Manafonistas

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Archives: Freitag, 5. Februar 2021

 
 
Die Pardo Bar in Düsseldorf ist meine Lieblingsbar, aber nicht aus lukullischer Sicht, also: Essen Sie dort nicht. Bestellen Sie einen Cappu und betrachten Sie den hohen Raum. Sehr schnell werden Sie den Eindruck haben, Sie hätten Geburtstag. Die farbenfrohen Girlanden hängen vertikal von der Decke, die bunten Ornamente befunkeln Sie auch ohne Discokugel.

Ich bringe jeden meiner Besucher in diese Bar, weil ich auf diese außergewöhnliche Location so richtig stolz bin. Wir befinden uns immerhin mitten unter den Kunstschätzen der Nordrhein-Westfalen Sammlung am Kaiserteich in Düsseldorf. Mit diesem ungewöhnlichen Design gelingt dem kubanisch- amerikanischen Künstler Jorge Pardo ein wahres Kunststück. Wenn man die Bar betritt, verfällt man in eine heitere Partystimmung. Dieser Jorge ist in New York zuhause.

Vor zwei Tagen schickte mir ein befreundeter Musiker zum Frühstück eine Flötenmelodie. „Sehr schön, danke. Von wem?“ Die Antwort war ein Video. TRANCE über Jorge Pardo.

Jorge ist zur Zeit privat auf El Hierro. Was für eine Ehre! Der Musiker ist mit seiner Flöte und seinem Saxophon in der internationalen Jazzszene sehr anerkannt und viel unterwegs. Er spielt u. a. mit Paco de Lucia und Chick Corea. Er gilt als einer der außergewöhnlichsten Jazzmusiker in Europa. Dieser Jorge ist in Madrid geboren. Seine spanischen Wurzeln hört man in der Verbindung von Jazz und Flamenco. Mit seiner Band „Huellas“ beweist er in vielen Auftritten, dass die Fusion vom Feinsten ist.
 
jorgepardo.com

2021 5 Feb.

Fünf Zwei Einundzwanzig

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Anamorphia II

 
 

 

 

Am 19. März erscheint ECM 2703. Obwohl ich einen Stream dieses Werkes bereits gehört hatte, in einer Infrarotkabine auf Sylt, hatte ich nun erstmals die Gelegenheit, ein Weissmuster der CD über meine Anlage laufen zu lassen. Nik Bärtschs „Entendre“ ist eine hochspannende Angelegenheit. Und wer je meinte, seine „Module“ seien womöglich etwas zu sehr in systemischen Konzepten verzurrt, kann hier, einmal mehr, nach den Arbeiten im Kollektiv von „Ronin“, entdecken, was Entfesselungskunst im reinen Pianosolospiel bedeutet. Es würde mich wundern, wenn ECM 2703 nicht in den Jahreslisten der mir bis jetzt bekannten, bekennenden „Ronin-Hörer“ dieses Blogs auftauchen würde, bei den Herren Klinger, Siemer, Westfeld und Koch. Leicht könnte es sein, dass noch der eine oder die andere hinzukommt. Am 11. März stelle ich die Musik des Schweizers im Rahmen eines kleinem Beitrages in den von Odilo Clausnitzer gestalteten JazzFacts des Deutschlandfunks vor, die um 21.05 Uhr beginnen. Mit Ausschnitten aus einem aktuellen Interview. Im April spielt Nik dann in den Klanghorizonten auf.

 

2021 5 Feb.

Story with „Cello“

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In December of 1992 I came back from 6 months of working in Nepal gratuitously wallowing in heartbreak. A love affair doomed from the start was, well, doomed and died. In January of 1993 I’d take breaks from recording „The Fall of Us All“ to stand in the open doorway of my studio and smoke. In order to feel properly sad and in order to smoke Camel Straights with credibility I made myself sadder by playing David Darling’s „Cello“ album, especially the first selection. Also „Toward the Night“ by Someh Satoh – I alternated between Satoh and Darling depending on the level of misery required. Just seeing the cover of either CD made me feel sad. Very satisfying.  

This combination of CD, nicotine, and sadness worked best when it was snowing hard. Minnesota blizzards.

