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Archives: Dienstag, 29. März 2016

2016 29 März

Neunundzwanzig Drei Sechzehn

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Was ich zunehmend als Phantasielosigkeit empfinde: dass nun jede, aber auch wirklich jede Lebensgeschichte eines prominenten Menschen verfilmt werden muss! Michael Douglas ist dann Liberace, Daniel Bruehl ist dann z.B. Niki Lauda, und Jamie Foxx ist Ray Charles. Niki Lauda lebt noch, gottseidank, aber es faellt schon auf, dass zumeist nicht mehr lebende Prominente ausgesucht werden; die koennen dann auch wenig Einspruch gegen eine Verfilmung geltend machen.

Demnaechst erwartet uns die Verfilmung, wie Miles Davis (der Ende Mai 2016 neunzig Jahre alt geworden waere) in den 1970iger Jahren „so war“. Selbstredend war niemand, der das Drehbuch geschrieben hat, seinerzeit mit dabei und berichtet somit aus erster Hand; man kann da nur hoffen, dass vielleicht etwaige Interviewsegmente im Film dann etwas erhellender sind als die hinlaenglich bekannten, dem flow des Films Rechnung tragende, mit erfundenen Dialogen angereicherten, Spielszenen, in denen entsprechend optisch zurechtgemachte Schauspieler prominente Musiker darstellen.

Das zum Film erscheinende Soundtrackalbum heisst dann auch „Everything’s Beautiful“ (oh irony!) und die Amazonen verkuenden dazu, dass „verschiedene von Miles inspirierte Künstler dessen Tracks interpretieren, in ihren eigenen einzigartigen Versionen, unter anderem Erykah Badu, Stevie Wonder, Hiatus Kaiyote, Laura Mvula, Bilal, Phonte, Ledisi, John Scofield“. Und diese neuen Versionen braucht „man“ natuerlich, unbedingt, verstehe.

Mir scheint, um Miles Davis zu feiern, wird es (immer, nicht nur an runden Geburtstagen!) reichen, seine Alben zu hoeren, seine eigene Biographie – die ja auch etwas geschoent war – zu lesen. Immerhin vermittelt diese eher ein nachzulesenden Bild, wie er sich und seine Zeit sah.

2016 29 März

Lesezeichen # 14

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Ueber die Ostertage die drei Alben von CORONA angehoert. Eine ganz eigene Art von Weltmusik als  dieses Schlagwort, dass dann bald kommerziell (aus)genutzt wurde, noch nicht so geläufig war. Mir faellt immer wieder auf, wie zeitlos doch viele (alle?) ECM Produktionen klingen. – Und gelesen, das neue Buch von Patti Smith, „M Train“ und das kleine „Die Traumsammlerin“.

Sehr beeindruckend, wie Patti Smith nachvollziehbar macht, dass ganz alltaegliche Situationen (Kaffee trinken in ihrem favourite coffee shop) ausreichen, um durch Gedankengaenge aus dem Hier und Jetzt „herauszusteigen“, die sie und den Leser zu laengst vergangenen Erlebnissen weit, weit weg tragen. Die Verstorbenen sind immer noch bei ihr: sei es ihr verstorbener Ehemann Fred, ihr verstorbener Sohn, und auch ihre literarischen Helden wie Jean Genet, Arthur Rimbaud, Silvia Plath.

Zwei troestliche Buecher, um sie, wie gestern am Ostermontag, auch immer wieder aus der Hand zu legen und seinen eigenen Erinnerungen nachzuhaengen; waehrend draussen allen Spaziergaengern ein Gewitter und reichlich Regenguss den Himmel verdunkelte.

2016 29 März

„Liebe“

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I love Love – this precious californian comedy. The more precise term is called „dramedy“. Spiegelonline wrote about it and same did DIE ZEIT. Those articles sounded interesting. So I stepped directly into the first episode, via first class Netflix streaming. After virtual journeys to New York (Mad Men), Lousianna (True Detective), Minnesota (Fargo), Florida (Bloodline), Northern Essex (The Detectorists), Kopenhagen (Rita) and Malmö (The Bridge) a trip to L.A. seemed to make sense. And so it was: love not at first but second sight – cause when I saw that stupid, jewish looking guy acting with his awkful gestures the first reaction was to drop it. But then the characters slowly unfolded and soon I liked them. The soundtrack is marvelous. To put some names into the frame: Pete Townsend, Wilco and Violent Femmes. The characters are somehow cracked-up, lost or loosers. It´s hard to struggle with life in a town where happiness is an imperative gun. Like once Lacan said: „Hands up, guys – Enjoy!“

 

„Love“ (Trailer)


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