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Archives: Samstag, 23. Januar 2021

2021 23 Jan.

Rams 1

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  1. Bright Clouds of Metal
  2. Harmonic Guitar
  3. Unusual Temperament
  4. A Warm Sweet Bed
  5. Beautiful Metals
  6. Designer Piano
  7. Generative Lounge
  8. Design as Reduction
  9. Al’Khwarizmi Piano
  10. Shimmering Future
  11. For A New Design

 

Praise for ‚Rams: Original Soundtrack Album‘ (out now. The record has recently been released as part of the Record Store Day) / „Subliminal atmospheric timbres and tranquil melodic phrases,“ Uncut / „So still and calm, Rams couldn’t have designed it better himself. A proper Eno prime cut,“ Electronic Sound / „Brian Eno’s score adds to the movie’s linear elegance,“ New York Times / „Poignant melodies,“ Prog / „This is striking, ranging between grinding threat and lovely ethereal plinking,“ The Arts Desk / „A joyful journey,“ Hi Fi Choice 4/5

 

From the playlist of „Radionacht Klanghorizonte“, February 20, played in one sequence without talking except two poems placed in between:

 

Trio Tapestry (ECM Records) 
Brian Eno: Rams OST
Jakob Bro / Arve Henriksen / Jorge Rossy  (ECM Records)
Brian Eno: Rams OST
Trio Tapestry (ECM Records)

 

2021 23 Jan.

Rams 2

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Der Braun SK-61 von 1956, eine Radio- und Phonokombination, volkstümlich damals auch „Schneewittchensarg“ genannt.

 

Der Braun T-1000 von 1963, der Kurzwellenempfänger, der in keiner Botschaft und bei keinem Top-Spion fehlen durfte.

Zwei Beispiele für Designs von Dieter Rams. Geboren 1932 in Wiesbaden, wollte er zunächst Architekt werden, landete aber dann eher zufällig im Industriedesign. 1955 trat er in die Produktgestaltung der Firma Braun ein, 1961 übernahm er deren Leitung. Jeder hat Designs von Dieter Rams schon gesehen. Seine Formensprache beruht auf radikaler Reduktion auf das Wesentliche, auf Langlebigkeit, und auf einem ausgeprägten Sinn für praktische Benutzbarkeit, vom Rasierer über die Saftpresse bis zum Regalsystem — „gutes Design ist so wenig Design wie möglich“ lautete eine seiner Maximen, die heute an jeder Kunsthochschule gelehrt werden.

Das Braun-Design wurde auch im Ausland so bekannt, dass Rams dort irgendwann als „Mr. Braun“ durchging. Es funktionierte, weil die Gebrüder Braun voll hinter ihm und seinem Team standen (das übrigens rein männlich war — damals war das normal und wurde von niemandem hinterfragt). Das ging gut, bis 1967 die Firma Braun von der Gillette Company übernommen wurde. Ab da hatte Rams immer weniger Rückhalt für seine Designphilosophie. Die Designs sollten saisonweise gewechselt werden, auch das Braun-Logo sollte in Riesenklotzbuchstaben auf den Produkten erscheinen. Klar, dass besonders Letzteres jemandem wie Rams nicht gefallen konnte („Wenn Sie sich einer Person vorstellen, schreien Sie dann?“), und so verstärkte er seinen Nebenjob als Möbeldesigner für die Firma Vitsoe. Dieser Name war mir neu, wenngleich Möbel dieser Firma auch wieder jeder bereits gesehen hat. Auch Rams‘ Türklinken der Firma FSB dürfte jeder schon in der Hand gehabt haben. Zwischen 1981 und 1997 lehrte Rams Industriedesign an der HfbK in Hamburg. Insbesondere Apple dürfte einiges von ihm gelernt haben.

 

 

Nun gibt es einen 75-minütigen Portraitfilm über Rams, hergestellt von dem Dokumentarfilmer Gary Hustwit, der Designfreaks spätestens seit seinem Film über die Schriftart Helvetica (2007) bekannt sein dürfte. Der Film ist ein Crowdfunding-Projekt von 2019 und begleitet Rams durch einige Stationen seines Lebens, zeigt Produkte, Weggefährten, aber lässt ihn vorrangig selbst zu Wort kommen, sowohl über seine eigene Arbeit wie auch über die Arbeiten einiger seiner Kollegen — etwa Ettore Sottsass, dessen knallrote Valentine noch heute Rams‘ Schreibgerät ist. Einen Computer sieht man nicht bei ihm, obwohl ich sicher bin, dass er auch damit umgehen kann. Wichtigster Drehort ist das Arbeitszimmer in Rams‘ Haus im hessischen Kronberg. Haus und Garten sind Teil einer Werkssiedlung von Braun, an deren Gestaltung er selbst beteiligt war — auch wenn er damit nicht ganz zufrieden gewesen zu sein scheint.

