Manafonistas

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Archives: Dienstag, 15. März 2016

 

 
 
 

„Sehr rituell zubereitet, der Cappuccino“, sagte Katja Riemann, und ich antwortete: „State of the art“. Am Abend liest sie an der Seite des Briten bei der LitCologne aus David Mitchells famosem neuen Roman „Die Knochenuhren“. Das Gespräch mit dem Verfasser dieses alle traditionellen Genregrenzen überschreitenden Schmökers mit Tiefgang war von der hochunterhaltsamen Sorte. Wir hatten uns viel zu erzählen, von unserer Liebe zu ECM-Platten, wir sprachen über das Album „Fear of Music“ von den Talking Heads, das schon im ersten Kapitel seinen grossen Auftritt hat, über den Preis, den man zu zahlen bereit wäre, um Unsterblichkeit zu erlangen, über das Aufeinanderprallen von knallhartem Sozialrealismus und Fantasy, über die rare Tradition, in der sich der Roman bewegt. Und, natürlich, über Holly Sykes. Aber die sass ja schon zuvor neben mir an der Cappuccinobar.

2016 15 März

Marbach H4

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Für die wilden Kerle Gregor und Michael hier eine Schüler Präsentation über Peter Handke’s Jukebox (ausgestellt im Literaturmuseum Marbach).

Ende. Danke für die Geduld.
 
 
 

 
 
 

 

2016 15 März

Marbach H3

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„Zur Märzenzeit

Wenn gleich ist Nacht und Tag,

Und über langsamen Stegen,

Von goldenen Träumen schwer

Einwiegende Lüfte ziehen“

 

Das ist von Friedrich Hölderlin. Oder von Holder, wie ihn seine große Liebe Suzette Gontard nannte. Bei ihr war er Hauslehrer. Die erwiderte Liebe fand keinen Gefallen bei ihrem Gatten. Hölderlin war erfinderisch.

Seine Widmung: WEM SONST ALS DIR  schrieb er zwischen zwei Ausgaben von Hyperion.

2016 15 März

Marbach H2

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Ich weiss es nicht. Lass uns umkehren, unser Weg ist zu steil.

„You can always come back, but you can’t come back all the way.“

Was sollen wir tun?

„Wenn die Rätsel einander drängten und kein Ausweg sich bot, half der Feldweg.“ So lautet der phänomenale Zuspruch, den uns Heidegger finden läßt. Den kleinen Text DER FELDWEG widmete Heidegger Hannah Arendt. ( Ich hatte die Ehre den Enkel von Heidegger im Literaturarchiv zu treffen. Ich musste mir die Genehmigung fuer die Briefe seines Großvaters einholen.) Die Briefe von Arendt zeigen sehr deutlich, welche Rolle sie später  innehatte: sie war seine Manuskript Managerin.

Heidegger hat sehr viele Briefe an Elisabeth Blochmann geschrieben. Er legt den Briefen Gedichte von Mascha Kaléko bei:

Right at the end you always called me „Sie“

And never „du“

I learnt to wait, to suffer …

 

Nun, da du fort bist, scheint mir alles trübe

Hätte ich geahnt, ich ließe dich nicht gehn.

Was wir vermissen, scheint uns immer schön.

Woran das liegen mag. – Ist das nun Liebe?

Brisanterweise liegt diesen Briefen ein Genehmigungsbrief  zur Übergabe ans Archiv von Heidegger ’s Frau bei.

 

Wie einfallsreich man an die heimlich Geliebte Klartext schreiben kann, zeige ich in Marbach H3.

2016 15 März

Marbach H 1

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„Well, my sense of humanity has gone down the drain /
Behind every beautiful thing there’s been some kind of pain.“

Das sei eine Strophe von Bob Dylan, in der der Abschied von der sozialen Freiheit beginnt. Das meinte der Philosoph Axel Honneth am Sonntag auf 3sat. Daran dachte ich heute, als ich durch das Geburtshaus von Friedrich Hegel ging. Es ist in Stuttgart. Hegel und Marx, der eine Theoretiker, der andere will in die Praxis umsetzen. Haben sie an ihre Liebe geglaubt? An die Freiheit als Recht für Alle? Schopenhauer, so lese ich in den Fluren des Geburtshauses, fand Hegel ekelhaft, Kierkegaard nennt ihn unter Vorbehalt einen Faselhans. Befreundet und geschätzt wurde Hegel von Hölderlin, Feuerbach und Goethe.

Hegel war also Schwabe. Er war es gerne, immer wieder kehrte er nach Stuttgart zurück. „Wer die Treue zur Heimat hält, hat ein starkes Ich.“ „Wer im Innersten frei ist, kann seine Gedanken bauen.“

„Wir müssen die Freiheit neu denken“, fordert nun Axel Honneth. In der Liebe und in der Freundschaft stoßen wir auf Resonanz unsrer Wünsche, in dem anderen erfahren wir eine eigentätige Erfüllung.

Ist das so?
 
Set me free little girl

This could be the last time

Black bird

She wrote me a letter and she wrote it so kind

She put down in writin‘ what was in her mind

I just don’t see why I should even care

It’s NOT DARK YET but it’s getting there.
 

Wie vermag man in der sozialen Freiheit zu bleiben?


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