Manafonistas

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Archives: Montag, 4. August 2014

2014 4 Aug.

Govi Heußweg

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Ich gehöre zu den Leuten, die, wenn sie ein neues Buch in die Finger bekommen, gerne zuerst mal schauen, wer denn so alles in den Danksagungen genannt wird. Ist ja schließlich interessant.

Als ich Diedrich Diederichsens opus magnum „Über Pop-Musik“ gelesen habe, musste ich schmunzeln, als ich dort in den Danksagungen neben vielen unbekannten, einigen erwartbaren und einigen überraschenden Namen unter anderem auch „Govi Heußweg“ erwähnt fand – ein kleiner Plattenladen in Hamburg-Eimsbüttel, der Anfang der Siebziger Jahre in einen ehemaligen Bäckerladen eingezogen war und zwar kein großes, aber genau das richtige Repertoire hatte – und noch dazu als Preisbrecher agierte. (Govi bot die damals noch preisgebundenen 22-Mark-Platten für durchweg um 15,90 an und trug damit sicherlich nicht unwesentlich zum Ende der Preisbindung bei. Später versuchte man, eine Art deutsches Virgin zu werden. Das ging schief. Immerhin aber konnte Govi letztlich als Kapitalgeber zur Gründung von Sky Records beitragen und soll auch dafür unvergessen bleiben.) – Diederichsen und ich werden uns in diesem Geschäft wohl etliche Male über den Weg gelaufen sein, unbekannterweise.

Diederichsens recht umfängliches Buch (470 Seiten) übrigens habe ich von Anfang bis Ende gelesen. 150 Seiten weniger hätten es wohl auch getan, trotzdem ist das eine lohnende Lektüre, wenn man über Popmusik in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext nachdenken möchte. Denn auch wenn man nicht immer mit allen Schlüssen und Behauptungen einverstanden ist: Hand und Fuß hat es meistens doch. Was er hier versucht, ist nichts Geringeres als eine Analyse des Phänomens Popmusik als soziales Phänomen, wobei er das Kriterium für Popmusik in ihrer Leistung sieht, „soziale Verhältnisse zugleich zu verkörpern und in Bewegung zu bringen“ (S. 393). Da grüßen Adorno und andere übliche Verdächtige nicht nur durch, sondern es gelingt Diederichsen immer wieder, deren Theorien auf die Popmusik anzuwenden und neu zu formulieren. Interessanterweise (da sind wir wieder bei Govi Heußweg) ist Diederichsen dabei immer dort besonders gut nachvollziehbar, wo er von seinem eigenen Erfahrungshorizont und seiner eigenen (pop-)musikalischen Sozialisation ausgeht – und die ist eindeutig in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern zentriert. Das ist sein Ausgangspunkt, von dem aus er auf frühere Musikentwicklungen zurückblickt, und das ist auch sein Startpunkt, von dem aus er auf spätere Musikentwicklungen schaut.

Neben allerlei arg billigen Sticheleien (etwa seine Bemerkungen über den von ihm so bezeichneten „Knallkopf“ Eric Clapton, was immer man von ihm auch halten mag) gelingen Diederichsen dabei immer mal wieder einmal fast epigrammhaft Erkenntnisse, die auf den Punkt treffen: Etwa jene, dass eine Popmusikkarriere nicht mit Gitarren- oder Klavierunterricht beginnt, sondern vor dem Spiegel mit der Frage: Als was will ich gesehen werden? Oder jene, dass die Zeitgeistpresse der Achtziger Jahre damit begann, die Akteure der Popszene aufgrund ihres Styles zu „lesen“ und zu interpretieren. Das kannten die Siebzigerjahrekids so noch nicht. Oder diese: „Die ganze [heutige] Pop-, Rock-, Soul-Welt könnte bis auf Weiteres mit der fortgesetzten Wiederveröffentlichung aller Tonträger des Jahres 1971 zufrieden gestellt werden. Neu abgemischt, versteht sich“ (S. 449). (Er meint vermutlich „remastert“, aber sei’s drum.)

Trotz allerlei Wortgeklingel und manchem Leerlauf: Mir nötigt Diederichsens Buch einigen Respekt ab.
 
 
 

 

In einer Szene des Films Reality Bites wird Lelaina Pierce (Winona Rider) in einem Vorstellungsgespräch nach der Definition von Ironie gefragt. Sie legt den für sie typischen, verwirrten Gesichtsausdruck auf, sagt erstmal „Ähem“ und dann: „Ich könnte es jetzt nicht definieren.“ Und nach einer kurzen Pause, als ihre Gesprächspartnerin sich schon abwendet. „Aber ich würde es erkennen, wenn etwas ironisch ist.“ Als sie frustriert in ihre WG zurückkehrt, sitzt Troy Dyer (Ethan Hawke), den Anforderungen der Welt trotzend, auf einem Sessel, vertieft in ein Buch. Lelaina berichtet ihm empört von ihrem Erlebnis. Troy sagt nur: „Abweichung der wirklichen von der wörtlichen Bedeutung.“ „Was?“ fragt Lelaina. „Ironie, die Definition.“ entgegnet Troy trocken.

Woran liegt es nur, dass die Amerikaner uns auf diesem Bereich so voraus sind? Immer wieder äußern Linguisten auf verschiedenen Weltkongressen in ihrer Abschlusskundgebung den Wunsch, in der deutschen Sprache ein Zeichen für Ironie einzuführen. Denn dieses Stilmittel wird hierzulande regelmäßig nur dann erkannt, wenn der Verwender nachträglich darauf hinweist.