 

 

Relativ früh bereits hat Rams über Umweltaspekte seiner Produktgestaltung nachgedacht, und oft merkt man das den Produkten auch an. Nicht immer ganz einverstanden bin ich mit Rams‘ Ansichten über die heutige Zeit. Für einen hellen Geist wie ihn kommen mir manche seiner Einwände recht eng gedacht vor; etwa seine Auffassung zu Leuten, die permanent auf ihr Handy starrend durch die Straßen laufen und dabei Bilder wahrnehmen, die in deren Köpfen nicht mal hängenbleiben. Nicht, dass ich solche Leute nicht auch ein bisschen albern fände — aber sollte einem Designer von seinem Format nicht selbst klar sein, dass diese Leute eine bestenfalls temporäre Erscheinung sein werden? Ich jedenfalls bin sicher, dass die heutigen Handys in fünf oder zehn Jahren (man nagele mich bitte nicht auf eine Zahl fest) aus dem Stadtbild verschwunden sein werden. Dann nämlich werden sie zum integralen Bestandteil unserer Kleidung geworden sein.

Die optische Gestaltung des Films ist sympathisch an Rams‘ ästhetische Auffassungen angepasst, kein Grafikelement ist überflüssig. Die DVD- oder Blu-ray-Version kommt als Teil eines 80-seitigen Buches im Format 16 x 17 cm daher. Der Regionalcode ist 0, der Film sollte also überall laufen. Der Film ist auch online abrufbar, dann allerdings ohne die 30 Minuten Bonusmaterial, das die DVD bietet und das teilweise nicht weniger interessant ist als der Film selbst. Die Sprache ist durchweg deutsch, einige Aussagen sind englisch. Durchgehend sind alle nicht-englischen Passagen untertitelt.

Die Originalmusik des Films ist von Brian Eno. Zum Record-Store-Day wird der Soundtrack als Vinylalbum erscheinen. Die Musik hat gewohnte Eno-Qualität, ohne in irgendeiner Weise besonders auffällig zu sein. Auch für Eno gilt bekanntlich Rams‘ Motto: Less but better.

2021 23 Jan.

Konkrete Utopie: „das Ziel O“

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„Es geht um den Umbau der Welt zur Heimat, ein Ort, der allen in der Kindheit scheint und worin noch niemand war.“ (Ernst Bloch)

„Ich bin. Wir sind. Das ist genug. Nun haben wir zu beginnen. In unsere Hände ist das Leben gegeben. Für sich selber ist es längst schon leer geworden. Es taumelt sinnlos hin und her, aber wir stehen fest, und so wollen wir ihm seine Faust und seine Ziele werden.“ (Ernst Bloch)

 

Armin Laschet gleicht einer Schlaftablette, die kein Mensch braucht. Schon gar nicht als Kanzler. Er mag ja einiges von Angela M. kopieren, Niveau kann man sich leider nicht abgucken. Ein Beispiel von vielen: im letzten Jahr, als man bereits wusste vom Schutz der FFP2-Masken (das war kein Geheimwissen), schusterte er seinem Sohn einen millionenschweren Auftrag für Masken zu, die sogar weniger Schutz als die billigen blauen Masken bieten. Laschet Jr.‘s Masken gehen gerade  rum im Land – da ist nichts eingestampft worden. Armin hat es immer noch nicht verstanden. Er wird es wohl auch nicht verstehen, wenn er den (aus meiner Sicht) punktgenauen und voll die 12 treffenden Kommentar von Sebastian Fischer („Spiegel-Online“) liest. Wir brauchen weder Biedermänner noch Brandstifter. Eher schon kluge Köpfe, und „common sense“. Gut, dass es jetzt in Schleswig-Holstein (Neumünster) das erste Gefängnis für Quarantäne-Brecher gibt. Kein Witz. Wer asozial agiert: 14 Tage einfahren. Glückwunsch.

 


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