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Archives: Samstag, 23. Januar 2016

USA 2015; 187 Min., Regie: Quentin Tarantino; mit Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins, Demián Bichir, Tim Roth, Michael Madsen, Bruce Dern u. a.

Die Roadshow-Fassung in 70 mm-Projektion: Ab Mittwoch 27. Januar 2016 um 19:30 Uhr, 70mm Projektion EXKLUSIV in der LICHTBURG, Essen.

Die Lichtburg ist eines von nur vier Kinos in Deutschland, in denen Quentin Tarantinos Film „The Hateful Eight“ in der analogen 70 mm-Fassung gezeigt wird und damit das einzige im Radius von rund 400 km. Auch nach der Digitalisierung haben die Essener Filmkunsttheater und die Lichtburg sich nicht von ihren analogen 35 mm Projektoren getrennt. Im Gegenteil – sowohl die Lichtburg als auch das Eulenspiegel verfügen zusätzlich noch über die „Königsklasse“ der analogen Kinos: 70mm Projektoren!

Nun sind es fast schon wieder 14 Tage her, dass uns die Nachricht vom Tode David Bowies erreichte. Neben der großartigen Blackstar-Platte hat mich das Video zu dem Stück Lazarus doch sehr fasziniert. Erstaunlich, ich konnte sogar mit meinen Schülern darüber sprechen. Doppelt erstaunt war ich: einmal, welche Wirkung dieses Video auf die jungen Leute hatte, wie sie mit dem Thema TOD umgehen, sich in jungen Jahren für diese Thematik interessieren und dann: David Bowie ist ihnen ein Begriff und: sie können mit ihm und seiner Musik etwas anfangen. Ich fasse es nicht. Sechs Jahre vor meinem Abitur erschien die erste Bowie-Platte, wir schreiben das Jahr 1967.
 
 
 

 
 
 
Meine erste Platte, die ich mir von ihm gekauft habe, Space Oddity, erschien 1969, ich war immer noch Schüler der Mittelstufe. Und nun 2016, am Ende meines Berufslebens, kann ich mit sechzehn, siebzehnjährigen SchülerInnen über Blackstar diskutieren. Das ist meiner Ansicht nach um so unglaublicher, weil Bowie ja nun nicht unbedingt immer die eingängigste Musik veröffentlicht hat. Ist er doch in jenen Songs besonders gut, in denen die Hörer wieder einmal von unerwarteten Harmonien überrascht werden. Und dennoch scheint Bowie über Generationen hinweg Musikinteressierte gleichermaßen anzusprechen.-
Ja, der Plattenschrank, er wurde geplündert in den letzten zwei Wochen, überall liegen David Bowie-Platten: Space Oddity, The Man who sold the world, The Rise an Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars, Young Americans, Low und Heroes und viele mehr.
 
 
 

 
 
 
Es gibt aber auch Grundanderes zu vermelden. Gestern brachte der Briefträger die 3CD-Box Tariverdiev. Am 29.12.2015 erschien hier auf manafonistas.de ein Hinweis auf diese Platten. Es hat ein bisschen gedauert, aber dann kam die Post mit der Box, und… sie ist so gut…., meine Schüler würden sagen: übelst gut! Danke für die Empfehlung! Und schon jetzt ist klar, diese Platten kommen auf die Jahreshitliste 2016!

2016 23 Jan.

„Detectorists“

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Bei aller Liebe zu England musste ich mich einst doch fragen, ob mir eine Ader für „typisch britischen Humor“ fehlt. Schliesslich hat weder in jungen noch in späteren Jahren irgendein Film von Monty Python auch nur das kleinste Schmunzeln bei mir ausgelöst, von einem Lachanfall ganz zu schweigen. Nun aber muss ich mir keine Gedanken machen, denn „britischer Humor“ scheint ein weites Feld zu sein, und die zwei Staffeln der Serie „Detectorists“ (DVD Box Set seit Ende Dezember erhältlich) sind geradezu eine Schule der Heiterkeitsausbrüche, nicht zuletzt weil die skurrile Komik stets ausbalanciert wurde von den kleinen Obsessionen und Verlorenheiten der hier auftauchenden Tagträumer. „With its wistful tone, subtle, folky score and confidence in letting dialogue and sentiments breathe, it’s a show that does not feel the need to shout about its strengths. In fact, the series is not even really about metal-detecting. The hobby could be replaced by trainspotting, bird-watching or just spending too much time in the shed. It’s what these characters are running from, as much as what they are looking for, that lies at its heart.“ (David Renshaw, The Guardian). Wer hätte schon gedacht, dass das amerikanische Folk-Duo Simon & Garfunkel  zum coolsten „running gag“ der jüngeren BBC4-Historie mutieren, und im Norden Suffolks auf Schatzsuche gehen würde!? Und dass in der zweiten Staffel die botswanische Black Metal-Combo „Black Crust“ den heimischen Gefilden einen bizarren afrikanischen Horizont öffnen würde, ohne dass von ihnen nur ein einziger Brachialsound erklingt. In einer Zeit, als Ray Davies mitten im „love & peace“-Rummel zwischen Carnaby Street und Marquee Club die Spuren eines alten, immer mehr verschwindenden Britanniens nachzeichnete, hätte er auch hier in der Provinz fündig werden können, bei diesen im Scheitern erprobten „Metalldetektoristen“. In einer Szene findet Lance tatsächlich ein altes Teil unter der Erde, mit römischer Inschrift: „Status Quo“. Leider nur die Devotionale eines anonymen Rockers.


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