Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

You are currently browsing the blog archives for the day Freitag, 15. Juni 2012.

Archives: Freitag, 15. Juni 2012

2012 15 Juni

Organic Music Society

| Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off

In dieser Woche, in der Neneh Cherry ihrem Vater eine Huldigung erweist, und mit der skandinavischen Free-Jazz-Combo The Thing das Album THE CHERRY THING veröffentlicht, erscheint bei Universal Sound resp. Soul Jazz Records die wichtige Ausgrabung eines abenteuerlichen Jazzalbums. Don Cherry lebte lange im Norden Europas, und hat wichtige Spuren hinterlassen, die man etwa an Jan Garbareks Werk Witchi-Tai-To erkennen kann. Das in Kürze neu rausgebracht wird, in einer kleinen weissen Kiste, mit zwei anderen Knallern aus den frühen und besten Jahren des Norwegers.

Soul Jazz Press Department writes (a bit over the top, it is definitely not the first world music record, but it is a great one):

„Absolutely stunning, super rare deep, deep spiritual jazz album from Don Cherry. This has to be up there with our all time best records ever (yes its good). Recorded in 1972 in Sweden, this record is perhaps the Frist ever „world“ music record – a subtle, organic fusion of sounds that really is out there on its own for grooviness. This record is released here for the first time in 40 years (and first time ever on CD) by the Swedish state record label Caprice. It is done with love and we want to spread that love to you too. Cosmic, spiritual, deep, amazing!“

Video

–

In den letzten Tagen tauchte bei den Manafonistas immer wieder diese wunderbare Aufnahme aus den frühen Achtzigern auf, APOLLO – ATMOSPHERES & SOUNDTRACKS, bei Gregs, Guy Sigsworth, Icebreaker und mir – und wer weiß, ob Joey Sample hier bald mit seiner neuen Fender-Gitarre eine akustische Neu-Interpretation eines Apollo-Stückes liefern wird.

Als die Langspielplatte damals erschien, haben nur wenige englische Journalisten das Meisterwerk als solches erkannt. Die Meisten übten sich in der üblichen Polemik, eine Ausnahme war der wunderbare Richard Williams, der noch Jahre zuvor im Melody Maker eine exzellente Dreifachbesprechung veröffentlichte, unter dem Titel „Modern Mood Music“: da ging es um PLACES, von Jan Garbarek (eine der fünf besten Garbarek-Platten nach meiner Meinung), MR. GONE, von Weather Report (nicht so toll!) und MUSIC FOR FILMS, von Brian Eno.

Das Video, das Sie hier sehen können, zeigt einen tief entspannten Daniel Lanois, der an der Platte so wesentlich beteiligt war wie Brian Enos Bruder Roger. In der Abgeschiedenheit von Hamilton, Ontario, entstand das Album. Der Interviewer stellt nun wirklich ganz gute Fragen, und ist mit seinen Notizen bestens vorbereitet, aber aus Gründen, die mir unklar sind, macht er einen ziemlich nervösen Eindruck. Ich hoffe, nach dieser Produktion hat ihn das Hören von Apollo in einen anderen Gemütszustand transportiert.


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz