When the music final ends, you have been through an emotional roller-coaster. I have over 25 Jarratt recordings in my collection and each one offers a diverse and unique listening experience, but this one goes to the proverbial desert island with me along with Miles Davis‘ „Kind of Blue. This recording is appropriately titled „Survivors Suite,“ because if you „get it“ you will be completely exhaused after you „survive it“ – but you will have a big smile on your face when you finish.“ (A. Davis) 

2015 9 Mai

The remarkable remark of Laura Betzig

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„… it has seemed to me that „culture“ is a seven-letter word for God. Good people (some of the best) and intelligent people (some of the smartest) have found meaning in religion: They have faith that something supernatural guides what we do. Other good, intelligent people have found meaning in culture: They believe that something superzoological shapes the course of human events. Their voices are often beautiful, and it´s wonderful to be part of a chorus. But in the end, I don’t get it. For me, the laws that apply to animals apply to us. And in that view of life there is grandeur enough.“

„In Zeiten als Bild- und Musikmaterial noch auf Zelluloid und Vinyl bzw. Magnetbändern gespeichert wurde, filmte unser Klassensprecher Horst 1972 unsere Klassenfahrt nach London in Super 8. Jahre später, Anfang der 80ger Jahre filmte ich mit meiner stolz erworbenen VHS-Videokamera den Super 8-Streifen von der Leinwand ab. Gleichzeitig wurde mit Hilfe von Tonbandgerät, Cassettenrekorder, Plattenspieler und einem rudimentären Mini-Mischpult die Musik der 70ger-Jahre dem Filmmaterial unterlegt. Diese vertonte VHS-Version ruhte bis zum Beginn der Digitatisierung von Speichermedien im Regal und verlor aufgrund der räumlichen Nähe zu Lautsprecherboxen leider etwas an Qualität bzw. setzte eine Patina der Ära vor Beginn der Zeitrechnung in Bits und Bites an. Vor dem endgültigen Exitus wurde altes VHS-Material mit Hilfe eines DVD-Rekorders digitalisiert und auf DVD gebrannt.“ (Klaus Schäfer)

 
 
 

 
 
 

„Jean Luc Godard hat einmal gesagt, Kino bedeute, dem Tod bei der Arbeit zuzusehen. Er meinte da nicht etwa die Häufung von Todesfällen in Kriminalfilmen, sondern das Beobachten der Verwandlung von Gesichtern im Laufe der Zeit. Das Älterwerden. Nun hat es niemand von uns zur Schauspielerei gebracht, aber klar ist, dass einen,  schon beim wiederholten Betrachten des Filmes über die Jahre hinweg, ein kleiner Schauer befallen kann: lang ist’s her!

Unser damaliger Klassensprecher hat hier einen Film abgeliefert, der sich vordergründig an alle Konventionen hält: Sehenswürdigkeiten in London und um London herum, kleiner Schabernack (Taubenfüttern am Trafalgar Square), ein etwas obsessives Abfilmen der „Bobbys“ (Buckingham Palast, „Changing of the Guards“ etc.) – und natürlich kommt auch „unser“ Dr. Egon Werlich öfter ins Bild, ganz und gar als Gentleman, umgeben vom hippiesken Outlook der Zeit.

Das Besondere steckt im Detail: fremde Gesichter, die kurz durchs Bild huschen, kleine Szenen am Rande, Dinge, die erst beim zweiten Gucken auffallen. Da ist auch einmal – endlich – eine Mädchenklasse, die uns fröhlich zuwinkt (und modisch alle Erwartungen jener Jahre erfüllt – eine der wenigen Szenen, in denen mal Girls auftauchen, ein kleiner Trip ins abendliche Soho hätte dem Film sicher gut getan!:). Oder ein Abstecher in den Marquee Club.

Bereichernd auf jeden Fall: der Soundtrack der Zeit, den Klaus im nachhinein und in minutiöser Kleinarbeit hergestellt hat, so erhält der Film Rhythmus, etwas mehr „Drive“, und Struktur. Bei dem flotten, jazzigen Stück (ist das die Gruppe „Nice“?) scheinen die Autos schneller zu fahren, der Film kriegt fast Slapstick-Tempo. Einige Songs erinnert man allenfalls flüchtig, andere sind Evergreens geworden.

Die Beatles waren 1972 schon zwei Jahre Geschichte, die ersten Strassenmusikanten nahmen „Heart of Gold“ in ihr Repertoire auf (oder war es dafür noch etwas zu früh?), in Deutschland prägten Kraftwerk und Can den „Underground“, eine junge Liedermacherszene liess aufhorchen, in London avancierte Roxy Music zum letzten Schrei (im Juni 1972 erschien ihr Debutalbum), und der Produzent Manfred Eicher veröffentlichte in jenem Sommer auf seinem Label ECM Chick Coreas Meilenstein „Return To Forever“.

Wir waren übrigens in jenen Tagen in London, als Deutschland in einem berühmt gewordenen Länderspiel England im Wembleystadion 3:1 besiegte (mit Overath und Netzer). Bei dieser Klassenfahrt der OIc bin ich leider nur kurz dabei gewesen. Mit hohem Fieber und anderen Unlustigkeiten wurde ich mit dem Flugzeug nach drei Tagen in die Heimat befördert, aber immerhin komme ich einmal auf der Überfahrt von Calais nach Dover ins Bild, als langhaariges Gespenst an der Reling. Those were the days.“ (M.E.)


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