„Die Musik, die du als Teenager für dich entdeckst, hat einen enormen Einfluss auf die Dinge, die du später in der Musik suchst. Bestimmte Elemente einer Ästhetik des Hörens, die man in jungen Jahren unbewusst ausbildet, bleiben ein Leben lang erhalten. Die erste Musik, die mich immens berührte, lag abseits der Soulmusik und der Schwarzen Musik, die viel bei uns in Norwegen zu hören war – es war Musik von David Sylvian, sein Song „Red Guitar“ schlug mich vollkommen in Bann. Es befindet sich auf seinem ersten Soloalbum „Brilliant Trees“. Da waren auch Klänge zu hören von Holger Czukay, Jon Hassell und Danny Thompson. Die Musiker, die Sylvian immer wieder zusammenbrachte, inspirierten mich, eine neue Musik zu erträumen, die ein europäisches Erbe fortführte. So öffneten sich wieder Türen. Die Tatsache, wie ich seit Jahren akustische Instrumente in mein Sampling einbaue, etwa auf Arve Henriksens Album „Cartography“ hat vielleicht etwas zu tun mit den alten, geliebten Bassklängen eines Danny Thomson auf „Brilliant Trees“ – und immer wenn ich heutzutage mit hervorragenden Musikern arbeite, kann ich Sampling und Live-Spiel kombinieren. Da bildet sich in vielen Dinge, die wir seit dem Beginn des Punktfestivals machen, eine neue Balance, zwischen Klänge, die elektronisch sind und sehr abstrakt – und den organischen Klängen frei improvisierender Musiker.“
Archives: Montag, 2. September 2013
2013 2 Sep.
„The doors of early years“ (Jan Bang remembers)
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: 2013, Jan Bang, old interview | Comments off
2013 2 Sep.
Ronald Reng: Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 4 Comments
Ein wunderbares Buch für jeden, der die kleinen, grossen Hintergrundgeschichten des Fussballs liebt, und bundesrepublikanische „Sittengeschichte“ am Beispiel ungeschönter Biografien erfahren möchte. Heinz Höher zum Beispiel, ein Kind der Bundesliga, am Anfang Spieler beim Meidericher SV, später die Trainerlaufbahn. Sicher nicht die schillerndste Figur, keine Leuchtgestalt mit multimedialer Präsenz, eher ein stiller, konzentrierter Geist, der auch als Trainer nicht grossmundig von seiner „Philosophie“ sprach. Ronald Reng ist ein bemerkenswerter deutscher Schriftsetzer, er tummelt sich in einem Feld, das allerdings vom Feuilleton meist genauso sträflich missachtet wird wie der zeitgenössische Thriller. Einfach grosses Kino, dass sich Rengs „andere Geschichte“ so spannend wie ein Krimi liest. Gregs und Bob wärmstens empfohlen! :)