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2017 19 Dez.

Himmel und Hölle

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Sie sassen ganz vorne an der Rampe, direkt hinter dem gegnerischen Tor. Als das Licht ausging und das STEIGERLIED erklang, weinte sie leise unter ihrem blauweissen Schalkeschal. Günter, ihr Bruder, hatte es 1973 nicht mehr aus Schacht 13 geschafft. Sie war die einzige aus dem Pottclan, die studieren konnte. Ausgerechnet Philosophie. Ihre Familie hielt sie für bekloppt, sie hielt sich an Kierkegaard und Camus: Verhalte dich ruhig und mache weiter. Das Gemeinsame war für immer das Fussballstadium, ihre Heimat in der Familienfremde, ihr „helles Licht bei der Nacht“. So einen von den „kreuzbaren Leut'“ hatte sie bei Starbucks in Essen kennengelernt. Sie stiegen bald Hand in Hand hinauf zur Villa Hügel, bezeugten die Genialität von Krupp und verachteten die schwarzen Kassen von von Brauchitsch. Auf dem Rückweg versuchte er sie für die Serie The Returned zu begeistern, mit Verve schilderte er Einzelheiten des Verhaltens der Rückkehrer. Sie wollte wissen, wen er sich aus dem Totenreich zurückwünsche. Er umklammerte sanft ihren Arm: meinen Hund. Sie lachte nicht. Sie war in Gedanken bei ihrem toten Bruder. Warst du jemals „We are sailing“-Fan? „O Gott nein, warum. „Nur so. Oder Bolero?“ „Ravel, nein, mir ganz fern. Schau mal die Wolken, die sieht man hier nur selten so fein abgegrenzt.“ Sie summte nur für sich Blumfeld: Wo kommen all die grauen Wolken her? „Meinst du Schalke holt den Pokal?“ „Der Eine gräbt das Silber, der Andere gräbt … nach dem Pokal. Wir Knappen haben bisher nur einmal das Gold geholt.“ Sie weinte wieder leise. Sie ist wie die Marga, dachte er und liebte sie allein wegen dieses Vergleichs. Er schaute auf die Uhr – 64. Minute, es steht 1:0 für uns.

 

Music here is the unspoken language of emotional truth – we only realise how damaged Jane is when she plays Martha Wainwright’s Bloody Mother Fucking Asshole at the end of episode one – so the most emotionally fluent characters have the best taste. “We need music in our lives to love, to make up, and Chloe knows that,” durector Vallée explained to Entertainment Weekly. “She makes playlists for people. And she’s committed and she contaminates everyone around her.”

(Dorian Lynskey, The Guardian)

 


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