When
we feel righteously sad, why do we feel the need to make ourselves sadder by choosing exactly the right music to accompany our sad sadness? Darwin wants to know.
K
k

 

Album goes well, but slow. Like physics: you have decided to melt through a glacier but can only use body heat. It will take as long as it takes.

 

-s

 

November 1992, Taksang, Bhutan

 

 

Herr Spahn sagte gestern: „Wir müssen damit rechnen, dass B117 sich weiterverbreitet. SARS-CoV-2 ist also insgesamt gefährlicher geworden.“ B117 ist bekanntlch die Mutation, die ursprünglich aus Großbritannien kommt, und nach jüngsten Zahlen des RKI bereits in 13 Bundesländern aufgetaucht ist. Viel mehr gibt es ja auch nicht. Herr Spahn sagte gestern auch: „Wir sind auf dem Weg raus aus der Pandemie.“ Soso.


Melanie Brinkmann gehört zu einer Gruppe von Wissenschaftlern, die eine sog. „Hardcore-Strategie“ im Kampf gegen die Pandemie vertritt. Gute Denkanstösse liefert das Papier reihenweise. Äusserst hilfreich wäre es, wie Drosten mit guten Argumenten klarmacht, dass man die Inzidenz deutlich tiefer als auf 50 bringen sollte, auf 20 zum Beispiel. Oder besser 10. 
Das ist keine Exotenansicht. Leider reagierte die Politik mit einigen besonders launigen Landesfürsten schon im Herbst zu spät. Da kostete viele Leben. Und nun wird mit den mutierten Varianten, da bin ich mir leider sicher, das gleiche passieren. Wie dumm, dass wir in diesem Jahr einen neuen Bundeskanzler wählen, und nicht nur, was die CDU/CSU-Seite betrifft, wird da sehr auf die Stimmung im Lande gedacht, und, um eigene Chancen nicht zu gefährden, unpopuläres Handeln sehr unwahrscheinlich. Es ist kein Unken, dass hier bald englische und irische Verhältnisse eintreten werden, denn die Impffrequenz ist so niedrig, dass sie von den Mutationsvarianten überrollt wird, gewiss spätestens in diesem Frühjahr, wenn der Lockdown nicht noch konsequenter durchgezogen wird.  Ich erwarte von den Grünen eine Strategie, die die Inzidenz deutlich unter  50  vorantreiben will. Und zitiere gerne Melanie Brinkmann:

 

Wir, eine Gruppe von 13 Wissenschaftlern, glauben nicht an die Strategie, dass man mit dem Virus leben kann, sondern dass man es besiegen muss. Es wäre fatal zu glauben, wir könnten die Maßnahmen mit einer Inzidenz von knapp unter 50 lockern und dabei das Virus im Zaum halten. So eine Mittelinzidenz bedeutet letztlich eine Art Dauer-Lockdown, aus dem man nur zwischendurch mal kurz auftauchen und nach Luft schnappen kann.

Wir alle wollen aus diesem verdammten Lockdown raus – aber die Kanzlerin hat am Dienstag leider verkündet, dass die 50er-Inzidenz weiterhin als Richtschnur dienen soll. Mit diesem Kurs haben wir keine Chance. Weitaus mehr aber mit einer konsequent durchgesetzten Strategie der Kontaktvermeidung. Damit ließe sich die Sieben-Tage-Inzidenz schnell unter zehn drücken. Dieses Larifari des „Hier ein bisschen Homeoffice, dort ein improvisiertes Hygienekonzept“, das muss aufhören.*

 

Dazu Herr Drosten, kundig und klug:

 

»Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden. Und dann werden sich innerhalb kurzer Zeit noch viel mehr Leute infizieren, als wir uns das jetzt überhaupt vorstellen können. Dann hätten wir im schlimmsten Fall 100.000 Neuinfektionen pro Tag. Wenn sich ganz viele junge Menschen infizieren, dann sind die Intensivstationen trotzdem wieder voll, und es gibt trotzdem viele Tote. Nur, dass es jüngere Menschen trifft. Dieses schlimme Szenario könnten wir etwas abfedern, wenn wir die Zahlen jetzt ganz tief nach unten drücken«.

 


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