Manafonistas

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Archives: Sonntag, 28. Februar 2021

 

„Beim Punktfestival in Kristiansand, Anfang September 2011, wird ein altes Intrumentalwerk von dir neu aufgeführt, David, neu interpretiert: “Plight and Premonition”. Du hast die Musiker dafür extra ausgewählt, als Ko-Kurator. Was macht da den Reiz aus, so viele Jahre zurückzugehen zu einem alten Album, und es nun im 21. Jahrhundert zu präsentieren?“

 

„Das ist ein Stück Musik, auf das ich immer recht stolz war. Ich denke, in aller Bescheidenheit, dass „Plight and Premonition“ ein wichtiges Album ist. Es wurde nie live aufgeführt. Ich hatte die Idee, es in den Kontext von improvisierter Musik stellen. Dass da rohe Elemente von „Plight“ vielleicht als Samples auftauchen, wäre vielleicht spannend. Philip Jeck, dieser Meister im Umgang mit alten Vinylplatten, mochte „Plight and Premonition“ seit er es zum ersten Mal gehört hat, vor über 20 Jahren. Auch Jan Bang und Erik Honore, die Gründer des Punktfestivals, werden natürlich auf der Bühne sein. John Tilbury wird mitwirken, der auf „Manafon“ so feine Klänge fabrizierte. Das wird ein Abenteuer. Und die Musiker arbeiten zumindest teilweise mit ihrer eigenen Erinnerung an diese Schallplatte, so vertraut sind einige mit der Komposition. Ich bin neugierig, wo ihre Erinnerungen sie hinführen.“ 

 

Nachklang: Ein paar Tage nach der Aufführung traf ich David Sylvian, der während des Festivals sehr zurückgezogen lebte, am Ausgang eines Fahrtstuhls, erinnerte ihn an unser Telefonat, und das Interview zu „Manafon“ in der Ecke eines Flurs eines Hamburger Nobelhotels. Ich fragte ihn, ob ich die Rechte für eine einmalige Aufführung von „Plight & Premonition“ im Deutschlandfunk erwerben könne. Er sagte, er wolle es sich überlegen. Die Erlaubnis wurde nie erteilt, die Aufnahme nie veröffentlicht, obwohl sie voller zauberhafter Passagen war.

 
 


 
 

2021 28 Feb.

„Riding For The Feeling“

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“Es ist nie einfach, Goodbye zu sagen zu den Gesichtern / So selten sehen wir einander / so nah und so long / Ich fragte den Raum: habe ich genug gesagt / Niemand antwortete wirklich / Sie sagten nur: geh nicht, geh nicht / All dieses Fortgehen hört niemals auf / ich hoffte auf eine weitere Frage / oder auf jemanden, der sagt: wer denkst du, wer du bist? / Sodass ich es ihnen sagen könnte  / Mit der Intensität, mit der sich ein Tropfen gesetzmässig verflüchtigt, / ist, insgesamt, Fortgehen leicht, / wenn du einen Ort hast, an dem du verweilen kannst. / Vor dem stummgestellten Fernseher / höre ich, auf dem Hotelbett alte Kassetten / meine, meine, meine Apokalypse / Mir wurde klar, wie wenig ich gesagt hatte über Wellen oder Räder / oder darüber zur reiten einfach für das Gefühl / Reiten für das Gefühl ist die schnellste Art, die Küste zu erreichen / Was, wenn ich dort, am Ende gestanden hätte und wieder und wieder gesagt hätte / Reiten für das Gefühl / Reiten für das Gefühl / Reiten für das Gefühl / wäre das ein angemessenes Goodbye gewesen?“

 

 
 

Hallo zusammen. Sind Sie bereit für ein weiteres düsteres europäisches Polizeidrama mit einer starken weiblichen Hauptrolle, angesiedelt in einer nihilistischen Welt, in der Zynismus vorherrscht, gute Menschen tendenziell untergehen und das Böse zu oft triumphiert? Ich hoffe es jedenfalls. Und, es ist nicht ganz so düster, wie der Auftakt erscheinen lässt. Es ist noch düsterer. Aber die französische Serie Spiral hat auch lichtere Seiten, zumindest lichtere Momente. Die kompletten acht Staffeln sind nun in einem Box Set erhältlich als DVD, im französischen Original, mit englischen Untertiteln. Unfassbar gut. Alles andere als ein Abklatsch von „The Wire“ schafft diese französische Serie es, noch weitaus fesselnder zu sein, und komplexen Verwicklungen aus Wirtschaft, Politik, Polizei, Strafverfolgung, Unterwelt etc. mit hochgradigem Realismus darzustellen, ohne dabei äussere oder innere Spannung zu opfern. Und ein Betriebsgeheimnis dieser Serie ist folgendes, und ich sage es ganz schlicht: einige Figuren wachsen einem wirklich ans Herz, man fiebert mit ihnen mit (zumindest nach einer ersten Gewöhnungszeit), und hofft inständig, sie mögen von Fall zu Fall wieder etwas mehr Licht in ihrem Leben finden. Und somit steht bei mir „Spiral“ auf einer Qualitätsebene mit „Sons of Anarchy“ und „Justified“. Und, ehrlich, mein Französisch wird von Tag zu Tag wieder besser. „Engrenages“ ist übrigens der treffliche Originaltitel, das Wort bedeutet „Rädergetriebe“. Staffel 1: ***1/2 – Staffel 2: ****1/2 – Staffel 3: ***** –  Staffel 4: ****1/2 – Staffel 5: ***** – Staffel 6: ***** – Staffel 7: ***** – Staffel 8: *****

 


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