Aber wie steht es mit Songtexten? Nehmen wir diesen, „After Work“ von Turner:
 

I´m looking forward to
A house, a wife and several children.
I wont let any of these
… (unfortunately didn´t understand that, M.W.) cross my way.

I know money ist anything,
that´s why I made a plan
for my life after work
where I can recover.

The telephone is ringing.
The telephone is ringing.

I meet my friends from the office.
And we swim, play soccer or golf.
Or I just stay home
and enjoy my family life.

And yes, I care about nature,
that´s why I write on recycled paper.
And I seperate my trash,
one for food and one for the rest.

The telephone is ringing.
The telephone is ringing.

And I know about war and stuff.
I watch it on CNN.
But I truly believe
that the good ones will win at last.

What could I do about it anyway?
I concentrate on myself instead.
And I work as hard as I can
make the world be a better place.

The telephone is ringing.
The telephone ist ringing.
 

Ironie oder nicht? Ich spielte den Song gestern A vor. Er meinte, es hinge vom Hintergrund der Band ab. Der Text könnte auch ernst gemeint sein. Eine andere Auslegungsmethode ist der Kontext. Ich fand den Song vor Jahren auf der Doppel-CD zu dem großartigen Film Die fetten Jahre sind vorbei (englisch: The Educators). Da liegt Ironie nah. Oder doch nicht?

2014 4 Aug.

azzzzz it is

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Minimal music is often maximal music. Free Jazz? All jazz is free or it is not, isn’t it!

LESTER BOWIE – Fast Last! (very rare record!)

After Don Cherry’s fade out, now Lester Bowie’s mighty fade in …
 
 
 

 
 
VIDEO

2014 4 Aug.

Trem Azul

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TREM AZUL
 
 
 

 
 
 
For all who still have planned to visit one of the most unique record shops in Europe
 
For all who thought it would go on forever
 
For all who are sad that it’s gone now
 
 
 

 
 
 
TREM AZUL, Rua do Alecrim, 21-A, the famous place in Lisbon has closed after more than 10 great years. Happy to have been there … many times … happy to have all those memories!
 
 
 

 
 
 
Começam hoje os nossos saldos num regime de liquidação total.
Têm a partir de agora uma semana para comprar grandes discos por uma verdadeira pechincha.
 
SALDOS – LIQUIDAÇÃO TOTAL – 50% EM TODOS OS PRODUTOS
 
A vida é assim e já diz o ditado, „por vezes há que que dar um passo atrás para depois dar dois em frente“. Postas as coisas assim será fácil a todos compreenderem que a Trem Azul vai mudar as suas instalações de forma a poder continuar com aquelas que são as suas principais actividades desde o inicio, a edição (através das suas editoras Clean Feed, Shhpuma e Trem Azul) e consequente distribuição dos seus catálogos próprios, e a organização de concertos. Vamos a partir de agora focar-nos no que é importante de forma a não só sobreviver mas principalmente para fortalecer as nossas principais actividades.
 
Deixamos um sonho que durou 10 anos, a Trem Azul Jazz Shop, e partimos para uma nova fase das nossas vidas prosseguindo com outro sonho: o de tornar a Clean Feed ainda maior e melhor. Durante 10 anos tivemos o prazer de servir os nossos clientes/amigos a quem muito agradecemos, e um orgulho enorme em apresentar concertos na loja com músicos como Otomo Yoshihide, Evan Parker, Gabriel Ferrandini, Scott Fields, Mats Gustafsson, Paal Nilssen-Love, Rodrigo Pinheiro, Hernâni Faustino, Bernardo Sassetti, Paul Dunmal, John Edwards, Dennis González, Zé Eduardo, Carlos Barretto, Tiago Sousa, Filipe Felizardo, Luís Lopes, Samuel James, Guy Davis, Chris Corsano, Rob Mazurek, Jeff Parker, Ken Vandermark, Susana Santos Silva, Gonçalo Almeida, João Paulo Esteves da Silva, André Matos, Sara Serpa, Ran Blake, Alexandre Frazão, Bruno Pedroso, Pedro Sousa, Rodrigo Amado, Blaise Siwula, Anders Hanna, Ivo Perelman, Torbjörn Zetterberg, Daniel Levin, Mark Dresser, Audun Kleive, Sei Miguel, Elliott Sharp, Júlio Resende, Sabir Mateen, Ingebrigt Haker-Flaten, Ernesto Rodrigues, Black Bombaim, Sunflare e centenas de outros.
 
Com o encerramento da loja no dia 1 de Agosto, liquidamos o nosso stock a preços irresistíveis a partir de hoje.
 
Apareçam para aproveitar as pechinchas mas também para se despedirem deste espaço que foi o nosso e vosso durante 10 anos.
 
TREM AZUL, Rua do Alecrim, 21-A, the famous place in Lisbon has closed after more than 10 great years. Happy to have been there … many times … happy to have all those memories! The nightly concerts,
 
 
 

 
 
 
here the great Jeff Parker
 
 
 

 
 
 

 
 
 
the chats, browsing the great record collection, all the moments of discoveries and decision making (what to buy).
 
 
 

 
 
 
It was something to experience all the activities going on at this place, the record shop, the Clean Feed label, the concerts (and in the last period, the bar). THANK YOU
 
Even the president of the republic, Cavaco Silva, visited the place not so long ago … imagine!
 
 
 

 
 
 

 
 
 
Carlos Barretto playing …
 
Trem Azul will concentrate on core-activities in the future, the Clean Feed Label, organizing concerts, selling records at concerts
 
An element, a piece of culture gone … left behind …


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