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Archives: Mittwoch, 8. April 2015

„Twin Peaks without David Lynch is like …??“
 

Der „cast“ ist gealtert. Man erkennt viele von damals wieder, nun sollte die Mutter aller grossartigen Serien der „Neuzeit“ aufleben, David Lynch sollte Regie führen, dann scheiterten Verhandlungen, und jetzt melden sich die alten Heldinnen, Schurken und Verrückten zu Wort. Aber wo ist der Mann mit den Doughnuts? Kann man Twin Peaks „reloaden“? Ist das alles nur eine nostalgische „Blase“?

1) Das neue (?) Buch von Richard Williams, einer der klügsten Musikjournalisten, die Great Britain in den Siebziger Jahren hervor gebracht hatte, und der u.a. ein tiefgehendes Buch über den Tod von Ayrton Senna geschrien hat. Auch einer aus dem Club der Musik- und Fussball- resp. Sportverrückten.

2) Why Grow Up? Lajla schreibt Klartext.

3) Wie gut ist das neue Album des einstigen „The Books“-Mitgliedes Paul De Jong, und schafft es das etwas phlegmatische Label, noch ein Exemplar für die Klanghorizonte am 18. April als download zu senden?

4) Wann erzählt Gregs, was sich beim Besuch von Thomas Pynchon in Stuttgart abspielte?

5) Hans Gumbels Interview mit dem Autor des Buches „Tinseltown: Murder, Morphine, and Madness at the Dawn of Hollywood“ (zugesagt für Juli)

6) Der „director’s cut“ des Super-8-Films von der Klassenfahrt von Michaels Schulklasse anno 1971 nach London (unser Autor tritt kurz als blasses Gespenst an der Reling in Erscheinung) – viel spannender ist der Soundtrack, den Klaus S. eigens  für diese Archivausgrabung anfertigte

7) Neues aus Pittsburgh, Amsterdam und Glasgow

8) Banshee 2, Broadchurch 2 reviewed

9) Martina sieht Daniel Lanois in Frankfurt

Klaus S. war nicht nur in Scheveningen, er war auch auf Hawai zum Surfen, und konnte ebenso in einschlägig bekannten Surforten der West Coast seine Bretter auf die Wellen bringen. Hier ist der Mann in jüngeren Jahren im Einsatz zu bestaunen, an der Küste Griechenlands. A real surfer boy. Mich würde auch nicht wundern, wenn Leonard Cohen da gerade ganz in der Nähe war, um seiner geliebten Insel Hydra noch mal einen längerern Besuch abzustatten. Ein Doppelklick aufs Foto, und Sie sehen es in „big surfariscope“. 

 
 
 

 

Da sitzt ein Typ jahrzehntelang am Rande irgendeines Nestes auf dem Lande in England. Am Rande von grünen Weiden. Büsche, Feld und Wald. Enturbanisiert oder zumindest urbandistanziert. Singt und spielt da vor sich hin, und die ganze Welt hört gespannt zu. Ab und zu muss er von Leuten wie Carla Bley (inzwischen auch ländlich geworden) oder Michael Mantler (dies Jahr zu sehen in Moers) angespornt werden, und der alte Kommunist singt sich aus der Welt in die Welt. Es gibt viele Weisen des Älterwerdens …
 
Soup Songs, soup sings: The music of Robert Wyatt (on BBC) HIER. Nicht taufrisch, aber nichtsdesto …
 
Und dann einige sehr schön treffende Beobachtungen über den Musiker Thomas Morgan und sein Bassspiel HIER
 
Richard Williams hat übrigens ein sehr gutes, aufschlussreiches Buch über einen der einflussreichsten musikalischen Impulse der 60er Jahre geschrieben. Darüber ein ander Mal!
 

Mein alter guter Bekannter Hans Gumbel ist arbeitslos, hat also viel Zeit zum Lesen. Ein Büchernarr, er mag auch Comics, die ich nur sehr selten lese.  Zu Weihnachten schenkt er mir aber immer eine „graphic novel“, die er manchmal doppelt kriegt, weil er sie   unter einem völlig bekloppten Mittelalterpseudonym in einem oder mehreren  „Fanzines“ bespricht.  Subsubkultur. Von ihm habe ich mehr tolle Tipps bekommen als von irgendwelchen Stars der Kulturszene. Leider konnte ich ihn nie bewegen, hier zu schreiben. Er sagt: zu viele Musikverrückte, er hört nur Hörspiele und Natur. Ich sage, Hans, was Lesen angeht, ich bin ja nicht mehr 20, es kommt darauf an, möglichst wenig und dafür umso intensiver zu lesen, und nur die Bücher nach Seite 30 nicht in den Müll zu schmeissen, die einen vollkommen fesseln, durch ihre Geschichte, oder das Spiel mit „Erzählformen“. Zwei Bücher pro Monat, mein idealer Schnitt.  Warum soll ich Rimbaud lesen? Habe ich einen an der Waffel? Der hat mich schon mit 16 gelangweilt, Genie hin, Genie her. Und ich kann auch nichts dafür, dass Patti Smith da voll drauf abgefahren ist. Immerhin hat es ihre Horses auf Trab gebracht. Nun ja, und  deswegen schickt mir Hans Gumbel mittlerweile auch nur noch zu Ostern und Weihnachten Empfehlungen, und seine Auswahl ist so konzentriert, dass kein Bücherregal durch das halbe Abendland einsturzgefährdet ist. Hier seine Osterliste, und meine Güte, David Bowie, seine wirklich letzte gute Platte war Scary Monsters.

 
 
 

 
 
 

1) Jim Zubkavich / Steven Cummings: Wayward Volume 1: String Theory

2) William Mann: Tinseltown: Murder, Morphine, and Madness at the Dawn of Hollywood

3) Allen Eskens: The Life We Bury

4) Steffen Kopetzky: Risiko

5) Heinrich Steinfest: Das grüne Rollo


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