Manafonistas

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Archives: Samstag, 1. September 2012

 
 

 
 

Dies ist eine besondere Platte, die bei Schnellhörern reserviert aufgenommen werden wird. Die Aufnahmen fanden, wie bei dem exzellenten Vorgänger, in Cape Cod statt, und auch wenn sie durchaus mal „beschwingt“ aufspielen, bleibt die Atmosphäre von Grizzly Bear ungreifbar. So sehr in den Texten Spuren amerikanischer Landschaften auszumachen sind (stille verlassene Orte, keine trendy places), dreht sich in verrätselten Texten vieles um toternste, burleske Spiele von Nähe und Distanz, Fortgehen und Sehnsucht. „Time will do the talking“ heisst ein alter Song, hier könnte man sagen: „Singing does the talking“ – in abreissenden, verschachtelten, hymnischen Gesangslinien wird die Konsequenz erreicht, demgegenüber Sprache selbst nur Stottern, nur Schall und Brauch ist. Wer singt, kann schneller anfangen zu leben! Oder: es tun sich andere Wahrheiten auf, wenn man Sprache pulverisiert. Grizzly Bear machen genau das, in anmutigen, seltsamen Songs, mit „lyrics“, die sich fortlaufend um Sinn und Verstand bringen. Die Musik drumherum hat ein ganz eigenes Kapitel verdient.

Chris DeVille writes: Even as Grizzly Bear has evolved from midnight whispers to gorgeous sonic panorama to exquisitely crafted chamber pop, the band has always been about finesse more than power. When performing at an art museum once, rather than admonish the crowd to “make some noise,” the members praised their audience for being so quietly attentive—the better to appreciate every last meticulous detail. Delicate beauty and refined presentation still rule on the Brooklyn mainstay’s fourth album, Shields, but the balance is subtly shifting. On 2009’s Veckatimest, and especially on signature single “Two Weeks,” the band made an important transition: from sketches to songs, from impressionism to realism, from ghosts to creatures. On Shields, the creatures are back, this time with teeth. Lyrically, Shields finds both songwriters fixated on matters of inclusion/exclusion and coming together/pulling apart, matching the music’s cataclysmic turns with tales of human beings colliding and ricocheting. The rhythm section of Chris Taylor and Chris Bear, a finely tuned partnership in its own right, does its part to stitch the dual songwriters into a singular vision. On an album that touches repeatedly on the barriers people build between each other, the members of Grizzly Bear have forged further ahead into sweet synchronicity. 

2012 1 Sep.

John Cage zum Hundertsten

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Der Klavierdeckel wird geöffnet, ein Pianist sitzt vor dem Instrument – still, unbeweglich, auf die Tasten schauend. Er schließt den Deckel. Ende. Nach vier Minuten und 33 Sekunden. Die Aufführungsdauer des Stücks ist sein Titel – „4’33““ und stammt von John Cage. Es wurde Ausgangspunkt einer musikalischen Revolution. In diesem Jahr feiert der Künstler, der am 5. September 1912 in Los Angeles geboren wurde und am 12. August 1992 in New York verstarb, seinen 100. Geburtstag. 3sat stellte die Schlüsselfigur der Happening– und der Fluxusbewegung mit seinem Leben und Werk am Samstag, 1. September, 20.15 Uhr, in der Dokumentation „John Cage – Alles ist möglich“ von Thomas von Steinaecker vor. Außerdem geht das 3sat-Magazin „Kulturzeit“ am Montag, 3. September, 19.20 Uhr, in zwei Beiträgen und einem Gespräch mit dem Komponisten Heiner Goebbels auf Cage und die Fluxusbewegung ein. Durch seine Ideen und Lehren beeinflusste der Künstler wesentlich die sich formierende Fluxusbewegung, zu deren Aktionen auch die Klavierzertrümmerung im Museum von Wiesbaden vor 50 Jahren zählte. „Kulturzeit“ besucht den Museumsraum, in dem damals alles geschah, und in dem zum Gedenken an Cage nun wieder eines zertrümmert wird. Außerdem hält das Kulturmagazin auch ein Ohr an das von John Cage für über 600 Jahre konzipierte Orgelprojekt in der Kirche von Halberstadt.„An einer Straßenecke in Sevilla bemerkte ich die Vielfalt simultaner visueller und hörbarer Ereignisse, die im eigenen Erleben alle zusammenliefen und Lust und Freude hervorriefen“, erzählt Cage in der Dokumentation „John Cage – Alles ist möglich“. John Cage gilt als einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts und als Auslöser eines radikalen Umdenkens in der Musik. Seine rund 250 Kompositionen und seine theoretischen Schriften haben Sprengkraft, denn sie stellen das bis dato verbreitete Arbeiten mit Klangstrukturen völlig auf den Kopf. (presseportal.de)

 


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